Archiv für Juni 2008

Dreckiger Foodblog-Aggregator

Montag, 23. Juni 2008

Normalerweise geht es in meinem Rezepteblog ausgesprochen ruhig zu. Umso stärker fiel mir die Referer-Aktivität einer Website namens Kochinfos auf. Und siehe da: Es handelt sich um einen reinen Content-Dieb, der sich ganz offensichtlich aus RSS-Feeds bedient (weswegen meine Einträge nur zum Teil sichtbar sind). Konsequenterweise hat Kochinfos weder Impressum noch eine Kontakmöglichkeit.

Laut diesem Nachschlagewerk wird die Domain von der Domainverwaltungsfirma GODADDY.COM, INC. gehalten.
Dort gegen eine Urheberrechtsverletzung zu protestieren, ist möglich, allerdings ausgesprochen kompliziert („B. Copyright Claims“).

Bleibt mir wohl nur, diesen Content-Dieben eine ausgewachsene Scheißerei an den Leib zu wünschen. Und kein Klopapier.

Auch daheim Tourist sein

Sonntag, 22. Juni 2008

Und dann hatte ich da diese ganz besonders verrückte Idee: Schaufensterbummel. Als Innenstadtbewohnerin bin ich ja ständig im Stadtzentrum unterwegs; ein abendlicher Bummel kommt mir eigentlich nie in den Sinn. Umso schöner fand ich ihn gestern Abend.

Läuferkameradschaft

Sonntag, 22. Juni 2008

Die junge Joggerin, die mir auf Höhe Unterföhring entgegenkommt: „Excuse me.“ Auf Englisch mit französischem Akzent warnt sie mich, dass etwa 50 Meter weiter ein nackter Mann im Gebüsch zwischen Weg und Isar herumgehe. Sie habe kein Handy bei sich, um die Polizei zu rufen, vielleicht sei er ja auch harmlos, aber sie wolle mich auf jeden Fall darauf vorbereiten.
Ich überlege schnell, ob ich sie darüber informieren soll, dass an der Isar halt nackt gebadet wird und dass es deshalb keineswegs ungewöhnlich ist, im Grünzeug drumrum Nackten zu begegnen. Doch das könnte herablassend klingen, außerdem würde die Frau sich dann vielleicht dumm fühlen. Also danke ich ihr einfach herzlich und verspreche, dass ich mich vorsehen werde.

§

Der plumpe, weißhaarige Mann vor mir, der am Eisbach-Zufluss in Laufkleidung geht und den ich zügig überhole. Ich grüße ihn über die Schulter, sehe, dass sein Gesicht hochrot ist. „Darf ich Ihnen ein Stück hinterher laufen?“ fragt er. „Äh, gern.“ „Wissen‘S, ich brauch immer einen Vorläufer, damit ich loskomme.“ Ich höre seine Schritte nur wenige Minuten hinter mir, dann lässt er sich wohl wieder zurückfallen.

Zeitung

Sonntag, 22. Juni 2008

Irgendwann schreibe ich einen langen, detailreichen und ungeheuer langweiligen Text über das Falten von Tageszeitungen zum Zweck des bequemen Lesens. Unter besonderer Berücksichtigung des Lesens in öffentlichen Verkehrsmitteln. Möglicherweise mit einem Unterkapitel „das Falten von Tageszeitungen im Freien bei Wind“.

§

Weil ich gerade das Interview mit Patricia Riekel in der SZ am Wochenende lese, in der sie erklärt, wie „Frauen“ ticken: Ich bin keine Frau. Allein schon meine Ratlosigkeit, als ich auf dem Sessel des neuen Friseurs saß. Er hatte mich während des End-Stylings (ich hab ihm die Freud gelassen und ihn nicht davon abgehalten, Essenzen, Gels und Sprays auf meinem Kopf zu verteilen und meine Haare kunstreich zu zupfen und zu strubbeln) aufgefordert, zur Verdeutlichung meiner Frisurenwünsche ruhig Bilder aus Magazinen mitzubringen: „Wenn‘s irgendwas inara Zeitschrift sehn, des Ihne gfällt.“ Doch ich habe nur ungefähr alle drei bis vier Jahre eine Gazette in der Hand, in der Frauenköpfe ihrer Haare wegen abgebildet sind. Alte Hollywoodfilme fallen mir da erheblich schneller ein – aber ob man aus meinen grauen 7-Zentimeter Raspelfransen eine Mary Astor machen kann? Ganz abgesehen davon, dass ich nie die Energie für eine tägliche Stunde Frisieren aufbringen würde.

