Rom im Dezember 2014 – 3 – Mehr Antikes (und riesige Diesel-Zweitakter)
Sonntag, 21. Dezember 2014 um 20:30Auch die letzten beiden Tage meines Romurlaubs spürte ich Antikem nach: Erst auf einer Führung, dann im Museum Centrale Montemartini.
Ich hatte auf kundige Empfehlung eine Führung durchs Alte Rom bei Context gebucht: Volltreffer. Vier Stunden lang zeigte, berichtete, erklärte Kunsthistorikerin Cecilia unserer Dreiergruppe Roms antike Geschichte anhand des Colosseums und des Forums inklusive Palatin, beantwortete jede noch so spezielle Frage ausführlich, wies auf neuesten Forschungsstand hin und öffnete mir die Augen für viele mir neue Seiten des Alten Roms. Wie kommt es überhaupt, dass das Colosseum noch zu so großen Teilen erhalten ist? Warum war das Begräbnis Julius Cäsars so wichtig? Wie betete man in den römischen Tempeln? Ich empfehle den Anbieter hiermit von Herzen – allen, die Englisch gut verstehen. (Jetzt weiß ich auch, was Kaiserzeit auf Englisch heißt: Imperial Age.)
Von Cecilia erfuhr ich auch, dass das, was mich am Vortag in Ostia Antica so begeistert hatte, gleichzeitig das Problem des Ortes ist: Man kann fast überall hin, und keiner passt auf, dass die Besucher nichts beschädigen oder mitnehmen – was wohl erschreckend häufig passiert.
Das Wetter war wundervoll sonnig, und ab 11 Uhr wurde es auch angenehm warm (davor hatte ich im Schatten des Colosseums ziemlich gefroren).
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Den nächsten Tag nutzte ich für den Besuch eines Museums, das Mary Beard als “The best, least visited Roman Museum” empfiehlt: Centrale Montemartini, von Piramide aus in zehn gemütlichen Fußminuten erreichbar. Im ersten Kraftwerk Roms (dieselelektrisch) waren während der Renovierung der Capitolinischen Museen die wichtigsten Stücke ausgestellt, jetzt sind es die neuesten Erwerbungen dieser Museen – zwischen den Maschinen des längst stillgelegten Kraftwerks.
Um diese Maschinen und die eigentlichen Kraftwerkanlagen kümmerte ich mich als Erstes, sie sind auf Italienisch und Englisch detailliert erklärt, inklusive historischen Fotos der Errichtung. Ich kenne ja den riesigen Zweitakt-Dieselmotor von Burmeister & Wain in Kopenhagen, ebenfalls von 1933, und verglich: Die Maschinen von Franco Tosi (damals musste alles dringend aus Italien kommen) mussten immer nach wenigen Stunden abgestellt werden, weil Wasser und Öl sich vermischt hatten und das Ganze getrennt und gereinigt werden musste. Burmeister & Wain nutzte damals schon einen geschlossenen Kühlwasserkreislauf und konnte den Motor durchlaufen lassen (das “special feature” “double-acting two-stroke” erzeugte allerdings ganz eigene Probleme). Allein der wundervolle Industriebau mit seinen Jugendstil-Elementen ist schon einen Besuch wert.
Und dann die antiken Exponate! Ebenfalls schön aufbereitet, anhand ihrer Fundstellen gut nachvollziehbar im Kontext erklärt. Ähnlich wie Mary Beard fand ich sehr schade, dass das Museum kein Café hat: Als ich mich sattgesehen hatte, war ich nämlich ordentlich hungrig.
die Kaltmamsell































































