Erinnerung an historische Ereignisse

Dienstag, 10. November 2009 um 8:39

Spanienurlaub mit meinem Bruder und dessen Partnerin sowie mit dem Mitbewohner. Nach unserem Morgencafé waren wir wieder nach Sepúlveda gefahren, Einkäufe erledigen. Dazu gehörte auch der Erwerb des El País am Kiosk. Mein Bruder klappte ihn auf, zeigte mir die Titelseite und informierte uns: „Oh. Lady Di ist bei einem Autounfall verunglückt.“

Es ist erbärmlich, aber ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich den Mauerfall erlebt habe. Möglicherweise hörte ich davon im Radio – wenn ich es beim Lesen am Tisch in meiner wunderschönen Altstadtbude in Augsburg überhaupt angeschaltet hatte. Einen Fernseher gab es darin nicht. Vielleicht habe ich mit F. telefoniert und über das Ereignis gesprochen, fassungslos. War das der Abend, an dem ich mich mit ihm, G., S. und dem Bassisten von S.s Band (wie hieß er nochmal?) irgendwo auf ein Bier traf? Ich habe das Bild einer nächtlichen Annastraße mit nassem Boden vor Augen.

Aber wann ich vom Tod Prinzessin Dianas erfuhr – ausgerechnet das weiß ich noch.

die Kaltmamsell

12 Kommentare zu „Erinnerung an historische Ereignisse“

  1. Helga meint:

    Danke, dass Sie sich auch outen. Ich schäme mich etwas, es nicht zu wissen, wo ich war…

  2. Su meint:

    Ich war in meinem Provinznest an der polnischen Grenze. Da ich noch minderjährig war, durfte ich natürlich nicht gleich nach Berlin. Aber weil das, was vor zwanzig Jahren passierte, passierte, darf ich mich daran erinnern, dass ich zu Lady Di’s Tod in Irland Urlaub machte und am 11.09.2001 in London mein Geld als Au pair verdiente.

  3. Katia meint:

    ist ja schrill……kann mich an Mauerfall und Di’s Tod erinnern, Mauerfall in Passau ( wie schrecklich…..bin auch schnell abgehauen…) während des Studiums, und Di’s Brückentod im Baskenland als ich Croissants holte und la boulangère es mir sofort erzählte. Danach haben die in F. die Programme unterbrochen und uns sofort le pont d’Alma gezeigt…..
    Gab’s noch andere Ereignisse dieser Art? Hochzeit von Di vielleicht?

  4. Nathalie meint:

    An den Mauerfall kann ich mich nur grob erinnern, ich war gerade sieben und hab das damals nicht richtig verstanden. An Dianas Tod und den 11.09. kann ich mich noch sehr gut erinnern, beide Male habe ich gerade etwas völlig belangloses gemacht habe (Dianas Tod: Ich war mit einer Freundin unterwegs und wir haben albernen Blödsinn gemacht. 11.09.: Informatik-AG in der Schule). Ich werde auch noch lange wissen, was ich an Michael Jacksons Tod gemacht habe, denn das, womit ich da beschäftigt war, ist für mich viel bedeutungsvoller. Ich lag mit Wehen im Krankenhaus und war damit beschäftigt, meine Tochter zur Welt zu bringen.

  5. postorette meint:

    Oh danke, Frau Kaltmamsell. Ich bin froh, dass ich nicht die einzige mit Maueröffnungs-Blackout bin.
    An den Tod von Di kann ich mich erinnern, weil mich meine Mutter am Morgen danach deswegen angerufen hat – Sonntag früh, ganz gegen unsere Telefongewohnheiten.

  6. ilse aus München meint:

    Mauerfall ging auch an mir vorüber, ich lebte in England und er-lebte es deshalb nicht so. Diana – das erfuhren wir lustigerweise von Mitbewohnerin Lolas Mutter, die um 6 Uhr früh aus Almería anrief.

  7. Nathalie meint:

    Beim Mauerfall hatte ich – glaube ich – andere Probleme: Das dritte Semester war gerade los gegangen und ich haderte sehr mit mir und dem Studienfach – da stand ich mir wohl näher als der Mauer. Auch ich habe keine konkreten Erinnerungen.

    Aber Lady Di – ja – das weiß ich noch. Wir waren auf dem Weg ans Meer nach Italien, um dort meine Eltern zu besuchen. Eine Zwischenübernachtung hatten wir in Südtirol eingelegt (warum eigentlich?). Als uns die Pensionswirtin vereinbarungsgemäß morgens um 5.30 Uhr weckte, stand sie völlig aufgelöst und heulend vor unserer Zimmertür, und war, nachdem sie uns die Mitteilung vom Tod Dianas mitgeteilt hatte, auch nicht fähig, uns ein Frühstück zu machen.

