Journal Sonntag, 15. März 2026 – Heimische und häusliche Flora und Fauna

Montag, 16. März 2026 um 6:25

Wecker gestellt, weil ich verabredet war und vorher noch Laufen gehen wollte.

Geordnetes Bloggen, Wäschenabhängen, Katzenwaschen…

Wie wunderbar diese Socken aus Freundinnenhand zu meinem aktuellen Lieblings-Schlumpfanzug passen!
… Sportkleidunganziehen (bei angesagten 3 Grad griff ich doch lieber zu leichter Mütze und Handschuhen – erwies sich als gute Idee), dann noch Morgengymnastik, und um halb neun war ich auf der Laufpiste ab Haustür Richtung Thalkirchen.

Der Körper spielte gut mit, ich hoffe, dass mein Formtief nun hinter mir liegt. 1 Stunde 50 Minuten waren nur ca. 15 Minuten zu viel, aber voraussichtlich komme ich erst in zwei Wochen wieder zu einer Runde.

Am Flaucher.

Hinter Maria Einsiedel. Düster war es und kalt, aber ohne Eisschicht auf dem Weg läuft es sich hier SO viel beschwingter als mit!

Wenn sie einer die Fotomotive schon direkt an die Laufstrecke stellen (Seidelbast).

Stockente auf – Stock?

Auf dem Alten Südfriedhof dominierten die Blausterne, aber der Bärlauch ist schon ganz stark im Kommen.

Kurz vor der Haustür sah ich eine Plakat, das Auftritte von Josef Hader in München ankündigte. Ich notierte sie, checkte daheim Kartenverfügbarkeit, fragte Herrn Kaltmamsell nach Begleitlust – und jetzt haben wir Tickets für sein Programm “Hader on Ice” am 8. Mai in den Kammerspielen. Bis dahin fließt viel Wasser die Isar hinab, und die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich kurz vorher frage, warum ich mir bitte einen der kostbaren Freitagabende mit sowas verplane, ist nicht gering. Aber jetzt freute ich mich erstmal darauf.

Eine große Tasse Zitrone-Ingwer-Pfeffer-Tee gekocht, um damit die kristallinen Reste in einem Honigglas zu lösen. War dann mehr Honigrest als erwartet, und spätestens jetzt weiß ich, dass ich Tee derzeit wirklich am liebsten ungesüßt mag (Ausnahme Englischer Schwarztee mit Milch).

Die mittägliche Verabredung war ein Kurzbesuch meiner Eltern: Sie brachten das Feigenbäumchen, das mir das Christkind geschenkt hatte, aber erst jetzt in einer Gärtnerei zu haben war. Und trafen deutlich später als geplant ein, weil sie wegen der PRÜF-Demo große Umwege fahren mussten.

Neue Mitbewohnerin unseres Küchenbalkons nach Süden: Violetta, die Bayernfeige.

Frühstück um halb zwei: Apfel, Roggenvollkornbrot mit Käse.

Internet gelesen. Nachmittags holte ich den Film Perfect Days von Wim Wenders nach, die ARD-Mediathek machte es möglich (ein Hoch auf die Öffentlich-Rechtlichen).

Wirklich schöner Film, ich mochte ihn von Anfang bis Ende. Zunächst störte ich mich daran, dass ich keine Originalversion mit Untertiteln auswählen konnte (keine Untertitel im Angebot), denn je weiter weg vom Deutschen, desto alberner empfinde ich Synchronisierung. Doch der Film enthält so wenig gesprochenen Text, dass das nichts ausmachte.

Typisch Wim Wenders waren für mich der fehlende Spannungsbogen, der Mensch im Mittelpunkt, der deutsche Blick auf Exotik, ohne zu Exotisieren – all das mochte ich wieder sehr. Wundervoller Hauptdarsteller Kōji Yakusho (beim Rumrecherchieren um den Film entdeckt, dass ich ihn aus Shall we dansu? von 1996 kenne).

Guter Sonntagnachmittag mit Wenigtun, erkennbar an der Länge meiner Blick aus dem Fenster: Die Kastanien vor Herrn Kaltmamsells Fenster fangen JETZT an mit Pfötchengeben, aber noch sieht man beleuchtete Fenster jenseits des Parks, weil die Bäume kahl sind.

Ich startete nochmal das 30-Tage-Programm “True” von Adriene, ich freue mich schon darauf.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell das Ernteanteil-Blaukraut als Ofen-Steaks nach Herrn Grün. Schmeckte gut, aber als Beilagen-Blaukraut oder Salat mag ich es lieber. Nachtisch Schokolade.

Seit fast einer Woche wohnt eine zarte, langbeinige Spinne auf unserer Klotüre, unteres Fünftel, Seite zum Gang, nah an der Türkante. Wenn man die Tür nutzt, wackelt sie ein bisschen mit mindestens zwei Beinen, sitzt ansonsten ruhig. Uns fällt wirklich nicht ein, warum sie a) so ausdauernd, b) genau da sitzt. Aber wir bemerken sie, öffnen und schließen die Tür etwas sachter als sonst. Möglicherweise eine Zitterspinne.

Früh ins Bett zum Lesen, die Oscarverleihung würde ich verpassen und nachlesen müssen – doch vom vergangenen Filmjahr habe ich eh so gut wie nichts mitbekommen.

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Alterserscheinung: Früher trug ich in Gesprächen unbefangen eigene Erlebnisse bei, flink herbeiassoziiert. Mittlerweile schlucke ich sie immer öfter unerzählt: Zweifel an Interessantheit, weil wahrscheinlich zu weit weg / Bewusstsein, wie viel Hintergrund ich erklären müsste.
(Zum Glück habe ich ein Blog.)

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Wer die Fotos von Lisette Model sehen will, muss gar nicht wie ich in Wien in die Albertina:
Ab 18. März sind sie im Münchner Kunstfoyer ausgestellt.

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Ich würde ja gerne LLMs ausprobieren, doch ich finde einfach keine Anwendungen (und meine wenigen, etwas an den Haaren herbeigezogenen Versuche gingen schlecht aus). Für Chat-Bots fallen mir noch weniger Einsätze ein. Bis gestern, als ich GRÜNESCHULD entdeckte.

Grüneschuld ist ein satirischer KI-Chatbot, der die beliebte deutsche Politikstrategie parodiert, für jedes erdenkliche Problem die Grünen verantwortlich zu machen.

Er funktioniert wirklich! Nenn ein beliebiges Problem und erfahre die wahre Ursache!

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Sonntag, 15. März 2026 – Heimische und häusliche Flora und Fauna“

  1. Daniela meint:

    ist das großartig, vielen dank für GRÜNESCHULD!

  2. Sonni meint:

    Die Grünen sind auf jeden Fall daran schuld, dass ich jetzt schon seit geraumer Zeit auf GRÜNESCHULD festhänge, weil sie alles, aber auch alles, was in den letzten Tagen bei mir schiefgelaufen ist, schuld sind. So!

  3. Sebastian meint:

    Perfect Days in der Mediathek, pfötchengebende Kastanien, zarte Spinne im unteren Fünftel – Made my day perfect.

    Und danke für die Grüne Schuld, schon sehr gelacht, man kann sogar diskutieren und wird schön beschimpft, wenn man “na gut” sagt. Freier Montag ist gerettet.

Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)

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