Journal Samstag, 28. April 2018 – Berliner Verwandtschaft

Sonntag, 29. April 2018 um 6:52

Ausschlafen dauerte nicht mal bis sieben.
Keine Nachwirkungen des Alkohols vom Vorabend, hurra.

Nach gemütlichem Bloggen und Twitterhinterherlesen machte ich mich fertig für eine Laufrunde in der Sonne. Um zehn war es noch angenehm frisch, wurde aber vor allem in der Sonne zügig wärmer.

(Das Lachen ist eine Reaktion auf eine Seitenbemerkung von Herrn Kaltmamsell: Er hatte nur an den Geräuschen mitbekommen, dass ich ein Spiegelfoto von mir machen wollte.)

Der Lauf war wunderschön, aber ein wenig anstrengend. Im letzten Drittel meldeten sich nach sehr langer Ruhe mal wieder meine unteren Waden/Achillessehnen mit Schmerzen.

Beim Heimradeln sah ich, dass St. Matthäus von hunderten Motorrädern aller Art umstellt war, geordnet durch Polizeiautos: Die alljährliche Segnung.

Daheim Frühstück, Herr Kaltmamsell hatte die Baby-Artischocken auf jüdische Art mit Semmelbrösel gebraten.

Ausführliches Wegbügeln des Bergs von mehreren warmen Wochen, bis sich die „Berliner Verwandtschaft“ (familiärer Fachbegriff) des Herrn Kaltmamsell verabredungsgemäß meldete: Am heutigen Sonntag steht eine große Familienfeier an, zu der der Berliner Teil bereits ein paar Tage vorher angereist war. Wir trafen die vier (Verwandtschaft unserer Generation) in der Fußgängerzone, wo sie darum baten, möglichst schnell von den Menschenmassen weggebracht zu werden: Ja, München ist über die vergangenen Jahre ganz schön voll geworden, an einem Samstag bei trockenem Wetter praktisch überall – aber mich überraschte, dass das Berlinern auffällt.

Zusammen fuhren wir mit der U-Bahn nach Thalkirchen und spazierten zum Flaucher-Biergarten. Auch der war sehr belebt, doch wir hatten keine Schwierigkeiten, einen freien Tisch zu finden. Bei Bieren, Brotzeit und fröhlichen, ausgesprochen informativen Gesprächen saßen wir bis in die Nacht.

§

Gestern jährte sich zum ersten Mal ein Angebot der Londoner Verkehrsbetriebe: Menschen mit Behinderung, die man nicht unbedingt sieht, müssen nicht mehr um einen Sitzplatz bitten, sondern können sich durch einen Anstecker erkennbar machen. Vor einem Jahr berichtete BBC:
„‚Please offer me a seat‘ badges launched on London transport network“.

So schlau! Seit Einführung wurden laut Transport for London 30.000 Anstecker bestellt.

§

Vermutlich eine Folge der Zeichenzahlerweiterung auf 280: Twitter wird immer mehr als Plattform für Erzähltexte genutzt, mithilfe von „Threads“, also einer zusammenhängenden Kette von Tweets. Aktuelles Beispiel: Ein Feature über „The Zone Rouge“ mit vielen Fotos und weiterführenden Links.

One of the most chilling abandoned places in the world is France’s Red Zone, or „Zone Rouge“. Over 100 years ago, the First World War so devastated the landscape here that people are still forbidden to enter, & the zone has become a ghostly & overgrown place.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Samstag, 28. April 2018 – Berliner Verwandtschaft“

  1. Nina meint:

    An sich eine gute Idee, mittels Anstecker um einen Sitzplatz zu bitten. Ich bezweifle aber, dass dies z. B. in den Berliner Öffis funktionieren würde. Entweder ist es hier in den U-Bahnen so voll, dass man stehend gar nicht in die Nähe der Sitzplätze gelang, um diese überhaupt angeboten bekommen zu können (man müsste sich also dennoch fragend durch die Menge dorthin schieben). Oder die Leute schauen einfach nicht von ihren elektronischen Handgeräten bzw. analogen Büchern und Zeitschriften auf, um zu bemerken, dass jemand einen Platz braucht. Oder sie sind einfach schlecht erzogen und stehen ohnehin nicht auf. Dann änder daran auch ein schriftliches bitten nix. Selbst hochschwanger sind mir hier kaum Sitzplätze angeboten worden – übrigens ganz im Gegenteil zu München, wo ich damit nie ein Problem hatte.

  2. Angela meint:

    Ah mein Friedensengel. <3

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