Weinbrot – so ähnlich

Sonntag, 29. März 2009 um 10:19

Die Bilder und Berichte in zahlreichen Foodblogs haben meine Brotbacklust geweckt. Als Teenager hatte ich schon mal so eine Phase, die dadurch beendet wurde, dass mein Vater endlich mal wieder „ein richtiges Brot“ haben wollte. Brotbacken, das wurde mir schon damals klar, erfordert viel Wissen und Erfahrung, viel mehr als Kuchenbacken. Vor allem meine Sauerteigbrote schmeckten ganz anders als die vom Bäcker – und leider keineswegs besser.

Auch jetzt stehe ich offensichtlich am Anfang. Das Weinbrot, das mich bei Zorra anlachte, wird bei mir zu diesem:

weinbrot_4

Zudem bei Weitem nicht so großporig wie das Vorbild.

weinbrot_1

Andererseits: Zorra hat jetzt drei Jahre Erfahrung mit Brotbacken und in dieser Zeit so manchen, wie sie es nennt, „Türstopper“ produziert. Auch mit der Ausstattung stehe ich am Anfang. Ein Gärkörbchen habe ich jetzt zumindest. (Das Los der autofreien Innenstadtbewohnerin: Ich war auf den Kustermann als Quelle angewiesen, wo das Körbchen 17,90 Euro kostete – ohne dass ich Spuren von Gold entdeckte, oder eine eventuelle elektronische Gärstandanzeige.) Jetzt brauche ich noch eine Quelle für all die Mehlsorten, die in Blogrezepten auftauchen: Ruchmehl, Maismehl, feiner Hartweizengrieß, verschiedene Kleien, Gluten, Backmalz – das übersteigt auch das Angebot meines Biosupermarkts Basitsch – weiß mir jemand einen Tipp? Die Anschaffung einer Küchenmaschine wird immer wahrscheinlicher, da mein tapferes, 22 Jahre altes Krups-Rührgerät (KRUPS 3Mix 4004) mittlerweile ganz schön heiß wird beim Brotteigkneten und dabei leicht versengt riecht. Und dann arbeite ich Petras Brotkasten einmal ganz durch. Oder brauche ich dafür einen neuen Backofen?

die Kaltmamsell

12 Kommentare zu „Weinbrot – so ähnlich“

  1. Buchfink meint:

    Ist doch super, das Weinbrot! Beim professionellen Bäcker geraten die Brote doch auch manchmal verschieden. Ich beabsichtige den Kauf eines Pizzasteins, der auf dem Boden eines beliebigen Backofens liegend angeblich gleich gute Ergebnisse sowohl bei der Pizza als beim Brot gararantiert. Zum Kneten habe ich meinen geliebten Ther..mix, der mir außerdem das 20-minütige Rühren der Risottos abnimmt und perfekte Ergebnisse zaubert.

  2. wondergirl meint:

    Es gibt verschiedene Mühlen, bei denen man auch ausgefallenere Mehlsorten online bestellen kann. Macht vermutlich vor allem Sinn, wenn man mehr als 500g braucht.

  3. loreley meint:

    Ruchmehl ist eine Schweizer Mehlsorte. Es ist nicht ganz so ausgemahlen, wie gewöhnliches Weizenmehl.

    Der Erfolg beim Brotbacken scheitert vielleicht auch am Backofen. Einen speziellen Brotbackofen, habe ich mal bei einer Frau gesehen, die viel Brot für sich und ihre Feriengäste backt. Sie meinte, mit einem normalen Backofen, kann man kein richtig gutes Brot backen.

  4. katha meint:

    auch wenn ich eine grosse verfechterin des holzofenbrotes (des echten!) bin: am ofen liegt es garantiert nicht. meine tante hat in niederösterreich einen bergbauernhof. dort gab es früher einen gemauerten holzofen, einmal pro monat wurde gebacken. ich habe das brot geliebt. letztes jahr waren wir dort, sie schenkt mir einen laib ihres brotes, ich frage, ob sie immer noch bäckt, obwohl sie ja den ofen schon vor jahren weggerissen hätten (ein jammer!!!), und wo sie das denn jetzt tun würde. sie antwortet: na im e-herd, wo sonst? natürlich wird die kruste nicht so extra-knusprig und asche ist auch keine mehr am brot. aber: der geschmack ist erstaunlicherweise so wie früher. und ich bin sicher, es hängt mit der langsamen teigführung zusammen. was die hefen und milchsäurebakterien etc. da tun, ist ein wunder und je mehr sie dafür zeit haben, umso besser. ich gestehe: ich habe es nach ein paar mal aufgegeben, mir ist das zuviel action. aber ich habe leicht reden: allerbestes bioholzofenbrot bekomme ich jede woche auf dem markt.

  5. Sus meint:

    Mein 3Mix 4004 hat letztes Jahr (nach 23 Jahren Dienst) auch seinen Geist aufgegeben: Zuerst die Rührer, dann das Maschinchen selbst. Kleiner Tip, wenn Zubehör vorhanden ist: Das 3 Mix 7000 ist noch kompatibel, wird es aber wohl nicht mehr lange geben.

