Journal Sonntag, 27. März 2011

Montag, 28. März 2011 um 6:42

Viel zu früh aufgewacht, dadurch schaffte ich es aber zumindest in eine vormittägliche Aerobicstunde (das nasskalte Wetter lud eh nicht zum Isarlauf ein).

Während des Gymnastikteils der Turnstunde wunderte ich mich mal wieder, dass die Vorturnerin uns dazu aufforderte, den Bauch einzuziehen. Das wundert mich, seit ich vor über 16 Jahren Sport in Fitnessstudios begonnen habe: Ziel ist in diesen Situationen immer, die Bauchmuskeln anzuspannen – tut mir leid, wie soll ich das bitte mit eingezogenem Bauch tun, der mich zudem daran hindert, richtig zu atmen?

Als neuester Hokuspokus wird in diesem meinem Abnehmstudio übrigens „Schröpfmassage gegen Cellulite“ angeboten – ich fühle mich immer mehr wie auf einem mittelalterlichen Jahrmarkt. Vielleicht sollte ich Bader-Zahnbehandlungen anbieten. (Ich weiß: Blödsinnige Idee, die niemals Erfolg hätte. Schließlich lässt sich damit kein Abnehmversprechen verbinden.)

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Großer Stolz: Ich habe es zum ersten Mal geschafft, auch hier im Blog die Uhrzeit gleich am ersten Tag nach Umstellung zu korrigieren.

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Nach einer Schüssel Granatapfelkerne (vermutlich die letzten der Saison) mit Joghurt und einem Käsebrot knickte ich nachmittags dann doch ein: Statt ins Kino ging ich ins Bett und hielt Siesta. Auf dem Weg dorthin bat ich den Mitbewohner, sich um den bei Niedrigtemperatur zu garenden Rinderbraten zum Abendbrot zu kümmern: Wir hatten vergangenes Wochenende elf Kilo Limoges-Rind bei meinen Eltern abgeholt, das von einem Freund des Hauses stammt. Er hält als Nebenerwerbslandwirt solche Rinder auf seiner Weide im Altmühltal, verkauft wird tierweise: Man muss als Interessent halt genug weitere Interessenten finden, damit man ein ganzes Rind abnehmen kann. Endlich hatte ich meinen Eltern früh genug Bescheid gegeben, dass ich mich auch mal an einem beteiligen möchte. Und nun war wieder eines geschlachtet worden.

Mit Rinderbraten haben weder der Mitbewohner noch ich Erfahrung, deswegen wollte ich auf Nummer sicher gehen. Das Bratenstück wurde in Butterschmalz angebraten, mit Thymian, Knoblauch, Salz Pfeffer gewürzt und dann bei 80 Grad gegart, bis die Kerntemperatur (Bratenthermometer!) bei 70 Grad lag. Das dauerte diesmal dreieinhalb Stunden. Das Fleisch war perfekt zart und schmeckte wundervoll nach Rind.

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Auf Cool Outfit einen Hinweis auf ganz besondere Grußkarten gefunden. Mein Liebling:

(Der hier ist aber auch nicht schlecht.)
Hier kann man sie bei Etsy kaufen.

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Alte Folgen Emergency Room geguckt, Blick immer auf meine Twitter-Timeline, um die Ergebnisse der Landtagswahl in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mitzubekommen. Ich bin schon sehr gespannt, was die Wahlsieger draus machen. (Und wann endlich die Erkenntnis durch die aktuelle Diskussion dringt, dass es nicht reicht, sich vor Kernkraft zu fürchten: Vor allem und in allererster Linie müssen wir Wege finden, deutlich weniger Strom zu benötigen. Nein?) Sehr begrüße ich, dass in der Wahlberichterstattung der ARD als Volkes Stimme statt dem früheren Passantengestammel Twitter- und Facebookkommentare gezeigt wurden.

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Das Gefühl, nichts geschafft und den Tag vergeudet zu haben – das muss ich nicht verstehen, oder?

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu “Journal Sonntag, 27. März 2011”

  1. kecks meint:

    „Bauch anspannen“ bei Rumpfübungen (neudeutsch „coretraining“) bedeutet nicht „einziehen“, sondern „hart machen“, als ob man einen Schlag in die Magengrube erwartet. Das gibt dann die gewünschte Spannung, und der Turner kann trotzdem weiteratmen.

  2. die Kaltmamsell meint:

    Und warum, kecks, lautet dann das Kommando von 99 % der Vorturner: „Bauch einziehen!“? Synonym bei 40 % der Vorturner: „Nabel Richtung Wirbelsäule ziehen!“?

  3. Stefan meint:

    Kann man den Bauch eigentlich hart machen, ohne ihn gleichzeitig auch einzuziehen? Wenn ich die Bauchmuskeln spanne, dann zieht sich mein Nabel automatisch ein kleines Stück in Richtung Wirbelsäule. Das kann man beim K-Training auch am Gerät F2 testen. Vielleicht wollen die Vorturnerinnen das Wort »Bauchmuskeln« vermeiden? Ich beobachte auch beim K-Training, dass die Instruktoren den Frauen etwas andere Hinweise geben als den Männern. Solange es beiden hilft, ist es doch in Ordnung.

  4. Buchfink meint:

    Warum muss man immer etwas „schaffen“ an einem Tag?

  5. gotti meint:

    @bader-zahnbehandlungen: schmerzen garantiert -> man kann nichts essen -> der abnehm-erfolg wird da nicht lange auf sich warten lassen!

  6. Frau Klugscheisser meint:

    Nur die Bauchmuskulatur anzuspannen bedeutet gleichzeitig eine Verkürzung des Rumpfes (übertrieben wäre das ein Buckel). Da das aber nicht gut für die Wirbel ist und man trotzdem die Bauchmuskulatur (die untere, innere) arbeiten lassen will, heißt es eben für Laien „Bauch einziehen“. Eigentlich gehört dazu noch das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur und der inneren Oberschenkel. Das ist das Tänzerdreieck.

  7. lihabiboun meint:

    Tja der Strom. Gerechterweise müssen wir anerkenne, daß bloggen auch nicht grade sparsam ist ….

  8. kecks meint:

    frau klugscheisser hat es wunderbar erklärt. allerdings ist der cue „bauch anspannen“ wirklich alles andere als hilfreich für die allermeisten teilnehmer. die meisten machen das, was frau kaltmamsell beschreibt: luft anhalten und verkrampfen.

  9. waltraut meint:

    Ja, Stromsparen! Wenn zum Beispiel alle Rolltreppen abgestellt würden, würde man Strom sparen und man müsste mehr Treppensteigen und würde sich das Fitnessstudio sparen.

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