Archiv für August 2016

Journal Sonntag, 14. August 2016 – Sommertag im Chiemgau

Montag, 15. August 2016

Ein weiterer Sommertag; da der Spaß ja jeden Tag vorbei sein kann, steckte ich wieder Programm für zwei rein.

Zweites Mal sehr gut geschlafen in Folge – das ist wirklich schön. Nach Kaffee und Bloggen auf dem Balkon (Eichhörnchen!) spazierte ich zeitig zum Schyrenbad, wieder über den wundervollen Südfriedhof.

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Der neue Schwimmbikini bestand seinen ersten Einsatz, die Hose sitzt sogar besser als das alte Modell. Während ich meine Bahnen zog, dachte ich unter anderem nach über die Merkwürdigkeit vorgeschriebener Schwimmstile bei offiziellen Wettkämpfen. Beim schnellen Rennen ist das Ziel ja einfach, eine bestimmte Distanz in möglichst kurzer Zeit zurückzulegen. Aber beim Schwimmen gilt das nicht, die Form der Bewegung wird vorgeschrieben: Es heißt nicht einfach „200 Meter Schwimmen“, das wäre am ehesten Freistil. Sondern die 200 Meter müssen Kraul, Brust, Schmetterling, Rücken geschwommen werden. (Na gut, ich habe gerade gesehen, dass Gehen immer noch olympisch ist.)

Ich duschte und wusch mich gleich gründlich im Freibad, da ich nachmittags einen zweiten Sommertag vorhatte, legte mich dann noch ein halbes Stündchen in die Sonne.

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Zweites Sommertagsprogramm am Nachmittag: Meine Leserunde traf sich diesmal in der Sommerfrische, nämlich im Ferienhaus einer Mitlesenden am Chiemsee. Wir fuhren zusammen mit dem Bayernticket im gut besetzten Zug nach Salzburg.

Geredet wurde nebst Kaffee und Kuchen über Bachtyar Ali, Der letzte Granatapfel. In dem Roman erzählt Muzafari Subhdam, einst ein hochrangiger Peschmerga, nach 21 Jahren Einzelhaft in der Wüste befreit, seine Geschichte – und die der Suche nach seinem Sohn. Auf der Suche erzählen ihm wiederum Menschen Stück für Stück, was in den 21 Jahren seiner Abwesenheit geschehen ist. Durch diese Erklärungen entfaltet sich die ganze menschliche und politische Auswegslosigkeit der Lage im kurdischen Irak – wenn nicht sogar im gesamten Nahen Osten.

Ich war die einzige, der der Roman gefallen hatte; die anderen waren durch die Redundanz des manchmal formelhaften Erzählens gelangweilt oder abgestoßen von der toxic masculinity, die sowohl den Hintergrund des kriegerischen Gemetzels in den kurdischen Gebieten Iraks durchtränkt als auch den ausschließlich männlich geprägten Vordergrund, in dem es nur Freund oder Feind gibt, Schwarz oder Weiß, und in dem die Männer einander bei der nichtigsten Gereiztheit grausame Tode an den Hals wünschen. Frauen tauchen nur als mystische Gestalt, Sexspielzeug oder Kindsausträgerin auf.

Dennoch war ich fasziniert gewesen von der ganz ungewohnten Erzählweise, in der die Figuren nicht psychologisch motiviert sind, sondern durch mythische Topoi – die dann in formelhaft variierten Naturbildern geschildert werden. Und ich sah in den drei Saryasi drei Seiten der kriegerischen Auseinandersetzung, mit dem ersten Saryasi, dem „Marschall“, als einzige politisch vernünftige Gestalt.

Wir unterhielten uns recht lange darüber, ob die Erzählerstimme die Geschehnisse und die Kultur dahinter kommentierend berichtet oder lediglich konstatiert. Ich plädiere für eine Schilderung, die eine Einordnung dem Lesenden überlässt (was er und sie ja ohnehin tun). Als Europäer und Europäerinnen sind wir abgestoßen von einer Denkweise, die uns mittelalterlich erscheint; ob das kolonial bevormundend ist, will ich nicht beurteilen.

