Journal Mittwoch, 7. Oktober 2026 – Wespentage

Donnerstag, 8. Oktober 2026 um 6:29

Trotz spätem Einschlafen (Aufgekratztheit vom Familienabend verhinderte eine Weile lang Einschlafen) bereits einige Minuten vor Wecker aufgewacht.

Ich zwang mich, mir nahezu ohne Hektik die Zeit fürs Bloggen zu nehmen (sonst an Arbeitstagen bereits am Vorabend erledigt, morgens lediglich finalisiert mit Gegenlesen und der einen oder anderen Nachrecherche): Es war wirklich, wirklich unerheblich, wenn ich eine halbe Stunde später als sonst am Schreibtisch ankäme.

Versuchte Wespen-Übernahme der Wohnung: An Balkontür und
-fenster zum beleuchteten Wohnzimmer hingen Dutzende Wespen (und richteten durch Rumspucken eine rechte Sauerei auf dem Glas an), durchs geöffneten Schlafzimmerfenster waren bereits einige hereingekommen. An allen anderen Fenstern beleuchteter Räume hörte ich sie andotzen. Gestern ließ ich das mit dem morgendlichen Wohnungs-Durchpusten durch geöffnete Fenster lieber mal bleiben.

Angenehmer Marsch in die Arbeit, ich leistete mir nochmal nackte Beine unter Baumwollkleid, denn es waren bis zu 23 Grad angekündigt. Am Donnerstag soll das Wetter aber jetzt wirklich echt ehrlich in Herbst umschlagen. MIT Regen! (Ja bitte.)

Im Büro gesteigerte Geschäftigkeit, etwas getrübt durch Brummschädel; Ibu half zumindest gegen den Schmerz.

Raus auf meinen Mittagscappuccino ins Westend, wieder durch einen herrlichen Tag.

Hier erste Sichtung Halloween-Deko des Jahres. Gerhard Polts Behauptung, dass auf dem Oktoberfest in die letzte Mass Bier bereits der erste Zimtstern getunkt wird, muss aktualisiert werden: Es gibt seit einiger Zeit ein Fest dazwischen.

Zu Mittag aß ich später Apfel und Skyjolei.

Anstrengender Nachmittag, der schier nicht enden wollte. Aber es dann doch tat.

Auf dem Heimweg durch den heuer scheinbar ewigen Spätsommer stoppte ich für Einkäufe im Drogeriemarkt (u.a. Eisentabletten: Symptome wie wunde Mundwinkel lassen mich vermuten, dass der Eisenwert meines Bluts mal wieder wie so oft zu niedrig liegt) und beim Vollcorner.

Zu Hause Häuslichkeiten (darunter Beseitigung eines Dutzends toter Wespen vom Schlafzimmer-Fensterbrett), ein Viertelstündchen Gymnastik mit Gabi Fastner (Faszien!), Brotzeitvorbereitung (Granatapfelkern-Meditation). Vom Ernteanteil waren noch ein Kohlrabi und Kartoffeln übrig, die servierte Herr Kaltmamsell mit klassischer Einbrenn als Abendbrot – gut!

Nachtisch von mir: Ofenquitte mit griechischem Joghurt und Honig (aus derselben Quelle wie die Quitten: what grows together goes together). Und Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Tourismus prägt Städte – Hamburg-Innenstädtler Maximilian Buddenbohm und ich als München-Innenstädtlerin wissen das sehr gut. (Und finden einen möglichst erfreulichen Umgang damit.)

Unerwartet war allerdings ein Tourismus-Ereignis vergangenen Sonntag. Nach meiner Laufrunde an der Isar spazierte ich zum großen Bäcker Wimmer (inklusive, wie heute üblich, Café-Bereich) in der Wagmüllerstraße für Frühstückssemmeln. Direkt vor mir betrat eine etwa 20-köpfige Tourist*innengruppe den Laden (vermutlich nach Besuch der Sehenswürdigkeit Eisbachwelle – für das viel spannendere Bayerische Nationalmuseum interessiert sich ja kaum jemand), spanischsprachig und alle sehr interessiert am Angebot in der Vitrine. Ja mei, doofes Timing, musste ich halt länger warten – ich hatte doch Zeit. Zum Glück stellte sich die Gruppe als eine geführte heraus: Die Reiseleiterin brachte sie durch geschicktes Umkreisen (wahrscheinlich bei Herdenhütehunden abgeschaut) weg von der Theke und fragte Wünsche für eine Sammelbestellung ab: “¿Una breze para cada uno?” So kam ich dann doch ganz schnell zu meinen Frühstückssemmeln. (Breze definitiv zeigenswertes Münchner Kulturgut.)

die Kaltmamsell

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