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Journal Freitag, 10. April 2026 – Vorbereitungen Wochenende und Urlaub

Samstag, 11. April 2026

Gut und tief geschlafen, ohne Wecker hätte das noch viel länger angehalten.

Düsterer Marsch in die Arbeit in milder Luft, aber einer dunkelgrauen Wolkenwand entgegen; der Schirm in der Hand wirkte als Talisman bis zum Bürogebäude: Es regnete erst später.

Genug zu tun am Schreibtisch, aber nicht zu viel: So mögen wir das vor allem am Freitag. Auch die noch leereren Gänge und Büros als freitags üblich begrüßte ich.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, aber auf Draußenluft. In der es allerdings um die Mittagszeit energisch regnete (der Bauer braucht den…).
Dann halt nur kurz und mit Schirm auf eine Erledigung raus.

Zu Mittag gab es reichlich Orangen sowie Skyr, dem ich doch nochmal eine Chance gebe, weil er im Angebot war, mit Leinsamenschrot.

August-Urlaub mit Herrn Kaltmamsell in Brighton angegangen: Ich wollte gern mit ihm in dem Apartment wohnen, in dem ich mich vergangenen Herbst so wohl gefühlt hatte, doch der Preis pro Nacht war auf einmal mehr als doppelt so hoch. Stellte sich heraus: Wir platzen mal wieder in Brightons Pride-Woche. Nachdem wir den Initial-Schrecken überwunden hatten, beschlossen wir:
1. Mia ham’s ja.
2. NOCH mehr wundervoll bunte Menschen in Brighton!
3. Federboas einpacken.
Und so buchte ich.

Pünktlicher Feierabend, auf direktem Weg nach Hause. Es war ziemlich kalt geworden, doch ich kam trocken heim.

Tapferer Kastaniensprössling bei der Villa Wagner.

Nach Ankunft wie geplant umgehend Kochen für Samstag: Ich hatte mich an die Meatball Sandwiches von David Lebovitz erinnernt, die uns begeistert hatten, die ich aber seit Jahren nicht mehr gemacht hatte: Die Hilfsaktion meiner Eltern am Samstag war ein willkommener Anlass für eine Wiederholung (Tomatensauce vielleicht einen Tick zu scharf geworden).

Das verschob unser Nachtmahl ein wenig, weil ich die Küche belegte, aber dann buk Herr Kaltmamsell panierten Käse und koreanische Teigtaschen, briet Ernteanteil-Kohlröschen, während ich Ernteanteil-Salat (plus Radieserl-Blättern, Kresse, Petersilienresten) mit Orangensaft-Haselnussmusdressing anmachte, zudem weitere Crowdfarming-Orangen auspresste (wir verbrauchen sie hektisch immer knapp der nächsten matschigen Stelle hinterher) für den Drink zum Wochenendfeiern: Wodka-Orange.

Nachtisch Osterschokolade.

Früh ins Bett zum Lesen: Lidia Yuknavitch, The Chronology of Water besteht aus so viel Alkohol, sonstigen Drogen und Sex, dass einer bei der Lektüre die Lust auf alles davon vergehen kann.

§

WERBUNG!1

Kleinere Konzerte gehen ja oft unter – in München ärgere ich mich regelmäßig darüber, Interessantes wegen Nichtwissen verpasst zu haben. Das wird in Berlin ähnlich sein, deshalb.
Der Berliner Kammerchor Jeunesse singt am 25.4. und 26.4. in der Berliner Malzfabrik zwei sehr abgefahrene Konzerte: Sie sind eine Games Show, in der das Publikum unter anderem Stimmblöcke des Chors aus- und einschalten kann. Ich weiß davon, weil ein Verwandter beteiligt ist.
Hiermit weitergegeben.

§

Geständnis: Diesen Krautreporter-Artikel hätte ich fast ohne Lesen bereits auf Basis der Überschrift empfohlen – weil allein schon diese Überschrift dem wenig hinterfragten Anspruch widerspricht, dass alles, was Inhalt des Schulunterrichts ist, einen nachweisbaren Nutzen in jedem späteren Erwerbsleben haben muss. (Hat eigentlich schon mal ein Politiker Bildungs-Controlling gefordert? Zumindest einer von der FDP?)

Zum Glück stellte sich der Text selbst dann als sogar noch besser heraus, deshalb schenke ich ihn Ihnen:
“Es ist gut, dass du in der Schule Dinge lernst, die du nicht brauchst”.

Wie nutzlos etwas ist, ist außerdem oft eine Frage des Zeithorizonts: Allgemeinbildung ist eine Lebensversicherung gegen eine unbekannte Zukunft. Schule muss breite Grundlagen legen, weil niemand mit zwölf Jahren weiß, welche Berufe, Probleme oder Technologien mit 30 wichtig sein werden. Du wirst mit Anfang 30 jeden Tag mit KI arbeiten, aber nie wieder Code schreiben, obwohl dir Informatikunterricht als der heiße Scheiß für deine Zukunft verkauft wurde.

