Tagebüchlig

Montag, 28. April 2008 um 10:54

Ach, hatte ich das nötig, dieses echte Frühlingswochenende! Erst an der Intensität des Genusses wurde mir klar, wie sehr ich unter dem fröstligen Regen in den Wochen davor gelitten hatte.

Am Samstag ein ausgiebiger Lauf durch den erwachenden Englischen Garten, durch die extatisch sprießenden Isarauen. Wochenendeinkäufe an den Mitbewohner outgesourcet, statt dessen am späten Mittag frühstücken gegangen. Spaziergang durch Haidhausen, immer auf der Sonnenseite der Straßen, um die Jacke nicht überziehen zu müssen.
Passauerartige Semmeln gebacken, allein wegen der Faszination der Technik „Schleifen“. Jetzt wundert mich nicht mehr, dass es diese Kindheitssemmeln in meiner Geburtsstadt nicht mehr gibt: Für die Konstruktion einer Passauer-Form-Maschine ist die Stückzahl zu gering, und handgefertigt wären sie zu teuer. Während der langen Geh-Phasen des Semmelteiges ein Wäsche-Mittelgebirge weggebügelt.

Am Sonntag kleine Laufrunde isarabwärts, dabei erstmals der Nachbarin mit Hund begegnet: Dass unsere Wege sich in drei Jahren nicht ein Mal gekreuzt haben, obwohl sie und ich sehr oft an der Isar sind, zeugt von der Weitläufigkeit der Auen.
Ausflug (!) mit dem stubenhockerischen Mitbewohner zur Emmeramsmühle (von der ich mittlerweile erfahren habe, dass man das Finden eines Parkplatzes gegen Geld dem Personal überlassen kann. Das ist München: Biergarten mit Valet Service. Ich verstehe, dass man diese Stadt hassen kann.). Mittagessen im Idyll, aber zwischen Erstkommunionsfeiern.
Zurück daheim standhaft ignoriert, dass der Balkon erst mal vom Winterdreck befreit werden müsste – solch ein glorioses Wetter wäre an eine Putzaktion verschwendet gewesen. Sessel in den Dreck getragen, stundenlanges Lesen im Halbschatten erblühender Kastanien.

Bittebitte nächstes Wochenende nochmal – dann gibt’s Grillerei bei meinen Eltern.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Tagebüchlig“

  1. loreley meint:

    „Das ist München: Biergarten mit Valet Service. Ich verstehe, dass man diese Stadt hassen kann.“

    Ich glaube, das ist mehr der Tatsache geschuldet, dass es dort recht eng ist, da könnte es schnell zu Blechschäden kommen. Besser es parkt da jemand ein, der sich auskennt. (Nicht, dass ich den Service jemals in Anspruch genommen hätte, aber ich kann nichts Schlimmes daran finden.)

  2. Sigourney meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Genau!

    *******************************************************

  3. saxanasnotizen meint:

    Die Brötchen gab es im Internat „Freudenhain“ in Passau jeden Morgen.

  4. mo meint:

    „outgesourcet“

    das sieht komisch aus.

    ich kaufe ein d.


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