Sachichdoch

Sonntag, 3. September 2006 um 10:57

Einen kurzen Moment lang lasse ich Henri aus den Augen und gebe bei der Internet-Suchmaschine Google »Vereinbarkeit von Beruf und Familie« ein. 1150000 Treffer. »Atomausstieg« hat nur die Hälfte. Da ruft eine Kollegin in mein Büro: »Du, ist das dein Sohn, der da ans Spülmittel geht?« Es sind noch sechs Stunden.

Einen Tag lang nehmen im Berlin-Büro der Zeit Eltern ihre Kinder mit in die Arbeit. Sehr lustig zu lesen (unbedingt auch die Bilder anschauen) – und für mich viel Argumentationsmaterial, warum ich Kinder weiträumig meide.
(via lawblog)

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu „Sachichdoch“

  1. stefanolix meint:

    Natürlich können Kinder an den Nerven der Erwachsenen zerren, besonders in einer Umgebung, die nicht für Kinder gemacht ist. Viele freiberufliche Autorinnen und Autoren dürften das Experiment der “Zeit”-Redaktion übrigens jede Woche aufs neue erleben …

    Es gibt aber auch die Momente, in denen ein Kind zum ersten Mal eine bestimmte Art der Kommunikation ausprobiert: wenn es uns als Eltern anschaut, anspricht, zuhört oder wenn es schon vor der Schule mit dem Schreiben/Lesen beginnt. Es gibt die Momente, in denen ein Kind damit beginnt, sich selbst zu erkennen oder seine und andere Angelegenheiten zu organisieren. Dann ist es schade, Kinder weiträumig zu meiden. Denn diese Momente kommen nicht wieder.

    Möge jeder mit seiner Lebensweise glücklich werden ;-)

    Die Google-Suche nach “Vereinbarkeit von Beruf und Familie” (in “” eingeschlossen) bringt übrigens immer noch 276.000 Treffer. Allerdings sollten diese Trefferzahlen nicht ernstgenommen werden. Sie werden zunehmend ungenauer, weil Google auch sogenannte Linkfarmen (quasi Spam in Form von Webseiten) findet, die nur zum Zweck der “Suchmaschinenoptimierung” eingesetzt werden, aber keine sinnvollen Informationen anbieten.

  2. saxanasnotizen meint:

    Dieses Experiment ist cool, toll, klasse. Erinnerte mich an meinen vergangenen Beruf. War eine schöne Zeit. Toll, was Kinder so alles produzieren.

  3. gaga meint:

    geile – äh – ganz hervorragende bilder. lösen bei mir interessanterweise spontan den impuls aus, erwachsene weiträumig meiden zu wollen. der kleine picasso auf dem fax ist ja schon alleine unschlagbar. wie langweilig und steif guckt dagegen die elterngeneration aus der wäsche. macht mich traurig. ein bißchen.

    »Marie, fünf Jahre alt, sagt enttäuscht: Ihr habt ja gar nicht geschmückt.«

  4. Tim meint:

    Das war kein Experiment, das war ein Happening. Unser Kind (8) kommt seit Jahren 1-2 mal im Jahr mit ins Büro (bei beiden Elternteilen). Das geht problemlos.

    Wenn man auf das Problem Familie/Beruf aufmerksam machen will, dann ist dieser Artikel der falsche Weg.

  5. mariong meint:

    Tja. Das dachte ich auch. Seit ich selbst ein Kind habe, habe ich einen völlig anderen Blick auf die Welt bekommen. Teilweise kenne ich mich selbst nicht mehr. Und: immer öfter möchte ich die Welt der Erwachsenen weiträumig meiden, oder wenigsten so sehr anders sein, dass mich alle ganz mißtrauisch beäugen.

  6. walkuere meint:

    ich verstehe nicht, warum dieser artikel nichts mit der beruf/familie-problematik zu tun haben soll ? tatsache ist doch, dass erwerbstätigkeit und kinderbeaufsichtigung/erziehung gleichzeitig nicht funktioniert ! fragen sie übrigens mal vollzeitmütter, ob die nicht des öfteren das bedürfnis haben, die welt der kinder weiträumig zu meiden. elly heuss war beileibe keine abgehobene sozialromantikerin, sondern hat verstanden, dass ein 24-stunden-job an 365 tagen im jahr mehr ist, als ein mensch ertragen kann – und daran ändert auch die vorhandene liebe nichts.

  7. creezy meint:

    @mariong
    Dann nimm Dir um Himmels Willen die Freiheit! ;-)

    Ein wirklich schönes Experiment, das Ergebnis deutlich nach draußen getragen. Danke für’s verlinken! Habe mich gut amüsiert.

  8. croco meint:

    Erzählt mir nichts. Ich weiß genau, wo die Kinder sonst sind, zumindest die ab 6 Jahren und vormittags. Ich weiß es ganz genau…..Und dort sind es nicht nur 17 oder so……Und Kinder sind nicht mehr so schlimm, wenn man die Eltern kennt :-)

  9. Noga meint:

    Das war eine Versuchsanordnung, die eine von der Zeit-Redaktion geschaffene Realität zeigt.

    Ich erinnere mich noch gut daran, wie meine damals alleinerziehende Mutter – das Wort gab es noch nicht – mich in den Ferien in die Arbeit mitnehmen mußte, weil mit der Hortbetreuung was nicht klappte Da war nix mit Spielstunden und so.

    Von ihr wurde normaler Arbeitseinsatz erwartet und von mir, daß ich mich mit Legespielen, Malsachen und Büchern still beschäftige wenn man mal von der halbstündigen Mittagspause absieht.

    Was die Zeit hier zelebriert hat ist Sozialromantik oder Sozialkitisch.

  10. Tim meint:

    Sag ich doch: Alles nur Show. Hat mir der Realität nix zu tun. Die Realität ist, dass wir als berufstätige Eltern genz schön zirkeln müssen, damit nach der Schule und in den Ferien eine Betreuung da ist. Wier haben keine Oma oder Verwandte in der Region. Au-pair muss es richten. Zur Not wird halt ein kurzer Tag gemacht und das Kind mitgenommen. Passiert aber nur wenige Male im Jahr.

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