Essen & Trinken

Journal Sonntag, 1. März 2026 – Häuslicher Sonntag im Trüben

Montag, 2. März 2026

Gut geschlafen, aber einmal zu oft durch Aufwachen unterbrochen und zu früh zu Ende.

Ein trüber Tag, doch ich freute mich sehr auf eine Laufrunde. Aber erstmal bloggte ich, las die Mastodon-Timeline nach und wartete ab, bis die morgens eingeschaltete Waschmaschinenladung durchgelaufen war.

Die Luft fühlte sich nur wenig mild an, ich nahm eine U-Bahn nach Thalkirchen. Schon bald nach Loslaufen Richtung Süden merkte ich, dass es kühler war als erwartet und dass Handschuhe eine gute Idee gewesen wären. Der Körper machte gut mit, ich hatte ausführlich vorgedehnt und mobilisiert (vor allem weil ich recht lang auf die U-Bahn warten musste). Das endete allerdings vor Ende meiner Laufrunde, dann wurde es anstrengend. Und ich musste über den Rest des Tages mit Schmerzen und Steifigkeit zahlen.

Ein wenig haben Regen und Schnee der jüngsten Zeit die Isar aufgefüllt.

Da hat jemand Fledermäuse aber wirklich sehr lieb: Auf diesem kleinen Abschnitt am Isarhochufer vor Pullach sah ich mindestens zwei Dutzend solcher Häuschen.

Bei diesem trüben Wetter wurde das Alpenpanorama gar nicht erst aufgebaut.

Floßlände.

Thalkirchen kurz vor der U-Bahn.

Daheim ausführliche Körperpflege, kurz nach zwei gab es zum Frühstück Birnchen (eine ohne und eine mit Geschmack) und zwei Körnersemmeln mit Butter und Marmelade.

Ich wurde steinmüde, und weil Sonntag war, ich zudem erwachsen bin und meine Zeit frei einteilen kann – legte ich mich zu einer Siesta hin. Ich schlief sofort ein.

Unspektakulärer restlicher Sonntag: Gelbe Bete aus Ernteanteil gekocht und Salat daraus bereitet, Wochenend-Süddeutsche gelesen (weite Teile hatten sich durch den kriegerischen Angriff am Samstag von USA und Israel auf Iran und die Gegenschläge auf Israel und Golfstaaten sensationell überholt), gebügelt – mehr als erwartet, es nervte mich wie schon lang nicht mehr. Vor dem Abendessen war gerade noch Zeit für Briefwahl.

Ächz jetzt beim Stadtratwählen (80 Sitze, also 80 Stimmen), viel, viel Ächz nächstes Wochenende beim Auszählen.

Zum Nachtmahl schmorte Herr Kaltmamsell die Ingolstädter Beinscheiben und kochte die einzig passenden Nudeln dazu.

Das Fleisch hatte noch etwas zu viel Biss (hatte aber zwei Stunden geschmort), schmeckte aber gut, auch die Gelben Bete. Nachtisch Schokolade, während die Tagessschau aufzählte, welche Golfstaaten Teil dieser nächsten kriegerischen Eskalation geworden waren.

Im Bett las ich noch Granta 174, Therapy, eine sehr unentschlossene Bearbeitung des Themas (u.a. werden Psychotherapie und Psychoanalyse gleichgesetzt – meistens), möglicherweise wieder eines, das Herausgeber Thomas Meany eigentlich doof findet.

Journal Samstag, 28. Februar 2026 – Familie in Schön

Sonntag, 1. März 2026

Gutes Bett im Gästezimmer meiner Eltern, trotz ein paar Mal Aufwachen schlief ich darin gut und lang.

Na also: Echt Ingolstädter Nebel – der sich allerdings schon bald auflöste und Platz machte für einen sonnigen und milden Tag.

Meine Eltern waren bereits emsig mit Vorbereitungen beschäftigt: Um zehn sollte die Bruderfamilie eintreffen für ein Gesamtfamilienfrühstück, wobei Frühstück als Einladung in den Kreisen meiner Eltern schon seit vielen Jahren immer “Brunch” genannt wird.

Selfie im schönen Gästezimmer meiner Eltern, das einst das Zimmer meines Bruders war (aus meinem wurde Mutters Näh- und Bügelzimmer, bietet aber eine weitere Schlafgelegenheit).

