Essen & Trinken

Journal Donnerstag, 24. September 2026 – Der Oktoberfestdruck steigt

Freitag, 25. September 2026

Zu überraschend milden Temperaturen, aber bedecktem Himmel aufgestanden. (Und mit überraschenden LWS-Schmerzen, Ibu gleich zum Frühstück.)

In der Arbeit Arbeit, mein inneres Maulen legte sich bei einer Recherche und Nahezu-kreativ-Aufgabe, die ich mir auf gestern gelegt hatte.

Mittags raus auf einen Cappuccino, in ein paar Regentropfen kaufte ich auf dem Rückweg auf dem Markt Äpfel. Zwei davon gab es später als Mittagessen (SO! gut) dann noch SkyJoLei.

Nachmittags arbeitete ich weiter an der guten Aufgabe.

Heimweg mit größerem Bogen ums Oktoberfest, diesmal auch mit Bögen um einige entgegenkommende Betrunkene, deren Torkeln ihren Weg unberechenbar machte. Das nahende Wochenende zeigte sich in deutlich mehr Menschen, auch auf den Wegen zwischen Öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Theresienwiese.

Oktoberfest-Verkleidung unterliegt natürlich genauso Trends wie jede andere Bekleidung, dieses Jahr habe ich mangels Flucht nach Langem mal wieder die Gelegenheit, sie zu verfolgen. Während in den Vorjahren mal Hütchen die Damen-Köpfe überm Dirndl zierten, mal Kunstblumenkränze (das war verstörend: Almabtrieb-Assoziationen), trägt die modische Oktoberfest-Cosplayerin heuer zum Dirndl (tendeziell Samt und Spitze) recht konsequent Stiefeletten. Halbschuh-Trend zum Dirndl: Slingback-Pumps.

In der Landwehrstraße Einkäufe für den Freitagabend beim Süpermarket Verdi und im Laden mit arabischen Nüsschen.

Daheim verabschiedete ich noch Herrn Kaltmamsell, der abends einen Berufstermin hatte. Dann turnte ich Yoga, mit nur einem Schmerzensschrei (nach linkem Seitstütz im T bei Rückkehr in Plank). Zum Nachtmahl verarbeitete ich den Ernteanteil-Radicchio mit frischen Feigen, Tegernseer Camembert (mit quarkigem Kern, wunderbar) und gerösteten Walnüssen.

Sehr, sehr gut. Nachtisch Schokolade.

Früh ins Bett zum Lesen, vor lauter Müdigkeit aber gleich Lichtaus ohne Lesen.

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Frau BIG PHARMA Brüllen nahm sich die Zeit zu erklärbärn, und zwar ihren Job, der zwischen Wirkstoffentwicklung und Verkäuflichkeit an sowie Wirkung bei Patient*innen liegt. Darin unter anderem: In wie viel Vorleistung ein Pharma-Unternehmen geht, ohne bereits zu 100 Prozent zu wissen, ob die Wirksamkeit überhaupt wasserdicht bestätigt wird.

Was nachträglich nochmal erklärt, warum man die Corona-Impstoffe nicht so einfach mal in den armen Ländern produzieren lassen konnte, die sie dringend benötigten.
(Außerdem assoziiere ich, seit ich mich beruflich mit Massenfertigung in der Industrie beschäftige, so manche großartige Entwicklung bis zum Prototypen oder Möbel-Entwürfe, bei denen ich erstmal denke: “Super! Und JETZT bringt das mal in Serie.”)

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Bislang ging ich davon aus, dass “Protein” in der Lebensmittel-Industrie halt das “KI” in der Technik ist: Wenn man’s aufs Produkt draufschreiben kann, verkauft sich’s besser. Doch bei näherer Betrachtung sind die Marketing-Mechanismen dahinter doch ganz interessant: Wie kam es eigentlich zu diesem Hype?

Wie alles in der Ernährungsforschung mit ihren vielfältigen methodischen Fallstricken ist es halt kompliziert:
“Der Protein-Irrtum: Forscher warnen vor Folgen für den Stoffwechsel”.

Auch diese Überschrift führt übrigens in die Irre und ist dem überdurchschnittlich gründlichen Artikel (er verlinkt sogar die Originalstudie !!111!) nicht angemessen. Damit Sie den wichtigen letzten Absatz nicht übersehen, zitiere ich ihn hier:

Zudem handelt es sich bei der Arbeit um eine Übersichtsarbeit, also um die Zusammenschau vorhandener Studien und nicht um neue Experimente. Wie sich eine dauerhaft eiweißarme Ernährung auf die menschliche Lebenserwartung auswirkt, ist schlicht nicht untersucht. Und so kommt Dudley Lamming nur zu einer zurückhaltenden Handlungsempfehlung: “Wir müssen Proteinempfehlungen wahrscheinlich nicht nur nach dem Alter personalisieren, sondern auch danach, wie körperlich aktiv Menschen sind.”

Hervorhebung von mir.

Dabei habe ich selbst eine Zeit lang auf Eiweiß-reiche Ernährung geachtet: In den 1990er trieb ich sehr viel Sport, fast täglich mehrere Stunden in einem Fitnessstudio Aerobics und Krafttraining (Gymnastik). Irgendwann hatte ich Schmerzen am Ende der Trainigseinheit oder kurz danach, sie fühlten sich an wie Muskelkater – doch das konnte zeitlich nicht hinhauen (Muskelkater eher 12 bis 24 Stunden nach Belastung), außerdem war ich doch super trainiert. Als ich die Chef-Trainerin darauf ansprach, die mich ja täglich turnen sah, fragte sie, wie viel Eiweiß ich denn zu mir nähme. Nein, bei so viel Sport reiche Alltags-Eiweiß nicht, meine Schmerzen rührten sehr wahrscheinlich von Eiweißmangel. Also holte ich mir hin und wieder an der Fitnessstudio-Theke einen Eiweiß-Drink und nahm an die Uni zur Brotzeit Quark und Hüttenkäse mit. Das funktionierte.