(…)

Lebensweltbezug heißt deshalb vielleicht, dass du lernst, was dich interessiert. Aber nicht, dass du nur noch lernst, was im Alltag später (eventuell) mal eine Rolle spielen wird. Du wirst in der elften Klasse lernen, wie man eine Steuererklärung macht, weil deine Erdkundelehrerin das für wichtig hält. Die Steuererklärung ist das Paradebeispiel für alltagsnahen Unterricht. Lass dir sagen: Es werden nach deinem Abi zehn Jahre vergehen, bis du deine erste Steuererklärung machen musst. Du wirst absolut nichts mehr von dem wissen, was du in der Schule darüber gelernt hast.

(…)

Die vielleicht wichtigste Funktion fast aller Dinge, die du in der Schule so lernst, ist Metakognition – die Fähigkeit, das eigene Denken zu beobachten. Wann verstehst du etwas wirklich, wann bildest du dir das nur ein? Wo bleibst du hängen, und warum? Wie lernst du am besten? Diese Fähigkeiten entwickelst du nicht, indem du Dinge lernst, die dir leichtfallen. Du entwickelst sie, indem du an Stoff arbeitest, der dich herausfordert. Wenn du dich durch „Kabale und Liebe“ quälst, trainierst du, mit Nicht-Verstehen umzugehen. Das ist eine der nützlichsten Fähigkeiten, die es gibt. Als Erwachsener greifst du praktisch immer beim Lesen von Zeitungsartikeln oder politischen Schriften wie Koalitionsverträgen auf diese Kompetenzen zurück.

Mal wieder hat tip zu meinem damals ganz jungen Altgriechisch-Lehrer Herrn Nusser, der uns als Antwort auf die regelmäßige Frage “Und wozu brauchst du das?” empfahl: “Schule bildet. Schule bildet nicht aus.”
Dabei behaupte ich bis heute, dass ich in keinem Schulfach mehr für mein späteres Leben gelernt habe als in Altgriechisch.
Hat tip auch zum Gymnasiallehrer Herrn Kaltmamsell, der gerne darauf hinweist, man brauche Bildung, um Witze zu verstehen.

Ich empfehle sogar noch mehr die Lektüre der im Artikel verlinkten Festrede von Peter Bieri 2005 an der Pädagogischen Hochschule Bern (unter anderem als sprachliches und rhetorisches Vorbild):
“Wie es wäre, gebildet zu sein”.
(Die mir allerdings die Illusion nimmt, Self Egalness könnte mich weiterbringen.)
Dafür verzeihe ich Bieri sogar den mäßigen Roman Nachtzug nach Lissabon, unter dem Pseudonym Pascal Mercier veröffentlicht.

  1. Von Herzen und nicht von Geld, eh. []

Journal Donnerstag, 9. April 2026 – Keine neue Strickjacke, Hinterfragen von Self Love

Freitag, 10. April 2026

Sehr gut geschlafen, der Wecker weckte mich aus tiefen Träumen (die sich um Berufsdinge drehten, das bräuchte es wirklich nicht).

Der Himmel tagte mit Wolkenschleier, auf dem Weg in die Arbeit war es sehr frisch. Die Grünanlagen um die Theresienwiese sahen ausgesprochen bunt aus: Die Mülleimer darin waren an den sonnigen Tagen davor wahrscheinlich rege genutzt worden, und sie sind oben offen ohne Krähenschutz. Die Krähen waren das begeisterte Schwarze zwischen dem bunten, von ihnen verstreuten Müll.

Außerdem endlich: Der Beweis, dass auch dieses Jahr zum Frühlingsfest ein Theresienwiesen-Flohmarkt stattfinden wird (18. April), das Fehlen der Bodenmarkierungen hatte mich bereits zweifeln lassen.

Am Schreibtisch legte ich mit Tempo los, um einen Konzentrationsjob abzuschließen, der ab Zweitbelegung meines Büros mit nahezu durchgehenden Telefonaten nicht mehr möglich sein würde (ich war am Mittwoch dafür bereits für zwei Stunden in ein leeres Büro umgezogen). Das klappte.

Später erwies sich meine Hast als unnötig: Die Zweitbelegung arbeitete gestern von daheim, das entspannte mich deutlich. (Gestern informierte man mich auch, dass eine Lösung gefunden worden war.) Allerdings fühlte ich mich trotz all dieser Faktoren kränklich und unfit mit leichtem Kopfweh.

Mal wieder raus (kühl und bewölkt, aber mit Frühling in der Luft) auf einen Mittagscappuccino, dabei erlebte ich Sich-alt-fühlen für Fortgeschrittene: Ich brauchte den Barista, um die versehentlich eingeschaltete Handy-Taschenlampe auszustellen. (Wo ist die vielbeklagte Unsichtbarkeit postmenopausaler Frauen, wenn man sie mal Not hat?)

Zu Mittag gab es Apfel, Orange (sehr gut!) und gekauften Linsensalat.

Erträglich emsiger Nachtmittag, nicht zu später Feierabend. Unterwegs bog ich nochmal in den Bio-Supermarkt Vollcorner ab: Mir war eine angemessene Brotzeit für Samstag eingefallen, wenn meine Eltern anreisen, um uns bei ein paar lange liegengebliebenen häuslichen Dingen zu helfen – dafür kaufte ich ein.

