Kundenbindung bitte ohne Lasso und Handschellen

Mittwoch, 17. Oktober 2007 um 15:11

„Grüß Gott keine Kundenkarte.“ Diese Formulierung ist mein Standardgruß in allen Geschäften der Münchener Innenstadt, selbst in Apotheken, das schrieb ich bereits. Nur – nicht mal das verschafft mir einen ungebundenen Einkauf; seit einiger Zeit muss ich ergänzen: „Und ich will auch keine.“ Sonst risikiere ich Akquisebemühungen der Kassiererin. Manchmal hilft selbst das nicht.

Im jüngsten Fall (in einer einst alternativen englischen Kosmetikette, die jetzt einem französischen Großkonzern gehört) gehe ich von aufrichtiger Belästigungsabsicht aus.
Ich: „Grüß Gott keine Kundenkarte, und ich will auch keine.“
Sie (strahlend und nach nur kurzem Stutzen): „Das heißt, Sie kaufen öfter bei uns ein?“
Ich (die linke Augenbraue drohend hochgezogen): „Richtig.“
Sie: „Gerade dann hätten Sie doch so viele Vorteile, wenn Sie…“
Ich (mit tödlich gemeinter Schärfe): „Nein.“
Sie (tirillierend): „Möchten Sie nicht vielleicht…“
Ich (jetzt eher fassungslos): „Nein!“

Bei Abwerbeinteresse zeige ich Ihnen die Dame gerne: Sie ist sicher ein Gewinn für jede Drückerkolonne, für jede Kreditkartenverchecktheke am Münchener Flughafen oder für die Zeugen Jehovas.

(Und nachdem dort auch noch das Deo, das mich vor mehr als 20 Jahren zur treuen Kundin gemacht hat, aus dem Sortiment geflogen ist, erkläre ich mich für erfolgreich vertrieben.)

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Kundenbindung bitte ohne Lasso und Handschellen“

  1. Gonzo der Grosse meint:

    Wird in deutschen Landen eigentlich auch mittlerweile beim Einkauf hartnaeckigst nach entweder Postleitzahl oder Telefonnummer gefragt? Ich gebe da gerne die Nummer der Muellpresse auf dem Todesstern an oder auch mal die Leitziffer der USS Reliant… aber nerven tut’s trotzdem ungemein…

  2. BW meint:

    War das dieser Deoroller mit dem angenehmen dezenten Maiglöckchenduft? Der ist jedenfalls auch nicht mehr im Sortiment, das überhaupt inzwischen mehr nach herkömmlicher Schickimickiparfümerie aussieht. Mich hat diese Kette letzte Woche auch als Kundin veroren.

  3. Sebastian meint:

    Ingwershampoo gibt’s auch nicht mehr. Das war so lecker.

  4. die Kaltmamsell meint:

    Postleitzahl, oh ja, immer öfter, Gonzo. Zuletzt sogar im Biosupermarkt. Dagegen reicht aber hierzulande und bislang ein simples “Nö” (was WOLLEN die damit?).

  5. walküre meint:

    Was die damit wollen, ist klar: Auf jeden Fall das Einzugsgebiet herausfinden, aus welchem ihre Kunden kommen.

  6. Susanne meint:

    Mich hat genau diese Kette schon vor längerer Zeit verloren, weil das Sortiment permanent umgstellt wurde. Und ich gehe auch zu jeder Kasse mit: “Nein, keine Kundenkarte, will auch keine, keine Tüte, bitte.” – “Bitte keine Tüte.”

    Und zu der Frage nach der Postleitzahl noch die Frage, ob ich letzte Woche auch die Werbung bekommen habe. Weiß ich nicht, schmeiße ich sowieso weg. Keine Werbung bitte. Nein, auch keine Sonderangebotsbroschüre.

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