Verdächtige Stille

Freitag, 20. Juni 2008

Menschen, die mich näher kennen, und zu denen gehöre ich leider nicht immer, wissen mittlerweile, dass Stille aus meiner Richtung nie ein gutes Zeichen ist.
Stellen Sie sich also bitte einen Seevogel nach Ölpest vor, in etwa so. Das kommt ungefähr an meine derzeitige Befindlichkeit hin, ohne konkreten Anlass.

Kleine Stimmungsaufheller finde ich leicht (Blick auf einen putzigen Hund, Sonnenstrahlen auf Bahngleisen, der Duft der blühenden Linden, lecker Käse und Wein), darin bin ich seit vielen Jahren geübt. Mittlerweile fürchte ich, dass diese Fertigkeit Teil des Problems ist.

Und: Ja, ich weiß genau, dass andere Menschen echte Probleme haben. Ich beneide jeden und jede, die dieser Umstand nachhaltig aufmuntern kann.

Kekse und Brot aus der Pfanne – walisische Küche

Montag, 16. Juni 2008

Cockles und laverbread wurden mir immer als erste Spezialitäten genannt, wenn ich während meines Studienjahrs in Swansea nach typischen Speisen fragte. Vielleicht ist es ja ein kulturübergreifender Reflex, dass die Einheimischen gerne auf die gewöhnungsbedürfigsten Nahrungsmittel der Region am stolzesten sind – selbst wenn diese auch unter den Einheimischen wenige Fans haben (vgl. Bayern und Weißwürste, Hamburg und Labskaus).

Als ich 1991/92 ein Jahr in Südwales verbrachte, erkundete ich die heimische Küche also mit der mir angeborenen Verfressenheit und Neugier selbst. Geld hatte ich allerdings keines dafür. Was mir damals ein Ärgernis erschien, hat mich womöglich auf die richtige Fährte gebracht: Das typische Essen der Region ist Arme-Leute-Essen. Im Winter entdeckte ich in den Gemüsekisten des Eckladens billige Rüben, die ich noch nicht kannte: suedes, parsnips, turnips (Steckrüben, Pastinaken, Herbstrüben?). Aus diesen (gibt es seit einigen Jahren auch wieder auf bayerischen Märkten) kochte ich mir zusammen mit Karotten und Kartoffeln Eintopf.

Regelmäßig trieb ich mich auf dem Swansea Market herum, wo es für ein paar Pence ein besonders köstliches und seltsam aussehendes Weizenbrot gab: eine Scheibe von 20 Zentimetern Durchmesser, die Seiten auffallend hell, der Teig sehr dicht, saftig, schwer. Ich fand heraus, dass es sich um das typische Bakestone Bread handelte, das nicht im Ofen gebacken wird, sondern auf einer gusseisernen Pfanne. Triebmittel ist statt Hefe bicarbonate of soda.

Ebenfalls vom Bakestone (im Bild unten links) kamen die Welsh Cakes, die ich mir auf dem Markt holte. Die Rezepte dafür fand ich diesem Heftchen, aus dem ich auch das Foto oben habe (please don’t sue me).

Zu gerne hätte ich mir am Ende meines Studienjahres solch einen gusseisernen Bakestone nach Hause genommen – aber die Originale waren viel zu teuer für mich. Ich begnügte mich mit einem modernen Nachbau, der sich allerdings nach einigen Anwendungen verzog und jetzt nicht mehr flach auf der Herdplatte liegt.

Gestern testete ich, ob ich Welsh Cakes auch mit einer normalen, schweren Pfanne backen kann. Ja, geht. Ich hatte schon ganz vergessen, wir wundervoll diese Kekse schmecken, allein schon durch die typische Würzung mit Muskatnuss. Hier geht’s zum Rezept. Als Nächstes backe ich mal wieder Bakestone Bread.

Cockles und Laverbread habe ich übrigens doch noch probiert. Als mich am Ende meines Studienjahres eine ebenfalls verfressene Freundin besuchte, kratzten wir unser Geld zusammen und aßen zu Mittag im damals ersten Lokal am Platz, Number One Wind Street. Deren Konzept basierte (schon damals) auf der kreativen Verarbeitung traditioneller Zutaten. Die Cockles schmeckten halt nach Muscheln, das Laverbread sah nach Neugeborenenkacke aus und schmeckte erwartungsgemäß algig. Dieses Mahl ist lange her, aber ich glaube, ich bevorzuge die japanische Verarbeitung von Algen.

Wenn Knetmasse Glück hat, wird sie eine Bloggerin

Sonntag, 15. Juni 2008

Der „Hach!“s kein Ende: Katia Kelm hat eine weitere Bloggerin verewigt. Mit dieser Dame habe ich das bislang schönste Frühstück des Jahres verbracht. (Jederzeit wieder!)


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