Essen & Trinken

Journal Montag, 3. August 2026 – Brighton 3 mit Hitze, in der man eigentlich nicht joggen sollte

Dienstag, 4. August 2026

Gestern gelernt: Ich hätte erst auf meine Laufrunde rausgehen sollen und erst danach bloggen. Andersrum war es bei Verlassen des Hauses um 10:30 Uhr eigentlich viel zu heiß für Cardio-Sport. Die Temperatur in der Ferienwohnung hatte sich so angenehm kühl angefühlt, dass ich das nicht ahnte, und die 25 Grad, die meine App als Lufttemperatur draußen anzeigte, sahen auch nicht abschreckend aus. Doch tatsächlich prügelte die Sonne die ganze Strecke am Meer entlang schattenlos auf mich ein.

Obwohl sich kein Blatt an Bäumen oder Blumen bewegte, kühlte zunächst ein Wind, und ich nahm bereits an, dass das dieser Überall-Gegenwind war, den ich bei unbewegten Blättern vom Radlfahren kenne. Als ich nach 45 Minuten hinter Ovingdean umdrehte, stellte ich aber fest: Nein, in die Gegenrichtung spürte ich überhaupt keinen Wind, die Sonne prügelte noch erbarmungsloser. Zwar sagte ich mir vor, dass ich ja auch schlendern könnte statt zu traben, aber wie so oft probierte ich aus, ob es ging. Und es ging halt.

Reflektierende Sonnenschirme im Knirps-Format verbreiten sich sichtlich.

Hurra! Die (auch durch Crowdfunding finanzierte) Restaurierung der historischen Madeira Terrace hat begonnen.

Ich freute mich schon auch über diese lieb gewonnenen Anblicke, war aber durch die Hitze ziemlich abgelenkt.

Trink-Stopp in Ovingdean – ohne Trinken, denn das Wasser kam HEISS aus den Hähnen (dass “no drinking water” drüber stand, hatte mich noch nie gestört). Ich machte meine Kappe nass und hoffte auf Verdunstungskälte (die ich dann nicht spürte).

Ich WUSSTE es SCHON IMMER!

Die einzigen Paar Meter Schatten auf der Strecke – wirklich.

Das Stück hoch die Straßen entlang zurück zur Ferienwohnung ging ich dann aber sehr langsam und konsequent im Schatten. Weiteres Handicap: Ich habe meine Sonnenbrille daheim vergessen (vielleicht nehme ich das Packen mittlerweile auf die zu leichte Schulter und sollte wieder konsequent mit Listen arbeiten, siehe vergessene Zahnbürsten-Ladestation und ein bislang unerwähntes vergessenes Oberteil), nur der Schirm meiner Kappe hielt das gleißende Licht ein wenig von meinen Augen ab.

In der Wohnung brauchte ich eine ganze Weile und einen Liter Wasser, bis ich wieder zu Kräften kam.

Die Unten-Nachbarin hatte sich mit einem Brieflein für die Pralinen bedankt – sie schien sich wirklich gefreut zu haben, wie schön.

Plan für gestern war lediglich, durch Brighton zu streifen, Schwerpunkt North Laine mit seinen Gässchen voller kleiner Geschäfte.

Auch wenn man dem englischen Rasen diesen nicht mehr ansieht: Hier vorm Royal Pavillon wird gelounget.

Erstmal gingen wir aber nach Kemptown, um in einem italienischen Café zu frühstücken.

Um halb zwei gab es Cappuccino und Focaccia sowie ein Törtchen für mich, das nach Tahini schmeckte (aus der Backstube hörte ich auch Arabisch, nicht Italienisch – völlig ok, “authentisch” hat viele Schattierungen).

In North Laine deckten wir uns wie seit Jahrzenten mit frei mischbaren Süßigkeiten ein und sichteten weitere Läden. Das Wetter war seltsam: Mal wehte ein richtig kühlender Wind, dann erschlug einen wieder die Sonne mit Hitze.

Nach Ausruhen und Nachtrinken in der Ferienwohnung eine weitere Einkaufsrunde fürs Abendessen.

Dieses Gericht, Borani Esfenaj – persischer Spinatjoghurt mit Walnüssen, wollte ich machen/essen, seit ich es las. Aber daheim kam mir wochenlang der Ernteanteil dazwischen, der erstmal wegmusste. Also halt in der Ferienwohnung und im Urlaub. Dafür schüttete ich daheim die Gewürze in einem Gläschen zusammen und nahm die kleine Zitronenreibe mit, die restlichen Zutaten kauften wir vor Ort, weil eh beim Kochen aufgebraucht.

Schmeckte tatsächlich ganz ausgezeichnet, dazu Toast. Nachtisch: Aprikosen, gemischte Süßigkeiten.

§

Was man mit den Hinterhöfen unser Ferienwohnungs-Hauszeile machen kann:

Einen zusätzlichen Aufenthaltsraum.