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Ausführlicher Satire-Thread über die Auswirkungen der Berliner Wahlergebnisse (leider nur für eingeloggte Bluesky-Accounts sichtbar).

Journal Mittwoch, 23. September 2026 – Geschichten aus dem Dantebad

Donnerstag, 24. September 2026

Ein Traum brachte mich derart auf, dass ich alle Kraft benötigte mich davon zu überzeugen, dass das EIN TRAUM! war.
Nämlich: Am Ende einer Einladung bei uns daheim hatten Gäste Herrn Kaltmamsell und mir ein großes Sportgerät plus eingepacktem Zubehör geschenkt. Ich war in Hektik, weil ich zum Flughafen musste um zu verreisen, nahm ich das Geschenk einfach zusätzlich zu meinem Gepäck mit. Und dann saß ich am Flughafen zwischen fünf großen Gepäckstücken, wusste aber, dass ich nur zwei einchecken durfte, musste den Rest also irgendwie loswerden, als erstes fiel mir mein Vater ein, der es abholen konnte, von Ingolstadt aus war es ja nicht weit, doch vor lauter Aufgebrachtheit (ging weit über Aufgeregtheit hinaus) schaffte ich es nicht mal, auf meinem Handy Apps zu schließen, um an die Telefonier-Funktion ranzukommen, ich wurde immer hektischer und verzweifelter – und wachte davon endlich genug auf, um mich einzufangen: Das ist ein Traum! Du musst keine Lösung finden! Das ist nicht echt!
So heftig emotional war schon lang kein Traum mehr gewesen.

Tatsächlich schaffte ich es auch, noch ein wenig einzuschlafen vor früher gestelltem Wecker, stand aber reichlich durch den Wind auf. Dennoch kam ich gut los für meine Schwimmpläne. Draußen war es wie angekündigt scheißkalt (erste Handschuh-Gedanken), kurz vor sieben sah ich die ersten Atemwölkchen der Saison. Unterwegs erkannte ich einen Mann wieder, der bislang noch jedes Mal mit derselben U-Bahn wie ich zum Westfriedhof fuhr, von dort wie ich zum Dantebad ging – ob er das wohl an jedem Montag, Mittwoch, Freitag tut? Auf meiner Schwimmbahn identifzierte ich niemandem, als den ich ihn vermutet hätte.

Über dem Schwimmbecken lag dicker Dampf, das Wasser war auf Wintertemperatur hochgeheizt. Das empfand ich erstmal als zu warm, dann aber ging es – zumal ich die prophylaktische Ibu vergessen hatte und auf die heilende Wirkung der Wasserwärme setzte.

Die Sonne ging golden auf, bereits sehr herbstlich weit rechts und niedrig, aber zu wolkenlos blauem Himmel, und bestrahlte die erste Ahnung von Herbstlaub. Diesmal brauchte ich keine Pinkelpause, das werde ich alles ins soachwarme Wasser geschwitzt haben. Doch mein Gemüt kam aus dem Mittelgrau nicht recht heraus, die sensationell kitschigen Anblicke links und rechts beim Luftholen kamen nicht richtig bei ihm an.

Wieder schwamm ich neue Rekordzeit, diesmal könnte ich aber nicht beschwören, ob ich mich nicht doch einfach verzählt habe.

Große Liebe für Sammelumkleiden.
Während ich in Unterwäsche (wegen Nachschwitzen) im Spiegelbereich der Sammelumkleide Haare föhnte, hörte ich aus dem Gang bei der Eingangstür: “Oh nein, das geht wirklich kaputt. Ich brauch eine Goldschmiedin.”
Sofort aus dem hinteren Gang: “Ich bin Goldschmiedin.”
Eine Frau in blauem Sport-Bikini und oranger Bademütze ging rüber zum Türgang, ich hörte Beratung zu Löten versus Schmieden (es ging um ein Armkettchen).

Weiterer Female Locker Room Talk: “Die größte Bedrohung für das Patriarchat ist eine Frau, die sich völlig in Ordnung findet.”

Und DANN war da noch die Frau in der Umkleide, die beim Eincremen ihrer Beine melodiös vor sich hin summte.

Für alle Fälle zum Mitschreiben: Der Widerstand wird von Damen-Sammelumkleiden aus organisiert werden. Was Schwimmbewegung und Sonnenschein nicht geschafft hatten, bewirkte jetzt dieses entzückende Menscheln: Mein Gemüt wurde hell, ich freute mich wirklich am Tag.

Homerstraße, hinter mir der Eingang zum Dantebad.

Die U-Bahn-Fahrt in die Arbeit wurde zwischen Hauptbahnhof und Theresienwiese besonders interessant: Reichlich Oktoberfest-Bedienungen, wie ich auf dem Weg in die Arbeit. Allerdings deutlich anders ausgestattet.

In der Arbeit wurde es emsig, ich hatte die seltene Gelegenheit, eine hochgeschaukelte, scheinbar komplexe Angelegenheit durch Bodenständigkeit und einfach Machen über die Ziellinie zu bringen (habe ich mich gerade als “unkompliziert” bezeichnet?).

Drumrum Gewirbel und Querschüsse, erst spät kam ich raus auf meinen Mittagscappuccino – diesen Marsch wollte ich in weiterhin sensationellem Sonnenschein mit lediglich etwas Wärme unbedingt haben. Und er war herrlich.

Zu Mittag gab es Birnen sowie Skyjolei.

Ruhigerer Nachmittag, draußen lachte weiter die Sonne.

Heimweg direkt, also über den Bavariaring – von dem mich Oktoberfest-Sicherheitskräfte scheuchten, weil er hier nur als Zugang zum Oktoberfest fungierte. Aber ich musste nur einen kleinen Umweg laufen.

Daheim holte ich lediglich Herrn Kaltmamsell ab: Wir waren zu einem Abendessen im Weißen Bräuhaus verabredet, das wir seit Jahren auf der Liste haben.

