Journal Sonntag, 27. Januar 2019 – Berlin gibt mir zu essen

Montag, 28. Januar 2019 um 13:18

Gemütlicher Morgen, gemütliche ICE-Fahrt nach Berlin mit ausgesprochen herzlichem und jovialen Zugchef (Lektüre: Wochenend-SZ, Ijoma Mangolds Das deutsche Krokodil; Proviant: Nussschnecke, Frischkäsesemmel, Mango mit Joghurt), pünktliche Ankunft.

Berlin empfing mich mit nassen Straßen, aber trockener Luft, die gastgebende Freundin mit einem weiteren, sehr kennenlernenswerten Übernachtungsgast und Törtchen von Du Bonheur.

Abends war ich mit Frau Indica verabredet. Sie hatte ein sehr vokalarmes Lokal für unser Treffen vorschlagen, das Brlo Brwhouse – das sich als echter Volltreffer herausstellte (was Wunder: die Dame isst von Berufs wegen auswärts und weiß, wo es sich lohnt). Nicht nur gab es eine große Auswahl selbst gebrauter Biere – mit eingehender Beratung, die für mich auf der Basis der Ansage „bitte ein IPA, ich mag’s gerne sehr hopfig“ ein sehr schönes, laut Herrn Bedienung mit Hanfblüten gebrautes Bier ins Glas brachte. Sondern auch eine ganz bemerkenswerte Speisekarte, die sich auf abgefahrene Gemüsegerichte konzentrierte:

Ich entschied mich für den gebackenen Sellerie mit Erdnusscrumble und Mayonnaise aus fermentiertem Lauch, dazu die Quark-gefüllte Pirogge mit roter Bete und den Japanischen Eierstich mit Mangold und gepufftem Malz.

Hier übrigens ich beim Posten der Aufnahme.
Es schmeckte sensationell: Rauchig-cremiger Sellerie! Dazu die Majo und Erdnussknusper! Und der würzige Eierstich mit bitterem Mangold! Ich frage mich ja ohnehin seit Jahren, warum ambitionierte Restaurantküche sich nicht viel mehr und hauptsächlich um Gemüse kümmert – einfach weil sich so viel Aufregendes damit machen lässt. Im gestrigen Fall hatten die Gerichte auch definitiv genug Umpf für das IPA als Begleitung. (Die Frau Bedienung, die ich beim Zahlen vollschwärmte, merkte an, dass es durchaus Gäste gebe, die sich eine Brauereigaststätte nur mit Schweinshaxen vorstellen könnten und unzufrieden seien.)

Frau Indica und ich brachten einander auf neuesten Stand – unter anderem erfuhr ich, dass sie keineswegs gar nicht mehr bloggte, sondern lediglich ihren RSS-Feed wieder zum Laufen bringen muss.

Selig und entspannt schaukelte ich in der U-Bahn zurück in die Unterkunft, freute mich über ein letztes Stück Fußweg durch die Nacht.

§

Heute Abend werden wieder die Goldenen Blogger verliehen, das sehe ich mir dieses Jahr auch ohne Nominierung wieder live an. Hier finden Sie die Liste der Nominierungen für das Jahr 2018. Und wenn Sie mögen, können sie von der Ferne per Stream zugucken.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu “Journal Sonntag, 27. Januar 2019 – Berlin gibt mir zu essen”

  1. kalua meint:

    Mir läuft das Wasser im Mund zusammen bei dem Gemüse, einfach großartig!

    Der Link mit den Nominierungen läuft ins Leere.

  2. Sebastian meint:

    Na das klingt ja mal interessant. Zusammen mit dem Bierhausanspruch noch mehr. Danke schön & noch goldene Zeiten. Auf nach Berlin.

  3. Buchfink meint:

    Hier sehr geliebt: Ijoma Mangolds „Das deutsche Krokodil“!

  4. Hauptschulblues meint:

    Die Berliner Brauereiwirtschaft klingt prima, sowas würde er sich vom Augustiner wünschen, vielleicht auch vom Giesinger Bräu.

  5. iv meint:

    Very fancy Törtchen!

  6. lihabiboun meint:

    „Ich frage mich ja ohnehin seit Jahren, warum ambitionierte Restaurantküche sich nicht viel mehr und hauptsächlich um Gemüse kümmert – einfach weil sich so viel Aufregendes damit machen lässt.“ HACH Frau Kaltmamsell – Sie sprechen mir ja SO WAS VON aus der Seele!!!! Das Restaurant steht schon auf meiner Liste. Nur: Was trinke ich als Bierhasser dann da?

  7. die Kaltmamsell meint:

    Das Brlo bietet auch Weine und Cocktails an, lihabiboun.

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