Das ist der Hinterhof unserer Ferienwohnung (und den Rechner tauschte ich am Sonntag bald gegen mein Papierbuch: Das WLAN reichte nicht so weit).

Oder nebenan halt eine Rumpelkammer. Selbst ich beginne bei diesem Anblick Ideen zu spinnen.

§

Klar stolpere ich immer, wenn mein Geburtsort Ingolstadt in großen Medien auftaucht. Doch diese Reportage ist auch sonst interessant:
“Das ewige Z
Sie heißen Fröhlich, Landsberger, Höllenreiner – und sind von Auschwitz geprägt. Ein Besuch bei Sinti in Ingolstadt, die sich nicht mehr verstecken wollen.”

Wie so oft: Ich hatte ja keine Ahnung.

§

In der Leimutterschaftsdebatte habe ich keine klare Meinung, weil wenige Gefühle (geradezu entspannend, da ich ja auch nicht zuständig für irgendwelche Regelungen bin), hätte allerdings gerne gehabt, dass Kinderhabenwollen/Kinderkriegen und Jens-Spahn-loskriegen als voneinander getrennten Angelegenheiten diskutiert worden wären. Doch ich wusste, dass die kluge Antje Schrupp eine lesenswerte und fundierte Perspektive haben würde – weil sie zu der akuten Zeit gerade im Urlaub war, gibt’s die erst jetzt zu lesen:
“Leihmutterschaft Bullshit Bingo”.
Genau zwischen diesen beiden Werten, also weibliche Selbstbestimmung und Vermarktung von Reproduktionsfähigkeit, schwankt meine Haltung ebenfalls.

Journal Sonntag, 2. August 2026 – Brighton 2 mit Sunday Roast

Montag, 3. August 2026

Nun habe ich doch eine Idee für digitalen Urlaubs-Detox: Schrittzähler ignorieren. Ich habe beschlossen, erst bei Heimkehr wieder auf den Schritt-/Kilometer-/Treppenstufenzähler meines Handys zu gucken. Ich bewege mich gern, auch im Urlaub, will aber mal ausprobieren, wie ich lebe, wenn ich die Zahlen dazu nicht kenne. Werden ja weiter getrackt, kann ich mir im Nachhinein ansehen und analysieren.

Gut und lang geschlafen, erfrischt aufgewacht zu einem sonnigen, frischen Sommermorgen.

Fester Programmpunkt war lediglich unsere Reservierung für Sunday Roast. Ich finde diese Einrichtung, dass Wirtshäuser Sonntagsbraten anbieten, immer noch nachahmenswert, und sei es als Anlass für Familien- und Freundeskreistreffen. Vorher war noch reichlich Zeit für einen Spaziergang nach Hove – und dringende Einkäufe: Zum einen hatten wir entdeckt, dass die Drittelrolle Klopapier die einzige in der Ferienwohnung war, zum anderen hatte ich entgegen meiner festen Überzeugung das Ladegerät für meine elektrische Zahnbürste nicht eingesteckt und brauchte eine Zahnbürste.

Eindrücke vom Spaziergang.

Clocktower mal wieder kaputt (es war erst halb elf).

Neue Kunst hinterm Churchill Square.

Die Dürre sichtbar auch außerhalb der großen Hitzewellen, die England dieses Jahr geplagt haben.

Die Uferpromenade wird auf Höhe Hove gerade restauriert: Viele Schilder mit Informationen, sogar ein Häuschen, in dem (manchmal wohl) jemand auch persönlich Fragen zum Projekt beantwortet.

Die Ruine des West Pier steht immer noch.

Die Drogeriemarktkette Boots führt kein Klopapier (ich hatte nach einigem Suchen zu zweit das Personal gefragt), also abschließendes Einkehren in einem kleinen Supermarkt. Mit einem inneren Verzweiflungs-Aufschrei:

Selbstzahlkassen mag ich, habe aber eine immer dringendere Bitte:
STANDARDS!
In jeder Supermarktkette ist ein anderer Prozess vorgeschrieben: Mal ablegen links, einpacken rechts, mal umgekehrt. Und Verwechslungen blockieren das Weiterkommen. In diesem Sainsbury’s war die “packing area”, in die ich meinen Einkauf legen sollte, bevor ich zahlen durfte, direkt unterm Bildschirm/Scanner (ein Angestellter musste mir helfen).
Das geht so nicht.

Die mitgebrachten Dallmayr-Pralinen hatten wir mit Karte und freundlicher Erklärung vor die Tür der Unter-Bewohnerin gelegt, bei unserer Rückkehr war die Gabe weg – und erfüllt hoffentlich ihren besänftigenden Zweck.

Jetzt spazierten wir in weiterhin herrlichem Wetter zum Pub Haus on the hill, in dem wir vor drei Jahren sehr guten Sunday Roast bekommen hatten.

