Der Stand des Schwimmens

Samstag, 7. Januar 2012 um 19:21

Fast genau ein Jahr nach dem Kraulkurs hatte ich vergangenen November mein Ziel erreicht: Kraulen mit Atemholen bei jedem dritten Zug so lange ich wollte. Endlich fühlt sich der Dreierschlag entspannt und gemütlich an. Zwar lege ich hin und wieder trotzdem 100 Meter Brust ein, das aber vor allem zum Ausgleich und um meiner Kachelzählerei Anker zu geben – auch so komme ich bei 3.000 Metern oft genug durcheinander (und runde im Zweifel immer ab, eh klar).

Heute lief auch alles zu meiner Zufriedenheit und schmerzfrei. Das ist deshalb erwähnenswert, weil ich beim dienstäglichen Stepaerobics befürchtet hatte, mir möglicherweise dann doch mal richtig etwas kaputt gemacht zu haben. Am Ende der Stunde war ich synchron mit den anderen Turnerinnen in der Choreographie rückwärts vom Step gestiegen, als es in meiner rechten Wade laut Ratsch! machte – zumindest fühlte es sich so an, als sei etwas zerrissen, reichlich schmerzhaft. Da mein Puls gerade ganz oben war, konnte ich nicht stehen bleiben und humpelte die Stunde zu Ende. Und ich machte mir Sorgen, mehrwöchige Sportverhinderung vor Augen. Doch schon am nächsten Tag waren die Schmerzen auf Muskelkater-ähnliche gesunken, zudem sah ich weder Schwellung noch Bluterguss – wohl kein Muskelfaserriss. Vielleicht ist ja schlicht die Verklebknotung (ahäm) gerissen, die in den letzten Monaten Ursache für meine Wadenschmerzen beim Dauerlauf war?

Einen Grant beim Schwimmen habe ich dennoch: In den vergangenen Monaten häufen sich die Schwimmer und Schwimmerinnen, die mit Spielzeug und immer in Gruppen ins Olympiabad kommen. Auch Hobbyschwimmen kann man jetzt wohl nicht mehr einfach so: Kissen, Flossen, Bretter – praktisch alles außer Schwimmflügerl liegt am Beckenrand und wird abwechselnd als Schwimmunterstützung eingesetzt. Unbedingt auch an diesen Beckenrändern: Trinkflaschen, selbst wenn nur 45 Minuten geschwommen wird. Wobei, und das ist das Problem dieser Schwimmflügerlgruppen: Geschwommen wird ja immer nur kurz, und das möglichst in der Gruppe und dann schnell. Dann wird wieder bis zu sechst am Beckenrand gestanden und geplaudert, von mir aus gefachsimpelt. Die Folgen: Ich kann mich nicht auf diese Mitschwimmer einstellen (lohnt es sich, am Rand den Vortritt zu lassen oder will er / sie sich ausruhen?) und regelmäßig nicht an der Beckenwand wenden weil vollgestellt. Gibt es für diese Spielereien nicht eigens ein Schulschwimmbecken in der Nebenhalle?
Wobei ich letzte Woche feststellte, dass die Behinderung gar nicht sein muss, wenn die Schwimmflügerlschwimmer mitdenken: An Silvester schwammen drei junge Männer mit Spielzeug auf derselben Bahn wie ich, doch dank gegenseitiger Rücksichtnahme kamen wir einander kein einziges Mal ins Gehege.

die Kaltmamsell

11 Kommentare zu „Der Stand des Schwimmens“

  1. Gaga Nielsen meint:

    Trinkfläschchen überall. Wenn ich die ganzen Wasserflaschennuckler unterwegs sehe, überlege ich immer, ob diese Marotte seit einigen Jahren von zuviel Lektüre von Fitness- oder Frauenzeitschriften kommt, die immer predigen, dass man mindestens drei bis fünf Liter Wasser am Tag trinken soll, oder ob es vielleicht ein Problem beim Abstillen gegeben hat. Jedenfalls wird das hauptsächlich von einer jüngeren Generation kultiviert. (Ich nehme an, Iris Berben war nicht iin der Schwimmgruppe am Beckenrand, die predigt ja auch das Aufpolstern von innen, alles ganz natürlich haha).