Nämlich deswegen. Das Weiße Bräuhaus ist für seine Innereienküche berühmt, unter anderem wird hier laut einigen Quellen Montag bis Mittwoch gebackenes Kuheuter angeboten. Nach dem musste wir allerdings fragen, es stand nicht auf der Speisekarte. Die ausgesprochen rustikale Kellnerin stritt auch erstmal ab, dass es das gebe, ließ sich aber übereden, in der Küche nachzufragen. Und da hatten wir es. Schmeckte gut, aber wenig besonders (anders als Leber, Niere, Milz, Lunge). Wir hatten noch Platz für einen geteilten Kaiserschmarrn, der sehr deftig und reichlich karamellisiert war.

Nach Hause in nahezu milder Luft.

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Senta Berger (<3 <3 <3) kürzlich in der Talk-Runde “Kölner Treff” – bezaubernd und mit interessanten Aussagen übers Altwerden.

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https://youtu.be/FRfex-ex6j0?si=1GVfWfEcYKm3DMCu

Journal Samstag, 19. September 2026 – Verschiedene Oktoberfestwunder, vor allem aber Wandern am Tegernsee

Sonntag, 20. September 2026

Ausgeschlafen, parallel zum Bloggen Kuchen gebacken, nämlich Zwetschgenkuchen aus den sauren Früchten vom Markt.

Dem Oktoberfest-Start wollte ich sehr gern durch eine Wanderung ausweichen, und zwar den Tegernseer Höhenweg ab Gmund und über Galaun, wie beim letzten Mal. Doch diesmal wanderte ich die Tour ohne Herrn Kaltmamsell, der weiterhin orthopädisch unpässlich ist.

Mit den festeren, neuen Wanderstiefeln: Zum einen, um sie weiter einzulaufen, zum anderen stellte ich mir gerade für steile Passagen harte Sohlen nützlich vor. (Für Wanderstöcke bin ich ja leider zu blöd.) Es war herrliches Wetter mit Höchsttemperaturen wenig über 20 Grad angekündigt. An sich hatte ich ja kalten Regensturm fürs erste Oktoberfest-Wochenende bestellt, aber wenn ich den nicht kriegte, war perfektes September-Wanderwetter das Nächstbeste.

Allerdings hing bis gestern morgen in der Luft, ob ich statt Wandern nicht eine Kaffee-Verabredung mit einer Durchreisenden haben würde. Doch als WhatsApp still blieb, machte ich mich fertig – sogar besonders zackig, weil ich nach dem Kuchenbacken die Chance sah, einen früheren Zug zu erwischen. Schminken ließ ich einfach weg; nicht dass ich mich ungeschminkt unansehnlich fühle oder so, es gehört lediglich zu meinem Draußen-Ich. (Gerade bei Gesprächen über plastische Chirurgie oder weniger invasive Eingriffe mit Ziel Verjüngung des Äußeren merke ich: Ich bin dermaßen einverstanden damit, wie ich aussehe und dass man mir mein Alter ansieht, dass ich zu zweifeln beginne, ob ich mich in unserer Gesellschaft überhaupt als Frau bezeichnen darf.)

Überraschung über ein weiteres Oktoberfestwunder auf dem Weg zu meinem Zug am Starnberger Flügelbahnhof: Die breite Passage in der Bahnhofshalle wurde wiedereröffnet. Jetzt sorge ich mich weniger um die Oktoberfest-Menschenmassen dort.

Der Zug war voll, aber nicht übervoll, im Zugteil zum Tegernsee musste niemand stehen. Ich bekam eine Auseinandersetzung mit, weil Passagiere Sitze reservierten für Leute, die auf der Strecke zusteigen würden; ein anderer Passagier akzeptierte das nicht und setzte sich auf einen dieser Plätze: In der Regionalbahn gebe es keine Reservierungsmöglichkeit, wer zuerst komme, habe halt einen Sitzplatz. (Ich schwanke in meiner Meinung dazu.)

Ankunft im Idyll Gmund.

So lang vom Bruckerl geschaut, bis ich eine Forelle entdeckte – und was für eine mächtige!

Gelassenes Loswandern, tiefe Atemzüge in herrlicher Luft. Für die Strecke brauche ich inzwischen keine Beschreibung oder Schilder. Es waren viele weitere Wanderer unterwegs, ganze Familien, außerdem reichlich Elektro-Radler*innen.

Hinter Gmund lautes Muhen: Die Rinder rechts von der Straße muhten laut zu den kleineren Rindern links – die allerdings völlig ungerührt waren.

Erstes Ziel: Der Käseautomat. Ich kaufte einen Camembert und ein Stück – *checks Kühlschrank* – Hirschberger.

Mittagscappucino und Klobesuch am Bahnhof Tegernsee.

In ruhigem Tempo wanderte ich weiter, zweigte vom Höhenweg nach links hoch Richtung Galaun.

Dieser Weg war sehr ruhig: Über eine halbe Stunde davon sah und hörte ich keinen anderen Menschen. Jetzt kam ich richtig zur Ruhe und intensiven Wanderfreude, war tief dankbar für die Körpertüchtigkeit, die mir das ermöglichte – ich werde sie nie als selbstverständlich empfinden.

Kleine Eintrübung: In den festen Wanderstiefeln wurden meine Zehen immer wieder taub, fühlten sich beengt an, schmerzten dann auch. Was mir ein Rätsel ist, nachdem ich sie doch vor dem Kauf doch so gründlich getestet hatte.

Das Berggasthaus Riederstein am Galaun war gut besucht, beim Abstieg zurück zum Tegernseer Höhenweg begegnete ich auch regelmäßig anderen Wandersleuten.

Die markante Silhouette des Wallbergs. Zu weit oben, um auf dem Foto sichtbar zu sein: Zwei Dutzend Paraglider, die wie ein Stubenfliegeschwarm den Gipfel umkreisten.

