Journal Montag, 22. Mai 2017 – Bürotage

Dienstag, 23. Mai 2017 um 6:00

Zirkus auf der Theresienwiese.

Ein weiterer warmer und sonniger Frühlingstag.

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Zu meiner großen Freude blogt Lila wieder mehr aus dem Norden Israels. Zum Beispiel über die sensationelle Tropfsteinhöhle, die 2008 bei ihrem Wohnort entdeckt wurde:
“Unter der Erde”.

die Kaltmamsell

Journal Sonntag, 21. Mai 2017 – Rosentag

Montag, 22. Mai 2017 um 6:22

Gestern war der 24. Rosentag – zum Glück hat der vertraute Blumenladen am Alten Südfriedhof auch sonntagvormittags geöffnet.

Seine Geschichte.
Meine Geschichte.

Herr Kaltmamsell hatte sich zur Feier des Tages gewünscht, Gaisburger Marsch kochen zu dürfen: Er kennt das Gericht (Rindssuppe mit Wurzelgemüse, Kartoffeln und Spätzle) von daheim.

Der Tag sonst: Morgens zu Fuß zum Ostbahnhof ins Sportstudio, dort eine Runde Crosstrainer und ein Stündchen Stepaerobic. Spaziergang zurück durch Sonne und warme Frühlingsluft. Nachmittags Siesta, Zeitunglesen, Bügeln.

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Die Redaktion des Techniktagebuchs sammelt Folgen der Pokémonfangerei:
“Alles unter 2 km ist 0: Eine Pokémon-Zwischenbilanz”.

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Patrick Bauer nimmt Abschied von einer Partei, auf die auch ich einmal Hoffnung gesetzt hatte:
“Danke für die Störung, Piraten”.

via @ankegroener

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Apropos Anke Gröner: Zu meiner großen Freude hat sie die Freude am Draußenbewegen entdeckt. Trotz massiver Hindernisse.
“Mein rechter Fuß”.

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Und noch eine Bloggeschichte, diese zum Hinter-die-Ohren-schreiben:
“Aufforderung zum Tanz”.

(Vorsatz: Mich öfter verschenken.)

die Kaltmamsell

Journal Freitag/Samstag, 19./20. Mai 2017 – Schwieriges Bewegungstracken

Sonntag, 21. Mai 2017 um 8:17

Freitag war nochmal ein heftiger Arbeitstag.
Der Wetterumschwung, den ich für Donnerstagabend erwartet hatte, kam am Nachmittag: Dräuende Wolken, Unwetterwarnung, Temperatursturz. Auf dem Heimweg war es für meine kurzen Ärmel bereits deutlich zu frisch.

Herr Kaltmamsell hatte zum Nachtmahl aus Ernteanteil ein köstliches Spinat-Kartoffel-Curry mit Chapatis zubereitet.

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Am Samstagmorgen hatte sich das Wetter beruhigt, es war lediglich noch sehr kühl. Da ich keine Lust hatte zu bloggen, kam ich schon um neun zu meinem Isarlauf los:

Freitagabend hatte ich festgestellt, dass meine Bewegungs-App Moves nach dem donnerstäglichen Update nicht mehr funktionierte: Sie startete erst nach mehrfachen Versuchen, nur damit ich dann feststellte, dass meine Bewegungen nicht getrackt wurden. Das bestätigte sich auch nach Neuinstallation am Samstag: Moves kriegte nichts mehr mit und stürzte bei neun von zehn Startversuchen ab.

Also installierte ich doch Runtastic. Eine ganze Weile war ich damit beschäftigt herauszufinden, wo ich Meldungen und Benachrichtigungen ausschalte. Die Newsletterfunktion konnte ich erst nach den ersten erhaltenen wegklicken. Ich nehme an, dass ich wie bei Facebook erst über Wochen durch unerwünschte Mitteilungen auf die Spur ihrer Abmeldung komme.

Nach mittäglichem Frühstück ging ich in die Fußgängerzone für Einkäufe: Ich brauche zwei Paar Sandalen (ein Paar für Langstrecken – die alten sind eigentlich schon seit zwei Jahren nicht mehr vorzeigbar, ein Paar rote – die letztjährigen aus Brighton sind bereits kaputt), außerdem wollte ich mich nach einer wohlduftenden, edlen Körperlotion erkundigen. Doch ich kam nicht weit: Marienplatz und angrenzende Straßen waren für Fußballfans reserviert (das erklärte die Fußballspielerverkleidungen, die mir bereits auf dem Hinweg aufgefallen waren), ich hätte riesige Umwege laufen müssen, um zu den angestrebten Geschäften zu gelangen. Zähneknirschend verschob ich meine Einkäufe auf den freien Freitag, mein Groll auf das sensationell erfolgreiche Fußballmarketing der vergangenen 20 Jahre wuchs weiter.