Ich nutzte die Zeit vor dem großen Frühstück für einen Abstecher zur nahe gelegenen Metzgerei, um fürs Sonntagessen Rinderbeinscheiben einzukaufen, an den Ingolstädter Ausfallstraßen gibt es noch mehr Metzgereien als in der Münchner Innenstadt (dort aber geballt am Viktualienmarkt).

Kurz nach zehn klingelte die Bruderfamilie, und jetzt gab es reichlich Gelegenheit für Austausch über Wurst, Semmeln und Brezen, Blätterteigsternen, Lachs, Fleischsalat, weichen und harten Eiern, Hummus, frischem Obst und Gemüse (ich bedauerte sehr, dass es meinem Appetit ein paar Stunden zu früh für all das war). Die liebe Schwägerin testete eine neue Hörgerättechnik mit Extra-Aufnahmekästchen auf dem von ihr entfernten Teil des Tisches (funktionierte nur mittel), von den Nifften weiß ich jetzt unter anderem Details von Umzugsplänen nach Würzburg, Auszugsplänen in Ingolstadt, mittelfristigen Berufsplänen in Berlin, langfristigen Ausbildungsplänen in Berlin, aktueller Berufstätigkeit. Außerdem leidenschaftliche Diskussion, ob die aktuelle Tyopgrafie-Verwendung des Stadttheaters Ingolstadt besonders geschickt oder besonders furchtbar ist, es gab MEINUNGEN.

Mein Vater wiederum erzählte aufgehängt am vorhergehenden Theaterabend ein weiteres Bisschen aus seiner ersten Zeit als Gastarbeiter in Nürnberg und Ingolstadt, nahm auch das Fotoalbum mit Bildern davon in die Hand.

Der fast skulpturale Treppenturm des elterlichen Reihenhauses.

Um halb zwei nahm ich mit Herrn Kaltmamsell eine Regionalbahn zurück nach München, aus dem Frühstücksangebot hatte ich mir eine Semmel mit Schinken belegt und einen Apfel eingesteckt, denn jetzt hatte ich Hunger und Appetit: Brotzeit auf der Zugfahrt. Nach Ankunft erledigt ich noch ein paar Lebebensmittel-Einkäufe.

Erst um vier schloss ich den Blogpost über Freitag ab und veröffentlichte ihn: Bitte nicht verpassen, denn ich empfehle darin ein sehr superes Theaterstück. Beim Schreiben und später beim Zusammenstellen der Lieblings-Microblogging-Posts vom Februar ließ ich die Musik von Sezen Aksu dazu laufen und freute mich sehr daran.

Familienmysterien: Die Nichte hielt mir gestern ein goldenes Armkettchen hin und fragte, ob ich es wiederhaben wolle. Meine Mutter, also ihre Großmutter, habe es ihr gegeben mit der Erklärung, mein italienischer Onkel habe es mir geschenkt, ich hätte es aber nicht gewollt.

Ich htte das Kettchen noch nie im Leben gesehen, der italienische Onkel ist vor mindestens 15 Jahren gestorben. Es gefällt mir, nur macht mich Handgelenksschmuck eigentlich wahnsinnig. Der gestrige Test über mehrere Stunden funktionierte allerdings ganz gut.

Schließlich rief ich meine Mutter doch an und fragte sie nach dem Hintergrund: Den Schmuck hatte mir mein italienischer Onkel (die Schwester meiner Mutter hatte sehr jung nach Italien geheiratet) über meine Eltern geschenkt, als ich im Grundschulalter war. Meine Mutter fand ihn unpassend für ein kleines Mädchen und hielt den Schmuck ohnehin nicht für echt (ist aber gestempelt), hatte ihn dann wohl gut 50 Jahre vergessen und erst kürzlich wiederentdeckt. Ich merkte, wie ich mir umgehend eine Erinnerung dazu baute – die unwahrscheinlich ist: Meine Mutter erwähnte ein zweites Goldkettchen von diesem Onkel, zart und aus Gold und Süßwasserperlen, das ich in sehr wohl in meiner Schmuckschatulle habe. Allerdings hätte ich nicht sagen können, woher es stammt, nur dass ich es als Kind bekommen hatte.