Kurz vor halb drei setzte ich mich auf ein Bankerl zur Brotzeit: ein riesiger, köstlicher Apfel, ein Stück von Herrn Kaltmamsells Geburtstags-Marmorkuchen.

Dooferweise endet diese Wanderung mit einer Stunde die viel befahrene Uferstraße entlang (darauf eine Protzauto-Dichte wie auf der Münchner Leopoldstraße), vor dem nächsten Mal suche ich intensiver nach einer alternativen Strecke. Zwar gibt es außer im Winter auch eine Wasserverbindung per Fähre von Rottach-Egern nach Tegernsee, doch ich wollte halt gehen.

Wallberg, Rottach-Egern, Tegernsee, Kaltmamsell.

Durchaus verstörend diesmal oben auf dem Höhenweg: Zweimal musste ich meine Ohren wegen LALÜ! zuhalten. Auch das der Verkehrssituation zwischen Rottach-Egern und Tegernsee geschuldet: Da gibt es nur die eine Straße, die gerade mal so Platz hat zwischen Berg und See.

Sehr auffällig: Meine LWS muckte überhaupt nicht, an keiner Stelle, bei keiner Bewegung. Gehen -> gut. Aber halt auch Sitzen -> schlecht: Schon nach einer halben Stunde im Zug (wunderbares Timing, er fuhr elf Minuten nach meiner Ankunft am Bahnhof ab, genug Zeit, um noch bequem einen Sitzplatz zu bekommen) stach es wieder böse vom Kreuz bis ins Bein. Hin und wieder muss ich aber sitzen!

Strecken-Statistik: Gut fünf Stunden mit zwei Pausen, laut Schrittzähler gut 17 Kilometer und mehr als 100 Stockwerke.

Angenehme Zugfahrt zurück, gegenüber saßen eine Frau und ein Mann in Wanderkleidung, nur wenig älter als ich, und unterhielten sich freundlich, zugewandt, interessiert, tief und lang verbunden, waren aber ganz klar kein Paar – so dass mir zum einen das Herz aufging, ich sie zum anderen als liebende Geschwister einsortierte. Und gern gewusst hätte, ob ich richtig lag, doch eine Nachfrage wäre viel zu aufdringlich gewesen.

Nächstes Oktoberfestwunder: Die Baustellen-Unterbrechung der U6 war aufgehoben. Ich konnte schon am Harras aussteigen und eine U-Bahn heim zum Sendlinger Tor nehmen (darin überraschend wenig Oktoberfest-Cosplayer*innen, vielleicht hat sich die Wiedereröffnung der U-Bahn-Linie noch nicht rumgesprochen). Ich kam streichfähig entspannt zurück, Ausruhen auf dem sonnigen Balkon.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den Spaghettikürbis aus Ernteanteil, er testete ein Rezept mit Speck-Sahne-Sauce (das ich nie “Carbonara” nennen würde, drohendes Einreiseverbot nach Italien).

Und siehe da: Damit hat der geschmacksneutrale, lediglich als Textur interessante Kürbis meiner Ansicht nach seine Bestimmung gefunden, er ist das perfekte Gegengewicht zur schweren Sauce. Künftig also kein Augenrollen mehr, wenn der Ernteanteil Spaghettikürbis bringt. Als Wein öffnete ich den letzten Rosé im Bestand, Pittnauer Dogma – weiterhin ein Liebling.

Beim Lesen im Bett ließ ich das Fenster noch offen, ließ die Geräusche von Oktoberfest-Passant*innen herein, die Musik-Bedudelung der Rikschas. Zum Schlafen musste ich das Fenster natürlich schließen. Dieses Jahr kann ich ja dann herausfinden, ob Oktoberfest die Brüllerei im Park verstärkt oder mindert. All for science.

Journal Freitag, 18. September 2026 – Peruanisches Geburtstagsfeiern

Samstag, 19. September 2026

Guter Nachtschlaf. Morgens herzte und küsste ich Herrn Kaltmamsell zu seinem Geburtstag, er holte sich Geburtstagskuchen, und ich schenkte ihm zwei Teilnahmen an einem Kochkurs bei Eataly – mit einer Begleitung seiner Wahl.

Der Bavariaring verbarrikadiert sich gegen das Oktoberfest. (Unteres Foto auf dem Heimweg aufgenommen.)

Aber es gab auch GUTE! Auswirkung des Oktoberfests: Mindestens eine der Baustellen in meiner Wohnstraße wurde so umgestaltet und gesichert, dass man fürs Passieren nicht mehr auf die Straße ausweichen muss, sondern den Gehweg nutzen kann. Das kenne ich von einer anderen Baustelle in der Nähe der Theresienwiese, die jahrelang Verkehrsumstände verursachte, aber dreimal fürs Oktoberfest so umgebaut wurde, dass man ohne Umstände vorbei kam. Danach allerdings wieder verumständet.

Im Büro geordnetes Arbeiten, jedoch bedrückt von menschlichen Schatten. Und immer durchgehenderem LWS-Pieksen ins Bein – ich versuchte vergeblich alle Dehnungen, Lockerungen und Mobilisierungen, die mir einfielen.

Mittagscappuccino aus der Cafeteria. Noch vor meinem Mittagsmarsch um die Blöcke löste ich eine besonders unangenehme Aufgabe: erleichtertes Losmarschieren, erste Wochenend-Gefühle. Und genau diese Bewegung tat meinem Kreuz spürbar gut, mehr Erleichterung.

Zu Mittag aß ich Äpfel und Hüttenkäse – während ein angekündigter eiliger Job reinkam.

Pünktlicher Feierabend bei wunderbar sonnigem Wetter, das jetzt auch wärmer geworden war.

Daheim festgestellt, dass unsere Wohnung ein Wespenfriedhof ist. Sollten wir uns geehrt fühlen, dass so viele Wespen gerade bei uns hereinfliegen (seit Tagen wird jedes Fensteröffnen von Wespensummen gefolgt), nur um dort zu sterben?