Vielschichtig ist der Roman auf jeden Fall. Ich empfehle ihn, weise aber auf die abweisenden Reaktionen meiner Mitleserinnen und Mitleser hin. Hier die Rezension von Stefan Weidner in der Sueddeutschen, die mich auf das Buch aufmerksam machte.

Wenn wir schon im Chiemgau und am See waren, wollte die eine Hälfte der Leserunde Baden gehen. Mir war nicht nach einer zweiten Wasserrunde, ich fuhr nur zum Gucken mit an den Langenbürgener See.

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Weiteres Programm: Gestern fand in Prien das jährliche Marktfest statt – das wollten wir sehen. Und zu sehen war einiges, die Straßen und Plätze um den Marktplatz standen voller Bierbänken, Bühnen, Ständen mit Speisen und Getränken. Das Ganze war angenehm schlicht und unkommerziell, hier feierten die Einheimischen und ließen es sich gut gehen, schnickschnackfrei. Zu essen gab es Bratwürste, Schweinsbraten, Leberkäs, Hendl (traditionell schlechte Aussichten für Vegetarierinnen), zu trinken Bier und Wein (plus Wirtshauscocktails an einer Bar), auf den drei Bühnen spielten eine volkstümliche Band, ein 30-köpfiges Blasorchester, eine Partyband. Die örtlichen Trachtenvereine zogen reihum und boten dar.

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Zum Beispiel die Goaßlschnoiza.

Rückfahrt nach München im überfüllten Meridian, Zugerprobte (ich) fanden Bodenplätze.

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Da ich schon berufsbedingt ein großer Fan von Serienbriefen bin

Wortschnittchen erzählt, wie sie den Nachlass ihres Manns bearbeitet und gibt Tipps.
„Nachlasssachen.“

Journal Samstag, 13. August 2016 – Zurück zum Sommer: Wandern und Draußenessen

Sonntag, 14. August 2016

Und wieder sprang das Wetter über Nacht von saukalt mit Regen auf Hochsommer mit Hitze. Ein Glück ist die Meteorologie inzwischen so präzise geworden, dass man das mit dem Vorlauf von mindestens 24 Stunden weiß – der Samstag war also sommerlich geplant.

Nach Ausschlafen, Morgenkaffe und Bloggen machten Herr Kaltmamsell und ich uns fertig für einen kleinen Wanderspaziergang: Mit Frühstück setzten wir uns in eine S-Bahn nach Kirchseeon, um von dort über Egglburg und die Ebersberger Weiher nach Ebersberg zu gehen.

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Das Getreide war bereits geerntet, aber Heu wurde nochmal gemacht. Wir sahen viele Schwalben – die Jungen müsste ja jetzt alle aus dem Nest sein. Und einen Baum mit roten Mirabellen. Außerdem große thermiksegelnde Greifvögel und ein Reh, das vor uns über eine Wiese hüpfte.

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Egglburger Kirche und Egglburger See.

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In Ebersberg setzten wir erst mal je ein Pokémon in eine dortige Arena (überraschend lebhafte Pokémonlandschaft!). Mittagessen in einer Eisdiele am Rathausplatz, für mich Eiskaffee, der Mitwanderer bestellte einen Mozartbecher.

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Durchaus eine vollwertige Mahlzeit (ja, das sind Marzipanstücke und eine Mozartkugel).

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Für den Abend hatten wir einen Tisch im Romans reserviert. Das Essen ist dort ordentlich, vor allem aber sitzt man wunderschön draußen.

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Wir aßen Überraschungsmenü (das so überraschend ist, dass die Bedienung uns keinen konkreten Wein dazu empfehlen konnte, weil auch sie nicht wusste, was sie servieren würde): Garnelen mit Knoblauch und Salbei, mit Ricotta gefüllte Ravioli mit Tomate, Fischduett mit Pfifferlingen, Schokoladensouffle und Edbeeren.

Wundervolles Heimradeln durch Sommernacht.