Wieder mal der Versuch, die starke Hügeligkeit von Brighton einzufangen.

Wunderschöner Türklopfer.

Im Haus on the hill freute ich mich sehr über mein Pint Stout (Herr Kaltmamsell hatte Porter).

Wir übten weiter Selfies.

Sunday Roast war gut, aber nicht so liebevoll und gut wie vor drei Jahren: Wirklich frisch zubereitet war nur der Yorkshire Pudding (das UFO oben auf), und mein Lamm war so verkocht, dass es keine Form mehr hatte. Schmeckte aber.

Rückweg über Umwege nach Kemptown und in Pride-Feiern; die 26 Grad reichten, um es in der Sonne unangenehm heiß werden zu lassen.

Basque cheesecake has jumped the shark (dann wieder: wenn er eh eine Markting-Erfindung ist, dann ist die Matcha-Variante nur eine logische Konsequenz).

Royal Pavillion.

Was ich in all dem Pride-Glitzern vermisste: Federboas. Und doch zeigte debris der Parade vom Samstag, dass es welche gegeben haben muss.

Nachmittag mit Lesen in der Ferienwohnung, auch draußen im Hinterhof.

Herr Kaltmamsell erfüllte seinen Auftrag, mich zum Fernsehen zu bringen.
Der hiesige Lokalsender drehte sich um Pride Weekend, Schwerpunkt waren trans Menschen, die in Brighton leben – und den Ort als Insel der Seligen beschrieben. Eigentlich bitter, aber nehmen wir die Schilderungen halt als utopischen Vorgriff, in dem so gelebt wird, wie es eigentlich sein sollte. Allerdings hatte ich schon vergessen, dass es vergangenes Jahr in Großbritannien massive Rückschläge in der Gleichstellung von trans Menschen gegeben hat.

Unter anderem wurden ein Laden und ein Label für Genderfree Clothing vorgestellt – was mir sofort einleuchtete: Hier wird sich auf Körperformen konzentriert, an denen Kleidung sitzen soll, nicht auf Vorstellungen, was welches Gender tragen sollte.

Abendessen gab es auch, allerdings eher übersichtlich, weil das Mittagessen noch gut vorhielt: Rote Paprika, Tomaten, scharf eingelegte Rote Bete aus dem Kühlregal (gute Idee), dazu gebutterter Toast. Und zum Nachtisch 1 Sticky Toffee Pudding (Mikrowelle), Nachtisch 2 Apple Pie, nur noch wenig Schokolade.

Wir guckten weiter Fernsehen und blieben an einer Antiquitäten-Show hängen, die wie Kunst und Krempel im Bayerischen Rundfunk funktionierte, nur als Speed-Version in einem schottischen Schlossgarten, in dem Anwohnende mit ihren Schätzen Schlange standen, die dann von Expert*innen begutachtet wurden: Herrlicher Schmuck, vorrecherchierte Waffen – alles halt mit der örtlichen Geschichte als Hintergrund, unter anderem ein paar Jahrhunderten Kolonialgeschichte (die in UK immer noch kein wirklich schlechtes Gewissen auszulösen scheint).

§

Nils Minkmar erlebt seinen Sommerurlaub in den französischen Waldbränden und schreibt darüber:
“Meine Ferien im Megafeuer”.

Der Himmel färbte sich orange, im Garten fiel eine Taube tot vom Baum und auf die Tischen draußen rieselten Asche und Ruß. Wir packten die Notfallrucksäcke. Viele machten sich schon auf den Weg. Ich besuchte die 92jährige Mutter eines Freundes, die um die Ecke wohnt und schlug vor, sie mitzunehmen. Sie saß kerzengerade und perfekt zurechtgemacht in ihrem Sessel, eine elegante, breite Handtasche mit ihren Papieren und Medikamenten zu ihren Füßen. Sie war gut im Bilde und lächelte: “Eben gab es so einen Moment der Panik. Die Nachbarin wollte mich schon mitnehmen. Aber jetzt –“ Sie warf einen Blick zum Himmel ”ist dieser Moment auch schon wieder vorbei.” Schlimmer war es jedenfalls nicht geworden, im Gegenteil. Es klarte auf. Der Wind hatte sich neue Opfer gesucht. Sie blieb, wir blieben.

Ein Nachbar erklärte die Krisenlogik: Erst dann evakuieren, wenn die Präfektin Sophie Brocas dazu auffordert, das tut sie per Direktsignal FR-Alert an alle Mobiltelefone. Man braucht keine App. Die Präfektin findet dich. Solange sie dich aber nicht evakuiert, bleibst du, wo du bist und verstopfst nicht die Landstraße.

Das Vertrauen in die Institutionen war intakt und die Kommandokette so unverbrüchlich wie zu Zeiten des Kaisers Augustus im römischen Imperium.