Zum Geburtstagsabendessen lud ich Herrn Kaltmamsell ein: Er hatte sich ein Abenteuer gewünscht und zwar peruanisches Essen – wir nahmen eine U-Bahn in die Maxvorstadt zum Nasca.

Wir entschieden uns fürs Menú tradicional, um möglichst viel Peruanisches kennenzulernen. Und stiegen ein mit dem peruanischen Drink: Pisco sour, der schonmal sehr gut schmeckte.

Das Menü startete mit Ceviche: Fisch mariniert in Leche de tigre (mit Limettensaft), dazu Zwiebeln, Koriander, Süßkartoffelpüree, Cancha (frittierten Maiskörnern). Sehr abwechslungsreicher Geschmack, doch wie immer bei Ceviche bedauerte ich, dass ich vom Fisch selbst in all der Zitrus-Säure gar nichts schmeckte, sondern er lediglich Textur beisteuerte.

Sehr gespannt war ich auf das gegrillte Rinderherz gewesen, und tatsächlich war das mein Lieblingsteller des Abends – würde ich das nächste Mal als Hauptgericht und große Portion bestellen, und Herr Kaltmamsell überlegt bereits, ob er es nachbauen kann.

Die Hähnchenbrust in cremiger Sauce, mit Parmesan, Kartoffelscheiben und gekochtem Wachtelei wurde als nahezu kaltes Gericht serviert – anders als bei den Ceviche war ich hier allerdings nicht sicher, ob das so gehörte.

Gegrilltes Rinderfilet in einer herzhaften Sauce mit Reis wieder warm und sehr gut.

Als Dessert gab es Schokoladenküchlein mit flüssigem Kern (genau das richtige gestern) und Lucuma-Eis – Lucuma wurde uns als peruanische Frucht vorgestellt (wenig erkennbarer Geschmack). Dazu der interessanteste Punkt der Getränke-Begleitung: angewärmter Rum, superaromatisch.

Das Lokal war sehr gut besucht, der Service angenehm, durch die geöffnete Fenster-Front sahen wir hinaus auf die Theresienstraße und stellten fest, dass die Münchner Stadtviertel wirklich immer noch einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, wie schön. Wir unterhielten uns vor allem über unsere jeweiligen Arbeitswochen und aktuellen Lektüren.

Gemütliches Heimschaukeln in der U-Bahn, die Nachtluft frisch, aber nicht wirklich kalt.

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Markus Beckedahl erklärt kundig und nachvollziehbar, was Pressefreiheit und die Algorithmen der Monopol-haft dominanten Online-Plattformen miteinander zu tun haben:
“Pressefreiheit entscheidet sich in der Regulierung von Big Tech”.

Das Bundesverfassungsgericht hat 2003 entschieden, dass auch die Zustellung von Presseerzeugnissen in den Schutzbereich von Artikel 5 des Grundgesetzes fällt. Damals ging es um Botinnen und Boten. Die Begründung gilt aber im digitalen Raum unverändert: Ein Medium, das recherchieren und veröffentlichen darf, sein Produkt aber nicht zu den Menschen bringt, ist praktisch nicht frei.

Die Zustellung übernehmen heute algorithmische Empfehlungssysteme von X, Google, Meta, ByteDance und OpenAI. Der grundrechtlich geschützte Teil der Verbreitung liegt damit bei profitorientierten Unternehmen, die keiner publizistischen Verantwortung unterliegen. Die Regeln dafür werden in Produktabteilungen geschrieben und gelten sofort, ohne Anhörung und ohne Übergangsfrist.

Das Medienrecht hat diese Verschiebung bisher nicht nachvollzogen. Es kontrolliert weiterhin die Konzentration auf der Anbieterseite und lässt die Konzentration bei der Verteilung bisher weitgehend unbeachtet.

Markus schildert die daraus folgende Einschränkung der Pressefreiheit und leitet daraus politische Forderungen ab.
(Ja, schon am Montag gepostet, aber bis ich immer zum Newsletter-Lesen komme…)

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Menopause SCHON WIEDER. Für mich ist das Thema nicht vorbei, solange noch so viele medizinischen Fragen offen sind. (Und es weiterhin Frauen gibt, die völlig unvorbereitet reinrasseln.) Hier eine frische und gute arte-Doku, die sich vor allem mit dem Forschungsstand und seiner jüngeren Geschichte beschäftigt (Erzählerin Maren Kroymann!).

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https://www.youtube.com/watch?v=Mf1PiDdCFN0

Teilweise ganz schön gruslig. Auch aufgegriffen werden die aktuellen gesellschaftlichen Kontroversen um die Hormonersatztherapie, jetzt, wo endlich darüber gesprochen wird.
(Und all diese wundervoll sehenswerten nicht mehr jungen Frauen!)

Journal Dienstag, 15. September 2026 – Nochmal Biergarten aus dem Sommer rausgeholt

Mittwoch, 16. September 2026

Erster Schultag, ab jetzt verlässt Herr Kaltmamsell wieder vor mir das Haus (weil er an seiner Schule für den Vertretungsplan zuständig ist, der halt vor der ersten Unterrichtsstunde stehen muss und tagesaktuelle Ausfälle berücksichtigen).

An diesem sehr frischen, aber sonnigen Morgen marschierte ich besonders zackig in die Arbeit: Ich hatte aus Schlepp-Faulheit keine Jacke über die kurzen Ärmel des Oberteils gezogen.

Durch die spätsommersonnige Gollierstraße, bevor die Schulkinder unterwegs waren.

Der Vormittag im Büro dominiert von einer Info-Veranstaltung mit aktivem Part by proxy.

Vor und nach dem Sommer gibt es ein paar Wochen lang morgens einen Sonnenstand, bei dem die Strahlen von den Fenstern des Nebenhochhauses so blöd gespiegelt werden, dass sie genau mein Gesicht vor dem Computer-Bildschirm treffen. Jetzt begannen diese Nachsommerwochen wieder.

