Journal Sonntag, 1. März 2026 – Häuslicher Sonntag im Trüben
Montag, 2. März 2026 um 6:25Gut geschlafen, aber einmal zu oft durch Aufwachen unterbrochen und zu früh zu Ende.
Ein trüber Tag, doch ich freute mich sehr auf eine Laufrunde. Aber erstmal bloggte ich, las die Mastodon-Timeline nach und wartete ab, bis die morgens eingeschaltete Waschmaschinenladung durchgelaufen war.
Die Luft fühlte sich nur wenig mild an, ich nahm eine U-Bahn nach Thalkirchen. Schon bald nach Loslaufen Richtung Süden merkte ich, dass es kühler war als erwartet und dass Handschuhe eine gute Idee gewesen wären. Der Körper machte gut mit, ich hatte ausführlich vorgedehnt und mobilisiert (vor allem weil ich recht lang auf die U-Bahn warten musste). Das endete allerdings vor Ende meiner Laufrunde, dann wurde es anstrengend. Und ich musste über den Rest des Tages mit Schmerzen und Steifigkeit zahlen.
Ein wenig haben Regen und Schnee der jüngsten Zeit die Isar aufgefüllt.
Da hat jemand Fledermäuse aber wirklich sehr lieb: Auf diesem kleinen Abschnitt am Isarhochufer vor Pullach sah ich mindestens zwei Dutzend solcher Häuschen.
Bei diesem trüben Wetter wurde das Alpenpanorama gar nicht erst aufgebaut.
Floßlände.
Thalkirchen kurz vor der U-Bahn.
Daheim ausführliche Körperpflege, kurz nach zwei gab es zum Frühstück Birnchen (eine ohne und eine mit Geschmack) und zwei Körnersemmeln mit Butter und Marmelade.
Ich wurde steinmüde, und weil Sonntag war, ich zudem erwachsen bin und meine Zeit frei einteilen kann – legte ich mich zu einer Siesta hin. Ich schlief sofort ein.
Unspektakulärer restlicher Sonntag: Gelbe Bete aus Ernteanteil gekocht und Salat daraus bereitet, Wochenend-Süddeutsche gelesen (weite Teile hatten sich durch den kriegerischen Angriff am Samstag von USA und Israel auf Iran und die Gegenschläge auf Israel und Golfstaaten sensationell überholt), gebügelt – mehr als erwartet, es nervte mich wie schon lang nicht mehr. Vor dem Abendessen war gerade noch Zeit für Briefwahl.
Ächz jetzt beim Stadtratwählen (80 Sitze, also 80 Stimmen), viel, viel Ächz nächstes Wochenende beim Auszählen.
Zum Nachtmahl schmorte Herr Kaltmamsell die Ingolstädter Beinscheiben und kochte die einzig passenden Nudeln dazu.
Das Fleisch hatte noch etwas zu viel Biss (hatte aber zwei Stunden geschmort), schmeckte aber gut, auch die Gelben Bete. Nachtisch Schokolade, während die Tagessschau aufzählte, welche Golfstaaten Teil dieser nächsten kriegerischen Eskalation geworden waren.
Im Bett las ich noch Granta 174, Therapy, eine sehr unentschlossene Bearbeitung des Themas (u.a. werden Psychotherapie und Psychoanalyse gleichgesetzt – meistens), möglicherweise wieder eines, das Herausgeber Thomas Meany eigentlich doof findet.
11 Kommentare zu „Journal Sonntag, 1. März 2026 – Häuslicher Sonntag im Trüben“
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2. März 2026 um 10:10
Ich kenne Granta ausschließliche aus hiesigen Erwähnungen, es ist aber nicht das erste mal, dass ich den Titel beim ersten Überfliegen versehentlich als “Grantler” lese.