Andere Magnolien, diese in der Lessingstraße.

Das mit mir und der neuen Strickjacke soll wohl wirklich nicht sein: Nach der Nachricht, es gebe Schwierigkeiten bei der Auslieferung vom Paketzentrum, wurde ich gestern über die Erstattung des Kaufpreises informiert. Ich hätte wirklich, wirklich gerne diese Strickjacke gekauft. Na gut, vielleicht begegnet mir in den nächsten Jahren nochmal eine, die mir gefällt.

Daheim Häuslichkeiten und dann doch die nächste Folge Yoga, jetzt wieder reibungslos vom Haus-eigenen Server. Allerdings erinnerte ich mich schnell, dass diese Folge mit dem Titel “Self Love” diejenige ist, die bei mir umgehend zu Self Loathing führt, weil meinem Körper bereits die erste, sehr lang andauernde Haltung mit Beinen im Z unmöglich ist und Schmerzen bereitet. Ich wich auf Schneidersitz aus und brach eh nach zwei Dritteln und entschieden zu viel Besinnlichkeitsgeplapper ab.

Ich zweifle grundsätzlich an, dass hartes Arbeiten an Self Love wirklich das ideale Ziel für alle Menschen ist, es klingt immer so anstrengend. Selbst stelle ich mir Self Egalness deutlich angenehmer und entspannter vor – ja, einfach keine heftigen Gefühle sich selbst gegenüber, das wäre schön. (Wurden nicht ganze Religionen erfunden, um zu Self Egalness zu kommen?)

Herr Kaltmamsell sorgte wieder für Erfreuung per Abendessen:

Ein Rest Grie Soß, außerdem Saubohnen, zudem Ernteanteil-Pastinaken aus dem Ofen mit Parmesan – sehr gut. Nachtisch reichlich Osterschokolade.

Früh ins Bett zum Lesen.

§

Was mich nostalgisch macht: Blog-Kommenatorinnen, die versuchen, manuell und individuell Werbe-Links zu ihrem Business zu posten. Vielleicht die letzte Online-Gruppe, die Blogs noch für relevant hält?

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Marketing-Aktion von Iceland Air: Gesucht wird der/die schlechteste Fotograf*in der Welt – um zu beweisen, dass Island so schön ist, dass selbst sie hier großartige Foto machen können.
“We want to prove that even the worst photographer can take great photos of Iceland. Is that you?”
(Ich glaube, der Wettbewerb würde besser funktionieren, wenn man andere vorschlagen müsste: Meiner Erfahrung nach merken viele grottige Fotograf*innen ihre Grottigkeit nicht.)

Was mich zu Island-Klischees bringt und zum isländischen Roman Eden von Auður Ava Ólafsdóttir1 – aus dem ein ähnlicher Humor spricht. Die isländische Kleinstsprachen-Linguistin Alba, Hauptfigur und Ich-Erzählerin des Romans, sitzt am Anfang im Flugzeug nach Reykjavík und telefoniert mit ihrem Vater – der so ziemlich als erstes fragt, welche gemeinsamen Bekannten mit ihr fliegen. Klischee 1: Die isländische Bevölkerung ist mit nicht mal 400.000 Menschen so übersichtlich, dass wirklich jede jeden kennt. Dieses Motiv ist einer der lustigen Hintergründe der Handlung. Weitere Klischees: Das Wetter ist durchgehend unwirtlich, die Natur malerisch, aber schroff und abweisend, alle mischen sich ins Leben von allen anderen ein, alle Isländer*innen lesen ungeheuer viele Bücher, die Hälfte schreibt auch welche, vor allem Island-Krimis.

Die Handlung: Alba arbeitet nicht nur akademisch, sondern auch als Lektorin/Korrektorin für isländische Literatur – die sie als eher mittelklassig beschreibt. Von einer Erbschaft kauft sich Alba ein recht heruntergekommenes Haus auf dem Land, zieht aus der Stadt dorthin, pflanzt Bäume. Wo eh schon alle alles über sie wissen.

Ich las den kurzen und kompakten Roman durchaus gern, interessierte mich für die Personen – und sah mein Island-Bild bestätigt: Über diese Insel lese und gucke ich lieber, als dass ich sie besuchen möchte.

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Novemberregen fasst schön zusammen, warum ich mich in der Frauen-Sammelumkleide des Dantebads wohl und entspannt fühle: Es ist die Grundatmosphäre.
“8. April 2026 – 13. Arbeitstag vor Urlaub”.

Wenn verschiedene Menschen sich auf relativ beengtem Raum mit wenig Abstellfläche halbnackt und häufig nass auf rutschigem Boden begegnen, halte ich die freundliche Haltung generell für eine vorausschauende Wahl.

Auch wenn im Dantebad die Freundlichkeit nicht bis zum Austausch von Pflegeprodukten geht, der Körperzustand allerdings durchaus häufig bis ganznackt.

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Technik, die Leben rettet:
Automobilhersteller Škoda hat eine Fahrradklingel entwickelt, die auch Active Noise Cancelling nicht filtern kann.