Vor dem Abendessen eine halbe Stunde Pilates, tat sehr gut.

Herr Kaltmamsell bereitete zum Nachtmahl aus Ernteanteil-Kartoffeln spanische Tortilla und schnitt den ganzen edlen Jamón Pata negra an, den er von meinen Eltern zu Weihnachten bekommen hatte, ich schüttelte als Aperitif Cosmopolitans und öffnete zur Tortilla eine Flasche unseres Lieblings-Tempranillos Dehesa La Granja aus Castilla y León. Nachtisch Schokolade.

Im Fernsehen ließen wir den Klassiker Das Wirtshaus im Spessart laufen.

Und jetzt leben wir wieder mit einem Tier in der Küche.

Journal Dienstag, 24. Februar 2026 – Wärmerer Regen

Mittwoch, 25. Februar 2026

Bis kurz vor vier tief und fest geschlafen, doch dann war meine Nase wieder zugeschwollen, und mit Mundatmung konnte ich nicht wieder einschlafen. Dabei ging mir durch den Kopf, wie lange ich das mitmachen soll, bis ein Besuch beim Hausarzt sinnvoll wird (davor waren die Schleimhäute Sonntagnachmittag beim Filmgucken plötzlich komplett zugeschwollen). In der Nacht zum Dienstag halfen Aufstehen und Klogang, danach war ein Nasenloch frei genug. Erste vorsichtige Recherchen legen nahe, dass es sich schlicht um eine weitere Alterungserscheinung handelt. Vielleicht erstmal zur Apothekerin damit. (Altwerden ist schon eine Unverschämtheit.)

Ich stand zu energischem Regenprasseln auf. Die Prognosen zeigten eine Pause frühestens am Abend an, daran richtete ich meine Kleidungswahl aus, außerdem schlüpfte ich für den Arbeitsweg in Gummistiefel (ganz schön stolz darauf, dass ich zum wiederholten Mal daran gedacht hatte und mit trockenen Füßen im Büro eintraf).

Dass das die dritte schlechte Nacht in Folge gewesen war, merkte ich am Vormittag an großer Müdigkeit. Die Unlust, für meinen Mittagscappuccino das Haus zu verlassen, lag allerdings recht sicher an dem weiterhin energischen Regen. Ich holte mir einen in der Cafeteria, bekam ihn sogar heiß.

Zu Mittag gab es Äpfelchen, Orange, Quark mit Leinsamenschrot.

Weil ich auf der (neuen) Website meines Radl-Schraubers den Hinweis gefunden hatte, zur Reparatur könnten Fahrräder nur bis 16 Uhr abgegeben werden, Ausnahmen bitte telefonisch klären, rief ich dort für eine solche Ausnahme an. Um von einer Band-Ansage zu erfahren, dass der Laden bis 10. März geschlossen ist, diese Info hatte es nicht auf die Website geschafft. Ich werde für den Wahltag Herrn Kaltmamsell um sein Fahrrad bitten müssen.

Heftiger Arbeitsnachmittag, der mich völlig erledigt in den späten Feierabend entließ. Der Regen war deutlich schwächer geworden, für einige Abschnitte meines Heimwegs klappte ich den Schirm sogar zu.

Zu Hause turnte ich eine Abschlussfolge Yoga mit Adriene, also ohne Ansagen, nur mit Hinschauen. Ich genoss vor allem die Dehnungen.

Basis des Nachtmahls von Herrn Kaltmamsell waren Petersilienwurzeln aus Ernteanteil, es gab sie mit Chorizo (ganz klar: englisches Rezept) in einem Sherry-Sößchen.

Schmeckte sehr gut! Nachtisch Schokolade.

Abendunterhaltung eine Doku aus der arte-Mediathek über Peter Falk als Columbo:
“Peter Falk versus Columbo”.

Viel gelernt, unter anderem über John Cassavetes und dass die Regie bei der ersten Serien-Folge Columbo (nicht die Pilotfolge) Steven Spielberg führte.

§

Mir ist klar, dass sich gefestigte Menschenbilder auch nicht durch Fakten aufweichen lassen, weise dennoch auf sie hin:
“Studie: Mythos vom ‘arbeitsunwilligen Arbeitslosen’ dient als Legitimation für Sozialkürzungen”.

