Archiv für März 2006

Ticks

Mittwoch, 15. März 2006

Oh ja, das glaube ich dem Herrn Teacher gerne, dass Lehrer Spezialisten für Ticks sind: Weil sie täglich viele Stunden in ihrer Gegenwart verbringen. Herr Teacher fragt aber auch nach unseren Ticks.

In meinem Fall (abgesehen vom Kniejuckeln, aber das tut ja wohl jeder) handelt es sich um einen Familientick, den mein Vater an mich und meinen Bruder vererbte. Zumindest von meinem Erstneffen heißt es bereits, dieser Tick sei auch in seine Generation durchgedrungen: Haaredrehen.

Es gab Zeiten, da saßen mein Vater, mein Bruder und ich nebeneinander auf dem Sofa vor dem Fernseher, jeder die Hand am Haupt, um eine Stirnfranse zu zwirbeln. Dazu fasst man zunächst in die Haarreihe am Stirnansatz, greift sich mit Daumen und Zeigefinger eine Strähne und verdreht sie mit zusätzlicher Hilfe des Mittelfingers wie zu einem Wollfaden. Und dreht und dreht und dreht. Ist die Strähne lang genug, bieten sich Varianten an: Festhalten der verzwirbelten Strähne mit Daumen und Zeigefinger, um mit dem Mittelfinger an den Haarenden zu spielen (bevorzugte Technik meines Vaters), Biegen der verzwurbelten Strähne zu einer einfachen Schleife, um mit dem Mittelfinger daran zu spielen (mein Bruder), Durchziehen der Strähne mit dem Zeigefinger, wobei der Daumen den Gegendruck sichert (ich). Wichtig bei all diesen Varianten: Es ist immer nur eine Hand involviert.

Als ich langes Haar hatte, variierte ich die Auswahl der Strähne und griff hauptsächlich an den Haaransatz hinterm Ohr, wo ich dann nach Herzenslust zwirbelte, drehte und durchzog.

Ich habe nie herausgefunden, wodurch die Frequenz des Haaredrehens beeinflusst wird. Die beschriebene Fernsehsituation spricht dagegen, dass Stress der Auslöser ist. Eher kommt aufmerksame Anspannung in Frage, auch beim Lesen oder im Gespräch. Allerdings ging der Tick bei mir nie so weit wie bei einer langhaarigen Arbeitskollegin, die fürs intensive Haarezwirbeln sogar in Kauf nahm, nur mit einer Hand zu tippen.

Muss. Mehr. Schlafen.
Brauche. Urlaub.

Mittwoch, 15. März 2006

Als ich gestern am späten Abend zur Vorbereitung der Münchner Bloglesung in die Reizbar kam, war ich eigentlich müde bis kurz vor der Katatonie. Die sofort in Überdrehtheit umkippte. Doch auch über mein eigenes unablässiges Geplapper und Geschwätz sowie über zwei Martinis hinweg nahm ich war: Ein zauberhaftes kleines Lokal mit charmantem Service plus ungemein angenehme Blogleser – es müsste eine schöne Veranstaltung werden.
Jetzt noch diesen letzten Bürotag vor zehn dringend nötigen Urlaubstagen durchstehen.

Hey HEY!

Montag, 13. März 2006

Noch verwehre ich mir, diesen Traum detailliert auszumalen, aber einiges deutet darauf hin, dass ich wieder Zeit für Step-Aerobics haben könnte. (Womit ich mir locker in puncto Stilanspruch widersprochen habe, denn ein Haufen bunt gekleideter Menschen, die auf möglichst verschiedene Art ein Bänklein hoch- und runtersteigen, könnte gar nicht weiter von einem ästhetischen Anblick entfernt sein).

Ein Detail aus meiner jahrelangen Aerobic-Phase ist ohnehin Bestandteil der Kommunikation zwischen meiner Mutter (Aerobics-Aficionada seit sicher 15 Jahren) und mir geblieben, sogar zwischen dem Mitbewohner und mir: Vorturnerinnen und Vorturner bedienen sich meist eigener Anfeuerungsrufe, um die wedelnde und hopsende Truppe anzutreiben. Darunter sind sehr spezielle („AYAYAY!“ von einem brasilianischen Popowackler / „JAWOLL!“ eines DJ-Ötzi-förmigen Gugelhupfs), aber handelsüblich ist „hey HEY!“. Und dieses setzen wir drei inzwischen gerne ein, wenn das Gegenüber bei welchem Vorschlag auch immer nicht so recht ziehen will oder auch sonst den Eindruck erweckt, einer Anfeuerung zu bedürfen. Ich glaube, das fing an, als ich zusammen mit meiner turbosportlichen Mutter an einer Aerobicstunde teilnahm, in der sich der Ruf der Vorturnerinnen so gekünstelt angelernt und abgelesen anhörte, dass wir beide vor Kichern immer wieder strauchelten: „Hey.“ „Hey.“

Zu Aerobics kam ich Anfang der 90er, als ich gerade meine Magisterarbeit schrieb, feststellte, dass meine Knie- und Haut-Empfindlichkeiten den regelmäßigen Sport im Schwimmbad verhinderten und als ich deshalb nach einer alternativen Bewegungsform suchte. Die ich fand, als in meinem Briefkasten der Flyer eines nahe gelegenen Fitnessstudios lag, der ein billiges Studentenabo (nur Vormittage und Wochenenden, ohne Gerätenutzung) vorschlug. Ich schlug ein – und fand mich in einer bislang unbekannten Sportwelt wieder. Beim ersten Mal fand ich es noch albern, am Ende des Gehüpfes 15 Minuten lang „Cool down“ zu betreiben und zu dehnen. Doch schon als ich danach nur eine Andeutung von Muskelkater hatte, dachte ich um. Ich genoss den hohen Tanzanteil in dieser Sportart und lernte sogar, den bösen riesigen Spiegel der Turnhalle lediglich zur Korrektur meiner Haltungen und Bewegunge zu verwenden, ansonsten aber über die Lächerlichkeit der Gesamterscheinung hinweg zu sehen.

Die folgenden Jahre ging ich immer öfter in Aerobicstunden und entwickelte schon bald eine Vorliebe für Step-Aerobics. Dazu stellt jede Turnerin ein stabiles Bänkchen („Step“) von etwa 90 cm mal 30 cm Fläche vor sich hin, etwa 20 bis 30 cm hoch. Zu Musik wird dann hoch und wieder herunter gestiegen („Basic“), im Gleichschritt, zu Musik. Lustig wird es, wenn man das in verschiedensten Schrittformen und um den ganzen Step herum tut.

Nach wenigen Monaten langweilten mich die Vormittags- und Wochenendstunden in meinem Fitnessstudio und ich erweiterte den Vertrag auf alle Kurse. Somit konnte ich endlich in die interessante „Step Masterclass“ bei Vorturnerin Sissi. Wie jede leidenschaftliche Aerobicerin hatte ich schnell Präferenzen für bestimmte Trainerinnen entwickelt, und Sissi war meine Favoritin. Dabei konnte ich anfangs noch gar nicht einschätzen, wie sehr sie allein schon äußerlich von der Durchschnittsvorturnerin abwich: Die dunkelhaarige Sissi war sehr groß, sehr schmal und langgliedrig; meiner sonstigen Erfahrung nach sind Aerobic-Trainerinnen sonst eher klein und muskulös bis stämmig, außer sie geben tanzbetonte Stunden, dann sind sie wieder eher auf der Ballerinen-Seite. Außerdem führte sie ihre immer überraschenden Choreographien mit perfekter Präzision aus und achtete wie ein Haftlmacher darauf, dass die Turnerinnen sich nicht durch falsche Ausführung in Verletzungsgefahr brachten. Außerhalb des Studios war sie sehr zurückhaltend und schüchtern, doch im Hüpfsaal verbreitete sie einen liebevollen Kasernenton (ja, das geht).

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Gruppenfoto 1997 nach Aerobicstunde. Für eine Mitturnerin, die gerade in einer Klinik ihre Anorexie therapierte.

Nach München umgezogen, schloss ich mich einer Studiokette an und hatte damit die Auswahl zwischen den Stundenplänen von sechs Studios (und darunter zwei mit mehreren Sälen). Je nach Kursart und Vorturnerin gondelte ich also abends und an den Wochenenden in halb München herum, um auf meine Kosten zu kommen.

Der nächste Schritt war der Wunsch, auf die andere Seite zu wechseln und mich selbst zur Vorturnerin ausbilden zu lassen. Als Mitturnerin war ich – das wird die Leserinnen und Leser der Vorspeisenplatte nicht überraschen – der Alptraum jeder unsicheren Vorturnerin. Wenn ich eine Choreografie besonders bescheuert fand (nicht aus künstlerischen Aspekten, sondern weil die Teile so schlecht zusammen passten, dass höchste Unfallgefahr bestand), machte ich das nonverbal sehr deutlich. Oder wenn die Trainerin die Takteinheiten nicht erkannte, im allerschlimmsten Fall nicht mal die Eins hörte. Dann konnte es durchaus passieren, dass ich konsequent im richtigen Takt dagegen hielt. Nein, ich bin wirklich kein netter Mensch.

Die Trainerinnenausbildung lief in einem Münchener Fitnessstudio über zweimal eine Woche im Block und dann noch ein paar Wochenenden. Das war klasse, selten habe ich meinen Urlaub für Anregenderes genutzt. Natürlich fand ich sehr schnell heraus, wie kompliziert und anstrengend das Vorturnerinnentum ist, wie viele Details es gleichzeitig zu beachten gilt, und wie hoch die Kunst ist, mit dem Gesicht zur Gruppe vorzuturnen, also spiegelverkehrt. Mein Respekt vor Vorturnern und Vorturnerinnen (die Berühmten der Szene heißen übrigens Presenter) stieg.
Die anderen Aspirantinnen waren wie ich lediglich hüpfbegeistert und keine Profis, es gab weder Gezicke, noch brach ein Klamottenkrieg aus. Klar waren die Blockwochen ausgesprochen anstrengend; manchmal befürchtete ich, ich würde nie mehr anders zählen können als „UND VIER! DREI! ZWEI! EINS!“
Als Anfeuerruf brach aus mir heraus: „IIIII-HAAA!“ Genau, wie die Freizeit-Cowboys in City Slickers. Ich will nicht wissen, was das über mich verrät.

Nach der theoretischen (Muskeln, Stoffwechsel, sonstiger Sporttrallala) und praktischen Prüfung gab ich gerade mal zwei Stunden. Dann brachen meine drei Jahre ohne jede Sportlust herein.

Soweit die Erinnerung. Mal sehen, ob ich bald über neueste Entwicklungen in der Hüpfszene berichten kann. Was man heutzutage wohl so trägt? Sind am End Legwarmers und neonfarbene Stirnbänder zurückgekehrt? Gibt es überhaupt noch Step Aerobics in München?

Lesetipps, gesammelt

Sonntag, 12. März 2006

Meine Tageszeitung kommt zu spät, als dass ich sie auf meine Pendelfahrten in die Arbeit mitnehmen könnte, deshalb habe ich dort in den letzten Wochen vermehrt Bücher gelesen. Davon seien empfohlen (völlig ohne Spoiler, ehrlich):

A.L. Kennedy, Everything you need

Davor hatte ich einen Band mit Kennedys Kurzgeschichten gelesen (Indelible Acts), die mir ein wenig zu ausgefuchst und clever gebaut waren: Ihre Konstruktion lenkte mich ab. Auf der Langstrecke von Everything you need kommt die erzählerische Ausgefuchstheit der britischen Schriftstellerin viel besser zur Wirkung, weil sie über die 567 Seiten des Buches einen wunderbaren Rhythmus erzeugt.

Es geht um eine sehr junge Frau, Mary, und eine kleine Künstlerkolonie auf einer gottverlassenen walisischen Insel. Einer der Künstler ist Marys Vater Nathan, das weiß die junge Frau aber nicht. Er sorgt dafür, dass sie ein mehrjähriges Schriftsteller-Stipendium auf der Insel bekommt.

Äußerlich passiert nicht viel mehr als der Alltag unter diesen seltsamen Leuten. Und doch sehnte ich mich jeden Tag danach, den Roman wieder aufzuschlagen und einzutauchen in den Regen, den Wind, die Kargheit der Insel, Marys Ringen mit dem Schreiben mitzukämpfen, Nathans mit seinen Dämonen, die anderen Künstler ein wenig besser kennen zu lernen. Eines der Bücher, die für die Zeit des Lesens mein Zuhause werden.



Eva Menasse, Vienna

Das Buch, Menasses Familiengeschichte, hat mich so sehr in die Welt Friedrich Torbergs zurückgezogen, dass ich mir immer wieder vor Augen führen musste, dass der größte Teil ein halbes Jahrhundert nach der Tante Jolesch spielt.

Nicht chronologisch, sondern eher wie man sich in heiterer Familienrunde, die in Vienna oft in dieser Form auftaucht, Familiengeschichten erzählt. Typische Anfänge von Absätzen sind „Als er verhaftet wurde, nähte mein Onkel gerade eine Pyjamahose.“ oder „Manche sind der Ansicht, mein Bruder sei zu den Geschäften meines Vaters seit jeher in grimmiger Opposition gestanden, doch das stimmt so nicht.“ Gleichzeitg ist ein Thema des Buches die Ablenkungsfunktion, die das Geschichtenerzählen in dieser Familie hatte. Ablenkung von all den Dingen, über die nicht gesprochen wurde.

Zur Torberg-Ähnlichkeit gehört der Reichtum an Zitierbarem in Vienna. Dem Mitbewohner, von Natur aus jeder Form von Draußen- oder gar Im-Grünen-Aktivität abhold („Wenn ich frische Luft will, mach ich’s Fenster auf.“) konnte ich zum Beispiel als Abwehr gegen Ausflugansinnen anbieten: „Bin ich a Reh?“



Jens Soentgen, Selbstdenken! 20 Praktiken der Philosophie

Eine Einführung in die Philosophie aus dem Jahr 2005, aber weder an der Chronologie, noch an Personen aufgehängt, sondern in 20 übliche Techniken sortiert (u.a. Hinsehen, Präzisieren und Definieren, Logik, Gedankenexperimente). Wunderbar geschrieben, ungewöhnlich illustriert (von Nadia Budde). Wie nebenbei tauchen alle wichtigen Figuren der westlichen Geistesgeschichte auf, inklusive Schwerpunkt und Bedeutung. Und allein schon die Literaturhinweise am Ende der Kapitel sind das ganze Buch wert.



Minette Walters, The Shape of Snakes

„Lang und dünn”, sagte der Mitbewohner, als er den Buchtitel las. Und dann: „Oh, jetzt habe ich dir die Spannung kaputt gemacht.“

Unter den zeitgenössischen Krimischreiberinnen der englischsprachigen Welt ist Minette Walters etwas Besonderes. Das beginnt damit, dass sie keine Serie schreibt (wie Elizabeth George oder Patricia Cornwell), sondern voneinander unabhängige Geschichten und Settings. Walters verwendet ungewöhnliche Perspektiven und Fälle, gern liegt der Auslöser der detection Jahrzehnte zurück.

In The Shape of Snakes ist es eine Frau, die nach zwanzig Jahren zurück nach England kommt und den Todesfall einer schwarzhäutigen Nachbarin und Tourette-Patientin auf eigene Faust wieder aufrollt, die damals vor ihrer Haustür starb: Sie ist überzeugt davon, dass es sich um einen Mord aus rassisitschen Motiven gehandelt hat. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive dieser Frau und, eine typische Walters-Technik, anhand von Dokumenten wie alten Briefen und Protokollen. Dadurch wird die ermittelnde Hauptfigur sehr vielschichtig und manchmal durchaus zwielichtig.


(Das ist Mitbewohners persönliches Exemplar. Hemingway kauft man im Antiquariat, bitteschön, oder auf dem Flohmarkt.)

Ernest Hemingway, Fiesta. The Sun also Rises.

Klassiker werde ja selten empfohlen, weil man sie doch eh kennt. Wie ungerecht.
Fiesta hatte ich zwar während meiner ersten Hemingway-Phase um meinen 20. Geburtstag rum bereits gelesen, aber zum einen auf Deutsch, zum anderen war ich jemand anderes.

Das Wiederlesen, auf Englisch und fast 20 Jahre später, hat mir bestätigt, dass ich Hemingways Sachen liebe, und es ruft mir viele Bilder in den Kopf, die ich beim ersten Lesen noch gar nicht zur Verfügung hatte. Eine Busfahrt durchs hochsommerliche Nordspanien vor dem Bürgerkrieg, Paris mit Concierge und Dachkammern, schöne, harte, rücksichtslose Frauen. Hemingways schmerzensreiche Balance am Abgrund liegt mir so viel mehr als die eines Bret Easton Ellis.

Allerdings wird in Fiesta derart viel gesoffen (z.B. mal eben zwei Flaschen Rotwein zum Mittagessen, pro Mann), dass ich schon vom Lesen Kopfweh bekomme.

Superstitials aus Papier

Freitag, 10. März 2006

Also gut: Anscheinend gibt es bei der Süddeutschen immer noch ein paar Naivlinge, die Vertrieblern ungeprüft glauben. Denen hat ein solcher Vertriebler ganz offensichtlich aufgeschwatzt, er habe da einen Klebstoff, den man rückstandsfrei von Zeitungspapier lösen könne. Seither lassen die Naivlinge regelmäßig Werbe-Postkarten auf die Titelseite kleben. Mit diesem Ergebnis:

Hört zu: DIESER KLEBER FUNKTIONIERT NICHT AUF ZEITUNGSPAPIER!
Jedes Mal, wenn ich solch eine Postkarte auf der Titelseite sehe, weiß ich, dass ich einen Teil der Titelseite nicht werde lesen können, weil ich sie beim Entfernen Eurer Karte zerreißen muss. Womit auch ein Teil der Seite 2 kaputt ist. Was auf den dicken Umschlagseiten von bunten Magazinen funktioniert, funktioniert noch lange nicht bei der Tageszeitung, denn, und das scheint Euch nicht klar zu sein: Euer Umschlagpapier ist genauso dünn wie die Innenseiten. Doch, ehrlich, fragt Eure Druckerei.

Das ist die Papiervariante des Superstitials, der nervigsten Form von Pop-ups. Nur dass ich beim genervten Wegklicken des Superstitials (deren Auftraggeber automatisch von meiner Einkaufsliste gestrichen werden) die dahinter liegenden Inhalte nicht zerstören muss.

Der rote Oscar-Teppich: Nachtarock

Mittwoch, 8. März 2006

von hier

Über Frau Parton komme ich einfach nicht hinweg. Beim Betrachten dieses Bildes, genauer: sobald ich mich wieder zu einem klaren Gedanken gesammelt habe, stellen sich mir Fragen über Fragen. Unter anderem:
- Müssen diese Brüste über die Jahre immer wieder neu aufgepumpt werden? Gibt es gar ein festes Ventil, an dem angesetzt werden kann?
- Hat sich die Frau die untersten Rippen entfernen lassen?
- Spürt sie es, wenn man sie zwickt?
- Was sieht Frau Parton, wenn sie in den Spiegel schaut? Dasselbe wie wir, wenn wir sie anschauen? Oder hat sie völlig aufgehört, in den Spiegel zu schauen und nimmt lediglich jeden Morgen Maß?
- Schläft sie in Formaldehyd?
- Hilft es, ihr Aussehen als individuelle Abweichung von der Norm zu sehen, die einfach definitorisch zu ihr gehört, vergleichbar mit dem Fehlen eines Armes oder einer Verformung der Wirbelsäule zu einem Buckel?
- Weiß sie überhaupt, wie sie wirkt?

Und wieder waren die Academy Awards Anstoß zu tiefer Reflexion.

Zweite Münchner Bloglesung am 24. März

Montag, 6. März 2006

Bin ich ja eh schon nervös beim Gedanken an die Bloglesung am 16. März, belastet mich zudem der Gedanke, Zuhörwillige könnten keinen Platz mehr bekommen. Zum Beispiel die freundliche Bloggerin, die mich heute in der U-Bahn mit „sind Sie die Kaltmamsell?“ ansprach (ist mir zum ersten Mal passiert) und erzählte, sie könne unmöglich weit vor Veranstaltungsbeginn kommen.

Deshalb erleichtert es mich, dass Frau Klugscheißer und Don Alfi eine weitere Bloglesung auf die Beine gestellt haben. Am Freitag, 24. März, lesen im Twisted Bavarian, Tengstraße 20 in Schwabing, ab 21 Uhr
Lese-Routinier Martina Kink
der schräge Welterklärer Herr banana von der Allee der Spackonauten
das Münchner Urgestein Frau Klugscheißer
der rüpelnde Kristalllüsterfachmann Don Alphonso
und ich.

Möchte jemand etwas ganz Bestimmtes von mir vorgelesen bekommen?

Nachtrag: Es (?) wird um Voranmeldung per Telefon gebeten, 089/2711445.