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Der Zauber der re:publica ist für mich untrennbar von der äußeren Gestaltung: Sie drückt jedesmal eine Aufmerksamkeit und Zugewandtheit aus, die ich nirgendwo anders erlebe. Einer der Schöpfer, Mathias Lücking, ist jetzt gestorben, auf der re:publica-Website schreibt Gestalterin Tanja Häusler über ihn:
“Erinnerung an Mathias Lücking”.

Oh ja, an den “2 km langen Ausdruck von Moby Dick, der sich durch die gesamte Station schlängelt”, denke auch ich immer noch.

  1. Diesen diakritisch komplettverseuchten Namen copy-and-paste ich natürlich jedesmal. []

Journal Mittwoch, 8. April 2026 – Lerchenschwumm in Frühlingssonne

Donnerstag, 9. April 2026

Eher unruhige Nacht, ich wachte mehrfach von Herzklopfen auf. Zuletzt kurz vor besonders frühem Weckerklingeln, ich stand halt gleich auf.

Gestern also meine Sorte Abenteuer (nämlich die, die wahrscheinlich sonst niemand als Abenteuer bezeichnen würde): Schwimmen im Freibad vor der Arbeit.

Ich hatte wie für meine sonstigen Schwimmrunden gepackt, zusätzlich nur Schminkzeug, und nahm die U-Bahn zum Westfriedhof. Als ich kurz vor Öffnung um sieben ans Dantebad kam, stand bereits eine Schlange am Drehkreuz.

Erster Blick nach Ausziehen und Duschen übers Becken: Die Sonne vergoldete am wolkenlosen und Hollywood-blauen Himmel die Spitzen der Gebäude. Start auf meiner Bahn mit sehr vielen anderen Schwimmer*innen, doch diese und die nächsten beiden Wellen von Frühvolk waren nach recht kurzen Strecken wieder verschwunden. Dann begann der eigentlich Spaß, während die Sonne immer größere Teile des Beckens beschien – ich begann mich bereits ein wenig um meine Sonnencreme-freien Schultern zu sorgen (wie sich später erwies: unnötigerweise). Glitzerndes Wasser, blendende Sonne beim Luftholen auf die eine Seite, blühende und grünende Bäume beim Luftholen auf die andere Seite, das war schon sehr großartig.

Meine Fitness lag gestern zwar nur bei ca. 85 Prozent, die 3.000 Meter zogen sich schon mal deutlich weniger lang, aber das Gesamterlebnis war einfach Hammer. Anschließende Körperpflege wie sonst auch, also inklusive Austrinken meiner Wasserflasche, nur plus Augenschminken.

Als ich ins Freie trat und mir auf dem Weg zur U-Bahn auch noch Frühlings-leuchtende Schrebergärten und die Jugendstil-Aussegnungshalle des Westfriedhofs entgegenstrahlten, war’s eigentlich bereits knapp vor over the top, Bilderbuch-Frühling Hilfsausdruck.

Jahrezeiten-unabhängige Ästhetik des U-Bahnhofs Westfriedhof.

Einstempeln drei Minuten vor Start der Kernzeit um 09:30 Uhr, auch das passte wunderbar. Dass mein Rechner aber erstmal 45 Minuten Updates fahren musste und ich erst über zwei Stunden später als sonst in meine E-Mails schauen konnte, machte mich dann doch unruhig. Zum Glück verpasste ich auch in dieser zusätzlichen Zeit nichts.

Keine Lust auf Mittagscappuccino, aber auf eine Draußenrunde. Auch gestern marschierte ich durch himmlische Sonne vorbei am Grünen und Blühen, doch es war merklich kühler – das fühlte sich endlich korrekt für die Jahreszeit an.

Später als sonst (der verschobene Arbeitsbeginn verschob den ganzen Arbeitstag) gab es zu Mittag Apfel, reichlich Crowdfarming-Orangen, ein paar Dörrpflaumen.

Das Glück des Morgenschwumms hallte den ganzen Arbeitstag über nach, das mache ich wieder.

Nach sehr emsigem Nachmittag war ich so müde, dass ich mich schier nicht zum Gehen aufraffen konnte, das hatte ich schon lang nicht mehr.

Als ich schließlich loskam, legte ich meinen Weg über Lebensmitteleinkäufe beim Vollcorner.

Eines von den vielen interessanten Lokalen im Westend, an denen ich immer zur falschen Zeit vorbeikomme: Für Essen oder auch Aperó ist es mir zu früh, und wenn ich dann mal daheim bin, habe ich keine Lust zurück zu gehen.

Heimweg in wunderbarer Luft.

Yoga gab’s dann doch nicht: Wie am Vorabend blieb das Laden der Folge von der TV-Festplatte hängen, doch anders als am Dienstag funktionierte gestern auch die Übertragung von meinem Rechner über Chrome nicht – der Browser behauptete zwar, er übertrage auf den Fernseher, doch dort war nichts zu sehen. Ich war gerade fluchend dabei, dann halt meinen Laptop auf den Boden neben die Yogamatte zu stellen, als mir einfiel, dass ich es auch bleiben lassen könnte. Statt dessen Häuslichkeiten.

