Journal Donnerstag, 10. Mai 2018 – Anschwimmen an Christi Himmelfahrt

Freitag, 11. Mai 2018 um 8:28

Gemischte Wolken am Himmel als Start in vier freie Tage, dennoch hielt sich meine Lust auf Schwimmen – das Schyrenbad hat ja warme Drinnenduschen. Auf dem Weg dorthin tat das langärmlige T-Shirt gut, doch dann wurde es doch wieder strahlend sonnig. Ich hatte mir von Herrn Kaltmamsell den Rücken gut sonnencremen lassen und zog über dem glitzernden Metallboden des Beckens meine Bahnen (dieses Jahr sind die Schwimmbahnen auf der Isarseite abgeteilt). Es lief super, ich legte gleich noch ein paar Zusatzbahnen auf meine 3.000 Meter. Tiefe Dankbarkeit, dass mein Körper (guter Körper! auch bei kneifenden Rockbünden!) mir dieses Vergnügen ermöglicht.

Auf den Wegen zum und vom Schwimmbad: Mauerseglerschrillen am Himmel, Drosselschnarren in den Isarauen.

Mittagessen hatte diesmal Herr Kaltmamsell rausgesucht, und ich bereitete es zu (sonst ist es ja umgekehrt). Vor der Schwimmrunde hatte ich die Reine gefüllt, beim Verlassen des Schwimmbads rief ich daheim an und bat um Einschieben in den heißen Backofen. Bei meiner Heimkehr musste ich nur noch mit Fontina überbacken.

Nigel Slater’s carrot and potato bake with Fontina: Karotten und Kartoffeln aus Ernteanteil waren noch da (ich nahm knapp die doppelte Portion des Rezepts), Fontina hatte Herr Kaltmamsell am Mittwoch besorgt, Petersilie und Selleriesalz ließ ich mangels Vorhandensein weg. Schmeckte ausgezeichnet, habe ich mir gleich mal als Beilage auch für Gäste notiert.

Nachmittags holten wir zu zweit unseren Kartoffelkombinat-Ernteanteil ab: Wegen der Feiertags-Umständlichkeiten war er an einen weiter entfernten Verteilerpunkt geliefert worden, und so lernte ich eine weitere ganz entzückende Wohngegend Münchens kennen.

Abends gab es aus der Kiste den Salatkopf.
Der Himmel verdunkelte sich mit Regenversprechen, doch auch diesmal waren es nur ein paar harmlose Duscher.

§

Kluge Gedanken über die Zukunft der Arbeit, von Sascha Lobo für Spiegel online. Er beobachtet wie auch ich in den vergangenen vielen Jahren, das nicht technischer Wandel der stärkste Einfluss ist, sondern gesellschaftlich-politischer Wandel:
„Arbeit und Digitalisierung
Das Verschwinden der Mittelklasse“.

Unter anderem deswegen greift der Lösungsvorschlag „bessere Qualifikation von allen“ nicht.

Der Arbeitsmarkt funktioniert einfach anders. Er zwingt viele Menschen in Jobs, bei denen nicht die Qualifikation das ausschlaggebende Kriterium ist, sondern das Akzeptieren schlechter Bezahlung.

(…)

Die Frage der Politik zu Arbeit und Digitalisierung darf nicht heißen: Was machen wir mit denen, die durch Digitalisierung keine Arbeit mehr finden? Sondern: Wie gehen wir mit Geringverdienern um? Denn deren Zahl wird zunehmen, quer durch alle Berufe, aber besonders bei den geringer Qualifizierten.

Zum einen lassen sich halt nicht alle Menschen beliebig qualifizieren, zum anderen – und das ist jetzt tatsächlich eine Folge technischen Fortschritts (Sie kennen meine Allergie gegen die Verwendung von „Digitalisierung“?):

In der Fläche schwindet nicht die Arbeit, sondern die gut bezahlte Arbeit.

die Kaltmamsell

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