In herrlichem Spätsommerwetter marschierte ich Sonnenwärme suchend zu meinem Mittagscappuccino – und sah ausgesprochen entzückt einige Außengastronomie von aufgerezelten Familien belegt, die Schulanfang feierten, prächtige Schultüten auf den Tischen, dahinter je ein aufgekratztes Kind.

Zu Mittag gab es später eher trockene Feigen, köstliche Mirabellen (ein paar zu viel davon), Quark.

Nebenbei war ich gut mit instagram beschäftigt: Derzeit ergießt sich wieder eine Welle von Accounts mit meist vielen Ziffern hinterm Männernamen (meist ohne eigene Posts oder nur wenigen egalen) in Likes und Kommentare vor allem derjenigen meiner Posts, auf denen ich zu sehen bin. Aus tiefem Ekel blockiere ich sie konsequent. Hat etwas von Handy-Spiel (wie ich mir die vorstelle, die nicht Pokemon sind), bei dem ich alle anderthalb Stunden ein Dutzend Neu-Follower blockiere.

Heimweg in weiter gestiegener Wärme über kurzen Vollcorner-Einkauf. Diesen verstaute ich nur im Kühlschrank, fürs Abendessen (Ernteanteil bereits weggegessen) war ich mit Herrn Kaltmamsell aushäusig verabredet: Das nochmal sommerliche Wetter nutzten wir für den Schnitzelgarten.

Der Kellner hatte mir meine Bestellung Cordonbleu Gorgonzola bei meinem Luftholen bereits aus dem Mund genommen – auch wenn ich nur zwei- bis dreimal im Jahr komme, erinnerte er sich, dass ich das immer bestelle. Herr Kaltmamsell hatte endlich mal die ebenso legendäre Roulade essen wollen, doch die war gestern schon aus. Also wiederholte er meine Bestellung. Gutes Abendessen in wunderbarer Luft. (Nein, wir schafften wieder nicht alles, hatten für den Rest eine Plastikdose dabei.)

Biergartenhimmel am Sommerende.

Auf dem Heimweg blieb ich am geschätzten Nachbarschafts-Blumenladen hängen und gönnte mir Dahlien.

Zu Hause noch Schokolade als Dessert.

Sehr früh ins Bett mit völlig überraschenden Zahnschmerzen links oben hinten – wie praktisch, dass ich Mittwochmittag eh einen Termin bei meiner Zahnärztin hatte zur Besprechung eines Implantants für den abtrünnig zerspaltenen Zahn rechts oben hinten.

Meine neue Lektüre war punktgenau aus der Vorbestellung bei der Münchner Stadtbibliothek als verfügbar gemeldet worden: Mely Kiyak, Dieser Garten.

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Wenn ich jemanden über den Nahost-Konflikt lesen möchte, dann Carolin Emcke. Wegen ihrer umwerfenden Klugheit, wegen ihrer persönlichen Nähe zum Thema, weil sie sich schon so oft und tief Gedanken und Gefühle gemacht hat über Gewalt und Empathie. Deshalb hob ich mir ihren Text zum Thema fürs SZ-Magazin bis zu einem Augenblick mit Ruhe und Konzentration auf (€):
“Jedes einzelne Leben”.

Und Emcke beginnt auch gleich sehr klug:

Für manche beginnt die eigene Zeitrechnung am 7. Oktober. Das Datum markiert eine Zäsur. Dieses Verbrechen reiht sich nicht ein in eine Chronologie oder einen Kontext. Es hebt die Zeit aus den Fugen. Für andere gibt es eine andere Zeitrechnung, gibt es ein Davor, eine Chronologie, die andere historische Momente, andere Gewalterfahrungen betont. Für manche beginnt es mit der israelischen Besatzung im Westjordanland. Und mit der Abriegelung des Gazastreifens. Für andere noch viel früher. Mit dem Teilungsplan und der Gründung des Staates Israel. Mit dem Krieg, der darauf folgte. Mit der Nakba, der »Katastrophe«, der Gewalt und der Vertreibung der Palästinenser. Für andere beginnt es mit der Shoah. Für wieder andere beginnt es mit den Briten und ihrem Mandat. Mit den Enteignungen und Entrechtungen im Namen britischer Notstandsverfügungen. Mit dem Imperialismus der Briten und ihren kolonialen Techniken der Repression, die später immer wieder zitiert oder kopiert wurden.

Wer spricht oder schreibt über den Nahen Osten, setzt und deutet Anfänge, Bruchstellen, Wendepunkte, Zäsuren, setzt und deutet Hintergründe, Vorgeschichten, bestätigt oder bestreitet Kontinuitäten oder Diskontinuitäten, empfindet und erfährt Wiederholungen, Re-enactments, Retraumatisierungen.

Wenn Sie irgendwie rankommen, empfehle ich die Lektüre dieses Essays. Es geht auch darum, wie Nachdenken, Erinnern und Assoziieren funktionieren, wo Vorwürfe komplett unangebracht sind.
Weinen Sie mit mir.

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Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach bloggt über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt, was mir schon lange durch den Kopf geht:
“Nehmt sie endlich Ernst!”

Was mich in den letzten paar Tagen dann aber wirklich irritiert hat, ist, wie wenig die Menschen, die AfD wählen, Ernst genommen werden. Durchweg. Da wird auf ihre Ängste hingewiesen, auf ihre Enttäuschung, auf ihren Frust, auf das verlorene Vertrauen. Als ob das erklären kann, wieso rund 50% der Menschen, die gewählt haben, eine rechtsextreme, eine Nazi-Partei wählen. Wer so über deren Entscheidung redet, als ob sie aus Frust, im Affekt, irgendwie unreflektiert gefallen wäre, macht doch genau das gleiche, was sie vorher als Ursache zu identifiziert zu haben glauben.

Ich drücke es so aus: Diese Leute wollen Faschisten, seht es endlich ein!