Nachtmahl war auf meinen Wunsch nochmal Grie Soß, ganz hervorragend. Nachtisch Osterschokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, neue Lektüre Lidia Yuknavitch, The Chronology of Water – recht spontan runtergeladen, nachdem ich einem Link zum TED-Talk der Autorin von 2017 gefolgt war (“The beauty of being a misfit” – so berühmt, dass er sogar im Klappentext des Buchs erwähnt wird) und mich erinnerte, dass sich Schauspielerin Kristen Stewart die Verfilmung dieser Memoiren als Regiedebüt ausgesucht hatte.

Journal Dienstag, 7. April 2026 – Sonnewonne UND Osterschokolade-um-die-Hälfte-Tag

Mittwoch, 8. April 2026

Sehr gut geschlafen, vom Wecker dennoch lediglich in den Wunsch nach mehr Schlaf gerissen worden.

Das herrliche Osterwetter sollte erstmal bleiben, ich dachte lange über befriedigende Kleidung dazu nach.

Das Ergebnis.

Der Marsch in die Arbeit dann sehr sonnig, aber überraschend knackig kalt.

Die Magnolie an der Villa Wagner probiert’s doch nochmal mit Blühen.

Nach Rechner-Start wurde mir recht ruckartig die Illusion genommen, dass Urlaubsabwesenheiten etwas Ruhe einkehren lassen würden: Für manche Menschen sind Arbeiten und Leben deckungsgleich, ich bin sicher, dass es längst Hochleistungs-Management-Bücher zum Thema Work-Work-Balance gibt.

Doch im Lauf des Vormittags beruhigte sich die Lage, nach einem Mittagscappuccino aus der Cafeteria, lauwarm, nutzte ich die Mittagszeit für einen Marsch um die sonnenbeschienenen Blöcke.

Heimeranstraße

Gollierstraße

Gaststätte Bürgerheim (vor dem ich manchmal eine Tafel mit Hinweis auf Pub Quiz sehe). Sensationell, wie schnell das heliotrope München in Schanigärten und sonstige Außengastronomie ausbricht.

Geordnetes Arbeiten, zu Mittag gab es Lageräpfel aus Ernteanteil (durchwachsene Qualität) und gekauften Linsensalat.

Emsiger Nachmittag, unter anderem konnte ich mich auf unerwartete Weise nützlich machen.

Vor Feierabend dachte ich daran, für den Mittwochmorgen späten Arbeitsstart anzukündigen: Ich möchte VOR der Arbeit schwimmen gehen – und hatte berechnet, dass ich morgen damit keine Lücke erzeugen dürfte.

Heimweg über einen Edeka, dessen Leitung sich in den vergangenen Jahren verlässlich in der Bestellung der Osterschokolade verkalkulierte: Am gestrigen Osterschokolade-um-die-Hälfte-Tag war immer reichlich Auswahl. Sollte sich das geändert haben (auch das soll ja “KI” mittlerweile besser können), wollte ich an den Marienplatz und zum dortigen Kaufhof ausweichen. War ü-ber-haupt nicht nötig. (Wobei ich an der Summe auch mit Rabatt die gestiegenen Schokoladenpreise deutlich merkte.)

Auch andere hatten gestern Spaß.

Nußbaumstraße

Ich schloss eine leere Wohnung auf: Herr Kaltmamsell verbrachte den Abend aushäusig. Aber auch eine komplett sonnendurchflutete Wohnung, noch gibt es kein Laub, das unsere Fenster verschattet. Darin turnte ich eine Folge Yoga, bis die programmierte Waschmaschine durchgelaufen war. Meine Super-Idee, die einzigen beiden bügelbedürftigen Teile daraus in der Abendsonne gleich wegzubügeln, ging nicht auf: Ich lernte, dass Baumwollgewebe fürs Bügeln wohl zumindest teiltrocken sein muss, lediglich geschleudert wurde unterm Bügeleisen gar nichts glatt.

Also Wäsche aufgehängt, dann die gehälftete Osterschokolade ausgepackt.

Die Kennerin sieht sofort, dass der rechte Korb der für Herrn Kaltmamsell sein muss: Nur eine Person in diesem Haushalt liebt Blätterkrokanteier.

Unterm Tisch steht übrigens die gestern gelieferte 10-Kilo-Kiste Crowdfarming-Orangen: Noch mehr Süßkram! (Aktuell könnte die Küche der kühlste Raum der Wohnung sein.) Vier Orangen daraus schälte und zerteilte ich gleich, füllte ein Brotzeitglas mit den Stücken, und was nicht reinpasste, aß ich gleich.

Zum eigentlichen Abendessen hatte ich morgens Kichererbsen in Jamón-Brühe aus der Gefriere geholt. Ergab zwei Teller voll, zum Sattwerden aß ich einen Käserest. Und machte mich dann über die Osterschokolade her.

Im Bett Auður Ava Ólafsdóttir, Tina Flecken (Übers.), Eden ausgelesen, bis zum Schluss gut unterhalten.

Journal Karsamstag, 4. April 2026 – Schwimmen zu zweit im Dantebad

Sonntag, 5. April 2026

Gut geschlafen, erholt aufgewacht – kein Alkohol macht halt doch einen Unterschied. Etwas stimmungstrübend: Draußen pritschelte laut Regen.

