Was ist weiblich?

Donnerstag, 28. Februar 2008 um 10:14

Wir Frauen mit Erfolg im Berufsleben sind ja beherrscht von einer Angst: unsere Weiblichkeit zu verlieren (oder sie möglicherweise nie so richtig gehabt zu haben). Der große Haken: Welche Kriterien sollen wir dafür verwenden?
Deswegen sind wir abgrundtief dankbar, wenn uns jemand mit ganz Konkretem unter die Arme greift. Dank also an Hans-Peter Siebenhaar, der gestern im Handelsblatt Prof. Dr. Renate Köcher portraitierte und eine ganze Liste von echt Weiblichem an ihr identifizierte:

Die Demoskopin vom Bodensee betont bei ihren Treffen mit den Mächtigen in Politik und Wirtschaft durchaus das Feminine. „Frauen sollten nicht zu ,vermännlichen’, um beruflich ihren Weg zu gehen“, rät Köcher. Sie selbst legt auf elegante Kleidung wert. Und ihre Hände schmücken zahlreiche Ringe. Auch die Einrichtung der eleganten Räume in der Konstanzer Villa tragen ihre Handschrift. Hier gibt es nicht das übliche schwarze Business-Leder mit kalten Stahlrahmen, sondern ein hellbraunes Ledersofa mit Holzlehnen. Der Kaffee wird in China-Porzellan samt versilberten Löffeln serviert.

Ganzer Artikel.

Hier also zum Abhaken:
1 – „Frauen-können-Weiblichkeit-verlieren“-Ansichten (Nein.)
2 – elegante Kleidung (Ja.)
3 – zahlreiche Ringe (Nein.)
4 – Abwesenheit von schwarzem Leder und Stahl (Ja.)
5 – helles Leder und Holz (Nein.)
6 – China-Porzellan und versilberte Löffel (Nein.)

Nur zwei von sechs! Oh mein Gott – brauche ich Östrogen-Spritzen? Oder würde eine zweitägige Klausur mit einem Stapel Frauen- und Klatschblättern helfen?

die Kaltmamsell

34 Kommentare zu „Was ist weiblich?“

  1. fressack meint:

    Dann doch lieber die Strumpfhose von neulich.

  2. walküre meint:

    *lol* Unterstehen Sie sich, mit solch Schwachsinn in Klausur zu gehen !

  3. Lila meint:

    Nimm einfach Dein Strickzeug mit und kichere von Zeit zu Zeit bescheiden. Augenaufschlag kommt auch immer gut. Mein ABC des guten Tons aus den 50er Jahren empfiehlt, an den Ritter im Mann zu appellieren. Das sollte Zweifel an Deiner Weiblichkeit so gründlich beseitigen, daß Du vor unweiblichen Karriereschritten bewahrt bleibst.

    Aber wir sollten uns eigentlich mal Gedanken über die Männlichkeit der Kollegen machen…

  4. T.M. meint:

    Das sind doch Äusserlichkeiten. Viel interessanter ist die Tatsache, dass Frauen Probleme anders priorisieren und anders lösen, anders zusammenarbeiten, anders kommunizieren, auch anders führen. In kreativen Umfeldern bilden sich manchmal Eigenschaften von Produkten nur dadurch heraus, dass Frauen daran mitgearbeitet haben.

    Und, ja, es gibt Frauen, die insbesondere in solchen Kriterien ihre Weiblichkeit völlig unterdrücken. Diese mutieren dann zu Männinnen, bedauerlicherweise, und werden manchmal sogar männlicher als Männer selber. Ein Blick in die Hierarchien grosser Unternehmen ist diesbezüglich sehr interessant.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Sehen Sie T.M., und genau hier widerspreche ich: Wie kommen Sie dazu, einer Frau vorzuschreiben, wie sie zu sein hat? Oder ihr zu unterstellen „ihre Weiblichkeit völlig zu unterdrücken“? Sie erheben also Anspruch darauf zu definieren, was weiblich ist – und wenn einer Frau dieses fehlt, ist sie „Männin“? Das ist eine Unverschämtheit.

  6. Miss Duden meint:

    Liebe Kaltmamsell, da haben Sie vollkommen Recht mit Ihrem letzten Kommentar.
    Ich habe mich auch schon immer gefragt, woher andere Menschen das Recht nehmen, zu definieren, was genau „weiblich“ ist und was nicht. Und interessanterweise sind diese anderen Menschen meistens Männer und können damit über die Problematik nicht wirklich aus erster Hand sprechen. Aber da können wir ja gleich bei der Sorte Frauen weitermachen, die da gewisse Ansichten darüber haben, was ein „echter Mann“ ist.. Ein Fass ohne Boden.

  7. Tim meint:

    Da könnte man auch sich fragen, woher andere Menschen das Recht sich nehmen, zu definieren was „Erfolg im Berufsleben“ ist.

  8. T.M. meint:

    Ich schreibe niemandem etwas vor, insbesondere Frauen nicht, dass sie beispielsweise kleine, niedliche, immer nette, immer junge und gutaussehende Mäuschen zu sein haben, um einmal ein paar Klischees zu bedienen. Ich erwarte von Frauen aber, zumindest so viel Frau zu sein, wie ihnen die Natur mitgegeben hat. Nicht mehr und nicht weniger. Ist das unverschämt?

    Ich begreife Weiblichkeit als einen hohen Wert. Ich möchte gar nicht, dass Frauen genauso denken und arbeiten, wie Männer, sofern sie selbst es eigentlich lieber anders und womöglich sogar besser (!) machen würden, und zwar nicht aus Eifersucht oder einem albernen, männlichen Gekränktsein heraus, sondern weil dann nämlich etwas Wichtiges verlorengehen würde, für beide, Frauen und Männer.

    Und, glauben Sie mir, ich habe schon Frauen im Stehen pinkeln sehen, um ein sprachliches Bild zu gebrauchen. Männinnen!

    (Ist das verständlich?)

  9. die Kaltmamsell meint:

    Was ihnen die Natur mitgegeben hat, T.M.? Das müssen Sie genauer benennen. Vielleicht die Menstruation? Halt, dann wären die Damen nach der Menopause keine Frauen mehr.

  10. T.M. meint:

    Ich schrub doch bereits, worum es mir geht, und zwar im ersten Absatz meines ersten Kommentars, den Sie womöglich im Eifer des Gefechts usw. Lauter wichtige Dinge und es gibt noch viel mehr, worin Frauen über Potentiale verfügen, die bei Männern eben anders ausgeprägt sind. Es lohnt sich, diesen Unterschied richtig zu begreifen, für beide. Beobachten Sie sich (oder Kolleginnen) mal unter diesem Aspekt.

  11. sarak meint:

    Weiblichkeit, Meiblichkeit, was soll das überhaupt sein. Ich bin weiblich qua Geschlechtsteil, für Weiblichkeit als sich zu erarbeitende Eigenschaft habe ich ehrlich gesagt weder Zeit noch Nerv und für Differenzierungsmerkmale wie weibliches Gestühl , Prozellan und Schnickschnack fehlt es mir an bürgerlichem Ehrgeiz.

    Wenn ich mal 5 Kilos zuviel habe, springe ich als Matrone durchs Feld, ärgert mich ein Unterling im Job, wird er rasiert, wie es die frühneuzeitliche Hausdame mit Schlüsselgewalt auch nicht anders gemacht hätte, müsste ich formschön wie die Redaktionsbiene am Schreibtisch sitzen, könnte ich nicht nachdenken, aber ich find mich ganz elegant. Eleganz ist aber keine weibliche Eigenschaft.

    Mich darum zu kümmern, wie andere meine Weiblichkeit taxierenjuckt mich nicht, ich verkaufe ja kein Image.

    Das mit dem weiblichen Denken, na ich weiß ja nicht so recht. Subjektive Erfahrung: Die Kollegen, mit denen ich gerne zusammenarbeite, denken genauso oder ähnlich wie ich. Zu behaupten, engstirniges rechtshaberisches Salbadern wäre männliches Denken, wäre ja auch nicht ganz fair.

    Ist doch alles Projektion, irgendwie.

  12. sarak meint:

    und ach, übrigens noch ein Einspruch: wir Frauen mit Erfolg im Beruf machen uns Sorgen um unsere Weiblichkeit?

    Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ich kenne diese Weiblichkeitsdebatte eigentlich nur von Leuten die nicht beides zugleich sind, Frau und erfolgreich.

    Ich habe massenhaft Erfahrungen damit, dass das ‚Weiblichkeitsfeld‘ bespielt wird, sobald man anfängt, Macht zu gebrauchen.

  13. creezy meint:

    Ich überlege gerade, was mein Erfolg oder Nichterfolg mit dem Verlust meiner Weiblichkeit zu tun haben soll.
    Wer stellt denn sein eigenes Geschlecht in Frage nur weil’s gerade mal gut läuft – oder eben nicht gut läuft? Also, ich weiß, dass es öfter mal nicht gut läuft, wenn man Frau ist – im Vergleich zum Kollegen. Das wissen wir ja nun alle.

    Ich erinnere mich gerade daran, wie ich mal vor Urzeiten mit unserem Geschäftsführer zu Rosenthal gegangen bin und wir uns dort hübsches Geschirr für das Büro ausgesucht haben … er hatte das letzte Wort, es war sehr zart und sehr bunt. ,-)

  14. croco meint:

    Das ist nun meine geringste Sorge, dass ich meine Weiblichkeit manipuliere. So wie die Männlichkeit ein ziemlich schwammiger Begriff ist. Ich kann doch meinen Kollegen auch nicht vorwerfen, dass sie den George Clooney in sich unterdücken:-)

  15. die Kaltmamsell meint:

    Hatte ich schon gesehen, T.M., ich wollte aber nochmal explizit von Ihnen lesen, dass Sie solches Verhalten für naturgegeben weiblich halten. Ich nicht.

  16. blanc meint:

    danke, frau kaltmamsell, für diesen denkanstoss!

    ich beobachte diese symptomatik auch bei der betrachtung homosexueller paare durch ignorante unerfahrene analysten: wer ist die frau und wer der mann? (ohne diese frage scheint es einfach nicht zu gehen…)
    sprich: wer kocht und wer putzt oder wer fährt das auto, wer kann computer und wer verdient mehr geld. kaum irgendwo sonst werden derart unverhohlen und unhinterfragt ururalte geschlechter-klischees vollkommen ernst genommen und so lange hingebogen, bis eine/r die schwache (=weibliche) und eine/r die starke (=männliche) rolle übergestülpt bekommen hat.

    was man seit dem kindergarten an starrer heteronormativität vorgegeben bekommt, muss man eben erst durch eigene kritische beobachtung und denkanstrengung überwinden.
    es mag das eigene weltbild übersichtlicher machen, alles in 2 kategorien zu pressen, aber es macht einen ja irgendwie schon auch bedauernswert arm.
    und wem wird es wohl nützen, wenn eine erfolgreiche (was auch immer das ist) frau überhaupt gezwungen wird, sich mit weiblichkeits-fragen auseinanderzusetzen?

  17. robson meint:

    Was ist weiblich, was ist weiblich? Manchmal muß ich über Ihre Probleme schon schmunzeln.
    Dieser o.a. Äußerlichkeiten-Schnickschnack hat damit nur wenig zu tun. Vielleicht meinen Sie ja auch ‚fraulich‘ – sagt neulich eine ältere Nachbarin zu meiner Frau „Das ist schön, dass sie ihre Haare wieder länger wachsen lassen, das ist doch fraulicher!“ Wir ulken seither mit Vergnügen darüber rum. Ist halt eine ältere Dame…
    Habe hier in meinem beruflichen Umfeld viele Frauen und darunter viele burschikose. Dass über deren mangelnde Weiblichkeit gefrotzelt wird, kommt schon gelegentlich vor. Aber wenn man kuckt von wem, na da brauchen die Frauen keine Identitätskrisen zu kriegen.
    Wenn Sie natürlich das Gefühl haben, dass zu wenig Östrogene zirkulieren, dann muß die Spritze helfen, klar. Davor könnten Sie ja schon mal fleißig Sojaprodukte, Hülsenfrüchte und Leinsamen zu sich nehmen, ein bisserl was geht damit immer…

  18. robson meint:

    PS: Habe den Artikel mal durch gelesen. Die Frau Köcher ist sicherlich eine respektable und vermutlich auch sympathische Frau. Ihre Erscheinung und ihr Auftreten sind aber fraglos ihrem Job geschuldet. Das ist davon nicht zu trennen. Die muß eine Menge Erwartungen abdecken, seriös und sympathisch rüberkommen. Die Frau strahlt dabei mit Sicherheit vor allem Professionalität ab und so dosiert Weiblichkeit, wie es für den Erfolg nötig ist.
    Frauen in Forschungseinrichtungen ohne Repräsentationsaufgaben müssen sich um Ihre Weiblichkeit wohl weniger einen Kopf machen. Die scheinen das nach meiner Beobachtung eher pragmatisch daran zu orientieren, ob sie auf Partnersuche sind oder nicht.

  19. Rob meint:

    „Erfolg“ in Großunternehmen verbiegt die Menschen. Das war mal das Thema, nicht ob männlich, weiblich oder kindisch.

  20. walküre meint:

    Diese Diskussion um „Erfolg“ und „weiblich/unweiblich“ lässt sich mangels entsprechender objektiver Definitionen problemlos bis zum St. Nimmerleinstag fortführen, denn wie man im römischen Reich zu sagen pflegte: „De gustibus non est disputandum !“

    Für den einen Menschen bedeutet „Erfolg“, einen halbwegs sicheren Job zu haben, den er gerne macht und der ihm darüber hinaus genügend Freiraum für sein Hobby lässt, ohne über großartige finanzielle Möglichkeiten zu verfügen, ein anderer gibt sich erst zufrieden, wenn er es bis zum Vorstandsvorsitzenden geschafft hat – von den ganzen Abstufungen dazwischen ganz zu schweigen. Und genauso verhält es sich mit „weiblich“ und „männlich“, wenn es um Auftreten und Verhalten geht.

  21. Jo meint:

    mit den worten maennlich und weiblich verhaelt es sich aehnlich wie mit dem wort menschlich. irren ist menschlich, jeder mensch ist per definitionem menschlich. dennoch nennt man menschen manchmal unmenschlich. eigentllich eine unmoeglichkeit. und immer ein selbstwiderspruch, wenn man bedenkt, dass das wort ueberhaupt nur auf menschen angewendet wird: tiere koennen nicht unmenschlich sein. wer veraechtlich urteilt, jemand „verdienet nicht, ein mensch zu seyn“, der urteilt, um es vollends paradox auszudruecken, unmenschlich. – was der moralisierende, von uns allen aber verstandene gebrauch des wortes menschlich freilich meint, ist nicht die eigenschaft des menschseins, sondern deren darstellung. wer unmenschlich handelt, stellt seine menschheit nicht dar, aber er behaelt sein menschenrecht.

    ebenso bezeichnen maennlich und weiblich sowohl das geschlecht als eigenschaft als auch deren darstellung im handeln und konfundieren beides. damit eine frau auf mich als heterosexuellen mann attraktiv wirkt, muss sie nicht nur frau sein, sondern sich als frau darstellen, und zwar um so ausgepraegter, je weniger aengste meine rezeptivitaet beeintraechtigen.

    es gibt also jeweils zwei bedeutungen, die unterschieden werden sollten. es gibt einen klaren zusammenhang zwischen beiden: jeweils geht es um eine eigenschaft und ihre darstellung, und es gehoert zum menschen, sich darzustellen, sich als mensch darzustellen, sich als mann oder frau darzustellen. von daher ist es also verstaendlich, dass jeweils nur ein wort gebraucht wird. aber es ist fatal im falle der negation: wenn jemandem nicht nur eine bestimmte darstellungsqualitaet, sondern auch die zugrundeliegende eigenschaft abgesprochen wird: kein mensch, keine frau, kein mann. hier sollte man sich, finde ich, anders ausdruecken. viel unproblematischer iist die positive form: sehr menschlich, sehr weiblich, sehr männlich.

    den begriff der darstellung lasse ich jetzt ganz undiskutiert. er ist ein selbst ein sehr unvollkommenes darstellungsmittel, und eigentlich ist alles natuerlich noch viel komplizierter. man kann sich ja gar nicht nicht als das darstellen, was man ist …

    kleiner <a href=“http://www.amazon.de/Organischen-Mensch-Einleitung-philosophische-Anthropologie/dp/3110059851/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1204224000&sr=8-1″lektueretipp.

  22. Jo meint:

    [Will sich leider nicht editieren lassen, weil ich es entweder nicht geschrieben oder das 15-Minuten-Limit überschritten habe.]

  23. fressack meint:

    Also, ich mag Mädchen.

  24. Landfrau meint:

    Fressack bringt es auf den Punkt. Also,ich bin alt,aber nicht weise (auch wieder ein Klischee) und froh,dass ich mich mit solchen Gedanken nicht mehr auseinandersetzen muss.

  25. die Kaltmamsell meint:

    Es geht uns Feministinnen, Jo, um das Gewicht dieser Eigenschaft in der Wahrnehmung. Wir hinterfragen, dass das Geschlecht der wichtigste Unterschied zwischen Menschen sein soll, der jede sonstige Vielfalt überlagert.
    Ich hinterfrage auch die Dichotomie männlich / weiblich, da sie Hermaphroditen mit beidgeschlechtlichen Anlagen ausschließt.