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Einerseits ist es in Deutschland politisch gewünscht, dass ein immer höherer Anteil von Schulabgängern studiert. Andererseits wird das Lehr- und Forschungspersonal an den Universitäten völlig in der Luft gelassen. Eine gründliche Analyse und Anklageschrift:
„Exzellente Entqualifizierung: Das neue akademische Prekariat“.

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Vor allem wenn es um Sex geht: Nein heißt nein und nur ja heißt ja. Weil manche das anscheinend kompliziert finden, erklärt es jemand, die sich wirklich auskennt:
„An Essay On Consent, From A Woman Who Hosts Huge Sex Parties“.

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Ich weiß nicht mehr genau, wer mir Florence Foster Jenkins zu Beginn meines Studiums empfahl, woraufhin ich die CD The Glory (????) of the Human Voice bei Zweitausendeins bestellte. Doch ich hörte sie mit Begeisterung und verteilte Lieder daraus über so manche Mixkassette. Sehr interessant, wie Meryl Streep an die Darstellung der Dame für den Film heranging.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://youtu.be/dDbdKjwIEnU

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Auch gestern fand ich einen Aspekt, der mir die olympischen Spiele interessant machte:
„Why do swimmers break more records than runners?“

Dass sich Schwimmtechnik in den vergangenen 30 Jahren fundamental geändert hat, sehe sogar ich als Laie (und dass beim Brustschwimmen die Technik der Profis immer weniger von Laien imitiert werden kann, weil sie eine Kraft erfordert, die selbst Lieschen 3-Mal-die-Woche-in-die-Muckibude Müller nicht hat). Aber es kommen noch äußere Faktoren hinzu. Sauspannend.

via @AnkeGroener

Journal Dienstag, 9. August 2016 – Irgendwas mit Langhanteln

Mittwoch, 10. August 2016

Gestern nahm ich wieder in Kauf, recht spät in die Arbeit zu kommen – um frühmorgens Langhantel-trainieren zu können. Ich hatte mich schon tagelang darauf gefreut, ließ mich auch nicht vom Landregen abhalten.

Doch dann stand kein Hot-Iron-Trainer vorne, sondern jemand, der meinte, er sei dafür nicht ausgebildet, wir würden jetzt halt anders langhanteln. Da ahnte ich bereits Unruhe, denn: Der festgelegte Übungs- und Bewegungsablauf der Hot Iron-Franchise ermöglicht mir in Kombination mit meinem Trainingsstand zu beurteilen, für welche Übung ich wie viel Gewicht auflade. Wenn ein Trainer lediglich breite Squats ankündigt, weiß ich nicht, wie viele oder wie schnell sie sein werden. Und bei Oberkörperübungen fehlt mir zudem die Information, ob das die einzige Übung für diesen Muskel sein wird und ich ihn völlig erschöpfen kann oder ob ich ihn später nochmal brauchen werde – und sei es zur Unterstützung fürs Training eines anderen Muskels – und besser Reserven behalte. Ergebnis: Ich schwenkte bei einigen Übungen mittendrin auf eine Alternative, weil ich dafür viel zu viel Gewicht auf der Hantel hatte, mein Schultergürtel war beim abschließenden (!) Hantelstoßen über Kopf gefährlich ausgepowert. Beim Radeln zur Arbeit in Konsequenz so kraftlos, dass ich mich schier nicht auf dem Fahrradlenker aufstützen konnte, und der Muskelkater in Po, Brust, Trizeps setzte bereits am Abend ein.

Radeln durch den Regen ist übrigens nicht halb so romantisch wie es sich zunächst anhört. (Fluchte sie.)

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Nach Feierabend nutzte ich eine Schalteröffnung bis 18 Uhr, um ein Girokonto bei einer Genossenschaftsbank zu eröffnen. Ich erfuhr unter anderem, dass ich nicht die einzige bin, die die Sparkasse durch ihre neue Struktur von Kontoführungsgebühren endgültig vergrault hat.

