Journal Donnerstag, 18. Oktober 2018 – Leberknödelpremiere

Freitag, 19. Oktober 2018 um 6:36

Noch vor dem Weckerklingeln um 5:15 Uhr aufgewacht1, Milchkaffe und dann eine großartige Runde Krafttraining mit Hanteln. Ich bin fast wieder fit genug für Liegestütz auf Füßen (statt Knien).

Mit dem Fahrrad in die Arbeit, weil ich eventuell den Ernteanteil abholen sollte. Es stellte sich aber heraus, dass Herr Kaltmamsell Zeit fand.

Die drei reifen Kaki, die ich mir zur Brotzeit mitgenommen hatte (zwei für gestern mit Schafskäse, eine für Freitag), waren selbst bei vorsichtigstem Transport Mus geworden. Es gab also eine große Schüssel Kakimatsch mit Schafskäse-Topping.

Nach Feierabend Einkaufen bei Basitsch. Nachdem Supermarktbetreiber auf die spätsommerlichen Temperaturen keine Rücksicht nehmen können, stand überall schon Adventsware; ich nahm verschiedene Dominosteine mit.

Zum Abendessen gab es neben Ernteanteilsalat zum ersten Mal in diesen Haushalt Leberknödel, nämlich die, die uns am Samstag die Metzgerin am Konradhofstand zu unseren Einkäufen geschenkt hatte – in einer Rinderbrühe vom Herrmannsdorfer, die ich im Kühlregal gefunden hatte und die so gehaltvoll war, dass ich sie aus dem Glas löffeln musste – sie war selbst bei Zimmertemperatur geliert. Die Leberknödel schmeckten hervorragend, waren uns aber deutlich zu fest (deutet auf geringen Brotanteil hin).

§

Vielleicht wundert sich die eine oder der andere, warum ich die Produkte, Firmen, Dienstleistungen, die ich hier erwähne, nicht als „Werbung, unbezahlt“ oder ähnlich markiere, wie es viele Blogs seit Monaten zur Sicherheit tun. Erklärung: Hier findet nie, nie etwas Bezahltes (ob in Geld oder Ware) statt, es gibt auch keine Affiliate Links, dies ist ein komplett nicht-gewerbliches Blog. Selbst das (reichlich absurde) Urteil des Landgerichts Berlin, das dieses Sicherheitsbedürfnis in Blogs ausgelöst hat, besagt, „dass die Kennzeichnung auch bei selbstgekauften Produkten notwendig ist, wenn ein Account bereits für Werbezwecke verwendet wurde“. Wurde dieser nie, wie praktisch.

Auf Basic Thinking erklärt Anwalt Boris Burow im Interview
„Kennzeichnung von Werbung im Social Web: So sieht die Rechtslage aus“.

via Newsletter von @franziskript

§

Lassen Sie uns über Literatur sprechen. Selim Özdoğan beschreibt
„Sieben Schwierigkeiten und einer der immer schmaler werdenden Pfade“.

2.5

Wir beanspruchen die Deutungshoheit darüber, wer die Sprache beherrscht. Alle anderen Sprachformen neben der Normsprache werden herabgestuft.
Sprache dient als Herrschaftsinstrument.

Wir bejammern die Verrohung der Sprache, die Anglizismen, die fehlenden Artikel, die Verkürzungen, die Auslassungen, die Vulgarität, die Unfähigkeit, einen geraden Satz zu bilden, der womöglich auch noch mehrere Nebensätze hat.

Wir übersehen dabei, dass Texte über literarische Qualitäten verfügen können, auch wenn sie von Menschen geschrieben wurden, deren Sprache nicht Normdeutsch ist.

(…)

2.7

Ohne die Eintrittskarte Normdeutsch kommst du nicht rein. Egal, wie viel du von Dramaturgie verstehst, von Dramatisierung, von Metaphern, vom glaubhaften Abbilden von Innenwelten, von Spannung, von Tragik, von Komik, von Psychologie, von Figurenführung, von Aufbau, von Komposition, von Mehrdimensionalität von Texten.

Doch nicht nur über Sprache, auch über Pförtner, Institutionen, Personal macht sich Selim Özdoğan Gedanken, auch über Authentizität:

6.4

Ich haue gerne jedem aufs Maul, der nochmal was von authentisch faselt, wenn er einen Roman bespricht, in dem Menschen vorkommen, mit denen er nie redet.

via @vonhorst

§

Das Vereinigte Königreich möchte bitte gerne auch aus der Europäischen Menschenrechtskonvention austreten. Aus der Perspektive der Briten verständlich, denn
„What has the ECHR ever done for us?“

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https://youtu.be/ptfmAY6M6aA

  1. Hätte das ein Trigger Warning gebraucht? Ach was, Sie kennen mich lang genug. []
die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 18. Oktober 2018 – Leberknödelpremiere“

  1. Elisabeth meint:

    Patrick Stewart…oh captain, my captain.

  2. Frau Irggendwas ist immer meint:

    Ich stimme Elisabeth zu und zwar aus tiefstem Herzen:
    Oh Captain, my Captain!

  3. Elfe meint:

    Hihihi, der Titel weckte in mir den Verdacht, Sie hätten sich dem bayerischen Regionalkrimi zugewandt.
    So lustig der Patrick-Stewart-Sketch ist, neu ist er nicht, oder? Irgendwo, ich krame noch in meinen Erinnerungen, habe ich das Muster schon mal gesehen – Monty Python vielleicht?

  4. die Kaltmamsell meint:

    Ja Elfe, auf genau diese Szene aus Life of Brian bezieht sich das Filmchen.

  5. Philine Meyer-Clason meint:

    Und das mit der Authentizität spricht mir aus vollem Herzen; und nicht nur im Zusammenhang mit fiktiven Personen aus Romanen, sondern auch im realen Gespräch. Ebenso könnte der im Deutschen grundsätzlich im falschen Zusammenhang verwendete Satz „am Ende des Tages“ ersatzlos gestrichen werden.

  6. kecks meint:

    ich weiß nicht, ob das mit dem dichten wirklich so einfach ist. authentisches jenseits der normsprache mit dichterischen qualitäten – sicherlich, das gibt es, das sollte man wertschätzen. aber trotzdem sind die grenzen meiner sprache halt die grenzen meiner welt. das gilt dieseits und jenseits der normsprache. tendentiell gehört zur fähigkeit, komplexe gedanken zu denken, auch die fähigkeit, diese formulieren zu können. zumindest macht man in schulklassen diese erfahrung des öfteren.

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