Journal Donnerstag, 22. Januar 2015 – zweigeteiltes Lesenreden

Freitag, 23. Januar 2015 um 6:55

An dem Heimweg von der Arbeit wurde mir bewusst, dass ich den ganzen Tag nichts vom Draußen mitbekommen hatte. Ich holte Bilder der langen Besprechungen zurück, erinnerte mich an die Fensteraussicht, die eine Kollegin eingerahmt hatte: Es muss kalten Nebel gehabt haben.

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Abends zu Fuß nach Untergiesing, Treffen mit meiner Leserunde. Diesmal hatte ein Teil Mark Twain gelesen, A Connecticut Yankee in King Arthur’s Court, in dem es um genau das ging: Ein Leser war völlig begeistert über Geschichte, Themenverarbeitung und Sprache, der andere hatte die Lektüre als ausgesprochen unerquicklich empfunden. Der andere Teil der Runde hatte Alistair Macleod, No great mischief gelesen: Alle gerne gelesen, aber mit verschiedenem Enthusiasmus. Ich hatte die klassischen Elemente kanadischer Literatur gesehen: Identität, Kampf gegen die feindliche Natur, wilderness. Mir war die affirmative Darstellung der Blutsbande dieser weit verzweigten schottischen Einwandererfamilie aber auch ein wenig unangenehm, weil sie für mich bereits an Rassismus grenzte. Dann wieder gibt es einige Passagen im Roman, die ihn wirklich lesenswert machen: Das Unglück, das den Erzähler zum Waisen macht, die Arbeit im Uranbergwerk, die verwaisten Brüder im jugendlichen Alter, die in einer Bruchbude hausen.

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Persönlich freue ich mich besonders über die Geschichten im Techniktagebuch mit DDR-Technik:
„Herbst 1992 – ‚Sei zuhause, wenn die Laternen angehen'“.

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Yes! Yes! Yes!

Research by the Sport England showed that women between the ages of 14 and 40 are less active than their male counterparts—and not because “sports aren’t for girls.” Three quarters of the women surveyed wanted to be more active, but their anxieties over being “the wrong size, not fit, and not skilled enough” stopped them from getting to the gym, the pool, or the field.

Ich übersetze:

Eine Studie von Sport England ergab, dass Frauen [in Großbritannien] zwischen 14 und 40 weniger Sport treiben als Männer der selben Altersgruppe – aber nicht etwa weil „Sport nichts für Mädchen ist“. Drei Viertel der befragten Frauen wollten sich mehr bewegen, doch sie fürchteten, sie hätten „nicht die richtige Figur“, seien „nicht fit genug, nicht sportlich genug“ – und gingen deshalb sichnicht ins Fitnessstudio, ins Schwimmbad oder aufs Spielfeld.

Und so rief die Vereinigung Sport England die Kampagne „This girl can“ aus: Sport, weil er Spaß macht und gut tut – nicht wegen irgendwelcher Schönheits- oder Fitnessideale.
„A New Fitness Campaign Is Shaking Up What It Means To Be In Shape.“

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http://youtu.be/aN7lt0CYwHg

Der Tonschnitt von der Bikinihose auf die Drums am Anfang!
Mir gefällt ja ganz besonders „I jiggle, therefore I am.“ Ob ich es diesen Sommer mal fertigbringe, bauchfrei an der Isar zu joggen? *jiggle *jiggle* *jiggle*

via @journelle

(Und wenn wir jetzt noch das mit dem „girl“ korrigierten?)

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu “Journal Donnerstag, 22. Januar 2015 – zweigeteiltes Lesenreden”

  1. kalua meint:

    Apropo jiggle jiggle und Körper und Figur: ich habe mich köstlich mit dem, was bei diesem Test http://www.bbc.com/news/health-18770328 rausgekommen ist (You’re most like someone from Bangladesh*) amüsiert. Was kommt bei Ihnen raus? ☺

  2. Regina meint:

    Kleine Anmerkungen zur Übersetzung :
    Die Frauen gingen wegen der Bedenken ’nicht richtig zu sein‘ NICHT ins Fitnessstudio etc

    Ein schönes Wochenende wünsche ich

  3. die Kaltmamsell meint:

    Danke für den Hinweis, Regina!

  4. Susann meint:

    Ich bin ja eher keine Freundin von solchen Kampagnen, aber die gefällt mir wirklich gut.

  5. Croco meint:

    Schönes Video!
    Ich glaube, die Welt war anders für uns Frauen, als es noch keine Spiegel gab.

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