Journal Mittwoch, 29. Juli 2026 – Goldener Abschied vom Lerchenlauf

Donnerstag, 30. Juli 2026

Der Juli ist ganz schön lang.

Extrafrüher Wecker nach mittelguter Nacht (eine laute Unterhaltung vor meinem Schlafzimmerfenster weckte mich nicht genug, dass ich zum Fensterschließen aufstand, ließ mich aber auch nicht wieder richtig einschlafen), aufgestanden zu fast noch Nacht: Wahrscheinlich letzte Chance auf einen Lerchenlauf vor der Arbeit für diese Saison. Es war deutlich zu frisch für Balkonkaffee (die Schreie der Gebärenden durch offene Fenster der benachbarten Klinik hörte ich aber), als Laufkleidung wählte ich zur Capri-Hose trotzdem ein Trägershirt.

Beim Kreuzen des Nußbaumparks von Drogis, no rest for the wicked, angebettelt worden (“‘nen Zehner?” – Inflation überall), leider bissig “Seh ich aus, als hätte ich Geld bei mir?” geblafft (statt Ignorieren).

Es wurde ein herrlicher Lauf, unter anderem sah ich zum ersten Mal einen Graureiher mitten in München. Der Körper war praktisch nicht vorhanden (gutes Zeichen), erst nach einer Weile erinnerte ich mich daran, die Füße bewusst zu heben.

Graureiher!

Bei kürzeren Tagen stieg die Sonne erst auf den letzten paar hundert Metern an der Isar über die Baumwipfel der Uferauen.

Alter Südfriedhof.

Für den Körper waren die 80 Minuten wahrscheinlich grad recht, keinerlei Erschöpfung und Schmerzen. Aber mein Gemüt wäre so gerne länger gelaufen.

Die Baustelle am Wohnhaus ist fast beendet. Am Dienstagabend war bis nach 18 Uhr gewerkelt worden, gestern waren die vier Herren deutlich vor acht wieder aktiv.

Arbeitsweg mit zwei Stationen U-Bahn-Fahrt beschleunigt, die Luft unter wolkenlosem Himmel immer noch angenehm. Im Büro gleich losgewirbelt, mich dann von einer lieben temporären Kollegin verabschiedet.

Mittagscappuccino nicht allzu weit entfernt, jetzt stach die Sonne bereits wirklich unangenehm. ABER! Ich hörte nochmal Mauersegler.

Nach einigem weiteren Werkeln gab es zu Mittag Hüttenkäse mit Joghurt, restliche Kirschen (Bauch kurz danach wieder not amused, der soll sich nicht so anstellen).

Wie ich mal meinte: “Oh, wenn derzeit dieser zarten Goldschmuck so in ist,1 kann ich doch das alte Süßwasserperlen-Armkettchen aus Kindertagen wiederbeleben. Merke: “Zart” und ich funktionieren nicht zusammen.2

Nach Feierabend war es unangehm heiß, direkter Weg nach Hause. An den Briefkästen traf ich die Zweitnachmieterin unserer früheren Wohnung im 1. Stock, sie stellte sich vor – eine sehr nette Begegnung. Daheim weitere Urlaubsvorbereitungen: Beine epilieren, Wäsche aufhängen (letzte Ladung Dunkles vor Abreise).

Herr Kaltmamsell kam vom Sommerfest seiner Schule, zusammen spazierten wir zum aushäusigen Abendessen: Es gab asiatische Nudeln bei Honghong Ramen.

Für mich wieder breite Nudeln mit Auberginen und Tomaten (ich kann mich nicht erinnern, dass mir das zuvor schon passiert ist: beim ersten Besuch eines Lokals etwas bestellt, das mir so gut schmeckte, dass ich es jedesmal essen möchte). Davor Gurkensalat, dazu Aloe-Vera-Drink.

Beim Heimkommen war die Baustelle am Haus immer noch aktiv, da wollte jemand unbedingt fertig werden (sie sah auch fast abgeschlossen aus).

Daheim als Dessert Schokolade.

§

Ich freue mich weiter über die Odyssee-Verflmung von Christopher Nolan, weil sie so viele lesenswerte Auswirkungen hat. Auf Bluesky beschließt Emily Wilson: “This is a film about living in LA.”

Auf ihrem Bluesky-Kanal schreibt sie auch über die Gedankengänge hinter ihren Übersetzungen – sofort gefolgt.

§

Interessante neue junge Comedy.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/5NOedI5Vf4E?si=7LS2keRvkjk-HsIg

  1. Ich habe den Goldpreis als Ursache im Verdacht. []
  2. Es gibt ein paar Freundinnen, um die ich mich deshalb bei jeder Begegnung sorge. []

Journal Montag, 27. Juli 2027 – Regnerischer Lerchenschwumm und Arbeitstag

Dienstag, 28. Juli 2026

Letzte Arbeitswoche vor Urlaub, ab sofort zähle ich Tage.

