Ich versteh die Frauen nicht

Montag, 30. April 2007 um 11:59

Schon gleich gar nicht verstehe ich sie, wenn sie ich sind. Gestern beim Aerobic-Gehopse („TBC“) kam mir die Turnerin hinter mir, die ich im Spiegel sah, sehr bekannt vor. Ich guckte ein wenig länger und stellte fest: Ja, die kenne ich, sie hat mit mir Englisch studiert. Und ich konnte sie noch nie ausstehen, unter anderem weil sie immer genau das Gschaftige, Wichtigtuerische ohne etwas dahinter hatte, das ich mir gerne selbst unterstelle und an mir verabscheue. Außerdem mochte ich nicht, dass sie unser beider Gastarbeiterabstammung immer für ein eigenartiges unausgesprochenes Einverständnis zu nutzen versuchte.

Verstanden hätte ich, wenn ich jetzt unauffällig den Standort gewechselt hätte, um der Gefahr des Erkanntwerdens zu entgehen. Oder auch nur eisern so getan hätte, als kennte ich sie nicht. Warum aber nutzte ich den nächstbesten Spielzeugwechsel (von Kurzhanteln auf „Tubes“), um die Frau mit Namen anzusprechen? Sie erkannte mich nicht – warum ließ ich das Ganze dann nicht auf sich beruhen, sondern erklärte ihr ausführlich, woher wir uns kennen? Mit dem Erfolg, dass sie mich vor lauter Kommunikationsbedarf kaum weiterturnen ließ? Ich entging einem gemeinsamen Aufenthalt in der Umkleide, da sie nach dieser TBC-Stunde fix und fertig war, ich aber noch ein Stündchen Step-Aerobics anhängte (wegen einer mageren Stunde lohnt sich ja das Verschwitzen der Klamotten nicht). Warum, bitte, tun Frauen sowas?

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu „Ich versteh die Frauen nicht“

  1. Tanja meint:

    Die Antwort ist ja hier schön beschrieben: weil sie es nicht lassen können. Ob das von der Sozialisation oder genetisch bedingt ist, weiss der Teufel. Fürs Lassen lernen müssen sie in die Therapie oder Supervision oder was auch immer. Ich jedenfalls. Meine Ignore-Erfolgsquote ist inzwischen ca. 50%. Aber ich will noch steigern.

  2. la puce meint:

    Allgemeines, durchaus vielversprechendes Rezept gegen solche Anfälle:
    Erst denken, dann reden.

    Heute gerne mal bösartig, la puce

  3. Reha meint:

    *hehe* Kenne ich auch sehr gut! Ich glaube, das ist eher eine Typfrage und nicht einfach auf das Frausein zurückzuführen. Du bist ein kommunikativer Typ und redest auch mit Leuten, die dir unsympathisch sind und wo du dich fragst, welchen tieferen Sinn hatte das nun eigentlich? Oder aber, du warst doch nur neugierig darauf, was die so nach dem Studim gemacht hat? Gibs zu! ;)

  4. la puce meint:

    Das ist ja das Problem mit dem kommunikativ und neugierig und nett sein – das man manchmal viel zu viel und vor allem auch noch mit den falschen Leuten redet. Und hinterher denke ich mir dann immer: Hättest du mal die Klappe gehalten!

  5. Maik meint:

    “Kennte” – selten geworden, aber schön.

  6. stefan meint:

    Lustig: daran dachte ich gestern, als ich die “Entführung aus dem Serail” gehört habe:

    Ich dächte, Sie kennten die gute Konstanze mehr als zu gut, hätten Proben genug ihrer Liebe. Doch damit dürfen wir uns gar nicht aufhalten. Hier ist bloß die Frage, wie’s anzufangen ist, hier wegzukommen?

  7. Ella Veen meint:

    Weil die kleine Wahrscheinlichkeit, dass die andere einen ebenfalls erkannt hat, aber ebenfalls nicht mit einem reden will, es also in diesem Fall die ANDERE wäre, die sich negativ an Sie erinnert, somit die eigene Verachtung gegenüber der Person geschmälert wird, da ja auf Gegenseitigkeit beruhend. Es folgt der schizophrene Versuch durch eigene Freundlichkeit der (vermuteten) Abneigung der anderen den Wind aus den Segeln zu nehmen (à la “Ich konnte dich ja nie ausstehen, bin aber wirklich nicht so kindisch das jetzt raushängen zu lassen, wenn du das also tätest, habe ich nur ein mitleidiges freundliches Lächeln für dich”)
    Und schon ist es zu spät.

  8. teacher meint:

    Keine Sorge: Ich versteh’ das auch nicht.
    Umdrehen, weggehen, aus => Mann.

  9. creezy meint:

    Äh, das nennt man Social Skills, das sind die Fähigkeiten für die uns Frauen andere sehr lieben und schätzen. Für die Fähigkeit wirste an anderer Stelle hochgelobt (aber dennoch unterbezahlt). Also ärgere Dich nicht …

  10. Rainer Kyster meint:

    teacher meint:

    1. Mai 2007 um 21:17
    Keine Sorge: Ich versteh’ das auch nicht.
    Umdrehen, weggehen, aus => Mann.

    Vielleicht haben Männer nur einen Vorteil – sie kennen das Wort Empathie nicht.
    So aber denkt frau gleich: was denkt die andere, wenn … und fragt sich, ob die andere, wenn sie einen denn erkannt hat, vielleicht hinterher … naja und da ist es dann eben sicherer sich auf etwas einzulassen, von dem man im Grunde weiß, das es falsch ist.
    Schlimm wird das Problem erst, wenn man die Wohnung erst verläßt, wenn der Hausflur ruhig ist, da man nicht reden möchte, aber auch nucht wagt, nur mit einem Gruß weiter zu gehen – könnte doch sein, daß die Nachbarin etwas denkt, von dem man denkt, es sei wirklich schlimm, wenn so etwas über einen gedacht wird.

  11. Julia meint:

    ich denke es ist eher so: wir fangen an unsere eigene Geschichte im Kopf auszuhecken, wir spinnen uns Dinge zusammen, die gar nicht real sind und dann kommen wir da nicht mehr raus. Im Gegenteil, die Geschichte wächst und gedeiht in unserem Kopf und dann platzt sie aus uns heraus und BANG! Wenn mir das neuerdings so geht, dann denke ich: ist das mein Problem, dass ich die noch nie leiden konnte? Nein, ist nur ne Geschichte in meinem Kopf. Dann ignoriere ich das Ganze, weil sich´s eh nicht lohnt. Basta. Ois ganz iesy.

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