Die Beraterin konnte auch meine letzte Sorge ausräumen: Wohin künftig mit dem Kleingeld unserer Urlaubskasse? Ihr Kollegin hob wortlos eine durchsichtige Plastiktüte mit Münzen hoch: So, erklärte sie mir dann, könne ich unser Kleingeld abgeben. Es werde eingeschickt, gezählt und dann gutgeschrieben.

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Herr Kaltmamsell kocht ja gerne Abenteuerliches. Als ich also bei David Lebovitz eine Anleitung für selbst gemachtes Corned Beef entdeckte, sah ich darin genau das Richtige für den Herrn. Jetzt in seinen Sommerferien nahm er sich die Zeit dafür. Seit einer guten Woche pökelte das Rindfleisch in unserem Kühlschrank vor sich hin (das Salz hatte Herr Kaltmamsell online besorgt), gestern wurde es gekocht und serviert. Es schmeckte großartig, feinwürzig durch Piment, Zimt, Nelken, Senfkörner, und unglaublich mürbe. Ich hoffe, das bleibt nicht das letzte Mal.

Zum Nachtisch bekam ich Berry Pie (mit Mirabellen, Him- und Brombeeren sowie Rumkirschen), ebenfalls nach einem Rezept von David Lebovitz, ebenfalls köstlich.

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Kathrin Passig verbringt einen Sommerabend mit Freunden am Berliner Dom:
„Nachts schlafen die Pokémon doch“.

Ich sage, ich sei schon lange nicht mehr so froh gewesen, dass meine Eltern mir nichts mehr zu sagen haben.

Journal Montag, 8. August 2016 – Hochsommerspaziergang im Rock

Dienstag, 9. August 2016

Wir bekamen einen weiteren Sommertag geschenkt. Herr Kaltmamsell, der in seinen Sommerferien auf mehrere Tage Kochpläne fürs Abendessen hat, ließ sich schnell zu einem abendlichen Biergartenbesuch überreden. Wir spazierten an den Flaucher, quer über den Südfriedhof und dann die Isar entlang.

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Im Flaucherbiergarten war ziemlich Betrieb: Ein freier Tisch war zwar einfach zu finden, doch die Schlange an Getränke- und Speisenausgabe länglich. Bei uns gab es Wurschtsalat und Obatzten mit Riesenbreze zu Radlermaß.

Rückweg noch im Hellen, doch die Tage werden schon wieder schnell kürzer.

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Am Wochenende waren die Bandelettes eingetroffen, die ich auf Handes Empfehlung in USA bestellt hatte.

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Am Sonntag trug ich sie für den Heimweg, gestern den ganzen Tag unterm Rock; auf dem Fußweg von der Arbeit nach Hause ging ich sogar eigens in der der heißen Sonne. Großartig! Hande hat tatsächlich nicht zu viel versprochen: Innerhalb kürzester Zeit bemerkte ich die Bänder nicht mehr, konnte aber trotz Schwitzen einen Rock tragen und damit weite Strecken zu Fuß gehen, ohne dass meine Beine scheuerten. Meine (immer schon sehr schlanke) Mutter hatte die Bänder am Sonntag beim gemeinsamen Werkeln bemerkt und mich darauf angesprochen: Sie sah den Nutzen ebenfalls sofort und will sich im Sanitätshaus danach erkundigen. (Nur zur Sicherheit: Die in den vergangenen Jahren in Frauengazetten anscheinend ersehnte thigh gap ist eine Sache des Knochenbaus, nicht von Fitness.)

Journal Sonntag, 7. August 2016 – Angrillen

Montag, 8. August 2016

Das erste Grillen heuer ganz schön spät im Jahr, das lag aber nur zum Teil an mir und meinen mangelnden eigenen Grillmöglichkeiten. Vor allem hatte das erratische Sommerwetter mittelfristige Planungen zerschossen.

Gestern aber passte es. Meine Eltern hatten Herrn Kaltmamsell und mich Mitte der Woche für Sonntag zum Grillen eingeladen, gestern stand ich zu strahlendem Sonnenschein auf.