Lang bevorfreut: Baseler Besuch war in der Stadt, ich hatte mich zum Schwimmen im Dantebad verabredet. Die leise Hoffnung war gewesen, dass es wie so oft um Ostern schneien würde und wir die kalten Flocken auf den nackten, wassergewärmten Schultern spüren würden, doch dieses Schneepulver hatte München bereits am Sonntag zuvor verschossen. Zumindest hörte der Regen deutlich vor unser Verabredung um zehn auf.

In der U-Bahn zum Westfriedhof merkte ich: Ich hatte meine Mitgebsel daheim vergessen. Wie schade, aber zu spät. Dennoch herzliches Wiedersehen. Und dann zeigte ich der Besucherin das schöne Dantebad.

Bei mir war das Bahnen-Schwimmen herrlich, endlich mal wieder ein echter Bewegungsgenuss, elegantes und kraftvolles Gleiten durchs sehr warme Wasser. Ich plante umgehend einen Feierabendschwumm in der Folgewoche.

In der Sammelumkleide gleichzeitiges Spiegelstehen an der Föhnstation mit jemandem, den ich kannte – das hatte ich schon seit so vielen Jahren nicht mehr, dass ich mich schier nicht erinnerte. Vergleich unserer Kopfwolle: Wir brauchen beide dringend einen Schnitt unserer kurzen Haare (sie hat ihren Friseurtermin zehn Tage vor mir).

Fürs anschließende gemeinsame Frühstück hatte ich endlich das Café Nini in der Borstei ausprobieren wollen. Ich hätte direkt davor besser nochmal alle von deren Online-Kanälen abgeklappert: Wie befürchtet war es geschlossen. Allerdings weiß ich jetzt, dass es absolut entzückend liegt, vor allem der Außenbereich, und werde es nochmal gezielt in Draußensitzwetter ansteuern.

Also Plan B: Tram-Fahrt zum Café Puck in der Maxvorstadt – umständlicher als auch schon, weil wir zwischen den beiden Tramlinien ein Stück SEV mit Bus fahren müssten. ABER! Ich lernte von der Besucherin, dass es einen papierlosen Weg durch den Münchner Öffi-Tarifdschungel gibt: Eine MVV-App bietet Tickets per Swipe an. Allerdings, so Besuch, müsse das gut vorbereitet werden inklusive Konto-Anlegen und Zahlungsdaten hinterlegen. Doch damit checkte sie sich beim Einsteigen in die Tram ein, beim Aussteigen am Ziel aus. Mitfahrende kann man manuell hinzufügen. Am Ende des Tages (hihi) errechnet das System den günstigsten Tarif für die Summe der Fahrten. Korrektur: Gestern war sie noch mit Gruppenticket unterwegs, hatte sich lediglich über diese Möglichkeit informiert. Mittlerweile erinnere ich mich, dass eine Freundin vor zwei, drei Jahren am Pilotprojekt beteiligt war, als wir zusammen mit der S-Bahn zum Wandern fuhren – und ich schon damals vom Konzept begeistert war.

Selbst freute ich mich wieder am Luxus meines Deutschland-Tickets, mit dem ich mich nie mit Öffi-Tarifen befassen muss. Schon lange rechne ich nicht mehr nach, ob die 39,72 Euro monatlich (mein Arbeitgeber schießt einen Teil zu) weniger sind, als ich für Einzeltickets im Nahverkehr gezahlt hätte. Autobesitzer*innen rechnen ja auch nicht monatlich die Vollkosten inklusive Anschaffung und Wartung mit Öffi-Tickets gegen, oder?

Im Café Puck gab’s Frühstück und ausführliches Reden, das war sehr, sehr schön. Außerdem bekam ich aus der Schweiz Weine – dass dafür direkte Kontakte viel wichtiger sind als für Schokolade, ist wenig bekannt – und, noch weniger bekannt, einen Oster-Schoko-Dinosaurier samt Schoko-Dino-Eiern. Plus Patisserie-Schokoeier. Ich fühlte mich rundum versorgt.

Am Nachmittag, das Wetter war stabil geblieben, trennten sich unsere Wege wieder. Ich ging zu Fuß nach Hause, las dort Wochenend-Süddeutsche und Internet.

Fürs Abendessen durfte ich kochen, es gab frühlingshaften Cheese and spinach pancake pie. Während der Pie im Ofen garte, turnte ich eine sportliche Einheit Yoga. Aperitif Brandy Alexander, weil es einen offenen Becher Sahne gab.

Englisches Rezept – englischer Wein, ich wandelte die italienische Regel für Weinbegleitung ab: What grows together goes together.

Von meinem Englandurlaub im Herbst 2025 hatte ich eine Flasche Grauburgunder aus West Sussex mitgebracht, den gab es dazu: Leicht animalisch, ordentlich Säure, hintenraus eher flach, passte ganz wunderbar zum Essen. Nachtisch Schokolade – aber den Ostersaurier würde es erst zu Ostern geben.