2. März 2026 um 18:57
Das erste Mal Briefwahl und ich war froh drum. Bei mir sah es am Samstag wie bei Ihnen aus. Wahlzettel für den Stadtrat auf den Boden gelegt und dann Stimmen vergeben und immer wieder gerechnet, damit ich auch ja die 80 nicht überschreite. Im Wahllokal hätte ich wahrscheinlich der Zeit und der Einfachheit halber nur eine Liste angekreuzt…aber genau das wollte ich nicht.
2. März 2026 um 21:08
Hier sind das „die einzig passenden Nudeln“ zu Gulasch.
3. März 2026 um 6:19
Hat man Ihnen bei der Wahlhilfeschulung erklärt, wie es zu den 80 Stimmen kommt und wie sich dieser immense Aufwand rechtfertigen lässt? Ich finde so einen komplizierten Wahlzettel nachgerade demokratiefeindlich. Bei unserer Kommunalwahl gibt es z. B. nur 3 Stimmen (OB, Stadtrat, Bezirksvertretung) und nur der OB wird direkt gewählt. Ich finde, dass das völlig reicht, da man seine Präferenzen da gut abbilden kann.
3. März 2026 um 6:27
Sorry, bitte löschen Sie gern den doppelten Kommentar, ich bekam beim ersten Absenden eine Fehlermeldung.
3. März 2026 um 7:58
Nicht in aller Tiefe, Sonni (aber klar: 80 Stadtratssitze = 80 Stimmen, und Bürgermeister*in ist immer eine eigene Wahl), die lässt sich im Kommunalwahlgesetz nachlesen – das auch in jedem Wahllokal ausliegt:
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayGLKrWG/true
3. März 2026 um 16:39
@Sonni: es gibt so viele Stimmen wie Sitze zu vergeben sind. In München sind das 80, woanders deutlich weniger.
3. März 2026 um 17:05
Eben genau das hatte mich gewundert, weil ja der Stadtrat ein Parlament ist, von dem ich bisher dachte, dass es grundsätzlich der Verhältniswahl unterliegt, plus eben das EINE Direktmandat, das wir auf Bundesebene vergeben können. Es wäre ja dann doch verrückt, wenn bei Bundestagswahlen 630 Stimmen vergeben würden. Aber dann wird es in Bayern anscheinend in allen größeren Kommunen riesige Stimmzettel geben. Schon interessant, ich hätte nicht gedacht, dass sich Wahlgesetze innerhalb Deutschlands so sehr unterscheiden.
3. März 2026 um 18:44
@Sonni in Baden-Württemberg und ich meine auch in Hamburg ist es ähnlich. Der Münchner dürfte der größte Stimmzettel in Bayern sein. Der Stadtrat ist kein Parlament, die kommunale Ebene ist kein Gesetzgeber sondern ein Teil der Exekutive.
3. März 2026 um 19:49
“…aber klar: 80 Stadtratssitze = 80 Stimmen”
Irre. Eine Zumutung sowohl für diejenigen, die ihre Stimmen vergeben, als auch für die, die sie auszählen müssen.
Zum Vergleich in NRW:
“Bei der Wahl der kommunalen Vertretung – dem Gemeinde- bzw. Stadtrat oder dem Kreistag – hat jede/r Wähler/in nur eine Stimme, mit der gleichzeitig ein Wahlbezirksbewerber und die Reserveliste der Partei oder Wählergruppe gewählt wird, für die der Wahlbezirksbewerber aufgestellt ist. Bei der Wahl der Bezirksvertretung in einer kreisfreien Stadt handelt es sich dagegen um eine reine Listenwahl, bei der jede/r Wähler/in ebenfalls nur eine Stimme hat. Letzteres gilt auch für die Wahl zur Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr.
(Ober-)Bürgermeister/in bzw. Landrat/rätin werden durch Mehrheitswahl bestimmt; auch hier besitzt jede/r Wähler/in eine Stimme.”
(Quelle: https://www.im.nrw/themen/wahlen/wahlen/kommunalwahlen)
3. März 2026 um 19:51
@Poupou: Ganz so trennscharf scheint der Begriff “Parlament” nicht verwendet zu werden, siehe hier https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunalparlament