Essen & Trinken

Berlin im Frühling 2

Montag, 6. Mai 2013

Die Sonnenbrille hatte ich in letzter Minute doch noch eingesteckt, allerdings befürchtet, dass ich das angekündigte sonnige Wetter in Berlin damit vertreiben könnte. Auf Sonnencreme kam ich nicht im Traum – und der rote Hauch auf meinem Dekolleteée (zefix, werde ich das je ohne Nachschauen richtig schreiben?) und Nacken ist ein Indiz, dass das eine gute Idee gewesen wäre.

Ich lief durch die Sonne von Kreuzberg nach Prenzlauer Berg, um wieder im Pasternak vorrevolutionär feudal zu frühstücken. Um mich herum wurde sogar Russisch gesprochen.

130504_Pasternak

Schon hier knöpfte ich meine Jacke bis oben zu, weil die Sonne sich fast brennend anfühlte. Nachmittags am Weißensee bei geselligem Spaziergang und kühlen Getränken (neben Sand werfenden Kindern – wenn WIR das damals gemacht hätte!) war es ähnlich – in der Sonne brandgefährlich, im Schatten allerdings fast zu frisch.

Am Sonntag wiederholte ich mein Schwimmen durch Berlin. Diesmal wusste ich bereits, wie ich in das unsichtbare Schwimmbad komme (die Einheimischen nennen es Europabad) und irrte nicht auf der Suche nach Eingang durch die Gegend.

130505_Schwimmerin

Ich kam voll auf meine Kosten: Obwohl das Schwimmbecken gut besucht war, verhalfen abgeteilte Bahnen und mitdenkende Mitschwimmerinnen zu zügigem Bahnenziehen.

§

Geselliges Mittagessen vor dem East London, bis die Sonne gefährlich brennend um die Ecke bog. Ausführlicher Spaziergang durch Kreuzberg mit hier einer Kaffeepause, dort einem Eis auf die Hand.

130505_Kirschblüte

130505_Mehringdamm

Rückkehr ins Hotel, in dem ich nach viel Anstrengung des ausgesprochen freundlichen und hilfreichen Personals auch auf dem Zimmer Zugang zum WLAN und dadurch zum Internet hatte.

Zum Nachtmahl eine weitere Bloggerin getroffen, mich mit ihr im Mani über abwechslungsreiche Köstlichkeiten mit orientalischem Einfluss gefreut. Auch für den Heimweg war keine Jacke nötig.

Auszeitjournal Montag, 29. April 2013 -
A trip down memory lane

Dienstag, 30. April 2013

Rechenaufgabe:
Eine Lieferung ist für “zwischen 7 und 11 Uhr” angekündigt, der Fahrer werde sich “etwa eine Stunde” vor tatsächlicher Lieferung telefonisch melden. Jetzt ist es 11.15 Uhr, einen Telefonanruf gab es noch nicht. Wann wird die Lieferung erfolgen?

(Formuliert hatte ich diese Rechenaufgabe bereits um 9.15 Uhr. Pessimismus? Selbsterfüllende Prophezeiung?)

Richtige Lösung: 12.55 Uhr (Wer mag, kann einen Ansatz/Rechenweg in die Kommentare schreiben. Der Anruf kam übrigens um 11.20 Uhr und lautete “in etwa 50 Minuten sind wir da”.)

§

130429_Baader
(Ja, das hinter der Theke an der Wand sind Musikkassetten, viele, viele Musikkassetten.)

Jetzt habe ich es wohl gefunden, das Café, in dem ich 1986 – möglicherweise zum ersten Mal im Leben – aushäusig frühstückte. München kannte ich damals, mit 18, praktisch nicht; mein damaliger Freund, der in München studierte, nahm mich an einem Sonntag zu einem Frühstück mit Freunden mit. Die hohen Becher, in denen hier der Milchkaffee serviert wurde (in den 80er tranken wir Milchkaffee, vielleicht noch Café au lait), hatten bleibenden Eindruck hinterlassen. Und jetzt begegnete ich ihnen zum ersten Mal wieder, nachdem ich all die Jahre, die ich nun in München wohne, vergeblich in Cafés danach Ausschau gehalten hatte. Im Baadercafé.

Die 80er sind hier noch ziemlich präsent (laut Speisenkarte hat der Laden 1985 aufgemacht). Hinter der Theke, an der Stereoanlage (!), stapeln sich Musikkassetten, die junge Bedienung sieht auf zeitlose Weise geschmackvoll abgeschraddelt aus (den Blumen-Tüftelirock zu den Schnürstiefelchen hätte sie in den 80ern wohl auf dem Flohmarkt gekauft, heute vermute ich eher H&M als Quelle), mehr als die Hälfte der Gäste geht regelmäßig zum Rauchen vor die Tür. Auch die Preise sind von damals: Das teuerste Gericht, “Bio-Schweineschnitzel ‘Wiener Art’ mit Bratkartoffeln, Preiselbeeren, Salat” kostet 10,80 Euro. Und als ich reinkam, lief Kraftwerks “Spiegelsaal”. Ich fühlte mich sofort wohl.

Wäre das ein Anlass für den Klassiker “Brief an die 18-jährige Kaltmamsell”?

§

130429_Kleidung

Abends durfte ich La Gröner in einen Vortrag begleiten: “Ich schon wieder? Welches Gesicht hat die Renaissance?” Geschichtsprofessor Valentin Gröbner über den von der jeweiligen Gegenwart geprägten Blick auf vergangene Epochen, warum wir heute in Renaissance-Portraits Individualismus erkennen und welche Belege darauf hinweisen, dass das reine Projektion sein könnte. Gefiel mir sehr gut, außerdem genoss ich die Umgebung des Kunsthistorischen Instituts sowie die Möglichkeit, gleich im Anschluss mit der Kunstgeschichte-Zweitsemesterin Gröner das eben Gehörte über einem Bier zu bekakeln (unter anderem schüttelte sie gleich mal aus dem Ärmel, wer die Herrschaften waren, die Herr Gröbner eben zitiert hatte).

Auszeitjournal Donnerstag, 25. April 2013 – Zähne

Freitag, 26. April 2013

130425_Kleidung

Es ging mit Hochfrühling weiter. Nach einer Runde Krafttraining radelte ich zur Zahnärztin, Routinekontrolle. Doch die frühlingsbefeuert gut gelaunte Zahnärztin fand heraus, dass nun auch die letzte meiner fast 30 Jahre alten, geschätzten Amalgamfüllungen schlapp macht. Ich werde auch diesmal den Aufwand scheuen eine Landzahnarztpraxis zu suchen, die noch Amalgam verwendet. Neuen Termin vereinbart.

§

Einkaufen, Lesen, Schreiben, Organisieren. Zum Nachtmahl Frühling größtenteils aus der Ökokiste:

130425_Salat

Auszeitjournal Mittwoch, 24. April 2013 – Jahrezeitenwechsel

Donnerstag, 25. April 2013

130424_Kleidung

Ein wundervoll sonniger Frühlingstag, der mir genug Vertrauen in den Wechsel der Jahreszeiten gab, dass ich die Sommerkleidung aus dem Keller holte und die Winterkleidung dorthin verstaute.

Winter ade.

130424_Winterkleidung

Jetzt fehlen mir nur noch zwei bis drei lange Winterabende, um die Sommersachen aufzubügeln.

130424_Sommerkleidung

§

Stricken ist eigenartigerweise meine letzte Print-Bastion: Noch blättere ich am liebsten in Zeitschriften nach Pullis und Jacken, die ich stricken könnte, noch schlage ich in alten Handarbeitsbüchern Muster nach.
Der Edelwollfirma Lana Grossa bin ich besonders verbunden: Sie hat ihren Sitz in Gaimersheim, also direkt bei meiner Geburtsstadt, und war für mich als junges Mädchen in den 80ern der Inbegriff von unerreichbarem Luxus: Die Garne und Wollen waren ausgefallen, prächtig, kreativ, verschwenderisch – nichts davon hatte ich bis dahin mit Handarbeit verbunden. Schon die mondäne Einrichtung des Lana-Grossa-Geschäfts in der Ingolstädter Fußgängerzone (war es die Schmalzingergasse oder die Ziegelbräustraße?) war mit seinen eleganten schwarzen Regalen und edlen Teppichen Universen entfernt von allen anderen Wollläden – die Begriffe mondän und elegant waren genau das Gegenteil von dem, woran man bis dahin bei Stricken gedacht hatte. Leisten konnte ich mir die Wollen und Garne nicht; um mit ihnen arbeiten zu können, strickte ich – nur gegen Erstattung der Materialkosten – für andere Leute (ah, die Jacke aus schwarzem Angora, das in kleinen 20-Gramm-Knäueln verkauft wurde …).
Die Firma existiert immer noch, sogar immer noch mit Sitz in Gaimersheim, und sie gibt unter anderem die Strickzeitschrift Filati heraus (lernen auch Sie den Ausdruck “Statement-Strick”). Darin hatte ich einen Pulli gefunden, den ich mir stricken möchte. Nachmittags radelte ich nach Schwabing und kaufte das Garn dafür.

Morgens war mein Plan noch gewesen, mir auf dem Rückweg das erste Ballabeni-Eis der Saison zu holen, doch ich hatte den ganzen Tag böses Bauchweh, das mir den Appetit nahm. So genoss ich lediglich den Anblick der Wiesen um die Museen, gesäumt von grünenden und blühenden Bäumen, bunt von Menschen, die sich darauf niedergelassen hatten.

§

Auf dem sonnigen Balkon machte ich mich gleich an die Maschenprobe (ich stricke den Pulli mit Pfauenmuster einfarbig dunkelblau).

130424_Sommerpulli

§

Abends beehrte Stevan Paul nochmal München und las im Hukodi aus seinem Schlaraffenland. Das bedeutete diesmal nicht nur wundervolle Geschichten und viele herzerfrischende Begegnungen mit Münchner Foodbloggerinnen, sondern auch ein Menü, zubereitet von Hukodi-Wirt Sebastian Dickhaut. Die Räume waren knallvoll, doch der emsige Trupp hinter den Kulissen schaffte eine geordnete Versorgung aller Gäste.

Diesmal stellte Paulsen eine andere Geschichte ans Ende seiner Lesung, “Von der Kunst, ein Linsengericht zu kochen”. Der Anlass war ein trauriger: Stevan hatte am selben Tag erfahren, dass sein verehrter Lehrherr, “Monsieur” Albert Bouley, Held so vieler seiner Geschichten, am Dienstag verstorben war.

130424_Hukodi_Paulsen_1

Jakobsmuschel grün:
130424_Hukodi_Paulsen_2

Ochsenbackerl:
130424_Hukodi_Paulsen_3

Der abschießende Milchreis war ebenso köstlich, doch ihn ansehnlich zu fotografieren überstieg meine Künste weit.

Nachtrag: Die Perspektive des Kochs.

Heimspaziergang um Mitternacht in herrlichsten Frühlingsnachtdüften.

Auszeitjournal Dienstag, 23. April 2013 -
Haare schön

Mittwoch, 24. April 2013

Ach, das mit der Tagesform: Gestern radelte ich an die Isar, um dauerlaufend den Stand des Frühlings zwischen Wittelsbacher Brücke und Großhesseloher Brücke zu überprüfen. Doch ich kam nicht recht ins Fliegen, nach einer Stunde meldete sich die Hüfte mit Schmerzen, kurz darauf verdoppelten schmerzende untere Waden das Gewicht meiner Beine. Die Lauferei wird wohl dauerhaft ein Glückspiel bleiben.

Was den Frühling angeht: Aber ja! Büsche blühen, sie und die Bäume setzen ordentlich Grün an, auf dem Boden tummeln sich Schlüsselblumen, die Isar trägt die letzten Skipisten fort.

§

Daheim mords rumorganisiert: Reisen, Arzttermine. Dann endlich zum Friseur, der mir erst mal die Blockflöte des Todes vorspielte. Dann schnitt er eine gute Stunde an meiner Matte (sein Ausdruck), wir unterhielten uns über die Situation seines kleinen Unternehmens, über den Falsch-Sei-Terror gegen Frauen (er konnte natürlich Erlebnisse mit Kundinnen beisteuern) und landeten, ich weiß nicht mehr genau wie, bei Gottesbeweisen. Meine Haare sind nun wieder ordentlich kurz, jetza ko ma mi wieda neilass’n in d’ Zifilisation, gey! (Ich denke abschließend IMMER an Gerhard Polt.)

§

Einkaufsrunde am Elisabethmarkt, den ich mir vorgenommen habe öfter anzufahren.

§

Kulinaritäten:

130424_Bananenkuchen

Dieser Bananenkuchen mit Walnüssen und Schokolade von Katharina ist großartig: Die Bananen werden in Scheiben untergemischt, deshalb beißt man immer wieder auf Stückchen – das gefällt mir sehr. Nicht dass ich schon viele Rezepte ausprobiert hätte, aber von allen (drei bis vier), an die ich mich erinnere, ist das mit Abstand mein liebstes. Im Sinne von: werde ich definitiv wiederholen.

Abends nochmal Artischocken mit Knoblauchmajo, diesmal kombiniert mit einer italienischen Rebsorte, die ich noch nicht kannte: Cococciola aus den Abruzzen. Der Terre die Chieti, Cantine Spinelli passte nicht perfekt, biss sich aber auch nicht mit der Artischocke. Außerdem werde ich ihn mir als leichten Sommerwein merken.

Bei dieser Gelegenheit mal wieder ein Hinweis auf das ultimative Majonesenrezept, in Fachkreisen “Idiotenmajo” genannt (parallel zum Idiotenbrot): Seit ich es auf Nickys delicious:days entdeckte, mache ich Majonese nicht nur nie mehr anders – ich mache überhaupt meine Majonese meistens selbst. Es fühlt sich immer noch wie Zauberei an, wenn innerhalb weniger Sekunden mit dem Zauberstab (!) aus einem Ei, einem Teelöffel Senf, einem Esslöffel Zitronensaft, Salz, Pfeffer und einem Viertelliter Pflanzenöl eine standfeste Majonese wird.

Auszeitjournal Wochenende 20./21. April 2013 – im Nest

Montag, 22. April 2013

Das Wochenende war kalt, zum Teil nass und ungemütlich. Ich ließ das Draußen weitgehend draußen sein.

Als es Samstagvormittag zu regnen aufhörte, schaute ich auf dem Theresienwiesenflohmarkt zumindest vorbei. Die Reihen waren deutlich gelichtet, wir marschierten im kalten Wind nur einmal quer übers Gelände.

130420_Theresienwiesenflohmarkt

§

Nachmittags zum Sport. Zusätzliche Übung bei Hot Iron: Augenrollen. Weil die Vorturnerin zwar sehr sorgfältig erklärte und korrigierte, auch neueste Erkenntnisse über Haltungen einbrachte, aber dann doch wieder den Blödsinn mit “der Sommer kommt bestimmt”, “Bikinifigur”, “eine der drei weiblichen Problemzonen bekämpfen, schlaffe Oberarme”, “eine schlanke Taille” bekommen und “Kalorien verbrennen” als Motivationsversuche verwendete. Zumal sie selbst die für Vorturnerinnen typische Kombination ist: Superfit, ausdauernd, kräftig, inklusive ordentlicher und kerniger Speckschicht mit ordentlichem Bauch. Wer sich von dreimal Sport in der Woche eine Veränderung seiner angeborenen Figur erhofft, kann doch nur enttäuscht werden.

Aber ich hatte auch Spaß: Gerade in dieser Stunde gucke ich mich gerne um, weil fast alle weiblichen Körperformen zusammenkommen – außer sehr dick, aber die sehe ich im Sportstudio leider eh nicht. (Die gesamte Kommunikation der Studiokette macht ja auch deutlich, dass die nicht gemeint sind.)

§

Vergangenes Jahr verfolgte ich lediglich die Berichterstattung über die Kalakotkas auf Twitter und in Blogs, heute schaue ich selbst rein – in den Horst zweier Fischadler in Estland. Mich begeistern allein schon die Geräusche der hervorragenden Live-Übertragung: Die estnische Amsel klingt wie ihre Schwester vor meinem Wohnzimmer. Gestern hat sich das Adlerpaar wohl gepaart.

130421_Kalakotkas

Nachtrag 18 Uhr: Die Kalakotka-Cam ist verrutscht, muss erst wieder geradegerückt werden.

§

Dass die deutsche Küche ein ganz eigenes Profil hat, ist mir durchaus klar. Doch es brauchte The Wednesday Chef Luisa Weiss, um mir bewusst zu machen, dass auch das deutsche Frühstück etwas ist, was im nicht-deutschsprachigen Raum exotisch wirkt. Die wundervollen Frühstücke mit Freunden in meiner Studienzeit, die bis in den Abend reichten, funktionieren tatsächlich nur mit dem vielfältig gedeckten Tisch, an dem diese Mahlzeit nicht, wie sonst auf der Welt, nur aus einem Gericht besteht.

§

130420_Kleidung

Alison Bechdels Fun Home gelesen, große Empfehlung. Hier ein sehr erleuchtender Guardian-Artikel von 2008 über das Buch, die Autorin, über die Auswirkungen der Veröffentlichung und von autobiografischem Schreiben allgemein (für mich als Autorin eines persönlichen Blogs besonders interessant und etwas erschreckend).