Zugfahrt durch satteste Hochsommerlandschaft, Heimatgefühle beim Anblick der Hopfengärten kurz vor der Ernte. Als eine amerikanisch klingende Mitreisende bemerkte: „I’ve never seen hops before“, wurde mir mal wieder die Exotik dieser Landschaft klar, global gesehen.

Ich war schon gespannt gewesen auf die Pokémonlage im elterlichen nördlichen Ingolstadt (das Spiel legt eine aufregende zweite Ebene über alle Geografie).

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Würde mich nicht wundern, wenn dieses Bild bald als Icon für „Besuch bei Eltern“ fungieren könnte. Ein paar Taubsis und Rattfratze gab es dann aber doch zu fangen.

Schwiegerelterns kamen auch zu Tisch, wir schlemmten Garnelen, Lammkoteletts, Auberginen, Rindersteak, Zucchini, Knoblauchbrot, Dorade, Tomaten, Schweinebauch – großartig.

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Ein Autor des schweizer Magazin schreibt aus Washingtons Suburbia:
„Das Böse lauert überall“.

Amerikas Vorstadtstrassen sind wie leer gefegt, weil Eltern ihre Kinder nicht mehr allein vor die Tür lassen, aus Angst, verhaftet zu werden. Vertrauen ist das grösste Tabu, Paranoia oberste Pflicht. In den USA grassiert die Furcht vor allem und jedem.

Ich finde die Beobachtungen sehr interessant – möchte aber bitte keine Zivilisationsuntergangsprognosen daraus ableiten. Ja, unsere Kindheit war völlig anders. In den ländlichen oder nicht-weißen USA ist es sie auch.

Kinder aus ärmeren Familien sind durchaus auf der Strasse, in Schwarzenvierteln von D.C., Chicago oder Baltimore etwa klettern sie ohne Aufsicht auf Gerüste und Bäume, weil die Eltern keine Zeit haben, sich um sie zu kümmern. Weil sie arbeiten und abends zu müde sind. Angst zu haben und teilzunehmen an der nationalen Panik ist ein Privileg und gehört auf die Liste von Christian Landers hervorragendem Blog: «Stuff White People Like».

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Oh doch, man kann mich für Profisport interessieren. Die New York Times hat ein wunderbares Multimedia-Feature über die Turnerin Simone Biles gemacht:
„Simone Biles – Gymnastics“.

Die artistische Körperbeherrschung und Kraft von Kunstturnerinnen fasziniert mich seit meiner Kindheit, und diese Frau ist atemberaubend.

Journal Samstag, 6. August 2016 – Hohe Isar

Sonntag, 7. August 2016

Laufrunde! Nach Morgenkaffee und Bloggen radelte ich an die Isar. Da sich am sonnigen Morgen vor mir dunkle Wolken türmten, fuhr ich doch nicht wie geplant bis raus nach Thalkirchen, sondern nur bis zur Wittelsbacherbrücke: Mir macht es an einem warmen Tag zwar nichts aus nassgeregnet zu werden, doch nass 20 Minuten heimradeln zu müssen wollte ich vermeiden. Tatsächlich blieb ich trocken.

Bis zur Großhesseloher Brücke ließ ich PokémonGO mitlaufen und blieb bei interessanten Monstern zum Einfangen stehen. Doch auf dem Rückweg ließ ich die App ausgeschaltet, um durchlaufen zu können (außerdem hatte sie den Akku fast geleert).

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Die Isar stand nach dem heftigen Regen am Freitag hoch wie lange nicht mehr.

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If it waves I surfs it.

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Nachmittags Körperpflege und Bügeln, abends servierte Herr Kaltmamsell Dim Sum aus der Gefriere, gegrillte Zucchini und nochmal Sechuan-Auberginen (Gemüse fast ausnahmslos aus Ernteanteil).

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Stevan Paul eine halbe Stunde im Fernsehen! Der NDR unterhielt sich mit ihm unter anderem über sein neues Campingkochbuch.
Den sollten sie sich wirklich öfter holen, Paulsen antwortet durchgehend druckreif, ausgewogen und sympathisch.