Und Wolfgang:

Um es klar zu sagen: wer enttäuscht ist, wütend, sich zurückgelassen fühlt, entscheidet sich bewusst zwischen der Linken und den Nazis. Und nicht zufällig. Es mag vielleicht frustrierend sein und es macht mir ja auch Angst. Aber wenn ich die Menschen Ernst nehme, gibt es nur einen Schluss: sie haben sich bewusst für Nazis entschieden, weil sie die Antwort der Nazis richtig finden.

Journal Samstag, 12. September 2026 – #12von12 mit marokkanischem Abend

Sonntag, 13. September 2026

#12von12 bedeutet: Am 12. eines Monats zwölf Fotos vom Tag bloggen – gesammelt im Kännchenblog von Caro.

1 von 12: Zu diesem Anblick wachte ich auf, das war schön.

Sportplan war eine Laufrunde. Diesmal knetete ich vorher meine Beinrückseiten lieber mal mit einer Faszienrolle, denn an den vorherigen Tagen hatte ich immer wieder Signale aus meinen Waden wahrgenommen, die sich wie eine Ankündigung von Krämpfen anfühlten: JETZT krampfen wir zwar nicht, aber wir KÖNNTEN!

2 von 12: Laufkleidung.

Ich radelte zum Tierpark Hellabrunn; beim vorherigen Reifenaufpumpen hatte ich festgestellt, dass ich nicht mal fürs Radeln eine Jacke brauchen würde – wenn mir ein wenig Frösteln nichts ausmachte.

Es wurde ein herrlicher Lauf: Perfektes Wetter, in dem es gerade frisch genug war, dass die Sonnenstrahlen angenehm wärmten. (Das ist möglicherweise meine Ideal-Temperatur draußen: Ich genieße die Wärme der Sonne, brauche dafür im Schatten ein Jäckchen. Wie halt damals 1992 in Wales.) Und das Licht! Und die Farben!

Dazu ein ungewöhnlich kooperativer Körper, selbst über die 90 Minuten hinaus (meine Erklärung: Ibu plus Vorkneten).

3 von 12: Schleusenwärterhäusl bei Maria Einsiedel.

4 von 12: Isarwerkkanal mit Blick auf Großhesseloher Brücke.

5 von 12: Blick von Großhesseloher Brücke auf weiterhin extrem niedrigen Wasserstand.

6 von 12: Blick bei Pullach übers Isartal.

7 von 12: Isarwerkkanal mit Familie Schwan.

Für ein paar Einkäufe vor Rückradeln schaute ich abschließend zum Edeka Isargärten – doch der war nach einem Brand Anfang August geschlossen (ich hatte vom Brand gelesen, aber nicht mitbekommen, wie verheerend dessen Zerstörung gewesen war).

8 von 12: Wasserwachtübung am Flaucher.

Für Einkäufe radelte ich also im Glockenbachviertel an einem Edeka vorbei.

9 von 12: Zum Frühstück gab es um zwei Roggenvollkornbrot mit Butter und Tomaten, dann noch zwei mächtige Stücke Zwetschgenkuchen.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Zeitunglesen (der Lokalteil immer stärker oktoberfestisiert, im Lauf der kommenden Woche werden nur noch die Polizeimeldungen für mich interessant), Blödschaun in die Sonnen-beleuchtete Umgebung.

Auf der Balkonbrüstung stand wie immer eine Schale Wasser. Ich fülle sie täglich auf, offensichtlich wird sie viel von Vögeln genutzt.
Gestern aber saß auch ein Mensch auf dem Balkon: ich.
Immer wieder beobachtete ich, wie vom Park eine Meise (Kohl- oder Blau-) gezielt angeflogen kam (in der Meisen-typischen Wellenbewegung) – und dann ein paar Meter vorm Balkon beiläufig abdrehte in den benachbarten Baum. Manchmal traute sich eine doch kurz heran, aber bis zu einem Bad blieb keine.
Sehr lustig und niedlich.

Außerdem raffte ich mich endlich zu Pflanzen-Wellness auf und entstaubte die Blätter meines Feigen-Oleanders (mit einer schmutzigen Socke, die ich über die Hand zog und immer wieder ausschüttelte).

Zum Abendessen waren Herr Kaltmamsell und ich mit Freunden verabredet: Sie hatten von einem neuen marokkanischen Lokal in Thalkirchen gelesen, dem El Nador, und dort für uns reserviert. Da die U-Bahnlinie in diese Richtung wegen Renovierung gesperrt ist, nahmen Herr Kaltmamsell und ich einen Bus für die erste Hälfte der Strecke und gingen den Rest zu Fuß (keine Lust auf Radeln).

10 von 12: So kamen wir an diesem rasch frischer werdenden Spätsommerabend mal wieder an der Alten Utting vorbei.

Der marokkanische Abend wurde sehr schön: Die Wirtin Naima El Helali, wie sich herausstellte Hessin mit marokkanischen Wurzeln, erzählte uns den Hintergrund zu Gebräuchen, Gerichten und Weinen, wir aßen ganz ausgezeichnet, wurden aufmerksam und liebevoll umsorgt.

Wein des Abends wurde ein marokkanischer Rosé Sidi Brahim, der wirklich interessant schmeckte. Bevor serviert wurde, trat einer der Angestellten mit silbernem Geschirr und Kanne an unseren Tisch: Erstmal wuschen wir uns hier nämlich die Hände.

11 von 12: Als Vorspeisen hatten wir um eine Auswahl für alle gebeten – und bekamen wunderbar unterschiedlich gewürzte Gemüse sowie Krabben in Tomate und eine Erbsencreme.

12 von 12: Auch die Hauptspeisen teilten wir uns, um möglichst viel zu probieren. Es gab Tajine mit Lamm, mit Hähnchen, mit Hackbällchen (es hätte auch eine reine Gemüse-Tajine gegeben), außerdem eine Schüssel Couscous mit Rind und Gemüse. Auch hier schmeckte alles sehr unterschiedlich, aber durchgehend hervorragend.