Zugleich weisen große Teile der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach Darstellung der Forschenden strukturelle Vermittlungshemmnisse auf. 44 Prozent sind von mindestens einem statistisch erfassten Hemmnis betroffen, weitere 44 Prozent von mehreren gleichzeitig. Hierzu zählten Langzeitarbeitslosigkeit, fehlende Berufsabschlüsse, gesundheitliche Einschränkungen, höheres Alter oder familiäre Sorgeverpflichtungen.

Journal Sonntag, 22. Februar 2026 – Digitalisierung aus der Hölle, Sport in Wolle, Anatomie eines Falls

Montag, 23. Februar 2026

Schlecht geschlafen, weil meine Nase trotz Spray immer wieder zuschwoll, kurz nach sechs ließ ich es gut sein.

Aufgestanden zu Regen mit Wind. Ich bloggte gemütlich und las ausführlich Internet, denn ich wollte sehr gerne raus zu einem Lauf und hoffte auf ein Nachlassen des Regens.

Im dritten Anlauf (über Monate, zweimal aufgegeben) schaffte ich es, an meinen persönlichen Online-Bereich der Audi BKK ranzukommen. UX aus der Hölle, am schlimmsten: Dieselben Dinge werden verschieden bezeichnet, also z.B. mal als “PIN”, mal als “Sicherheitsnummer”. Zudem brauchte ich zwei Web- und zwei Handy-Apps, die aufeinander verwiesen.

Los ging es im November 2025 mit der Papier-Info, dass der Name der “Service-App” geändert werde (nu? Glückwunsch?), “Ihre bisherigen Zugangsdaten zur Service-App verlieren ihre Gültigkeit” – WTF?!

Wie sich gestern herausstellte, spielte beim Neu-Anlegen/Verifizieren/Mit-Funktionen-verknüpfen meines Bereichs ein Papier-Schreiben der Krankenkasse vom vergangenen August eine zentrale Rolle: Mit dem Betreff “PIN für Ihre elektronische Gesundheitskarte (eGK)” hatte ich eine PIN und eine PUK zum Freirubbeln bekommen. No na, ich nahm mir vor, das Schreiben zum nächsten Einsatz der Kassenkarte mitzunehmen, vielleicht musste ich ab jetzt eine PIN zum Einlesen angeben. (Musste ich nicht.)

Gestern erwies sich, dass die wohl überhaupt nichts mit irgendeiner Karte zu tun hat. DAS war nämlich die Nummer, auf die ich seit dem zweiten Versuch im Dezember wartete, als ich im Prozess bis an einen Punkt gekommen war, an dem es hieß: Jetzt fehlte nur noch die Bestätigung per Geheimzahl, die mir innerhalb der folgenden zwei Wochen zugeschickt würde. Doch dann kam nichts. Es war eine dieser Zahlen vom August, die an zwei Stellen des Online-Registrierprozesses eingegeben werden muss, einmal eben als “PIN”, einmal als “Sicherheitsnummer”. Erstmal hatte hatte ich natürlich andere Ziffern ausprobiert (die auch nicht “Sicherheitsnummer” hießen), auf der Kassenkarte stehen ja fünf verschiedenen Zahlenfolgen, zwei davon waren ebenfalls für den Registrier-Prozess relevant – unter anderen Bezeichnungen als auf der Karte, ich folgerte aus der Anzahl der Stellen.

Wenn mal wieder fehlende digitale Prozesse in deutschen Verwaltungsabläufen angeprangert werden, verweise ich neben Bayern-ID auf diesen der Audi BKK, der offensichtlich der aktiven Abschreckung dient. (Mittlerweile weiß ich, dass Barmer und Techniker ähnlich abschrecken, it’s not a bug, it’s a feature).

Jetzt war ich so geladen, dass ich wirklich Bewegung brauchte. Draußen war es mild, ich schlüpfte zum ersten Mal in ein neues Lauf-Shirt: Nachdem mir monatelang Online-Werbung leichte Woll-Shirts als körperfreundlich und geruchsarm für Sport angepriesen hatte (für eine Starkschwitzerin wie mich sehr attraktive Verkaufsargumente), nahm ich eine perönliche Empfehlung und ein Sonderangebot zum Anlass, ein solches zu bestellen. Drüber die Regenjacke.

