Journal Samstag, 26. März 2011

Sonntag, 27. März 2011 um 8:02

Apfelkuchen gebacken, Abfluss des Waschbeckens im Bad befreit, vier von sechs weißen Gardinen gewaschen, Milchkaffee getrunken, Geschirrspüler ausgeräumt – und das alles vor halb zehn. Es hat Vorteile, an einem Freitagabend fix und fertig um zehn ins Bett gefallen und nach neun Stunden Tiefschlaf um sieben aufgewacht zu sein.

Nach einer kleinen Erledigungsrunde (u.a. Wintermantel vor dem Übersommern in die Reinigung gebracht, mehr Gardinenweiß gekauft) setzte ich Brotteig an und griff dann zur Tasche mit dem Schwimmzeug – als ich kurzerhand beschloss, doch keine Lust auf Schwimmen zu haben.

Statt dessen ging ich mit dem Mitbewohner in Frühlingslüftchen auf die Suche nach einer Stehlampe fürs Wohnzimmer: Sie sollte zumindest eine der beiden grässlichen Ikea-Interimslösungen ersetzen, über die wir bereits mehr als zehn Jahre hinwegsehen, trotz Bruchs des Plastikschirms vor längerer Zeit. Einer dieser brüchigen Schirme war nun aber schmelzenderweise eine Verbindung mit der Glühbirne eingegangen, die Lampe endgültig nicht mehr zu gebrauchen. Da wir kein Auto haben und sowohl dem Mitbewohner als auch mir jede Energie in Einrichtungsdingen fehlt, sahen wir uns in zwei fußläufig erreichbaren Lampenhandeln um. Wenig überraschend begeisterte uns dort nichts. Ich prognostiziere, dass noch ein, zwei Wochen vergehen werden, uns dann rückblickend die am wenigsten abstoßende Stehlampe doch ganz attraktiv erscheint, woraufhin wir sie kaufen.

Der Nachmittag verging mit teilweise akrobatischem Gardinenaufhängen (Einfädelloch ganz hinten zwischen Wand und Wandschrank), Fahrrad
– aus dem Keller holen
– Reifen aufpumpen
– abstauben (plus halbherzigem Versuch, die unerklärlichen Schichten Schmiere auf der Vorderradfelge abzutragen – hat jemand einen Dampfstrahler?),
Kuchenessen, Brotbacken (diesmal mit einem Teelöffel Melasse für eine schönere Farbe, das Rezept habe ich angeglichen und um gestrige Bilder ergänzt), Kurzbügeln, Zeitunglesen, Badteppich waschen (ich war gerade so in Schwung), Fury von Salman Rushdie auslesen (ich hatte es 2001 gleich bei Erscheinen gekauft, aber nicht gleich gelesen, da ich nach The Ground Beneath her Feet eine weitere Enttäuschung befürchtet hatte – war dann auch nichts Besonderes).

Und dann kam noch Besuch aus Berlin, der mit mir in der Acetaia zu Abend aß – das lebhafte Gespräch ein wenig durch den Umstand erschwert, dass mein leichtes Halsweh von einem Moment auf den anderen in komplette Heiserkeit umgeschlagen war. Wir ließen uns einen interessanten Wein aus Sizilien empfehlen, den ich noch nicht kannte: einen Nerello Mascalese, nämlich den Graci Quota 600 (überraschend hell im Glas, besonders gefiel mir die pfeffrige Gewürznote).

Womit das Tagebuchbloggen eröffnet wäre.

die Kaltmamsell

4 Kommentare zu „Journal Samstag, 26. März 2011“

  1. dorothy_jane meint:

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    Gerne gelesen

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  2. Helga meint:

    Wir suchen schon seit über einem Jahr nach einer neuen Stehlampe für das Wohnzimmer. Konnten wir uns bis jetzt noch nicht einmal auf “am wenigsten abstoßend” einigen…

  3. Ralph meint:

    Wir haben auf der Suche nach Lampen schon mehrfach die These aufgestellt, dass in Lampenläden die Resultate extrem unbegabter Designer landen, die ihre Artefakte stets schwer verkatert konstruieren und feilbieten. Die seltenen Ausnahmen finden ungefähr im Fünf-Jahres-Rhythmus den Weg in unser Heim.

  4. Martin Emmerich meint:

    Für die Felgenreinigung eignet sich ein in Brennspiritus getränkter Lappen…

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