Journal Sonntag, 17. Januar 2016 – Tatsächlich Schnee. Und Zimtschnecken

Montag, 18. Januar 2016 um 6:47

Den ganzen Vormittag über füllte sich instagram mit Schneebildern.

160117_01_Schneeaussicht

In München schneite es den Tag über immer wieder ein wenig, die Vogelfutterstelle auf unserem Balkon war sehr gut besucht.

Seit Monaten wünschte sich Herr Kaltmamsell die Zimtschnecken von Katharina Seiser, die ich unerklärlicherweise seit Jahren nicht mehr gebacken habe. Gestern endlich dann doch.

Ich hatte den Teig schon am Samstagabend geknetet (mit nur 30 Gramm Hefe statt der angegebenen 42 Gramm eines ganzen Würfels), dann in den Kühlschrank gestellt. Hefegebäck schmeckt frisch einfach am allerbesten, idealerweise warm. Da ich aber am Sonntagvormittag zum Sport wollte, hätte ich für frische Zimtschnecken schon um sechs aufstehen müssen – oder den Teig eben schon am Vorabend kneten.

Das klappte wie gewohnt gut: Teig eine Stunde vor Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank geholt, dann Rezept fertiggearbeitet. Diesmal drückte ich die Schnecken auf dem Blech ein wenig flach.

160117_04_Zimtschnecken

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Ich radelte zum Ostbahnhof zu einer Stunde Aerobic und einer Stunde Gymnastik auf Wackelpolster. Die Straßen waren meist geräumt, die Fahrradwege eher nicht, also radelte ich im lichten Sonntagsverkehr auf der Straße.

Nach dem Turnen las ich den ganzen Nachmittag Internet, Zeitung und Buch, begleitet von Essen: Zimtschnecken (sehr gut), süße, knackige Äpfel, frisch gesäbelten Jamón, dann wieder Zimtschnecken und Äpfel. Bis es Zeit fürs Abendessen war (Reste vom Vortag). Vor komplettem Überfressen schaffte ich es, einige Zimtschnecken einzufrieren.

Abends im Fernsehen den Polizeiruf angesehen, weil die mit Matthias Brandt bislang immer herausragend gewesen waren. So auch dieser.

§

Als Münchnerin wache ich streng über die Regel für Rolltreppen in den hiesigen Bahnhöfen öffentlicher Verkehrsmittel: Rechts stehen, links gehen. Stellt sich heraus, dass das in richtigen Großstädten mit Menschenmassen vielleicht doch nicht die ideale Regel ist.
“The tube at a standstill: why TfL stopped people walking up the escalators”.

In London zum Beispiel hat man ausgerechnet, dass es an einiges Stellen theoretisch viel praktischer wäre, wenn auf den Stufen doppelt gestanden würde. Doch: Wie findet man das praktisch heraus?

In the execution of their own daily miracles, London’s commuters have learned to withstand vast and unpredictable challenges: track closures; signal failures; engineering works. And they have developed a thick skin. But on that particular Friday, the 11,000 of them who got off at Holborn station between 8.30 and 9.30am faced an unusually severe provocation. As they turned into the concourse at the bottom of the station’s main route out and looked up, they saw something frankly outrageous: on the escalators just ahead of them, dozens of people were standing on the left.

We might be bad at dancing and expressing our feelings, but say this for the British: when we settle on a convention of public order, we bloody well stick to it. We wait in line. We leave the last biscuit. And when we take the escalator, we stand on the right. The left is reserved for people in a hurry.

(…)

Last month, as (Harrison) stood on the concourse with all those good ideas up her sleeve and watched the trial unfold, she was a little unprepared for the intensity of the reaction, let alone for the interest of newspapers such as Denmark’s Politiken or the Washington Post. During the three weeks of the Holborn project, those who disapproved of the idea voiced their opinions with alacrity, as a preliminary internal report diligently records.

In München allerdings geht es ja nicht um Menschenmassen (allermeistens). Außerdem heißt es selbst in dem Artikel: “In lots of places, with short escalators or minimal congestion, this doesn’t much matter.” Puh.

die Kaltmamsell

5 Kommentare zu „Journal Sonntag, 17. Januar 2016 – Tatsächlich Schnee. Und Zimtschnecken“

  1. karin meint:

    das thema rolltreppe habe ich auch immer, wenn ich nach münchen komme oder jeden tag das laufband zum supermarkt nehme (wie am flughafen, so bekommt man den einkaufswagen zum parkdeck), weil ich rechts die tasche trage, der rechte arm ist stärker und mich links festhalte bei bedarf, stehe ich links, natürlich lasse ich zum vordermann platz, damit mich jemand rechts überholen kann, was aber nachfolgende personen nicht sehen wollen, sie regen sich nur auf, DIE steht links und das macht MAN nicht, ein gepöbel, es können doch wirklich menschen eine schmerzende körperstelle haben, arm oder bein und deshalb lieber links stehen, manches erschließt sich mir nicht und eile, da lach ich, eile ist kein grund um zu pöbeln

  2. die.sandra meint:

    Bewundernswert, wie sorgfältig gerollt die Schnecken aussehen. Motivation für mich, mir beim Backen ein bisschen mehr Mühe bei der Optik zu geben ;)

  3. Jana meint:

    Reduzieren Sie nur die Hefe? Und wenn ja- warum? Zu hefig sonst? Ich bin kein Backprofi, halte mich aufs Gramm genau an die Zutaten und werde nervös bei solchen Experimenten wie Hefeanteil verringern.

  4. die Kaltmamsell meint:

    Haha, die.sandra, Rollen und dann Scheibenschneiden ist für Optikschlamperinnen wie mich ideal – Design ist das eine, was ich beim Backen nicht kann.

    Im Umgang mit Hefe, Jana, profitiere ich von meinen Brotback-Erfahrungen: Zu viel Hefe trocknet aus, und langsames Gehen fördert die Aromaentwicklung. Die meisten heutigen Hefeteigrezepte verwenden zu viel Hefe (das 70 Jahre alte Schulkochbuch meiner Mutter zum Beispiel hat als Standard 20 Gramm auf ein Pfund Mehl, also die Hälfte des heutigen Standardverhältnisses), ich nehme an, weil der Teig damit halt schneller geht. Viel Hefe brauchen nur extrem fettreiche Teige, zum Beispiel Butterstollen.
    Beim ersten Anwenden eines Backrezepts halte auch ich mich sklavisch an die Angaben, aber dieses hatte ich ja schon ein paar mal erprobt.

  5. Jana meint:

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. So ein altes Koch- und Backbuch habe ich auch noch. Das muss ich mir mal etwas genauer anschauen.

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