Ich nehme vorweg: Bei meiner Rückkehr warf ich das Shirt also nicht in die Wäsche (waschen soll man das Woll-Shirt möglichst selten), sondern hängte es zum Trocknen auf. Und tatsächlich roch es abends nicht nach Schweiß.

Der Regen erwischte mich trotzdem, nur im Mittelteil meiner Runde hatte ich 45 Minuten ohne Kapuze. Meine Strecke legte ich über möglichst viele asphaltierte Wege in der Innenstadt, ich rechnete gestern mit Matsch und Pfützen. Der Körper spielte recht gut mit, aber bei dem Wetter war das Vergnügen überschaubar. Ich versuchte, mich auf den Genuss der Bewegung an der frischen Luft zu konzentrieren.

Na also, endlich Winterlinge (die Krokanten waren noch geschlossen).

Nu, besser als kein Lauf.

Nach dem Duschen lackierte ich meine Zehennägel – zum einen, weil ich sie dann lieber ansehe (Altern verändert auch Zehennägel, und nicht zum Schöneren), zum anderen weil mich Frau Pediküre Ende Dezember darauf hinwies, dass der rechte Zehennagel sich ablöst und eine neue Version nachwächst, mich warnte, dass ein vorzeitiges Wegfallen des alten das mögliche und schmerzhafte Einwachsen des neuen begünstigt; der Nagellack soll als Klebstoff fungieren.

Frühstück um zwei: Äpfelchen (aus jüngstem Ernteanteil und ganz besonders gut), zwei dicke Scheiben selbstgebackenes Brot.

Das Wetter blieb regnerisch, statt ins Kino zu gehen, sah ich mir einen Kinofilm von 2023 in der ARD-Mediathek an (Tab seit Wochen offen):
Anatomie eines Falls.
Obwohl ich praktisch alles über Film und Handlung wusste (ich hatte die Award-Saison 2024 mit Sandra Hüller sehr eng verfolgt), waren Drehbuch und Darsteller*innen so gut, dass er mich fesselte, das ist ein wirklich guter Film. Und ich konnte ihn unsynchronisiert mit Untertiteln ansehen: Dass in ihm Französisch und Englisch gesprochen wird, zu fast gleichen Teilen, spielt in vielen Szenen eine Rolle (die deutsche Version übersetzt beide Sprachen gleich, das finde ich schlecht).

Als Nachtmahl verwendete Herr Kaltmamsell einige Crowdfarming-Orangen für das Orangen-Schwein, das uns beim ersten Versuch sehr gut geschmeckt hatte.

Auch diesmal sehr gut.

Und zum Nachtisch servierte er gebackene Riesen-Marshmallows mit geschmolzener Schokolade zwischen Vollkorn-Keksen – davon hatte er lange geträumt. Ergab beim Essen eine rechte Sauerei. Dann noch etwas Schokolade.

Journal Samstag, 21. Februar 2026 – Regensamstag mit Kulinaritäten und Links

Sonntag, 22. Februar 2026

Nicht ganz so durch geschlafen wie ideal, aber fast unverkatert aufgestanden.

Erstmal Brotteig geknetet, es gab schnelles Weizenmischbrot (ich kann mir derzeit einen Brotback-Rhythmus vorstellen, in dem ich es immer abwechselnd mit anderen Sauerteig-Rezepten backe, damit das Anstellgut nicht zu gammlig wird).

Wieder problemlos gelungen.

Es wurde immer später (ungeheuerlich, wie Zeit einfach voranschreitet), ich überlegte bereits, ob ich überhaupt noch Schwimmen gehen sollte. Doch ich wünschte mir nach der Pause so sehr eine Schwimmrunde, und dann fiel mir ein, dass ich doch nachmittags eh nichts geplant hatte – es konnte doch so später werden, wie es wollte!

Bei immer stärkerem Regen brachte mich die U-Bahn zum Olympiapark. Erst nach zwölf glitt ich ins sehr viel genutzte Schwimmbecken. Auf den ersten 1.000 Metern war ich mit Überholen und Ausweichen beschäftigt, dann hatte ich nur noch einen Schwimmer auf der Bahn, auf den ich besonders achten musste (Kraulen ist ja eigentlich ein sehr platzsparender Schwimmstil, nicht aber wenn man dabei alle Arme und Beine kreuzt, jedes Gelenk am Körper abknickt). So richtig Freude hatte ich nicht an meiner Runde, fühlte mich danach aber herrlich durchbewegt.

