Journal Dienstag, 18. Dezember 2018 – Festhalten am Sonnenaufgang und an der kindness of strangers

Mittwoch, 19. Dezember 2018 um 6:54

Unter klarem Himmel in die Morgendämmerung in die Arbeit gelaufen. Vom Schreibtisch aus den Sonnenaufgang gesehen.

Viel Arbeit mit vielen Unterbrechungen, bis dann ein richtiger Berg Arbeit dazu kam. Eine weitere Weihnachtsfeier geschwänzt.

Spät eine U-Bahn zum Odeonsplatz genommen: Mir fehlte noch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk – zumindest wusste ich, wonach ich suchte -, außerdem Geschenkpapier. Begegnung mit einem gestressten und egalen Verkäufer, dann aber mit einer ausgesprochen herzlichen und freundlichen Verkäuferin. Letzteres schaffte es tatsächlich, mir ein wenig rabenschwarzen Dezember vom Gemüt zu nehmen. (Solche Erlebnisse verstärken mein Bestreben, zu Fremden wirklich freundlich zu sein: Ein Gegenübergesicht dadurch ein wenig aufzuhellen, macht mich nämlich auch immer wieder froh.) Durch dichte Menschenmengen in milder Luft nach Hause.

Daheim hatte Herr Kaltmamsell auf meine Bitte Carbonara gekocht: Sie waren sehr gelungen, auch das eine Freude.

§

Schriftstellerin Sibylle Berg hat wieder bei einer Forscherin angerufen:
„Nerds retten die Welt
Folge 11: Gespräch mit Valerie M. Hudson, Professorin für Politikwissenschaft an der Bush School of Government and Public Service der Texas A&M University.“

Die Feministin Valerie M. Hudson forscht zu nationaler Sicherheit, sozialer Wissenschaftsmethodik und zu den Auswirkungen des gezielten Frauenmords (Femizid) auf die Gesellschaften.

Hudson berichtet unter anderem:

Als ich während der letzten Jahre des Kalten Krieges meinen Doktor in Sicherheitspolitik machte, hätten Sie alle Kurse des Programms besuchen können und dabei nicht einmal mitbekommen, dass es Frauen auf dem Planeten Erde gab. Das war eine völlig frauenlose Welt, in die ich da eingetaucht war. Auf meinem Lebensweg als Frau wurde mir klar, dass es sich hierbei um eine Karikatur handelte. Und ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass sich viele der Wurzeln dessen, was wir schätzen – Frieden, Freiheit, Demokratie –, aus der grundlegenden politischen Ordnung zwischen Männern und Frauen in der Gesellschaft ergeben. Man kann keinen Frieden auf der Welt haben, wenn es keinen Frieden zwischen Männern und Frauen gibt. Freiheit und Demokratie gibt es nicht, wenn Frauen unfrei sind und kein Mitspracherecht bei der Entscheidung über ihre eigenen Lebensräume haben.

Und sie gesteht:

Als ich anfing, diese Art von Forschung zu betreiben, gab es Zeiten, in denen ich die Tür zu meinem Büro schloss, auf den Boden fiel und einfach weinte.

die Kaltmamsell

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