Journal Samstag/Sonntag, 27./28. September 2014 – Arbeitswochenende

Montag, 29. September 2014 um 8:17

Lange geschlafen.

Es war ein schöner, sonniger Samstag, dennoch blies ich meine Sportpläne ab, weil ich einen Termin am Montag vorbereiten wollte.

Ins Draußen kam ich zumindest zum Einkaufen. Ich holte ein Stück Frankenlaib bei der Hofpfisterei – jawoll, es gibt noch Brot zu kaufen, das so gut ist wie mein selbst gebackenes. Ein wenig Obst und Milchprodukte im Biosupermarkt, Waschpulver in der Drogerie.

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Stundenlanges Arbeiten am Schreibtisch.

Abends kochte der Mitbewohner erstmals auf dem neuen Herd. Es gab Radicchio-Hackfleisch-Pfanne.

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Aber am Sonntag radelte ich zu einem ausgiebigen Lauf an die Isar ab Friedensengel. Erst lief ich unter Hochnebel, dann kam wie angekündigt die Sonne heraus. (Fotos alle mit Telefon iphone 5c aufgenommen. In der Totalen ist zwar meine kleine Lumix besser, das Telefon macht die deutlich besseren Nahaufnahmen – aber zum Laufen nehme ich nun wirklich nicht zwei Kameras mit.)

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Eschensterben. Erst war es ein Pilz, jetzt kommt wohl ein Käfer dazu.

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Am Ende meines Laufs Herzrasen und leichte Atemnot – vielleicht hätte ich beim Fotografieren in der letzten Viertelstunde nicht immer die Luft anhalten sollen.

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Weitergearbeitet bis fertig. Einmal durchgetestet. Wenn Sie mir am heutigen Montagnachmittag gute Gedanken schicken könnten?

Abends kochte dann ich zum ersten Mal in der neuen Küche. Es gab Hokaido-Breckerl mit Nudeln. Und viel Parmesan.

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Herta Müller (von der ich noch viel mehr lesen möchte, ihre scheinbar schlichte Sprache wirkt auf mich magisch – warum komme ich eigentlich dieses Jahr so wenig zum Bücherlesen?) schreibt:
„Schönheit ist politisch“.

Jahre später in der Stadt habe ich dann die Schönheit der Sprache entdeckt. Ein schöner Satz ist wie ein schönes Kleidungsstück oder wie ein schönes Haus oder wie eine schöne Pflanze. Schönheit war damals politisch. Im Sozialismus, im Stalinismus, war alles hässlich. In der Architektur gab es nach dem Krieg zwar einige Prachtbauten als Kulissenarchitektur. Aber im Alltag war alles elend. In Rumänien gab es in neu gebauten Wohnungen keine Türen mehr, der Fußboden war grober Beton, und in den Badezimmern waren die Abwasserrohre nicht abgedichtet. Man konnte von oben in das darunter liegende Bad schauen. Es war die gebaute Entwürdigung. Ich bin überzeugt davon, dass diese Hässlichkeit zum Programm der Diktatur gehörte. Es war ein Unterdrückungsmechanismus. Durch Hässlichkeit wird man genauso beeinflusst und unterdrückt, wie durch die Taten und das stereotype Gerede der Politiker. Man wird auch durch das Auge, durch den Blick, durch die Trostlosigkeit entmündigt, weil man nichts daran ändern kann.
(…)
Es geht dabei um Würde. Wenn man sich aus der Hand gibt, dann hat man natürlich keine Würde mehr. Eitelkeit ist vielleicht sogar übertriebene Würde. Oder Würde da, wo man sich etwas beweisen will, wo es nicht unbedingt sein müsste. Ich glaube, dass ich auch beweisen wollte, ich bin intakt. Dem Geheimdienstler, der mich verhörte, wollte ich damit sagen, du hast mich noch nicht fertiggemacht. Ich lass mich nicht unterkriegen. Mit Worten konnte man das ja nicht tun. Das tat dann die Kleidung.

Das ist die Gegenperspektive zur gesellschaftlicher Erwartung von Hübschheit und Gefälligkeit, die ja in gewisser Weise auch repressiv ist. Dass sie in einer Umgebung von Gewalt und Diktatur überlebenswichtig sein kann, begreife ich jetzt erst. Eitelkeit als „übertriebene Würde“ – mir fallen umgehend Menschen ein, auf die das fast schmerzlich zutrifft. Und denen es auffallenderweise nie in den Sinn kommen würde, auf andere wegen eines Fehlens dieser Eitelkeit herabzuschauen.

§

Und dann natürlich die Sensation:
„Internationally acclaimed barrister Amal Alamuddin marries an actor“.

He’s been quoted as saying he was ‘marrying up’… we agree.

die Kaltmamsell

8 Kommentare zu „Journal Samstag/Sonntag, 27./28. September 2014 – Arbeitswochenende“

  1. iv meint:

    ******************KOMMENTAROMAT**********************

    Gerne gelesen

    *******************************************************

  2. iv meint:

    …und gute Gedanken unterwegs.

  3. antje meint:

    …drücke Ihnen alle nützlichen Körperteile (meine natürlich).

    antje

  4. Indica meint:

    Selbstredend drücke ich!

  5. joriste meint:

    Daumendrückgeräusch

  6. oachkatz meint:

    Hoffentlich kommen die guten Gedanken an und machen dann das,w as sie sollen.
    Ich liebe die Überschrift zur Heirat, danke dafür.

  7. marie_sophie meint:

    Noch mehr gute Gedanken.

  8. Modeste meint:

    Gute Gedanken auch von mir!

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