Nachmittags so schnell wie möglich Eduardo Mendoza, Peter Schwaar (Übers.), Katzenkrieg ausgelesen – wieder ein Reinfall: Einerseits seitenweise ermüdende Darlegungen der politischen Lage in Madrid kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs (verbrämt als Unterhaltung zwischen den Beteiligten oder gleich als Reden in politischen Versammlung), andererseits eine Handlung, deren Melodramatik mit Gefühlen nur in Extremen den englischen Romancen des 18. Jahrhunderts Konkurrenz machte.

Da der Rosentag dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, zogen Herr Kaltmamsell und ich das Festessen dazu vor: Wir gingen ins Vinaiolo aus (die eigentlichen Wunschrestaurants waren bereits ausgebucht gewesen). Gut gegessen in schöner Umgebung.

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Sehr schöne Aktion, die auch mich ach so liberale weiße Großstädterin ihrer rassistischen Stereotypen überführt.
“These Profound Photos Masterfully Turn Racial Stereotypes On Their Head”.

Am falschesten sieht für mich das Fußpflegefoto aus – vielleicht weil es am ehesten mit meiner Lebenswirklichkeit zu tun hat?

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Musik zum Sonntag – ich habe mich sehr gerne erinnert.

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https://youtu.be/BHtkx3AUED8

Legendäre Reime.

die Kaltmamsell

Journal Donnerstag, 18. Mai 2017 – Arsch zusammenkneifen

Freitag, 19. Mai 2017 um 6:42

Es war der letzte schöne Tag angekündigt. Ich hatte mich nach Morgenluft und ersten Sonnenstrahlen des Tages über Baumwipfeln gesehnt, so dass ich den Wecker früh genug für einen Isarlauf vor der Arbeit gestellt hatte. Doch nachts weckten mich immer wieder Übelkeitswellen, dennoch hielt ich an meinem Plan fest. Ich stand sogar vor dem Weckerklingeln auf und setzte mich mit einem Glas Wasser vor meinen Rechner. Dort ging es mir immer schlechter, das fühlte sich dann doch nach Migräne an. Was leider überhaupt nicht ging, weil ich zu einem lang erbetenen Technik-Seminar angemeldet war, das nur alle paar Monate stattfindet.

Knurrend und jammernd legte ich mich für eine Stunde nochmal ins Bett, kratzte dann alle Selbstdisziplin zusammen und radelte in die Arbeit (das hintere Bremsseil riss, das Radl muss ohnehin dringend zum Schrauber) . Die nächsten Stunden verbrachte ich mit Zusammenreißen. Ich hielt durch, indem ich mir immer noch eine halbe Stunde abrang: Noch diese halbe Stunde, dann könnte ich heim ins Bett gehen. Und jetzt schaffe ich noch eine halbe Stunde. Na komm, die nächste halbe Stunde geht doch auch noch.

Es war so schön, als ich gegen 15 Uhr merkte, dass es mir besser ging: Ich wollte mich nicht mehr dringend auf den Boden des Seminarraums legen (nur zehn Minuten…), mir war nicht mehr übel, nach einer weiteren halben Stunde bekam ich sogar Hunger und konnte einen Bissen essen. Völlig benommen war ich immer noch, aber kein Vergleich zum Martyrium davor.

Das Wetter hielt auch am Abend, daheim las ich auf dem Balkon Zeitung. Salat aus Ernteanteil, Käse und Schokolade zum Abendbrot, kurz nach neun kippte ich ins Bett.

die Kaltmamsell

Journal Mittwoch, 17. Mai 2017 – Kastanienblüte

Donnerstag, 18. Mai 2017 um 5:47

Ein wundervoller warmer Frühlingstag, die Kastanienblüte kam aufs Schönste zur Geltung. Ich genoss sie auf dem Heimweg auf der Theresienhöhe:

Und beim Abendessen im Schnitzelgarten:

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Nochmal was zu Elektromobilität und deutscher Automobilindustrie: Wussten Sie, dass das Angebot so erbärmlich ist, dass die Deutsche Post sich selbst einen Elektrolieferwagen baut?
“Post will mindestens eine weitere Elektroauto-Fabrik bauen”.