Wecker auf früher wegen Schwimmplänen, nachts hatte ich mal wieder das Fenster wegen irrem Gebrüll im Park schließen müssen.

Die Wettervorhersage stand seit dem Vortag auf Bewölkung und Regen, also schlüpfte ich in einen Badeanzug (statt Bikini mit mehr freier Besonnungsoberfläche für Vitamin-D-Produktion) und nahm eine Bademütze mit gegen Frieren wegen Wind. Die Luft war aber mild.

U-Bahnhof-Kiosk am Westfriedhof (sah ich vergangene Woche morgens zum ersten Mal in Betrieb). Oder doch ein Raumschiff?

Diesmal wurde die Tür zum Schwimmbad bereits wenige Minuten vor sieben geöffnet. Brachte aber wenig, da das Eincheck-Terminal erst ab 7 Uhr bedienbar war.

Auf meine fast leere Schwimmbahn schien zunächst sogar die Sonne, doch bald zog der Himmel zu, und auf den zweiten 1.000 Metern regnete es eine Weile – gar nicht unangenehm.

Sehr guter Schwumm, auf den letzten 1.000 Metern (nach Klo-Unterbrechung – der Morgenkaffee trieb) war ich so schön im Status Schwimmen, dass ich mir ein Ende schier nicht vorstellen konnte. Das Thermometer zeigte über der Sprudelschnecke 20 Grad an.

An der Stempeluhr meines Bürohauses war ich wieder deutlich vor Kernzeit, und ich legte am Schreibtisch umgehend los: zum Glück keine unangenehmen Überraschungen.

Regnerischer Vormittag, der zudem recht kühl wurde. Doch mittags zog es mich raus, ich marschierte eine Runde um die Blöcke. Mittagessen Bananen, Skylei (-jo- war aus). Zeitungslektüre dazu leider beschränkt, weil meine Papierzeitung morgens nicht geliefert worden war und ich nur ein wenig in den frei zugänglichen Meldungen der Süddeutschen-Website rumlas.

Arbeitsnachmittag mit Aufgaben und Menschlichem, das Wetter sehr wechselhaft mit Regendrohung.

Den Heimweg genoss ich in milder Luft und immer wieder Ahnung von Sonne. Daheim eine Runde Yoga, ich ließ mich zur Abwechslung mal wieder von Jessica Richburg mobilisieren.

Zum Nachtmahl verarbeitete Herr Kaltmamsell den Ernteanteil-Chinakohl zu einem Pastagericht (mit einem Mascarpone-Rest statt Sahne, funktionierte sehr gut), ausgesprochen wohlschmeckend.

Da ich auf dem instagram-Account der Woidlerin Petra gesehen hatte, dass die Blaubeeren reif sind, hatte ich Herrn Kaltmamsell gebeten, auf dem Viktualienmarkt danach zu suchen.

Das, liebe Kinder, sind Blaubeeren, norddeutsch Heidelbeeren. Nicht die Haselnuss-großen Kugeln in Müsli-„Bowls“. Es gab sie zum Nachtisch leicht gezuckert und mit Schlagsahne – Ultra-Luxus!

Im Bett Arthur Schnitzlers Novelle Fräulein Else ausgelesen – die Theaterinszenierung, die mich so beeindruckt hatte, hat schon das Wichtigste rausgeholt. Die Erzählform in innerem Monolog war gut gemacht, doch bis zum Schluss haderte ich mit dem Wissen, dass sich hier ein über-60-jähriger Mann die Gedanken und Gefühle einer 19-jährigen vorstellt. Ein Künstler kann natürlich erfinden, was er will, doch das sagt meist viel über seine Zeit aus.

Journal Freitag, 24. Juli 2026 – Geburtstagsfeier in der Raketenstation Hombroich, Teil 1

Samstag, 25. Juli 2026

Was für ein großartiger Einstieg in ein Geburtstagsfeier-Wochenende!

Für richtig guten Schlaf waren es ein bis zwei Aufwachen zu viel. Von draußen kam es sehr kühl reingeweht, die für Samstag angekündigten 30 Grad in München konnte ich mir nur schwer vorstellen.

Fertigpacken für das Geburtstagsfeier-Wochenende in der Raketenstation Hombroich, ich würde mich mittags mit Herrn Kaltmamsell am Zug treffen und nahm das Gepäck gleich mit. Weil ich eh eine Jacke mitnehmen wollte (Feier-Location eher ländlich), trug ich sie schon auf dem Weg in die Arbeit – und war sehr froh drum.

Mal wieder hörte ich ein “Ich mag keine Menschen” von jemandem, der wirklich freundlich und umgänglich ist – und fand heraus, dass auch hier die Corona-Einschränkungen zu dieser Erkenntnis geführt hatten: Die erzwungene Vereinzelung bewirkte beim ihm spürbar mehr Wohlfühlen. (So wie andere dadurch merkten, wie sehr ihr Wohlbefinden von menschlichen Kontakten abhängt.)