Im Bett las ich Siri Hustvedt, The Summer Without Men aus. Schon nett, interessante Gedanken zu Literatur und Lyrik untergebracht (unter anderem spielt ein Lyrik-Workshop für Teenager eine Rolle, die konkreten Aufgaben und Beispiele fand ich klasse), an einigen Stellen überraschende Ansprache der Lesenden, auch lernte ich einige kennenlernenswerte alte Frauen kennen. Doch wahrscheinlich hatte ich mir etwas weniger Leichtfüßiges vorgestellt. Ich werde mehr von Hustvedt lesen müssen.

Journal Montag, 30. März 2026 – Aprilige Wetterturbulenzen

Dienstag, 31. März 2026

Eher unruhiger Schlaf, zudem zu früh aufgewacht. Es tagte zu Düster und Grau, mein Weg in die Arbeit war begleitet von schneidend eisigem Wind und ein paar Schneeflocken. Dabei als Ohrwurm “Sign of the times” von Harry Styles, das Sandra Hüller in Project Hail Mary singt – der Song ist so schlicht und eingängig, dass einmal Hören reichte. (Ich bekämpfte den Wurm, indem ich mir das Original anhörte – vergeblich, er blieb.)

Seit ein paar Tagen plagt mich wieder verstärktes Zahnleiden: Der Temperaturkorridor für Getränke, die die zwei bis drei Übelzähne oben nicht zum Jaulen bringen, ist derzeit wieder sehr schmal. Weniger Stress, jaja, hahaha.

Im Büro konnte ich in Ruhe Dinge wegarbeiten, die Flure und Zimmer lagen einsam (für mich Idealzustand).

Gegen Mittag schneeregnete es waagrecht, ich gab jede Hoffnung auf einen Draußenmarsch auf und holte mir Mittagscappuccino in der Cafeteria.

Zu Mittag gab es später Birne und Brot.

Während ich drinnen plante, abarbeitete, gegencheckte, koordinierte, spielte das Wetter draußen April.

Kurz nach dieser Aufnahme gab es heftige Graupel- und Schneeschauer.

Nach Feierabend ging ich (kalt!) zu einer bewährten Änderungsschneiderei: Meine 501-Jeans hatte bereits nach zweieinhalb Jahren gelegentlichem Tragen löchrig gescheuerte Innenseiten – so schnell will ich sie aber nicht aussortieren. Dann noch Lebensmitteleinkäufe im Vollcorner.

Daheim eine sportliche Folge Yoga, währenddessen wechselte das Licht im Wohnzimmer von Sonnendurchflutet zu nahezu Nachtdunkel, dann gewitterte es mit Schnee.

Köstliches Abendessen: Der Ernteanteil aus unserer Gärtnerei mit unbeheizten Gewächshäusern ist in seiner magersten Phase und war bereits weggegessen, auf meinen Wunsch kochte Herr Kaltmamsell Belugalinsen mit Blattspinat und roter Paprika – alles zugekauft. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, Siri Hustvedts The Summer Without Men liest sich überraschend süffig.

§

Mit Wolfgang Niedeckens Musik und vor allem Texten bin ich in prägbaren Jahren auch politisch groß geworden. Deshalb interessiert mich seine Haltung als 75-Jähriger in diesem Interview:
“Niedecken über Jahrzehnte in der Musik
‘Ich würde weiterhin verweigern“'”.

Wenn es einen BAP-Song von früher(TM) gibt, den ich besonders empfehle (trotz zitiertem N-Wort), dann wohl “Jupp” – inklusive Hintergrund, den meine Generation damals sofort erfasste, den jüngere aber wahrscheinlich erst recherchieren müssten. Eher poetisch als direkt politisch oder gar aktivistisch.

Und als Kernsatz von Niedeckens Texten identifiziere ich mich am meisten mit “Plant mich bloß nicht bei euch ein.” (Was man mir durchaus als Commitment-Problem auslegen darf.)

Journal Freitag, 13. März 2026 – Im Schwarzen

Samstag, 14. März 2026

Kurz vor Wecker nach eigentlich reichlich Schlaf erschlagen aufgewacht. Wunderschöne Mondsichel hinter den kahlen Bäumen des benachbarten Parks, es tagte zu klarem Himmel.

Deshalb eigentlich schöner Marsch in die Arbeit durch überraschend kalte Luft: Am Boden glitzerte Frost.

Kaiser-Ludwig-Platz.

Ein Blick nach oben erwies: Einige Kastanienknospen sind schon ziemlich weit.

Doch ich fühlte mich erschöpft, elend und müde, außerdem lagen mir die Sardinen vom Vorabend immer noch quer im Magen.

Die Blüten im Büro-Atrium, morgens noch stumm, doch im Lauf des Nachmittags immer lauter.

Im Büro entdeckte ich die Morgenaufgaben, die ich mir am Vortag-Feierabend zurecht gelegt hatte – und sofort vergessen.

Ausufernde Korrekturarbeiten – wer nicht weiß, auf wie viele Details auch in Typografie bei Publikationen (dazu gehört auch PPT) zu achten ist, kann auch nicht den Aufwand des Überprüfens einschätzen. Wahrscheinlich (eigentlich hoffentlich) stirbt mit meiner Generation dieser Aufwand aus – weil’s eh niemand mehr merkt.