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Überall in meinem Internet seit zweit Tagen Thema: Die lange Geschichte von Alex Tizon im Atlantic über Eudocia Tomas Pulido, genannt Lola, die 56 Jahre bei seiner Familie lebte und für sie arbeitete:
“My Family’s Slave
She lived with us for 56 years. She raised me and my siblings without pay. I was 11, a typical American kid, before I realized who she was.”

Der Autor starb, bevor die Gechichte veröffentlicht wurde; auch der Nachruf auf ihn im Atlantic ist lesenswert.
“Editor’s Note: A Reporter’s Final Story”.

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Helen Macdonald ist die Autorin des beeindruckenden H is for Hawk. Seit ein paar Tagen lese ich sie auf Twitter und folgte ihrem Hinweis auf einen Artikel in der New York Times. Dort beschreibt sie:
“What Animals Taught Me About Being Human”.

Animals don’t exist in order to teach us things, but that is what they have always done, and most of what they teach us is what we think we know about ourselves. The purpose of animals in medieval bestiaries, for example, was to give us lessons in how to live. I don’t know anyone who now thinks of pelicans as models of Christian self-sacrifice, or the imagined couplings of vipers and lampreys as an allegorical exhortation for wives to put up with unpleasant husbands. But our minds still work like bestiaries. We thrill at the notion that we could be as wild as a hawk or a weasel, possessing the inner ferocity to go after the things we want; we laugh at animal videos that make us yearn to experience life as joyfully as a bounding lamb. A photograph of the last passenger pigeon makes palpable the grief and fear of our own unimaginable extinction. We use animals as ideas to amplify and enlarge aspects of ourselves, turning them into simple, safe harbors for things we feel and often cannot express.

die Kaltmamsell

Journal Dienstag, 16. Mai 2017 – Positive Überraschung

Mittwoch, 17. Mai 2017 um 6:36

Von einer Brüllamsel aus unruhigem Schlaf gerissen worden.
Da zeitlich keine Stunde Langhanteltraining in Gruppe drin war, trieb ich eine halbe Stunde Gymnastik mit Kelli und Daniel vor dem Fernseher.

Frühling, aber so richtig.

Positive Überraschung in der Arbeit, abends fix und fertig heimgekommen. Herr Kaltmamsell kochte: Eine ausgezeichnete Suppe aus den Ernteanteil-Pastinaken aus der Lameng, als gelungenes Experiment Halumi-Piccata (der Mann kann wirklich kochen). Ich hatte auf dem Heimweg große Berge Supermarkt-Schokolade besorgt, Teile davon waren Nachtisch. Früh ins Bett, beim Herablassen der Rollläden war der Himmel noch nicht ganz dunkel.

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Fräulein Read On hat mit dem Zündfunk über ihre Aufklärungsklasse für Flüchtlinge gesprochen – und die Reaktionen darauf:
“Let’s talk about sex”.

die Kaltmamsell

Journal Montag, 15. Mai 2017 – Frühlingsgewitter

Dienstag, 16. Mai 2017 um 5:47

Ich möchte mich entschuldigen bei den Wörtern. Wie ich sie fast ausschließlich dazu zwinge, mir als Werkzeug zu dienen. Mit ihnen um Funktion ringe. Sie nicht wachsen und blühen lasse, ihnen keine Zartheit zugestehe, keine vorsichtigen Triebe. Keinen Hauch, nur Ruf.
Wie ich Sprache zum Rohstoff reduziere, den ich schnitze, meißle, feile, abschließend schmirgle. Sie so selten fließen lasse, glitzern und glucksen, selbst werden lasse.

Es ist schon gut so, dass ich in allererster Linie Leserin bin und nicht Autorin.

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Morgens nochmal mit den Eindrücken von Thomas Knüwer den Flausch der re:publica aufgebürstet, um für eine Welt ganz ohne gerüstet zu sein:
“re:publica 2017: Wir stadtplanenden Tiefseeforscher #rp17”.

Durch Frühlingsmorgen in die Arbeit spaziert. Mittags rote Paprika und ein Stück davonfließend reifer Käse. Nach einem heftigen Regenguss trocken heim gekommen.

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Die Wortschöpfung “Glückskeksfeminismus” von Miriam Meckel ist ausgesprochen großartig und sehr nützlich.
“Weil wir im Jahr 2017 leben”.

die Kaltmamsell