  8. Petra S. meint:

    Diese Outing-Liste tut echt gut. Ich trage mich ein. Kann mích genau noch an den morgendlichen Schock nach Dianas Tod erinnern und das Telefonat das i c h mit meiner Mutter dann führte, entgegen unserer Gewohnheiten. Vom Mauerfall sind nur undatierbare nächtliche (9.11., 10.11 keine Ahnung) Fernsehbilder da und das intensive Mitfühlen für eine Sache, die mir noch kurz vorher ziemlich egal war. Nie dort gewesen, keine Verwandschaft und zu sehr mit der eigenen Existenzlage beschäftigt – schade eigentlich.

  9. Webperle meint:

    Danke. Danke. Danke für dieses Outing!
    Stelle mich nahtlos in die Reihe der Wo-warst-Du-beim-Mauerfall-Vergesslichen. GEnau wie Petra S. habe ich gänsehautauslösende TV-Bilder im Kopf, aber wann/wo – keine Ahnung. 9/11 – nahezu minütlich kann ich meine persönlichen Bilder dieses Tages aus dem Gedächtnis abrufen. Dianas Tod – sofort sehe ich mich morgens im Auto auf der A3 von Düsseldorf nach Köln in Höhe der Raststätte Ohligser Heide das Radio lauter drehen. Aber Mauerfall – nix als diffuse Bilder. Meine Entschuldigung: bin Österreicherin. Und war 89 gerade erst nach München gekommen um mein Studium zu beginnen. Zählt das?

  10. Jens meint:

    Vom Tod Dianas erfuhr ich im Prinzip direkt als es vom Ticker kam, weil wir nachts um 4 auf dem kurzen Weg von unserer Hochzeitsfeier nach Hause waren. Meine Frau und ich hatten beide denselben Gedanken: „Oh, dann werden wir wahrscheinlich nie unseren Hochzeitstag verpassen.“

    Auf den Mauerfall hab ich im Prinzip seit dem Sommer 89 gewartet, in dem wir in Polen waren und dort mitbekamen, wie die Stimmung in einem gerade eine neue Freiheit erfahrendem Land ist. Wir haben damals viel diskutiert und es war glasklar, daß ohne Russland im Rücken die DDR das Jahr nicht mehr überleben wird. Und so gesehen war der Mauerfall somit für mich alles andere als überraschend. Eigentlich haben wir den ganzen Herbst jeden abend ferngesehen, um den Moment nicht zu verpassen, wenns soweit ist.

  11. Jens meint:

    9/11 dagegen hab ich nur auf der Notseite vom Spon ein wenig mitbekommen und erst abends nach der Arbeit die bekannten Fernsehbilder gesehen, wo eigentlich schon alles vorbei war.

  12. gittl meint:

    Beim Mauerfall war ich grade 17 Jahre alt und in Landshut auf Praktikum. Damals wohnte ich bei einer alten Frau in einem Vorort die Zimmer untervermietete. Ich hatte keinen Fernseher und so saßen wir (die alte Dame, andere Untermieter und ich) gebannt vor den Nachrichten. Ob das das 9. oder 10.11. war, weiß ich leider auch nicht mehr. Mich hat das alles damals sehr bewegt, weil ich 1988 mit meiner Abschlussklasse Berlin besuchte und so die Teilung Deutschlands sehr negativ gespürt habe.
    Vom Tod von Lady Di habe ich erst am Nachmittag im Auto aus dem Radio erfahren. Ich war mit meinem damaligen Freund unterwegs nach Kapfham.
    9/11 war sehr …, ich weiß gar nicht wie ich das sagen soll, unwirklich vielleicht.
    Wir saßen zu sechst oder siebt auf einer Berghütte auf 1726 Metern bei Nebel und fürchterlichem Wetter, spielten Karten und nebenbei lief das Radio. Wir haben die erste Meldung gehört als es erst ein Flugzeug war, und kurz danach die neuerliche Meldung von dem zweiten. Das glaubt man irgendwie erstmal gar nicht. Außerdem hatten wir erst einen oder zwei Tage später die Möglichkeit Bilder dazu anzuschauen. Auf dem Berg machte sich das Gefühl breit, dass unten die Welt untergehen könnte und wir säßen „hier oben“ und würden nix mitkriegen – unwirklich also. Unter vergessen werde ich das bestimmt nicht.

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