Es hatte sich eingeregnet, zusammen mit dem schmelzenden Schnee wurden die Pfützen zu Teichen.

Daheim Brotanschnitt:

Alles, wie es sein sollte.

Beim Frühstück (Apfel, Brot mit Butter und Marmelade) war es schon deutlich nach drei. Und ein Chlorschnupfen beutelte mich immer brutaler.

Nachmittag mit Internetlesen, Zeitunglesen, Yoga.

Zum Abendessen öffnete ich eine Flasche Gemischten Satz vom Pfälzer Weingut Marie Adler, den wir im Berliner MaMi’s Food and Wine kennengelernt hatten, spontanvergoren und 12 Monate im Fass. Schmeckte noch besser als in Erinnerung, dazu arabische Nüsschen.

Und passte gut zum Nachtmahl: Herr Kaltmamsell hatte Kürbis und Spinat aus Ernteanteil auf meinen Wunsch mit Kichererbsen und Kokosmilch zu einem leichten Curry verarbeitet.

Den Nachtisch hatte er sich selbst ausgedacht und dafür unter anderem Crowdfarming-Orangen aufgebraucht:

Eine Trifle-Abwandlung mit Tapioka und Kokosmilch – hervorragend. Dennoch holte ich danach noch die Schokoladenkiste und musst mich anschließend über mich ärgern, weil Bauchweh.

Abendunterhaltung: Auf ZDFneo lief Down with love von 2003, den ich seinerzeit mit Herrn Kaltmamsell begeistert im Kino gesehen hatte (und mich lange darauf gefreut). Jetzt gefielen mir Konzept und Umsetzung sogar noch besser – und ich wunderte mich, dass sich so selten auf diese Zusammenfassung und Parodie aller 1960er RomComs (Rock Hudson! Doris Day!) bezogen wird. Ich hatte damals nicht mal mitbekommen, dass der Film an der Kinokasse floppte, und verstehe sehr gut, dass er von einer jüngeren Generation geschätzt wird. (Allein die Musik!)

§

Von Mimosen habe ich hier ja schon geschwärmt, jetzt weiß ich unter anderem, warum sie schon im Januar blühen: Das Südfrankreichblog hat eine Mimosenzucht besucht und berichtet – unter anderem mit vielen wundervollen Fotos.
“Mimosen – indoor”.

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Ich weiß: Umweltpolitik und Naturschutz sind derzeit ausgesprochen wenig sexy Themen. Obwohl sowohl Umwelt als auch Natur davon nicht einfach weggehen. Fachfrau Büüsker fasst (wie immer eingängig zu lesen und nachvollziehbar) anstehende Bundespolitik zusammen:
“Die Klima- und Umweltklopper der nächsten Wochen”.

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Ich finde Antje Schrupps Ansatz des Feminismus immer interessant, auch wenn ich in Vielem anders priorisiere und meine, sogar von anderen Prämissen ausgehe. Anlässlich ihres neuen Buches hat Katrin Gottschalk sie für die taz interviewt:
“‘Mit High Heels hat man keine Standfestigkeit'”.

Volle Zustimmung zum Beispiel hierfür:

Schrupp: Die Welt geht nicht unter wegen ein paar Tradwives, die mit Quatsch Geld verdienen. Die Unterdrückung von Frauen im 19. Jahrhundert bestand nicht darin, dass sie gekocht haben, sondern darin, dass sie aus der Öffentlichkeit ausgeschlossen waren. Und es gibt heute nichts Öffentlicheres als eine Tradwife auf Tiktok. Kritikwürdig ist nicht ihre Häuslichkeit, sondern ihre Nähe zu rechtsautoritären Bewegungen.

taz: Mal grundsätzlich: Wo steht der Feminismus Ihrer Meinung nach gerade? Manche sagen, es sei schon viel erreicht, andere sehen überall sexistische Kackscheiße.

Schrupp: Beides stimmt. Feminismus ist keine einheitliche Bewegung. Je nachdem, wo du stehst und was du willst, fällt die Einschätzung unterschiedlich aus – und das ist seine Stärke. Im Patriarchat sind Frauen nicht pluralistisch, sie werden aus männlicher Perspektive in eine Rolle gepresst. Feminismus heißt, diesen weiblichen Pluralismus sichtbar zu machen. Dann will eben eine Chefin werden – und eine andere beim Backen kreativ sein.

Journal Freitag, 20. Februar 2026 – Besonders dick Schnee, der Kampf der Wahlvorsteherin

Samstag, 21. Februar 2026

Beim Aufstehen immer noch dicker, nasser Schnee, Weg in die Arbeit in weiterem leichten Schneefall von oben und wadenhohem Matsch unten (Winterdienste in vollem Einsatz, viel bereits freigeräumt).

Hier die erwartbaren Fotomotive.

Ihr nennt es Winterzauber, ich nenne es Isgutjetz.

Arbeitsvormittag mit einer großen Stressaufgabe (Stress ganz individuell persönlich, denn eigentlich ein Routinejob für Assistenzen). Ich hielt mich sehr an der Aussicht auf einen Freitagabend mit Freunden, gutem Essen und Alkohol fest.

Wieder war ich so zittrig, dass ich den Mittagscappuccino lieber bleiben ließ. Deshalb auch gestern mittags nur Marsch um die Blöcke, der Matsch mittlerweile nur noch knöchelhoch. Alles suppte, von den Bäumen rutschte der Schnee in Brocken. Ich hoffe, dass alles bis Sonntag weggeschmolzen und versickert ist, damit ich an der Isar mit Genuss laufen kann.

Zu Mittag gab es Apfel, vorgeschnittene Orangen, gemischte Nüsse.

Nach nahezu pünktlichem Feierabend unter düsterem Himmel und in gluckernder Schneeschmelze direkt nach Hause.

Gestern telefonierte ich mein Wahlhilfeteam für die Kommunalwahl am 8. März (fast) durch, sprach mit acht sehr unterschiedlichen Menschen, versprühte eisern Zuversicht und gute Laune – die gerahmte Leutseligkeit. (@novemberregen aus dem Gedächtnis: “Die stärkste Energie bestimmt den Raum.”)
Einer davon war leider komplett überrascht, dass die Wahl a) am 8. März stattfindet, b) zwei Tage Einsatz bedeutet – da könne er nicht. Ich bat ihn, das beim Wahlamt zu melden, damit Ersatz gesucht wurde.
Danach war ich komplett fertig mit der Welt. Alles für das Gefühl, Demokratie nicht nur zu konsumieren. (Das war sowas von das letzte Mal, dass ich mich melde.)

Mit den Freunden waren Herr Kaltmamsell und ich im italienischen (kalabresischen) Restaurant Friulana verabredet, das wir bereits kannten und schätzten (und wo wir, wie wir uns im Lauf des Abends erinnerten, den Jahreswechsel 2019/2020 gefeiert hatten – naturgemäß ohne Ahnung, dass uns in diesem 2020 die Corona-Pandemie ereilen würde und manch anderer tiefer Einschnitt im Leben).

Wir vier waren so schnell in so freudige und intensive Gespräche vertieft, dass ich die Fotos vom wirklich guten Essen vergaß. Es gab erstmal gemischte Vorspeisen für alle mit extra Gemüse, dann teilten sich Herr Kaltmamsell und ich von der handgeschriebenen Speisekarte(-tafel) Pasta quattro formaggi (ganz wunderbar), ich hatte als Secondo Spanferkel-Rollbraten mit Birne und Walnuss (ausgezeichnet).

Als Aperitiv hatte ich um einen Spumante gebeten und einen Franciacorta bekommen, der mir so gut schmeckte, dass ich den Abend über dabei blieb. Santo Palamara, der Wirt und Koch des Friulana, ist berühmt für sein selbst hergestelltes Eis, um mich herum wurde unter anderem das saisonale Bergamotte- und Mandarineneis als Dessert gegessen – selbst war ich leider zu voll für Nachtisch (keine Ahnung, wo der wissenschaftlich belegte Dessertmagen geblieben war).

Dazu aber vor allem fröhliche und weniger fröhliche Gespräche über kürzliche Urlaube, Berufssituation, die allgemeine Weltlage und wie viel davon man ins eigene Leben lässt.

