Journal Donnerstag, 1. März 2018 – Wintergebeutel

Freitag, 2. März 2018 um 6:48

Langsam lässt die Kälte nach und beißt nicht mehr so sehr. Auf dem Heimweg Einkäufe im Süpermarket: Der Frost hatte alle Außenaufsteller für Obst und Gemüse ins Innere vertrieben, die Tür zum Obst- und Gemüsebereich war gleich ganz geschlossen, die Kasse dort nicht in Betrieb (wodurch ich nicht die geplanten losen Datteln und Feigen bekam, die stehen hinter der dortigen Kassiererin).

Am Vortag hatte Herr Kaltmamsell mit mir überlegt, was er zum donnerstäglichen Abendessen kochen könnte. Die Überlegungen waren beendet, als er „Shakshuka?“ sagte. Ich aß sie mit alles (scharfe Soßen, Tahini, Za’atar).

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Auch das sonstige Europa wird vom Winter bebeutelt. Schäferin in Cumbria zu sein, ist derzeit wohl nicht spaßig, hier Fotos auf Twitter. Ich fand sehr rührend, wie gestern auf Twitter Schäfer, Schäferinnen und Landwirte einander Bilder ihrer Herden und Arbeitsbedingungen zeigten und kommentierten – es wirkte, als nähmen sie einander so bei diesen Scheißbedingungen ein bisschen in den Arm. (Internet ist toll.)

In Südengland wurde auch gestern im Meer geschwommen.

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Apropos unangenehme Arbeitsbedingungen: In den vergangenen Wochen und Monaten packte immer mehr Pflegepersonal aus, was sie im Alltag so mitmachen – oft bis jenseits der Erträglichkeit (z.B. auf Twitter unter dem Hashtag #twitternwierueddel). Umgekehrt schreibt die Notaufnahmeschwester auf, was sie in ihrem Job hält:
„18 kleine Momente“.

Ich bin sehr dankbar für all die Menschen da draußen, die sich bei Krankheit, Unfall, Pflegebedürftigkeit aller Art um uns kümmern. Sie sollten nicht einen solch hohen Preis dafür zahlen müssen.

die Kaltmamsell

1 Kommentar zu „Journal Donnerstag, 1. März 2018 – Wintergebeutel“

  1. Hauptschulblues meint:

    Da kennen die Engländer nichts.
    Frau und Herr H. waren 1978 mit 3 Kindern in Wales im Folkcamp in der Nähe von Anglesey. Der Sturm blies, nein er stürmte und tobte von der irischen See her, ein peitschender Regen obendrein, der Marquee wurde weggeblasen. Die drei Deutschen und die zwei Londoner Jungs suchten sich das nächste Bed&Breakfast zum Übernachten, Aneinanderkuscheln und Trocknen der Kleider am Leib.
    Als sie am nächsten Tag wieder guter Dinge ins Camp zurückkehrten – das Wetter war wunderbar – wurden sie mit schrägen Blicken aus den Augenwinkeln begrüßt (damals noch klarer Subtext: Dieses Volk soll uns vor beinahe 40 Jahren geängstigt haben?).
    Ja, das wäre eine nette Geschichte zum Erzählen.
    Brexit hat übrigens ganz viel mit Vorurteilen gegenüber Deutschland und seiner Stellung innrerhalb der EU zu tun. Das sagen zumindest die vielen englischen Freunde, die müssten es ja wissen.

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