Die innere Schwärze so dominant, dass ich auf beiläufige Befindensfragen ehrlich “mir geht’s grad nicht so gut” antwortete – dafür muss erfahrungsgmäß einiges zusammenkommen (sagt der innere Beobachter, der nicht immer praktisch ist).

Kurzer Schwärze-Exkurs: Beim Postwestfalen sah ich kürzlich ein Stöckchen (“Blogparade”) zum eigenen Vornamen – und ich merkte, dass ich derzeit nicht mal so weit in mich schauen will. (Kurzantwort: Inés passt schon. Konnte ja niemand die polnische Oma auf dem Schirm haben, die daraus “de Jinnes” machen würde.)
Eine üblicher Reflex auf Klage über dominante Düsternis ohne nachvollziehbaren Anlass ist ja: “Nimm dich halt selbst nicht so wichtig.” Glauben Sie mir: Nichts täte unsereine lieber, als sich selbst nicht so wichtig nehmen zu müssen, als sich endlich unbeschwert von sich selbst um alles andere zu kümmern zu können.

Stress-Kopfweh vom schieren Existierenmüssen. Weitergeackert, allerdings plus Angst, in diesem Zustand Fehler zu machen.

Wenn Sie sich vielleicht solche Schwarzstimmungsattacken vorstellen wie eine aufziehende schwere Erkältung: Ich spüre die massiven Symptome, bin aber nahezu hilflos. Raus an die Sonne? Schlafen? Fotos von niedlichen Tieren anschauen? (Also die Entsprechung zu Vitamin-C-Tabletten, Echinacea-Tropfen, Hühnerbrühe.)

Mittags ging ich auf einen echten Spaziergang raus in die weiterhin wolkenlose Frühlingssonne, also nicht auf einen Marsch um die Blöcke, sondern mit Zeit zum Gucken und Schnaufen. Ich steuerte den Bavariapark an. Das war schön und kam tatsächlich ein wenig an mich ran.

Die Bezeichnung “Brüllwürfel” kenne ich seit den 1990ern (hat tip zur legendären Wortschöpferin Gisi), doch in Wahrheit hat das Wort auf das Baustellenradio von Makita gewartet. Daraus ertönte auch ordnungsgemäß Speed Metal.

Mittagessen klappte: Äpfelchen aus Ernteanteil, geradezu Konfekt-artig köstlich, außerdem Mango mit Sojajoghurt und Leinsamenschrot.

Nachmittags musste ich mich zu Konzentration zwingen, um nicht nächste Woche von zu viel Liegengebliebenem überschwemmt zu werden. Zum Glück beruhigte sich die schwarze Flut ein wenig. Was blieb, war eine ungeheure Müdigkeit.

Nahezu pünktlicher Feierabend. Auf dem Heimweg wollte ich eigentlich noch Blumen einkaufen (Entsprechung Zinktabletten), doch ich war zu erschöpft, schaffte kein Aufraffen mehr. Eher stellte ich mir vor, wie ich mich einfach auf den Boden setzen würde und da bleiben. Daheim nach kurzer Begrüßung Herrn Kaltmamsells (der bereits fürs Abendessen in der Küche stand) und Erklärung (einen lieben Menschen mit der Schwärze belasten zu müssen, hilft auch nicht) ging ich einfach ins Bett.

Ein wenig konnte ich schlafen (blöd halt, dass genau zwischen halb sechs und halb sieben die Glocken der Kirche St. Matthäus ihre große Show haben), beim Aufstehen nach einer Stunde ging es mir besser.

Genug Energie für Freitagabendfeiern: Ich mixte uns Drinks (Rosita, Herr Kaltmamsell hatte etwas mit Campari bestellt), säbelt dazu am spanischen Schinken herum, holte die restlichen Antep-Pistazien aus dem Schrank. Erstmal gab es französische halbgetrocknete Pflaumen mit Speck gebraten (meine Bestellung), dann aus Ernteanteil-Kartoffeln Gnocchi (wieder wunderbar flaumig) mit Tomatensauce – sehr gut. Eine schlechte Überraschung war der Weißwein, den ich dazu rausgesucht hatt: Der Les Cigales blanc vom Château Duvivier schmeckte chemisch sprittig mit Lakritznoten, keine Spur von der Ankündigung “Bukett nach gelben, exotischen Früchten, grüne Banane, florale Noten nach Apfelblüten”. War er vielleicht einfach verdorben? Ich ließ ihn stehen.

Mehr Alkohol gab es zum Dessert: Gekaufter Schokopudding mit selbst eingemachten Armagnac-Zwetschgen. Dann noch ein Rollgriff in die Schokoladenkiste. Früh ins Bett zum Lesen, ich beendete Helga Schubert, Luft zum Leben (hm, hm).

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Eine seltene Meldung von Lila aus Israel mit einem kleinen Ausschnitt Kriegs-Alltag:
“Die abenteuerliche Fahrt eines Landeis in die Großstadt und zurück”.

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Interview aus der Serie Meisterstunde, geführt im Münchner Stadtteil Nymphenburg:
“Vergolderin Elke Gleim über’s Loslegen:
»Und dann fängst du an und merkst: Die Probleme, vor denen du Angst hattest, sind keine«”.