Get a life

Freitag, 2. Dezember 2005 um 13:40

In bestimmten Kreisen muss man ja, um etwas zu gelten, unmenschlich viele Stunden arbeiten, am besten um Zeiten, in denen andere nicht arbeiten. Ich gebe zu, auch ich habe eine Vergangenheit, in der ich es für selbstverständlich hielt, von 8 bis 21.30 Uhr arbeitend zur Verfügung zu stehen, und in der ich mich empören konnte, dass manche meiner Kunden vor 9 und nach 17 Uhr einfach etwas anderes machten als arbeiten. Fleißig, so dachte ich damals, fleißig ist das nicht.

Aber selbst damals kam ich nicht auf das perfide Signal für hunderprozentigen Einsatz, das gerade als automatische Antwort in meiner Mailbox landete: eine Abwesenheitsnachricht für das kommende Wochenende.

Ich werde ab 03.12.2005 nicht im Büro sein. Ich kehre zurück am 05.12.2005.

Hut ab.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Get a life“

  1. Pernod meint:

    Es hat nicht immer damit zu tun, daß man etwas gelten will. Manchmal liegt es auch daran, daß man wirklich viel zu tun hat. Oder sogar daran, daß man seine Arbeit mag.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Aaah, Pernod, die Stimme meiner Vergangenheit…!

  3. kid37 meint:

    Hier meldet sich Absinth zu Wort: Ich beschicke mein Mailprogramm selbstverständlich jeden Abend mit einer Abwesenheitsnotiz (“Bin erst morgen früh wieder am Platz”). In der Zwischenzeit halte ich mich fit, damit die Fabrik lange was von mir hat. Ich habe übrigens festgestellt: Je weniger ich arbeite, um so mehr wird mir gedankt. (Nein, nicht, weil ich soviel Schaden anrichte…. ;-))

  4. Indica meint:

    Herr Kid37, die Abwesenheit am Abend, die sollten Sie aber nochmal überdenken! Oder legen Sie die nur ein, damit Sie überhaupt noch eine Abwesenheitsnotiz posten können?

  5. Pernod meint:

    Aber Frau Kaltmamsell, da ich Sie nicht für so alt halte: behagt Ihnen denn Ihre Arbeit nicht mehr?

  6. die Kaltmamsell meint:

    Aber Pernod: Ist Arbeit das, was Sie in Ihrem Leben am glücklichsten macht?

  7. kein einzelfall meint:

    Nicht von ungefähr heißt es human being anstatt human doing.

  8. Peter Fisch meint:

    Pah, was für ein Verlierer! Lebt noch ohne Crackberry. Muss Gewerkschaftler sein oder Abkömmling einer Beamtenfamilie. Emailabwesenheit am Wochenende – kein Wunder, dass alle Arbeitsplätze nach Rumänien, Indien und China verlagert werden (müssen).

  9. Pernod meint:

    Nein, es macht mich nicht “am Glücklichsten”. Aber es hat einen nicht unerheblichen Anteil am Glücklichsein. Neben den privaten Freuden ist es doch schön und ungemein befriedigend wenn die Firma wächst und gedeiht?

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