  2. Martha Mischke meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Wen interessiert das?

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  3. Die Küchenschabe meint:

    ich war früher (vor geschätzten hundert Jahren) Leistungsschwimmerin in einem Verein und hab beim Training nie ein Fläschchen gebraucht. Wenn ich jetzt ab und zu ins Schwimmbad gehe, nerven mich vor allem die Kreuz-und-Quer-Schwimmer, wenn ich meine Runden ziehe. Allerdings war meine Wettbewerbs-Schwimmlage Delphin, und da schaff ich jetzt nicht mal mehr eine Länge ;-)

  4. die Kaltmamsell meint:

    Im Münchner Olympiabad, Küchenschabe, gibt es zum Glück abgetrennte Sportschwimmerbahnen, durch die niemand querschwimmt – deswegen und wegen der 50-Meter-Bahnen nehme ich den weiten Weg dorthin überhaupt auf mich. Delphin-Versuchern (die auch nicht mal eine Bahn schaffen) ziehen aber ehrlich gestanden auch meinen Grant auf sich: Ein einziger Amateur kann allein schon das halbe Becken in stürmische See verwandeln.

  5. Kai meint:

    Ach, der Dreierzug! Ich war ja in den 80ern auch im Schwimmverein (Jahrgang 67), aber den Dreierzug, wie auch die Rollwende habe ich beim Schwimmen bis jetzt noch nicht wiederbelebt. Das erfordert Geduld (wie man sieht) und Zeit, beides Dinge die ich gerade nicht im Überfluss habe.

    …Delphin schaffe ich aber auch gerade eine 50m Bahn. :D

  6. midori meint:

    Mich würde interessieren, ob diese Spiraldynamik bei Ihnen Erfolge gezeigt hat

  7. die Kaltmamsell meint:

    Die konkrete Fußschule, die ich besucht habe, midori, hat keine Verbesserung ergeben. Sie war aber wohl auch nicht zur Behebung meiner akuten Probleme gedacht, sondern zur grundsätzlichen Korrektur der Bewegungen, die die Schäden verursacht haben. Verbesserungen sind wohl erst mit viel Übung und konsequenter Einhaltung der neu gelernten Bewegungen und Haltungen möglich, die unter anderem die Fußmuskeln so stärken sollen, dass der Fußbogen nihcht mehr einsinkt (Senk- und Spreizfuß) und der Knöchel beim Gehen stabil bleibt (statt Knickfuß). Dazu gehört aber auch ein Umgewöhnen der Beckenposition und der Ausrichtung der gesamten Wirbelsäule beim Gehen.

    Ich habe keinerlei Forschungsergebnisse gefunden, ob solch eine ideale Gleichschaltung des vielfältigen menschlichen Skeletts und der vielfältigen persönlichen Bewegungsmuster überhaupt möglich ist. Weiterhin keine Forschungsergebnisse, ob diese Bewegungsveränderungen eine messbare Verbesserung von Schäden bewirken (also über subjektives Gefühl hinaus – die meisten in meiner Fußgruppe machen sonst gar keinen Sport und fühlten sich allein schon mal dadurch besser, dass sie sich nun einmal die Woche überhaupt bewegten).

  8. midori meint:

    Vielen Dank für den Bericht! (scheidet für mich dann wohl als Maßnahme aus…)

  9. Sebastian meint:

    @gaga nielsen Frau Berbens Bahn erkennt man an den Rotweinflaschen am Beckenrand.

  10. Gaga Nielsen meint:

    Ich kriege gerade Lust auf eine Runde Schwimmbad mit Frau Berben!
    Ein wenig dekorativ an den Beckenrand drapiert, mit den Beinen plantschen, sich gesundheitsbewusst die Antioxidantien eines gutem Bordeaux zu Gemüte führen und sich dabei endlich einmal so richtig unter vier Augen über die Dinge austauschen, die wirklich helfen. Neben täglich fünf Litern Wasser, Yoga und den anderen eher preiswerteren Sachen.

  11. rebhuhn meint:

    dank Ihrer artikel über’s kraulen war ich nun am vergangenen montag in der örtlichen schwimm-oase [leider mit angeschlossener wellness und demzufolge sauteuer] und erhielt eine kraul-einzelstunde. ich kann und konnte schon immer ziemlich ausdauernd brustschwimmen mit tauchzug [also, kopf beim ausatmen unter wasser] und bin vor ~1o jahren wöchentlich 2.5km geschwommen. dahin würde ich gern zurück. rückenkraulen brachte ich mir im vorletzten sommer dann selbst bei [mithilfe von u.a. youtube ^^], beim vorwärts-kraulen ging aber nix vorwärts. jetzt kam ich nach nur 1h fachlicher anleitung beinahe locker voran!

    danke für diese anregung.


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