Auch die Nachtisch-Zusammenstellung überließen wir der Wirtin, sie servierte luftigen marokkanischen Pfannkuchen sowie einen saftigen Grießkuchen mit Mandeln, dazu Vanilleeis – ich musste passen, mein Bauch meldete bereits Überfüllung. Doch den frischen Pfefferminztee, aus großer Höhe und wunderschönem Kännchen eingegossen, nahm ich gerne.

Dazu das eigentlich Wichtige des Abends: Update mit den Freunden, die seit dem letzten Treffen mit Segelboot um Korsika und Sardinien Urlaub gemacht hatten, zum Teil einen völlig neuen Berufsweg eingeschlagen, viel erlebt.

Heimweg dann doch zu noch größerem Teil zu Fuß, weil wir zu lange auf den Bus hätten warten müssen – doch mit Sitzpausen für Herrn Kaltmamsell, der mittlweile nur noch gut zehn Minuten gehen kann, bevor er sich vor Schmerzen setzen muss, ich sorge mich sehr.

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Ein Blog besonders häufig zu verlinken, fühlt sich immer ein bisschen wie Stalking an – aber dann soll’s halt nicht so empfehlenswert schreiben. Lesen Sie hier bei Novemberregen von ihrem Brandschutztraining:
“11. September 2026”.

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Und schon wieder:
“Vorwurf gefilmter Missbrauch: Mann in Hannover vor Gericht”.

Die Ermittlungsgruppe sei zudem auf fast 100 noch unidentifizierte Opfer gestoßen, zu denen weiter ermittelt werde.

Noch jemand mit Not all men!?

Journal Freitag, 11. September 2025 – Wochenendfeiern mit südenglischem Sekt

Samstag, 12. September 2026

Für eine richtig gute Nacht mindestens zweimal zu oft aufgewacht.

Von draußen kam es wieder ausgesprochen kühl herein, dennoch wagte ich mich strumpflos in einem Rock auf den Marsch in die Arbeit.

Körper-Ärgernis am Schreibtisch: Die Muskeln über (oder unter) meinen linken unteren Brustrippen zuckten, den ganzen Tag. Wir kennen das von Augenzucken, in den vergangenen Jahren kommen an meinem Körper aber alle möglichen Muskeln auf diese Idee. Ich fange erst gar nicht an, nach Ursachen zu recherchieren: Ohnehin sehr wahrscheinlich eines von unzähligen Körper-Details, zu denen die Forschung keinen blassen Schimmer hat. Ist halt so.

Zum zweiten Mal in meinem Berufsleben eine junge Erwachsene erlebt, die URLs handschriftlich notierte (und dann für die digitale Ablage fotografierte – immerhin).

Geordnet emsiger Arbeitsvormittag. Beim Mittagsmarsch um die Blöcke und zu einem Cappuccino bauten sich dunkelstgraue Wolkenwände auf – obwohl für den Tag kein Niederschlag angekündigt war. Dieses Gewitter äußerte sich dann allerdings nur in Donnern, es regnete nicht und wurde bald wieder sonnig.

Wird man in den kommenden Jahrzehnten 9/11-Überlebende runterzählen wie zuvor die der Titanic? (einer der letzten / eine von nur noch fünf / der vorletzte)
Berechtigter Einwand auf Mastodon: Die Titanic führte Passagierlisten, das World Trade Center nicht.

Zu Mittag gab es Plattpfirsiche, Skyr mit Joghurt und Leinsamenschrot.

Am Nachmittag hatte ich noch einiges zu tun, aber ich war so, so müde – und habe nicht mal was dafür vorzuweisen (Kind, tausende Projekte).

Aber auch dieser Nachmittag endete, ich machte mich auf den direkten Weg (am immer bedrohlicheren Oktoberfestaufbau vorbei) nach Hause – denn dort startete ich erstmal das Backen eines Wochenend-Kuchens (sehr rar geworden, weil zu selten Lust darauf): Zwetschgenkuchen mit Nussboden.

Während der Ofenzeit eine Einheit Yoga, angenehm. Dann fürs Abendessen die Beilage Chinakohl (Ernteanteil) mit Joghurtdressing vorbereitet, bevor ich endlich mit Herrn Kaltmamsell richtig Wochenende feierte.

Wir öffneten die Flasche südenglischen Sekt Méthode Champenoise, die wir aus dem Urlaub mitgebracht hatten. An Breaky Bottom Vineyard, gegründet 1974, sind wir beim Wandern durch die South Downs mehrfach vorbeigekommen – das war vor vielen Jahren Anlass unserer Entdeckung, dass England zum Weingebiet geworden ist.

Die Cuvée Manja Scott von 2019 war hefig in der Nase, sonst anfangs vor allem sehr trocken – entwickelte erst mit der Luft einige interessante Aromen.

Beim Recherchieren der Hintergründe von Weingut und Winzer las ich, dass Gründer Peter Hall 2025 gestorben ist – Breaky Bottom steht derzeit zum Verkauf.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Ernteanteil-Zucchini (plus zugekauften, es gab tatsächlich eine Zu-wenige Zucchini-Situation) mit Garnelen in asiatischer Limetten-Sauce, ganz hervorragend. Zum Nachtisch gab es frischen Zwetschgenkuchen und dann Schokolade, außerdem ein Stamperl ungarischen Birnenschnaps.

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Gestern erfuhr ich via wasmachstdueigentlichso von der Existenz der Ferienreiseverordnung. Das erfüllte mich eine ganze Weile mit der Art Freude, die das Englische als glee bezeichnet: Sind es nicht herrliche Zeiten, in denen wir leben!

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Auch eine Auto-Geschichte, vor allem aber ein gesellschaftsgeschichtliches Zeugnis: Eine Techniktagebuch-Redakteurin erzählt aus eigenem, langjährigen Erleben von einer Isetta. Mit Fotos!
“1957 bis 2026
Die rote Rennsemmel”.