    Liebe Grüße, Sus

  6. zorra meint:

    Ist schon mal ganz ordentlich für den Anfang, gratuliere. ;-) Ich denke du hast es nur zuwenig heiss gebacken. Ich habe auch einen ganz normalen Backofen, und wie du siehst kriegt man mit dem ordentliche Brote hin. Wichtig ist, dass du das Blech mitaufheizt und dann das Brot auf das heisse Blech schiebst. Ich habe keinen Brotschieber, deshalb kippe ich das Brot auf eine Silikonmatte, die auf dem Bratengitter liegt, dann öffne ich den Ofen, ziehe das Blech wenig raus, positioniere das Gitter vor dem Blech zu ziehe die Sikikonmatte samt Brot aufs Blech.

    Ich dachte das Mehlangebot ist in Deutschland viel besser als hier in der andalusischen Pampa. Ich kriege hier auch nicht alles und mische mir halt die Mehle irgendwie zusammen. ;-)

    Online kann man bei der Adler Mühle bestellen http://www.adler-muehle.de/, die sollen gutes Mehl haben.

    Betreffend Küchenmaschine, ich bin mit meiner Bosch MUM 8 sehr zufrieden. Gute solide Verarbeitung, kraftvoll kann aber auch kleine Mengen verarbeiten. In vielen Blogs wirst du KitchenAids sehen, für mich sind das die Ferraris unter den Küchemaschinen. Design ist fein, aber nicht alles. ;-)

    So und jetzt hoffe ich du bleibst dran am Brotbacken!

  7. dickakroell meint:

    Versuchen Sie’s doch mal im Mühlenladen der Hofbräuhaus-Kunstmühle
    (http://www.hb-kunstmuehle.de/home/index.php) – dort bin ich bisher fast immer fündig
    geworden.

  8. die Kaltmamsell meint:

    Oh, vielen Dank für all die Tipps!
    Es beruhigt mich sehr, Zorra, dass auch du nur einen gewöhnlichen E-Herd hast – dann könnte ich den Kniff auch noch rausbekommen.

  9. Thea meint:

    Sieht doch wirklich gut aus. Ja, Katha hat recht. Die Teigführung (auch das richtige Kneten, Walken und Abschlagen) ist das Allerwichtigste beim Brotbacken. Und Zorra hat auch recht. Freunde von mir, die fast nur noch selber Brot backen, wohnen in der Nähe der Adler-Mühle, wo sie sich regelmäßig eindecken. Von diesen habe ich den Tip, mir Mehl in die Hauptstadt schicken zu lassen. Und bei Anfragen bekommt man umgehend sehr freundliche und hilfsbereite Antwort.

  10. Lola meint:

    Ich kann mich Buchfink nur anschliessen und den Thermomix empfehlen. Die Teigknetstufe ist super (!!) und wenn man nicht vorhat Brot im großen Stil und dauerhaft für die ganze Sippe mitzubacken, dann kann man auch das Mehl im Thermomix selber mahlen. Der Mixer ist zwar sehr teuer, aber man sollte es mal so sehen: Einen PC kauft man auch für teuer Geld zur Arbeitserleichterung und genauso erleichtert einem der Thermomix auch das tägliche Leben. Ausserdem kann man die anderen 10 Küchengeräte vom Zauberstab bis Eiswürfelcrusher dann auch gleich mitentsorgen oder bei ebay verkloppen. ;-) Wir haben unsere Kitchen Aid wieder verkauft, als wir den T. hatten. Wenn man im größeren Stil Teig kneten möchte empfiehlt sich eine Teigknetmaschine von Häussler! Die ist unkaputtbar und der Mercedes unter den Knetmaschinen. Das geht aber schon in Richtung Profiequipment. Es gibt einige recht einfache, aber trotzdem sehr schmackhafte Rezepte, die einen kleinen Vorteig erfordern, welcher die Teiggärung aber positiv beeinflußt und sehr gute Ergebnisse auch im herkömmlichen Backofen erzielt.
    Ich maile Ihnen mal das Semmelrezept von Lea Linster und ein sehr gutes Balsamico Körnerbrot. Viel Spass weiterhin beim Ausprobieren.

  11. Trolleira meint:

    http://www.artisanbreadinfive.com
    Genial fürs Brotbacken – hab noch nie so gutes und so schnelles Brot hinbekommen wie damit, auch ohne Brotbackstein…

  12. Petra meint:

    Glückwunsch :-) Meine ersten Brote vor vielen Jahren sahen viel schlimmer aus. Ich war anfangs immer zu ungeduldig und wollte „schnell mal noch ein Brot backen“. Es gibt Rezepte, mit denen das klappt, aber normalerweise braucht gutes Brot einfach Zeit. Zeit für einen Vorteig, Zeit zum Gehen (wenig Hefe verwenden), dann kann sich das Aroma am besten entwickeln.

    Definitiv: man kann sehr gutes Brot im normalen Backofen backen. Ich empfehle unbedingt einen Brotbackstein (ich habe nur Erfahrungen mit dem glasierten Tonstein von Neff, es gibt aber natürlich auch andere Möglichkeiten), erst damit habe ich wirklich zufrieden stellende Ergebnisse erzielt.

    Und dann: nicht gleich nach 2-3 Broten aufgeben. Brot backen braucht Erfahrung und ein bisschen Übung beim Formen – das wird von Mal zu Mal besser, auch wenn es ab und zu Rückschläge gibt ;-). Und es ist immer wieder aufregend: ich stehe bei neuen Rezepten immer noch gespannt vor dem Backofenfenster und verfolge, was aus dem ursprünglichen „Teigklumpen“ wird.

    Viel Erfolg!


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