Journal 28. Februar 2010

Montag, 1. März 2010 um 6:30

Den Sonntag mit dem Ansetzen eines Hefeteigs zu begonnen, und zwar für die nicht irgendwelchen schwedischen Zimtschnecken der Frau katha. Denn es duftet bereits so lange und so durchdringend durch meine Ecke des Internets nach Zimtschnecken, dass ich irgendwann wehrlos war. (Angefangen hatte alles mit Cinnamon Rolls aus den Südstaaten bei Isa.)

Die erste Ladung wurde eine rechte Sauerei, obwohl gebrauchsanweisungsgemäß mit einem sehr scharfen Messer geschnitten.

Nun, diese Hälfte war ohnehin zum Einfrieren vorgesehen.
Die zweite Ladung säbelte ich dann mit einem gewöhnlichen Brotmesser – bingo.

Während die Schneckerln abkühlten, ging ich Schwimmen. Mittlerweise habe ich auch herausgefunden, warum mir danach Heerscharen von Menschen aus der U-Bahn-Station Olympiazentrum entgegenkamen, einige davon in Versatzstücken von Oktoberfestverkleidung: Sie waren unterwegs zu einer Abella-Show.

Die Zimtschnecken waren sehr köstlich.

§

Gleich nochmal ins Kino gegangen: Doris Dörries Die Friseuse, obwohl der nicht für einen Oscar nominiert ist (vor der Preisverleihung versuche ich mal wieder so viele der nominierten Filme zu sehen wie möglich). Hmja, eigentlich eine nette Geschichte, dazu sehr schön gefilmtes Berlin-Marzahn – aber der Fatsuit, der Gabriela Maria Schmeide zur adipösen Kathi machen sollte, war so schlecht, so offensichtlich Schaumstoff und nicht Speck, dass ich durchgehend abgelenkt war.

§

Zum Nachtmahl nach Jahren mal wieder einen Standard meiner Studentinnenzeit (kennengelernt in der Lindenstraßen-WG):
– kleinere Kartoffeln schälen, längs halbieren und kochen
– währenddessen Chicorees halbieren, Strunk rausschneiden, in wenig kochendem Salzwasser fünf Minuten kochen
– Kartoffeln und Chicorees in Gemüsesieb abgießen
– in größerem Kochtopf Sahne erhitzen und mit Currypulver und etwas Salz würzen
– Gemüse darin schwenken

die Kaltmamsell

12 Kommentare zu „Journal 28. Februar 2010“

  1. katha meint:

    freut mich, dass sie auch im (nicht gar so) fernen westen so gut schmecken, die nordischen viecherln.
    brotmesser ist eine gute idee. darauf vergesse ich immer, ich schneide so gut wie alles mit grossen, sehr scharfen kochmessern.
    es könnte daran liegen, dass die nahtstelle oben war, so sitzt die rolle nicht straff und erwartungsvoll gespannt auf der budel.

  2. Marlene meint:

    Zimtschnecken schneidet man am besten mit Zahnseide. Es empfiehlt sich, welche ohne Pfefferminzgeschmack zu nehmen. Wenn Sie lieber nähen als zahnreinigen geht auch
    Knopflochgarn.

  3. Ulrike meint:

    Ich stimme Marlene zu. Ich schneide meine Zimtschnecken immer mit Zahnseide (ohne Geschmack) oder mit Küchengarn, wahlweise Zwirn. Geht echt Prima!

  4. André Thiele meint:

    Küchengarn

    Das ist leicht mal zu dick, meines ist es jedenfalls, damit bin ich in ähnlicher Sache gescheitert. Gut geht Angelschnur, die ist extrem robust. Übrigens meine ich einmal einen Käsedraht gesehen zu haben, ein dünner, recht langer Metalldraht mit Holzgriffen an den beiden Enden. Der wäre hier ideal.

  5. katha meint:

    zahnseide? zwirn? küchengarn? angelschnur? käsedraht?
    es geht doch eh mit einem ganz normalen (schweren, scharfen) messer:
    http://www.esskultur.at/index.php/2010/02/21/zimtschnecken-nicht-irgendwelche/
    bilder nr. 4 und 5

  6. Buchfink meint:

    Toll, was man hier alles lernt!

  7. die Kaltmamsell meint:

    Brotmesser. Zimtschnecken schneidet man mit einem Brotmesser.
    (Ich sehe eine neue Ära der Dinner Conversations dämmern: Und womit schneiden SIE Ihre Zimtschnecken?)

  8. philine Meyer-Clason meint:

    Hallo Kaltmammsell, die Geschichte mit den Namen und dem Mutterkuchen finde ich haarsträubend. Abgesehen davon, dass ich Abkürzung meines Vornamens mit dem vorangegangenen schon mal nicht gut finde.
    Der Name Philine sollte überhaupt nicht verkleinert werden….
    Grüsse aus der Maxvorstadt

  9. Stephan meint:

    Man muß die Rolle einfach nur auf Zug wickeln, dafür ist der Hefeteig schließlich so schön elastisch.

    Mir war in 15 Jahren Zimtweckenbacken gottseidank nicht bewußt, was dabei hätte alles schiefgehen können („Zimtsteine“) und wie elaboriert so ein amtliches Rezept daherkommt. Muss wohl einfach der allerbeste Zimtweckenbäcker der Welt sein. Der weltbeste Zimtweckenvertilger und infolgedessen gerade richtig dick bin ich auf jeden Fall.

  10. Petra_s meint:

    Dieses Chicoree Gericht hat gerade den Chicoree in meinem Kühlschrank vor Vergammelung gerettet. Super lecker und so einfach!

  11. winnie meint:

    Endlich Wochenende. Endlich Zeit, diese wundervoll aussehenden Zimtschnecken auszubrobieren. Nur von Ceylon Cinnamon hat hier in Oxford noch niemand was gehört, nichtmal die Damen im Delikatessenladen.

  12. Anne meint:

    Vielen Dank für den Rezepthinweis, das wurde heute morgen (auch ein Sonntag) zum Frühstück probiert, lecker. Da nicht alle in der Familie Zimtfans sind, habe ich die zweite Teigplatte nicht mit Zimt-, sondern Vanillezucker bestreut (1 Beutel Bourbon-Vanillezucker gemischt mit 40g Zucker). Wirkte süßer als die Zimtvariante und das Kardamom schmeckte stärker durch, störte aber nicht.

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