Dadurch endlich genug Interesse für meine eigenen frühesten Tagebuchaufzeichnungen aufgebracht, aus den Jahren 1979 bis 1983, als ich 12 bis 15 Jahre alt war; bislang hatte ich mich vor der Peinlichkeit des Wiederlesens gefürchtet. Ja, ein wenig peinlich fand ich sie schon, gleichzeitig sehr interessant, obwohl Themen (Schulnoten, wechselnde Gefühle gegenüber Freundinnen, guckt er oder guckt er nicht) und Aussagen (Mama ist ja so doof) erwartbar waren. Unter anderem: Ja, der Druck, den meine Mutter auf meine Schulleistungen ausübte, war tatsächlich so groß wie in meiner Erinnerung. Untern anderem bekam ich in der 6. Klasse nach einer 4 in Latein Fernsehverbot “bis zu einer guten Lateinnote” (im Tagebuch Verzweiflung, weil ich in der nächsten Ex = Stegreifaufgabe wieder nur eine 4 hatte – “Jetzt werde ich noch ein Verbot bekommen. Wahrscheinlich Stubenarrest.”).

Auszeitjournal Donnerstag, 18. April 2013 – Was kommt nach Winter? Frühsommer

Freitag, 19. April 2013

130418_Kleidung

Im Frühsommervormittag zum Bürgerbüro geradelt, um Personalausweis- und Reisepassangelegenheit zu regeln. Es ging alles flott und unproblematisch (nein, ich speichere nirgendwo meine Fingerabdrücke, wenn ich nicht muss, also auch nicht im neuen Personalausweis), ich meldete auch gleich den Diebstahl meines Personalausweises und holte mir ein vorläufiges Ausweispapier. Kosten insgesamt fast 98 Euro.

§

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten beim Bäcker (Zöttl) ein Kastenweißbrot gekauft – es hatte mich beim Warten an einen der besten Brotgenüsse meines Lebens erinnert: Das war in Avila, als ich nach einem Lauf entlang des Adaja hungrig ans Frühstücksbuffet des Parador Nacional kam und mir dort, nach einer monatelangen fast Kohlenhydrat-freien Phase eine dicke Scheibe frischen Kastenweißbrots holte und nur mit Butter aß. Eine bleibende Erinnerung.

§

Ich werde den Teufel tun, mich nach dem langen Winter über die hohen Temperaturen zu beklagen (das tue ich dann im Hochsommer bei mehreren Tagen über 30 Grad, die auch nachts nicht abkühlen). Aber nach einigen Erledigungen per Fahrrad strich ich den geplanten mittäglichen Isarlauf: Die Bäume sind noch völlig unbelaubt, und bei 25 Grad im Schatten kann Dauerlauf in praller Sonne schon zu heftig sein.

§

Nachmittag im Rosengarten, dessen fast noch winterliches Aussehen nicht zu den Frühsommertemperaturen passte: Rohe Beete, Rosen höchstens als kahle Stöcke sichtbar, an Bäumen und Büschen gerade mal eine Ahnung von Grün, nur vereinzelt voll erblühte Bäume. Ich setzte mich in den Schatten einer Eibe und las.

130418_Rosengarten_1

130418_Rosengarten_2

§

Zum Nachtmahl das hiesige Gegenstück zum Einkehren bei MacDonalds’s: Fischstäbchen! Hatte ich seit mindestens 15 Jahren nicht mehr, doch plötzlich ereilte mich eine nostalgische Sehnsucht nach diesem Kinderessen. Dazu den für mich klassischen Kartoffelsalat mit Gurken, den es nach meiner Erinnerung bei uns daheim immer dazu gab. Der Kartoffelsalat gelang mir sehr gut, die Fischstäbchen bereiteten nicht so recht den erhofften Genuss. Aber das weiß ich jetzt zumindest.

§

Und noch was fürs Herz: Das neuseeländische Parlament stimmte einer Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Ehen zu, dem (Definition of) Marriage Amendment Bill.

This bill seeks to amend the Marriage Act 1955 to ensure that its provisions are not applied in a discriminatory manner. The bill aims to ensure that all people, regardless of sex, sexual orientation, or gender identity will have the opportunity to marry if they so choose.

Woraufhin das Publikum im Parlament “Pokarekare Ana” zu singen begann, ein altes neuseeländisches Liebeslied:

Hier ein wenig Hintergrund (ich empfehle auch das Filmchen darin), unter anderem der Hinweis, dass die neuseeländische australische Premierministerin weiter explizit dagegen ist.

Wer mitsingen möchte: Bei miss caro gibt’s den Text.