Im Büro legte ich zackig los, der halbe Arbeitstag musste für alles reichen. Pünktlich um Mittag eingepackt, U-Bahn zur Haltestelle Hauptbahnhof. Mit Herrn Kaltmamsell den sehr langen ICE Richtung Essen bestiegen; unsere Sitzplätze lagen im vordersten Wagen, der gerade noch an den Bahnsteig passte. Pünktlich abgefahren.

Hopfencheck in der Holledau.

In einem pünktlichen ICE, der mit fast 300 Stundenkilometern die Autos auf der parallel verlaufenden Autobahn überholt, konnte ich zwischen Ingolstadt und Nürnberg dem Zungerausstreck-Impuls Richtung Fenster nicht widerstehen. Uns begleitete sommerblauer Himmel.

Pünktliche Ankunft in Düsseldorf, von dort brachte uns eine Regionalbahn nach Neuss Holzheim. Und das letzte halbe Stündchen zum Gästehaus der Raketenstation Hombroich spazierten wir zu Fuß.

Nach Herzen und Küssen der Freundin, die wenige Tage davor 60 geworden war, und erstem Hallo an die anderen Gäste bezogen wir unser schlichtes, schönes Zimmer – und stürzten uns ins Feiern.

Köstliches Essen, das einige Gäste gekocht hatten (große Selbstversorgerküche), wunderbare Weine dazu (mein Favorit war der rote Didier Desvignes Brouilly Retour aux Sources), vor allem aber Unterhaltungen. Unter anderem erzählte mir die Jubilarin, wie es mit der einen oder anderen Bekanntschaft und Freundschaft aus unseren gemeinsamen Studientagen weitergegangen war.

Erst deutlich nach Mitternacht kam ich ins Bett.

§

Southpark reist weiter in Litauen und berichtet von einem weiteren Tag in Vilnius – mit hochinteressanten Eindrücken und Informationen:
“27-07-23 Eishockey, Basketball, Deportationen (Vilnius)”.

In der Sowjetunion gingen Menschen zur Toilette und kamen danach nicht wieder. Sie waren dem KGB in die Hände gefallen. In Litauen gingen Menschen zur Toilette und kamen nicht wieder. Sie waren der Toilettentechnik zum Opfer gefallen. Aber das passierte erst auf dem zweiten Teil der „Vilnius in Soviet Times“-Tour, die harmlos begann.

§

Gabriel Yoran, der das Buch Die Verkempelung der Welt geschrieben hat, im Interview mit Matthis Füssler, Geschäftsführer des Schweizer Werkbunds, über Dinge, Gestaltung und Konsum:
“Ein Bund gegen Schund”.

Journal Mittwoch, 22. Juli 2026 – Lerchenlauf / Arzt am Ende der Galaxie / Arbeit / Pediküre / Schnitzelgarten

Donnerstag, 23. Juli 2026

Das war gestern ein sehr voller Tag. Aber ich setzte alle Pläne um, ohne mich gestresst oder genervt zu fühlen.

Wecker auf extrafrüh, denn gestern war die beste Chance der Woche auf einen Lerchenlauf: Wegen eines vormittäglichen Arzttermins ganz weit draußen würde ich morgens von daheim aus arbeiten, davor passte wunderbar eine Laufrunde an der Isar.

Ich wachte kurz vor Weckerklingeln auf und freute mich sofort über die Aussicht auf Laufrunde. Draußen war der wolkenlose Himmel dämmrig, der Tagesanbruch wandert bereits deutlich nach hinten. Ich war auf niedrige Temperaturen gefasst und reaktivierte mein Merino-Laufshirt (immer noch ungewaschen und unstinkig, ich bin beeindruckt).

Das Licht war sensationell, die Laufzeit verflog geradezu, kaum hatte ich ein paar Fotos gemacht, klingelte mein Handy schon für Halbzeit (40 Minuten) und umkehren. Kurz davor Sichtung eines Mäuseleins direkt auf dem Weg vor mir, SO NIEDLICH.

Wittelsbacherbrücke gestern mit Krähen-Deko.

Beim Heimkommen wurde die Baustelle am Haus gerade von zwei Herren betrieben, ich musste ein wenig um Gruben hangeln, um zur Haustür zu kommen.

Letzte Handgriffe Morgentoilette am hochfahrenden Arbeitsrechner – der auch diesmal in Homeoffice-Umgebung mehrere Neustarts und 20 Minuten benötigte, bis ich arbeitsfähig war (währenddessen schon mal gepackt für später und die Wohnung fertiggeräumt).

