Ungenutzter Brennstoff für’s Neidfeuer

Donnerstag, 3. Januar 2008 um 9:50

In der aktuellen Diskussion um die zulässige Höhe von Managergehältern (*Money for nothing and the chicks for free* – halt, das war eine andere Berufsgruppe) wird ja eigentlich zu jeder noch so schrägen Verdammung gegriffen, so lange sie populistisch ist. Deswegen bin ich erstaunt, dass ein naheliegendes Ziel so gearteter Angriffe ungenutzt liegen bleibt: die Ehegattinnen der Manager. Vor allem wenn sie typischerweise kein eigenes Einkommen haben, nutznießen sie die hohen Managergehälter und müssen dafür nicht mal den Kopf hinhalten, Verantwortung tragen, stundenlage Besprechungen durchstehen oder auch nur studiert haben. Das ist doch eine himmelschreiende Ungerechtigkeit! Von unserem Geld! Ein Zigfaches des ebensowenig eigenen Einkommens einer hauptberuflichen Arztgattin! Es sollte ein Gesetz dagegen geben.

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu „Ungenutzter Brennstoff für’s Neidfeuer“

  1. stefanolix meint:

    Man denkt sicher schon über eine Neufassung des steuerlichen Sachverhalts »außergewöhnliche Belastungen« nach ;-)
    Außerdem werden Aufsichtsräte beim Festsetzen der Managergehälter wohl in Zukunft auch die Eheverträge berücksichtigen müssen.

  2. croco meint:

    Und erst die Managerkinder.
    Goldene Löffel im Babybrei.
    (…wenn sie überhaupt Kinder haben, aber wer füllt dann die teuern Internate…)
    Genau: Eliteschulen, noch so ein Thema.

  3. mo meint:

    und dann noch die personal trainer der managergattinnen, die in florida am strand erst mithelfen das alternde bindegewebe in form zu halten und sich dann auch um andere bereiche kümmern und sich in den goldenen betten breitmachen…

    was anderes: warum wird eigentlich lottogewinner oder “wer wird millionär”-millionären ihr geld nicht geneidet? da steht der “lohn” doch nun wirklich in keinerlei beziehung zur “leistung”.

  4. stefanolix meint:

    @mo: Natürlich wird denen das Geld geneidet. Aber man kann nach unserem Steuerrecht nur das Einkommen aus dem Gewinn besteuern (der Gewinn ist steuerfrei). Ich wüsste also nicht, wie man aus dem Neid auf Lotto-Millionäre eine schöne neue Maßnahme der Scheinpolitik ableiten könnte.

  5. Dirk meint:

    Hm. Was meinst Du mit “von unserem Geld”? Als Aktionär hast einen Anteil an der Firma, die dem Manager, und so seinem Weibe, das Gehalt zahlst. Von welchen Firmen hast Du den Aktien?

  6. Tim meint:

    Na hoffentlich hat sie Aktien vom Arbeitgeber. Hat letztes Jahr satte 50% Kursanstieg gehabt. Und Goldman Sachs hat das Kursziel noch einmal um den selben Betrag angesetzt.

  7. S.V. meint:

    Vielleicht neidet man dem Lottogewinner seinen Gewinn nicht, weil es in dieser ganzen Debatte weniger um den “Neid des Pöbels” geht, als um die Unklarheit dessen was heute als herausragende Leistung gilt. Die meisten haben keine Ahnung was ein “Manager” eigentlich macht.

  8. stefanolix meint:

    Es geht in dieser Debatte eigentlich auch nicht um den Neid der Mehrheit. Ich kann verstehen, dass viele einfache Leute neidisch sind, denn um Neid abstreifen zu können, muss man selbst zumindest eine gewisse Stufe des Selbstbewusstseins erreicht haben.

    Was ich am schlimmsten finde: Politiker instrumentalisieren den Neid des Volkes für ihre Machtspiele, obwohl ihr Gesamteinkommen und ihr Gesamtnutzen oft in keinem Verhältnis zu ihrer Leistung stehen. Sie lenken in dieser Diskussion vom eigenen Versagen ab. Lafontaine oder Beck stehen dem Manager viel näher als dem ALG-II-Empfänger, aber sie suggerieren, dass sie mit letzterem in einer Reihe gegen das Unrecht auf dieser Welt kämpfen. Leider ist diese Manipulation wesentlich schwerer zu durchschauen als das unappetitliche Treiben des Kochs aus Hessen.

  9. creezy meint:

    naja, ein gewissen Berufsrisiko tragen diese Frauen schon. Denk nur an die vielen Schönheitsoperationen. Die Schäden der Kniegelenke, weil sie den ganzen Tag auf diesen Schuhe rumtapsen. Die Therapiestunden, weil sie mit ihrer Einsamkeit nicht klar kommen, die vielen bösen Auseinandersetzungen mit dem Gärtner, der Haushaltshilfe …

    Ich würde so ein Leben nicht leben wollen.

  10. stefanolix meint:

    @Creezy: ich bin nicht sicher, ob überhaupt noch sehr viele reiche Frauen diesem Klischee entsprechen. Was Frau Kaltmamsell oben beschreibt, dürfte sicher auf die ältere Generation der Managerfrauen zutreffen (zu Rollen “privilegierter” Frauen aus dieser Zeit fallen mir spontan gerade Heinrich Bölls Bücher “Fürsorgliche Belagerung” und “Frauen vor Flusslandschaft” ein). Das dürfte heute Geschichte sein.

    Immerhin sind die Partnerinnen der Spitzenmanager in ihrer Berufswahl heute genauso frei wie Du oder jede andere Frau. Und sie sind auch genauso selbstbewusst. Nur die wenigsten werden sich heute noch in der Einsamkeit einsperren lassen. Ob sich die Tätigkeit dann wirklich rechnet oder ob sie der Gatte subventioniert, steht noch auf einem ganz anderen Blatt.

    Schäden durch ungeeignete Schuhe können Frauen in jeder sozialen Schicht davontragen und ich vermute jetzt einfach mal, dass sie bei reichen oder reich verheirateten Frauen eher selten auftreten. Die wissen sich schon zu helfen.

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