Journal Donnerstag, 4. August 2016 – Hochsommerflash und Oktoberfestfluchturlaub

Freitag, 5. August 2016

Der Hochsommer bricht dieses Jahr tagesweise aus. Das erfordert Spontanität in der Tagesplanung für unsereine, die ihn nutzen wollen – erlässt uns aber die Vorsichtsmaßnahmen zum Kühlhalten der Wohnung. Gestern sprangen die Lufttemperaturen auf über 30 Grad, doch da für Freitag Regen und unter 20 Grad angekündigt waren, verzichteten wir auf Vollverdunkelung, öffneten die Fenster sogar schon um 20 Uhr.

Ich war früh in die Arbeit geradelt, denn ich hatte Schwimmzeug dabei. Da das Schyrenbad immer noch täglich um 18 Uhr schließt (was mir immer aberwitziger erscheint: ein Freibad, das auch an heißesten Hochsommertagen erst um 9 Uhr öffnet, aber schon um 18 Uhr schließt), brach ich für meine Schwimmrunde schon kurz nach halb vier aus der Arbeit auf. Das Schyrenbad war sehr voll, doch in den beiden abgetrennten Schwimmerbahnen ließ es sich gut Bahnen ziehen. Die Kinder, die hin und wieder zum Spielen hereinbrachen, konnte ich alle unverletzt umschwimmen (tödliche Blicke heißen ja nur so). Ich freute mich sehr an diesem ungeheuren Luxus, vor allem global gesehen, in der Sommerhitze in sauberem Wasser sonnenbeschienen schwimmen zu können. Dass mich immer wieder Krämpfe belästigten (obwohl ich vorher hochdosiert Magnesium eingenommen hatte), störte dass Gesamtvergnügen nicht.

Duschen und Umkleiden waren überfüllt, ich beeilte mich, absolvierte Cremen und Umziehen unter einem großen Handtuch.

Zuhause buchte ich meinen Oktoberfestfluchturlaub: Ich werde den Moselsteig bewandern. Auch für diese Wanderei entschied ich mich für einen Paketanbieter, der mir zudem das Gepäck transportiert: Das Angebot war günstig, und ich ziehe einfach kein Vergnügen daraus, selbst von Null zu recherchieren und mit Anfragen abzuklappern, worin jemand anderes Experte ist. Die Wanderung endet in Trier, dort möchte ich einen Tag für Stadtbesichtigung anhängen. Brauche ich dort nur noch eine Unterkunft für eine Nacht – das kann ich nun wirklich selbst.

Herr Kaltmamsell hat Ferien und räumt auf. Unter anderem unseren Gefrierschrank. Deshalb kochte er gestern aus den gesammelten Gemüseabfällen Brühe, fror seufzend einen Teil wieder ein, garte in einem anderen Linsen. Die gab es mit Ingolstädter Bauernwürsten zum Abendessen – nicht hochsommerlich, aber köstlich.

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Wie der Herrgott sich die Menopause ausdachte:
„Perimenopause: a fun little play“.

via @pittilicious

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Mary Beard freut sich nicht recht auf die nächsten Wochen – antike Ursprünge hin oder her:
„Let’s send the Olympics back to Greece“.

I can admire the skill and training of someone who can run unbelievably fast or jump unbelievably high, but I dont feel much need to watch them at it.

(…)

Make a permanent base for them at Olympia itself. It’s not as if the ancient Olympics were morally much better than the modern ones, and they were certainly much messier (more like Glastonbury than Rio). But at least they didn’t move around.

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„Düsseldorf lässt Straßenbahn nur für Pokémon-Spieler fahren“.

In München übrigens am 13. August.

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Irgendwann musste es so kommen.

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https://youtu.be/6-RerthVB54

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Und noch ein wenig Musik, die mir mein Friseur gezeigt hat: Bayrischer Rap auf der Basis von Gerhard-Polt-Schnippseln.

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https://youtu.be/UxbWARTFaCY

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