Rechtzeitig für Arzttermin am Ende der Galaxie Abbruch der Arbeit, Arbeits-Laptop eingesteckt. Die Öffentlichen Verkehrsmittel verkehrten (ist ja egal, wenn ich statt der geplanten eine sehr verspätete S-Bahn erwische, die zur Planzeit fährt), auch wieder los kam ich in guter Zeit, noch deutlich vor Mittag saß ich an meinem Büroarbeitsplatz und packte dort an. Mittagscappuccino aus der Cafeteria, um mal ein bisschen PEPP! in meinen Arbeitstag zu bringen, bestellte ich EINEN GROSSEN.

Online-Besprechungen, dann Mittagessen: Nektarine, Nüsse, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Emsiger Nachmittag, jemand hatte schlechte Nachrichten bekommen, ich versuchte sie durch Unterricht abzulenken.

Pünktlicher Feierabend: Ich hatte einen Vor-Urlaub-Pediküre-Termin (schon jetzt fühlte es sich an, als sei ich nicht am selben, sondern am Vortag an der Isar gelaufen). Auf dem Weg durchs Westend (jetzt war es warm) aufmerksames Horchen: Nein, keine Mauerseglerpfiffe mehr, die letzten hatte ich Dienstagmorgen gehört.

Heimweg mit schönen Füßen, ich holte Herrn Kaltmamsell für Abendessen im Schnitzelgarten ab.

Nein, wir schafften unsere Cordonbleus nicht (jemand hat morgen Brotzeit), aber das war sehr gutes Abendessen.

Der Himmel über dem Biergarten.

Daheim gab es als Nachtisch Honigmelone – fast so gut wie die meiner Kindheitsurlaube in Spanien. Und ein wenig Schokolade.

Im Bett die nächste Lektüre: Arthur Schnitzler, Fräulein Else. Berühmt für die Erzählweise in stream of consciousness, doch ich fand vor allem reizvoll, wie sich der über-60-jährige Schnitzler das Innenleben einer 19-jährigen ausmalte.

§

Maximilian Buddenbohm als Hamburgbewohner in Bahnhofsnähe bekommt es täglich mit, ich als Anwohnerin des Münchner Nußbaumparks (in deutlich geringerem Umfang) ebenfalls: Deutsche Großstädte haben ein massiv wachsendes Drogenproblem.

Gestern widmete die Süddeutsche Zeitung ihre Seite Drei dem Thema Crack und dem Zürcher Modell des kontrollierten Konsums (€):
“Eine Crack-Pfeife am Klettergerüst”.

Um Crack geht es auch in diesem ausführlichen Text (mit vielen, vielen Quellen am Ende) von Stefan A K Weichelt, Schwerpunkt Frankfurt.
“Willkommen in Zombieland”.
Hier mit der zusätzlichen Bitterkeit, dass Frankfurt in den 1990ern die Heroin-Krise in den Griff bekam – eben mit demselben Modell, das auch Zürich anwendet. Aber:

Für Heroinabhängige gibt es Methadon, Buprenorphin, in der Schweiz sogar ärztlich verschriebenes Heroin. Für Crack gibt es: nichts. Kein zugelassenes Substitut, keine etablierte medikamentöse Behandlung. Der Werkzeugkasten, mit dem Frankfurt einst zum Vorbild wurde, passt nicht mehr zum Schloss.

Er beschreibt das Vorgehen in Frankfurt, in Paris, in Brüssel, São Paulo – nennt sie “Freiluftlabore der Verdrängung”.

Verdrängung funktioniert nicht, das ist die vielleicht am besten belegte Erkenntnis der europäischen Drogenpolitik. Die Menschen lösen sich nicht auf, wenn man sie wegschiebt. Sie tauchen hundert Meter weiter wieder auf, kränker als zuvor, weil unterwegs der Kontakt zu Ärzten und Sozialarbeitern abreißt.

An dieser Stelle lohnt ein Blick auf eine Zahl, die in keinem Influencer-Video vorkommt und die man zweimal lesen muss. 2023 starben in Frankfurt, der Stadt mit Deutschlands größter offener Drogenszene, 32 Menschen an ihrer Sucht. In München, wo das Straßenbild ordentlich ist und keine Crackpfeifen aufblitzen, waren es 86.

München hat keine Konsumräume. Bayern hat sie als Bundesland nie zugelassen, ebenso wie die Hälfte der deutschen Länder. Konsumiert wird trotzdem – nur eben in Parks, auf Bahnhofstoiletten, in Wohnungen, dort, wo niemand einen Notruf absetzt, wenn jemand aufhört zu atmen. Das Elend ist nicht kleiner, es ist nur besser versteckt. Und im Versteck stirbt es sich leichter.

Was allen, auch uns Anwohnenden bei der Betrachtung gemein ist: Bestürzung und komplette Ratlosigkeit. Weichelt nennt zumindest ein paar Ansätze, die schonmal funktioniert haben – die allerdings nichts weniger als einen gesellschafltichen Umbau bedeuten.