  26. su meint:

    hallo t.m.,

    es gibt auch keine „typisch weibliche“ herangehensweise an probleme oder „speziell weibliche“ lösungswege. das ist ebenso so ein boulevard-mythos wie z. b. der „mutterinstinkt“.

  27. Kate de Beauvoir meint:

    Schon der Anblick der weiblichen
    Gestalt lehrt, dass das Weib weder zu großen geistigen, noch
    körperlichen Arbeiten bestimmt ist. – Arthur Schopenhauer

    „Die Frau ist ein Mißgriff der Natur… mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuß und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger…eine Art verstümmelter, verfehlter, mißlungener Mann…die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.“
    Thomas von Aquin, Kirchenlehrer

  28. sarak meint:

    jodel

  29. generator meint:

    Guckstu „Germany’s next Dumpfbacke“ weisstu Bescheid.

  30. l9 meint:

    Verdammt, ich bin ein Mann Alien.

  31. der Dicke meint:

    Da muss die Not beim Redakteur aber groß gewesen sein, damit er einen derartigen geistigen Erguss veröffentlicht. Ab damit in die Rubrik „Registriertes“.

  32. arztgatten(ex)ehefrau meint:

    Auf der gleichen Seite gehts gleich amüsant weiter: http://blog.handelsblatt.de/management/eintrag.php?id=60

    Ich geb jetzt mal mein Notebook ab, denn mein Mann hat ja schon eins. Und Auto fahr ich auch nicht, weil ich ja einen Mann habe mit Führerschein. Lustig ist es immer, wenn jemand EDV-Fragen hat, z. B. gestern wegen des i.p. fons und sich selbstverständlich an meinen Mann wendet, obwohl ich hier die Chefin bin und ich mich mit der EDV und Technik auskenne. Das passiert sogar, wenn ich direkt dabei stehe. Und er sagt: Also, da kenn ich mich jetzt gar nicht damit aus, das weiss alles meine Frau. Meine Glaubwürdigkeit muss dann auch durch zustimmendes Bejahen meines Gesponses legitimiert werden. Schöne emanzipierte Welt.

    Zur Arbeitswelt: ich glaube nicht, dass es einen weiblichen oder männlichen Stil gibt, sondern jeder muss sich an die Vorbedingungen in irgendeiner Weise anpassen. Und der Betrachter sucht dann irgendein tradiertes Muster, dass er dort wiedererkennt.

  33. cohu meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell:
    ich bin ganz und gar Ihrer Meinung. Ich empfinde den überall, in Frauenzeitschriften, Psycholiteratur (und anscheinend auch im Handelsblatt) praktizierten „sanften Sexismus“, diese undurchdachte und patronisierende Behauptung, mir seien aufgrund einer Chromosomenkonstellation „besondere Gaben“ gegeben, die ich dann gefälligst auch zu nutzen habe, als besonders perfide und verletzende Unverschämtheit. Und zwar egal, ob sie von Männern, Frauen oder Hermaphroditen geäußert wird.
    Im Berufsleben und in der Politik wirken diese Stereotypen einfach als Weiterführung des guten alten (weniger sanften) Sexismus. Früher hätte man nicht-stereotype Frauen als „frigide“ disqualifiziert. Heute wirft man ihnen das genauso willkürliche, aber etwas vagere Konstrukt „Unweiblichkeit“ vor – und kommt ungestraft damit durch, denn es ist ja nur gut gemeint! Zum Haareraufen ist das (aber nur metaphorisch, denn eine gepflegte Frisur ist ja gerade für uns Frauen wichtig).

  34. Angel meint:

    6 mal Nein. Weia. Disqualifiziert mich das zur ‚Männin‘?

    An sich bin ich überzeugt, dass ich mit Fachwissen und gründlicher Arbeit zur Problemlösung in meinem Umfeld beitrage, nicht dadurch, das zufällig Östrogene durch mein System kreisen. Dabei bin ich genau so weiblich, wie mir die Natur mitgegeben hat. Ich frag mich grad, ob ich mich jetzt verstellen muss, damit man mir die Weiblichkeit abnimmt? Oder welche seltsamen Qualitäten das sind, die ich einbringen sollte. Vielleicht hab ich die ja nicht.

    Nun denn. Lieber ‚unweiblich‘ als nicht ich :-)

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