Erst um Mitternacht verabschiedeten wir uns.

§

Das Techniktagebuch gibt es auch zu diesem Geburtstag wieder als Buch, diesmal mit ganz besonders schönem Titel:
“Ãoebersichtlicheres, benutzerfreundliches Design, auch verfügbar für alle führenden Mobilgeräte”.
(Echte Frage: Muss man alt sein, um das lustig zu finden oder können auch Junge darüber lachen?)

§

Lustige Tiere mal ohne Säugetier-Beteiligung.

Journal Donnerstag, 19. Februar 2026 – Schnee, Schnee, Schnee

Freitag, 20. Februar 2026

Nachdem ich schwer eingeschlafen war (der Fernsehfilm arbeitete in mir), schlief ich gut und wurde vom Wecker unwillig geweckt.

Die Luft ein wenig milder: Die Pfützen auf der Theresienwiese waren nicht mehr gefroren.

Der Arbeitsvormittag kam wieder mit Turbulenzen, ich war wieder so gestresst hibblelig, dass sich Koffein in Form von Mittagscappuccino verbot (und ich den Extra-Stress wegen Mitarbeitenden-Gespräch, sonst Stressfaktor auf Höhe Wurzelbehandlung, fast nicht mehr spürte).

Dringend nötig hatte ich aber mittags den Marsch um die Blöcke, boah. Nachdem die Last des Mitarbeitenden-Gesprächs von mir abgefallen war, flog ich fast, auch Treppen hoch – dass es schon wieder schneite, war völlig egal.

Zu Mittag gab es neben vorgeschnittenen Orangen Quark mit Leinsamenschrot.

Jetzt wurde der Schneefall ernst- und dauerhaft.

Nachmittag auch noch geschafft, darin auch belastendes Menschliches.

Heimweg in nassem Schneefall über kurze Lebensmitteleinkäufe (Kapuzen sind super).

Schwanthalerhöhe mit Blick Richtung Theresienwiese.

Daheim eine Waschmaschine mit Handtüchern gefüllt und gestartet, eine Folge Yoga geturnt – die so zackig getaktet war, dass es sich geradezu hektisch anfühlte, zumal einiges sehr überraschend kam. Die möchte ich nochmal machen, um sie auskosten zu können.

Herr Kaltmamsell nahm die Erntanteil-Herausforderung Schwarzer Rettich an (mögen wir beide nicht besonders) und servierte ihn in zwei Gängen:

Hühnerbrühe asiatisch mit gehobeltem Rettich. Hervorragend.

Hühnchen-Gemüsepfanne asiatisch-süßlich mit Sherry, das Bittere des Rettichs störte nichtmal. Nachtisch Schokolade.

Briefwahlunterlagen angefordert (per QR-Code und wenigen Klicks), mich dann ins Wahlhelfer-Portal eingeloggt (ächz: Website -> Ausweisapp auf dem Handy -> Ausweisprogramm auf dem Computer), per Rumprobieren zu der Seite gefunden, auf der mein Wahlhilfe-Team einsehbar war, mit Namen und Telefonnummern: Früher waren diese Infos Teil Berufung auf Papier gewesen, diesmal war ich zufällig auf sie gestoßen, als ich mich nach Berufung online für die Schulung angemeldet hatte – stellte aber fest, dass zu diesem Zeitpunkt noch eine wichtige Rolle unbesetzt war. Deshalb gestern neues Checken: Jetzt war die Liste vollständig, und ich kann mich daran machen, alle anzurufen und die Schichten für 8. März einzuteilen. In der Wahlhilfeschulung hatte man uns Wahlvorsteherinnen empfohlen, für das Team eine WhatsApp-Gruppe einzurichten. Kann ich nicht, weil ich WhatsApp konsequent den Zugriff auf meine Kontakte verwehre und mir so nur sehr eingeschränkte Funktionen zur Verfügung stehen. Zum Beispiel kann ich niemandenen konktaktieren, der oder die nicht vorher mich kontaktiert hat. Mal sehen, ob’s auch ohne geht.

Es schneite weiter, nass und schwer; ich sorgte mich bereits wieder um die Bäume und befürchtete abbrechende Äste.