§

Bei Frau Klugscheisser Schulbuchbeispiele von “Ist doch nix passiert!”, also Belästigungen von Frauen und Mädchen, die sie in ihrer alltäglichen Freiheit einschränken: Keine soll sich so wehren müssen, so vorbereiten, ausrichten müssen. Vor allem Menners: Bitte lesen.
“Ampersand”.

§

Workaround beim Kampf gegen Chatbots.

Geheimtipp beim Kampf gegen Chatbots von xkcd.

Bei mir half schon mehrfach beherztes Singen, um Service-telefonisch an einen echten Menschen zu kommen.

Journal Samstag, 18. Juli 2026 – Einmal gemischte Gewitter

Sonntag, 19. Juli 2026

Mit mehr Unterbrechungen als ideal, aber lang geschlafen. Draußen war es mild genug für Balkonkaffee.

In Socken und Strickjacke.

Die Wettervorhersage war für Samstag und Sonntag sehr gemischt, irgendwann würde es ziemlich sicher Gewitter geben. An diesem Wochenende hatte sich Herr Kaltmamsell auf meine Anregung Zeit für eine Wanderung freigehalten, doch es war nicht absehbar, welcher Tag stabileres Wetter versprach. Ich entschied einfach mal, dass wir Sonntag wandern würden.

Auch gestern ließ ich es darauf ankommen und packte für meine Schwimmrunde im Dantebad ein Handtuch für die Liegewiese ein. Als ich losradelte, schien warm die Sonne.

Im Bad insgesamt und auf den Schwimmbahnen speziell war wenig los, neben wolkigen Abschnitten schien meist die Sonne, nur am Ende meiner 3.200 Meter kam eine Gruppe Piranha-Schwimmer mit Spielzeug ins Becken, die mich um das Ende meiner Einheit froh sein ließ.

Jetzt war der Himmel gerade überwiegend blau: Ich legte mich mit Musik auf den Ohren in die Sonne und genoss sie ein Stündchen – mit wenigen schattigen Unterbrechungen. Gerade als ich mich aufrichtete um zu packen, warfen kleine dunkle Wolken, denen ich es gar nicht zugetraut hätte, dicke Regentropfen, die auch noch mehr wurden – ich raffte hastig alles zusammen und verlegte Anziehen und Packen in den Schutz des Schwimmbad-Gebäudes. Beim Heimradeln wurde ich aber nur wenig angeregnet.

Frühstück kurz vor halb drei: Selbstgebackenes Brot mit Butter und Tomate, von Herrn Kaltmamsell angesetztes Kimchi (ein Schüsselchen Kimchi essen: 2 Minuten. Kimchi-Pflanzenfasern aus den Zahnzwischenräumen pulen: 5 Minuten), selbstgebackenes Brot mit Butter und Zuckerrübensirup, Nektarine, Kirschen.

Bauernbrot im Anschnitt.

In unsere frühere Wohnung im 1. Stock wurde schon wieder neu eingezogen, eine Woche nach dem Termin, den die Hausverwaltung per Aushang angekündigt hatte – das direkte Nachmieterpaar (nach einjähriger Grund-Renovierung, die so nötig gewesen war, dass wir in eine andere, bereits renovierte Wohnung im Haus gewechselt hatten) hatte nichtmal vier Jahre dort gewohnt. Das Einzugs- und Einrichtungsgerumpel von unten ließ mich zunächst das Gerumpel eines Gewitters überhören, das aber nur einen kurzen Regenduscher brachte.

Gemütlicher Nachmittag mit Lesen (Internet, Zeitung), nach Ende des Gewitters auch auf dem angenehmen Balkon. Es kühlte ab. Keine Lust auf Yoga, nachdem mich beim Wäscheaufhängen Kreislaufkapriolen mit Schweißausbruch erwischten.

Gestriger Aperitif war Calvados-Tonic.

Herr Kaltmamsell hatte zum Nachtmahl Ernteanteil veredelt.

Von oben: Bohnensalat mit frischem Ernteanteil-Oregano, Ernteanteil-Zucchini-Salat mit Parmesan und Erdnüssen, chinesischer Ernteanteil-Gurken-Salat. Alles ganz besonders fein und köstlich.

Zum Nachtisch gab es Zimtschnecken-Eis mit Armagnac-Zwetschgen, außerdem (zu viel) Schokolade.

§

Spanien und Vergangenheitsbewältigung – die bei einem Bürgerkrieg besonders schwer ist, wenn Nachbarn, Familienmitglieder einander umbrachten und keine Fremden in der Fremde (siehe auch Kroatien-, Bosnien-, Kosovo-Krieg). 90 Jahre danach schreibt Ulrike Fokken für die taz über den Sonderfall Granada:
“Als die Stadt ihren Dichter ermorden ließ”.

Im andalusischen Granada wurden besonders viele Menschen von den Anhängern Francos getötet. Lange tat sich die Stadt mit der Aufarbeitung schwer.