Doch keine Frau

Freitag, 27. März 2009 um 9:23

Das SZ-Magazin ist heute „Ein Frauenheft“ und ganz nett. Glücklicherweise eignet auch dieses sich zum Beleg, dass ich Frau weder „wir Frauen“ noch „die Frauen“ bin. Zum Beispiel, indem ich mich dem Vokabeltest von angeblichen „Standardbegriffen“ der Sprache Weibisch unterziehe.

Weges: Kartoffelschnitze. Falsch.

Besenreiser: Geplatzte, feine Äderchen. Fast richtig.

Concealer: Um die Hüfte geschlungener Pulli, der selbstverständlich die Hüften verbreitert (physikalisches Gesetz), von dem die Trägerin aber glaubt, dass er sie schmaler wirken lässt. Falsch.

Nude Look: Hautfarbene Kleidung. Ein bisschen richtig.

Schluppen: Flache Hausschuhe. Falsch.

Mary Janes: Da bin ich mir ausnahmsweise ganz sicher: Flamencoschuhe, also Pumps mit einem Riegel über dem Spann. Richtig.

Clutch: Auch hier sicher: Handtasche in Kuvertform, also ohne Henkel und Riegel. Richtig.

Base Coat: Völlig fremd – vielleicht ein Mantel ohne alles, also Taschen, Riegel, Kragen? Falsch.

Pareo: Ein sehr großes Tuch aus leichtem Stoff, das um die Hüften zum Rock oder um den Oberkörper als Kleid gebunden wird. Richtig.

Mules: Maultiere. Und wenn es was zum Anziehen sein soll: Hufförmige Absätze? Falsch.

Fliegenbeine: Zu dick getuschte Wimpern. Ich alpträume noch immer von der Praktikantin, die von Natur aus wundervolle, endlos lange und geschwungene Wimpern hatte – diese jedoch täglich mit mehreren Gramm Tusche zu den Augen einer schon länger toten Transe schminkte. Richtig.

Happy Trail: Ebenfalls völlig fremd – Heimweg nach Besäufnis? Falsch. (Nachdem ich weiß, was es ist, finde ich den Ausdruck allerdings bezaubernd.)

Organza: Das Parfüm, das eine meiner Kolleginnen trägt, heißt so. Kannte ich aber auch als einen besonders dünnen Stoff. Letzteres war gemeint.

Honeymoon-Syndrom: Wie bitte? Brauthormone kenne ich, die aus auch noch so klugen und vernünftigen Menschen Leute mit umflortem Blick machen, die von einer Hollywood-Hochzeit träumen. Vielleicht hat das damit zu tun? Falsch.

Stanford Blatch: Ach komm, den Ausdruck haben die doch eigens erfunden! Klassentreffen einer Elite-Uni? Falsch.

Paspeln: Festgenähte Falten im Stoff. Falsch.

Lowlights: Tiefpunkte einer Veranstaltung. Falsch.

Valette: Professionelle Autoparkerin (Gegenstück zu Valet). Falsch.

Ondulieren: Locken reinmachen. Richtig.

Chignon: Dutt. Richtig.

Micro-Georgette: Ich glaube, Georgette ist auch eine Stoffart; vielleicht sowas aus neuartiger Kunstfaser. Falsch. (Aber richtige Richtung.)

Foundation: Stiftung. Falsch.

Shih-Tzu: Speisepilz. Oder Kampfsportart. Falsch.

Neun Antworten von 23 richtig. Meine Vermutung: Die gefragte Sprache ist nicht Weibisch, sondern Magazinredakteurinnenisch. Hier die Online-Version des Tests, der sich allerdings nicht mit der Print-Version deckt.

Empfehlen kann ich Tobias Kniebes Polemik „Das Prinzip Ehemann“:

Frauen, die den Ehemann als eine Art Versicherungspolice betrachtet haben, für die sie jahrzehntelang mit Verzicht auf berufliche Selbstverwirklichung bezahlten, werden nun erleben, dass ihnen die garantierte Auszahlung verweigert wird. Tja.

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu „Doch keine Frau“

  1. walküre meint:

    Von der Online-Version möchte ich dringend abraten, denn ich habe die meisten Begriffe gekannt (und die Antworten auch angeklickt, ja doch !) und mir wurde angezeigt, ich hätte nur fünf Prozent der Fragen richtig beantwortet. Ich fürchte, es geht hier darum, Männer und Frauen gleichermaßen zu demoralisieren. ;-) Und die Auflösung ist übrigens ebenfalls unvollständig.

  2. Petra meint:

    Ich mache den Test jetzt auch nicht mehr, da ich ja jetzt in etwa weiß, was richtig und was falsch ist. Klar ist nur: ich hätte bei dem Löwenanteil der Begriffe voll daneben gelegen.
    Das ‚Chignon‘ Haarknoten heißt, weiß ich aus dem Französischen, ebenso, dass ‚Natte‘ Zopf heißt. Wäre der jetzt noch gekommen, hätte ich da auch richtig gelegen. Besenreißer wäre dann auch dieselbe Antwort wie bei Ihnen gewesen und ‚Schluppen‘ Hausschuhe. Shi-Tzuh wäre bei mir sowas wie Chigong, Taibo oder TaiChi gewesen. Also irgendwas aus der asiatischen Bewegungsecke

  3. Frau ... äh ... Mutti meint:

    Pah. „0%“ richtig. Und das ist glatt gelogen von denen.

    (mal schauen, ob mir jetzt zur Strafe Bartstoppeln wachsen, die ich demnächst mit Concealar abdecken muss)

  4. Susanne meint:

    Okay, mit 29 Fragen von 33, die ich richtig beantwortet habe, sagt mir der Test, ich hätte 2% richtig. Klar, 29 von 33 ist eindeutig 2%.

    (Muss wohl von einer Frau programmiert worden sein, denn die können ja bekanntlich nicht rechnen…)

  5. croco meint:

    Da sieht man, dass man sich auch als Frau mit Mathematik beschäftigen sollte. Erstens stimmen dann die Programme und zweitens kann man sich beim Unterhalt nicht mehr verrechnen.
    (habe den Test auch gemacht, da muss ein grottiger Fehler im Programm sein, liebe Süddeutsche)

  6. KochSchlampe meint:

    Oh – ich dachte schon, ich wäre die einzige, bei der so ein Müllprozentsatz herausgekommen ist. Allerdings fand ich den Test insgesamt nicht sehr unterhaltsam.

    Schluppen sind bei mir übrigens Frühlingszwiebeln.

    Hausschuhe sind Schluffen.

  7. peppinella meint:

    ich bin natürlich die Obertussi schlechthin…ich weiß solche sachen….und das mit den flamenco-schuhen…*grins…woher weisste das denn, frau kaltmamsell???;-)

  8. Ms K meint:

    Der Online Test ist zum vergessen – 0%, obwohl ich sicher mehr als die haelfte richtig hatte

  9. the-sun meint:

    Also ich kenne nur einen Bruchteil davon. Ist mir alles zu viel Ausländisch.*lol*.
    aber Shi-Tzu: war das nicht n Köter? Irgend so’ne Taschenratte?

    Lg, Britta – zu faul zum gucken gehen

  10. zorra meint:

    11 % und das nur weil Glück beim Raten.

  11. Gaga Nielsen meint:

    ach du Kacke

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