Journal Sonntag, 12. Mai 2019 – Kalter Regensonntag, häuslich

Montag, 13. Mai 2019 um 6:58

Unruhige Nacht mit sehr leichtem Schlaf, schon um sechs aufgewacht. Dann ging aber zum Glück noch eine Stunde.

Eine Woche Techniktagebuch-Redaktionschat nachgelesen, weil ich die re:publica auch von dieser Seite nacherleben wollte und nach den Redakteurinnen und Redakteuren sehen. Dieser Chat findet auf Facebook Messenger statt (danke, keine Tipps nötig: Alternativen werden dort in regelmäßigen Abständen diskutiert), der Nachlesewunsch kostete mich viele Stunden: Zunächst, weil ich eine Woche hochscrollen musste und Facebook bei mir elendiglich langsam nachlädt. Und dann beim Lesen, weil auch da das Nachladen der nächsten Ansicht lange dauerte, die Ansicht regelmäßig wieder hoch zum Anfang der Woche sprang oder beim Rundertscrollen dieselbe Ansicht wie eben geladen wurde. Nächstes Mal folge ich dem Tipp eines TT-Redakteurs und exportiere Teile des Chats.

Doch ich erfuhr unter anderem, dass die Idee des gesamten Moby Dick-Ausdrucks, der zum beeindruckendsten Teil der re:publica-Deko geworden war, ebenfalls von Kathrin Passig stammte.

Draußen regnete es in Strömen (und regnete bis abends durch). Da es außerdem mittlerweile fast Mittag geworden war, strich ich meine Schwimmpläne – wahrscheinlich klug, denn die große Laufrunde vom Vortag hatte mich wieder kräftig zum Hinken gebracht.

Wer keinen Sport treibt, hat mehr Zeit zum Essen.
Frühtstück um 14 Uhr:
– 1 Orange mit Joghurt
– 1/3 Rösti Herr Kaltmamsell hatte experimentiert)
– 1 Honigbrot (aufgetautes, selbst gebackenes Brot)
– 2 Scheiben missglückter Zitronenkuchen

Ich hatte mir das gesamte Wochenende terminfrei gehalten, um ein wenig ruhiger zu werden. Und um Muße für alles mögliche Liegengebliebene zu haben. Das funktionierte gut: Ich meldete mich hier und da, bearbeitete dieses, beantwortete jenes, legte ab – der Papierberg am Wohnungseingang ist jetzt fast weg.

Außerdem bügelte ich die Wäsche vom Wochenende weg und hörte dabei „’ne gute Stunde“ mit Eva Schulz. Sie fragte: „Giulia Becker, wie nimmt man das Leben nicht zu ernst?“

Dann Zeitunglesen: Süddeutsche-Wochenendausgabe und SZ-Magazin.

Raus wollte ich aber doch ein wenig. Im leichten Regen machte ich einen Schaufensterbummel um den Marienplatz, die Thermometer zeigten 8 Grad.

Ich merkte an meinen Atemwegen, dass eine kleine Erkältung ausbrechen möchte.

Zum Nachtmahl bereitete Herr Kaltmamsell den Ernteanteil-Pak Choi mit Hühnerhack und rotem Pfeffer zu einem sehr schmackhaften Nudelgericht zu.

§

Es gibt dann doch gute Muttertagsartikel:
„Die besseren Muttertage“.

Weil er den Muttertag, wie er jetzt wieder gefeiert wird, für rückständig hält, erinnert sich unser Autor an einige andere Tage in seinem Leben, an denen er seine Mutter bewundert hat – zum Beispiel wegen einer folgenreichen Protestaktion.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Sonntag, 12. Mai 2019 – Kalter Regensonntag, häuslich“

  1. Trulla meint:

    Ich bin seit 45 Jahren Mutter. Mein Herzenswunsch, Kinder zu bekommen, ist mir dreimal erfüllt worden. Dafür war i c h dankbar!
    Ähnlich wie Till Raethers Mutter lehnte ich den verordneten Muttertag immer als Nazi – Ideologie ab. Die Geschäftemacherei (übrigens auch am Valentinstag) finde ich abstoßend. Sogar meiner eigenen Mutter habe ich das zu Lebzeiten verständlich machen können, über mangelnde Zuwendung meinerseits über das Jahr verteilt musste sie sich nie beklagen.

    Also fiel das übliche Muttertagsgebaren bei uns zu Haus grundsätzlich aus.

    Heutzutage kann ich meine Söhne nicht mehr allzu häufig sehen, wir leben nicht mehr am selben Ort, stehen aber eigentlich über hangouts in guter Verbindung. Und dann passiert es, dass am Muttertag extra Anrufe erfolgen mit der Frage nach meinem Wohlbefinden.
    Ja, zugegeben, ich freue mich darüber sehr.

  2. Margrit meint:

    @Trulla, ganz wunderbar. Einschließlich Pointe.

  3. Susann meint:

    Für mich ist der Muttertagsartikel typisch deutsch:
    1. Man finde irgendetwas potentiell Nettes.
    2. Man trage Bedenken, und dann trage man Bedenken, und dann trage man noch mehr Bedenken, bis man es sich und anderen gründlich vermiest hat.

    In meiner Herkunftsfamilie – voll berufstätige Eltern, altersmäßig vergleichbar mit der Mutter des Autors – wurden Mutter- und Vatertag selbstverständlich gefeiert, was bei uns Kindern durchaus das Bewußtsein geweckt hat, dass sich da Leute, und ja, besonders die Mutter, für uns zerreißen, dass wir aber auch etwas zurückgeben können – nicht nur, sondern auch am Muttertag. Uns hat das sehr stolz gemacht und meine Mutter hat nach eigener Aussage den Muttertag sehr gern gefeiert. Und ein Stück Feierkultur haben wir auch noch gelernt und geübt, ganz ohne Kommerzkitsch.

    Es ist doch absurd, zuerst zu jammern, dass (mütterliche) Carearbeit niemals nie nicht ordentlich anerkannt und gefeiert wird, und dann DEN Tag, an dem traditionell mütterliche Carearbeit gefeiert wird, abzulehnen, weil kommerziell und Nazis und was weiß ich.

    Warum muss es immer ein ODER sein, warum kann es kein UND sein: Ja, selbstverständlich mit Kindern Muttertag und Vatertag feiern, gerne auch kommerzarm, UND darauf achten, dass die Arbeit in den Familien an den 364 anderen Tagen fair verteilt wird. UND (das ist die Kür) sich für strukturelle und politische Veränderungen einsetzen, die die Situation von Müttern verbessert (siehe Frau Finkes Aktion vor einigen Jahren „Ich brauche keine Blumen, ich brauche eine bessere steuerliche Einordnung von Alleinerziehenden“).

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