Journal Samstag, 20. Juli 2019 – Schwimmen und verworfener Eisbecher

Sonntag, 21. Juli 2019 um 7:50

Noch zwei Wochen hier, und ich spräche Fränkisch – große Affinität zu diesem Zungenschlag.

Eigentlich hatte ich diesen Samstag für einen Ausflug nach Karlsbad oder Marienbad eingeplant, wie sie von Bad Steben aus an Wochenenden per Bus angeboten werden. Nur halt nicht an diesem Wochenende.

Also schwenkte ich um auf einen weiteren Schwimmausflug nach Naila. Am Freitagabend hatte es noch kräftig geregnet, ich hätte auch eine Regenschwimmrunde akzeptiert. Doch Samstag wachte ich früh zu Sonnenschein und schnell steigenden Temperturen auf.

Nach einer Tasse Tee und einem Glas Hafermilch spazierte ich zum Bahnhof und nahm wieder den Zug nach Naila. Unterwegs:

Für die Freunde und Freundinnen des missbrauchten Apostrophs – diese Verwendung kannte ich noch nicht.

Das Freibad war wieder recht leer, wieder hatte ich für den größten Teil meiner 3000 Meter die Bahn allein. Bei einer Wende sah ich aus dem Augenwinkel einen sehr großen Vogel überm Becken. Ich stoppte und sah nach: ein Rotmilan, er flog tief genug, dass ich ihn identifizieren konnte.

Diesmal schien die Sonne durchgehend, ich schwamm über glitzerndem Boden; da ich wieder niemanden zum Sonnencremen hatte, machte ich mich auf einen roten Rücken gefasst. Doch der Check beim Heimkommen ergab: Nicht mal die Spur eines Sonnenbrands. Ich verstehe meine Haut nicht.

Nach der Schwimmrunde wechselte ich in einen trockenen Bikini und cremte mich ein; so legte ich mich mit Musik auf den Ohren auf die spärlich belegte Wiese. Als Brotzeit gab es zwei große Bananen, als der Kiosk öffnete, bekam ich einen passablen Cappuccino.

Um zwei nahm ich den Zug zurück nach Bad Steben. Kurz vor Ankunft begann mein Magen zu knurren, schnell fiel ihm ein, worauf er Lust hatte: einen Eisbecher. Ich ließ mich im Eiscafé Tropea nieder, in der Eiskarte erschien mir der Becher Babá am verwegensten:

Ja, das sind kleine Stücke Babá au Rum. Er war köstlich. (Und dann war mir ein kleines Bisschen schlecht.)

Zurück in der Klinik ausgiebiges Duschen und Cremen. SZ-Magazin und Wochenend-Süddeutsche auf dem Smartphone gelesen.

Zum Abendessen hatte ich schon wieder Hunger, danach noch ein mittelausgedehnter Spaziergang durch den Kurpark.

§

Die iranische Fotografin Gohar Dashti zeigt, was aus Wohnungen und Häusern wurde, die ihre Bewohner aufgeben mussten.
„Nature Thrives in Tehran’s Abandoned Courtyards, Staircases, and Bedrooms in a Photo Series by Gohar Dashti“.

via @Hystri_cidae

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Samstag, 20. Juli 2019 – Schwimmen und verworfener Eisbecher“

  1. Will Sagen meint:

    Montag’s Ruhetag = Montag is Ruhetag … ;)

  2. Sandra meint:

    Haben Sie eigentlich schon vom Buch Space Girls über die US-Testpilotinnen gehört, die am Ende nicht zum Mond durften? Kam die Tage beim Hessischen Rundfunk und ich dachte dabei an Sie.

  3. Modeste meint:

    Der Eisbecher sieht super aus.

  4. Sebastian meint:

    Hm, auch nach längerem Nachdenken und -lesen komm ich nicht drauf, welcher jetzt der verworfene Eisbecher aus der Titelzeile gewesen war, es sei denn, dass er danach…

    O, oder vielleicht… verwegen?

  5. die Kaltmamsell meint:

    Heißt nicht auch „in hohem Maße schlecht, lasterhaft, charakterlich verkommen“ verworfen, Sebastian?

  6. Sebastian meint:

    Ach Du meine Güte, SO schlimm?

    Ich plädiere für mildernde Umstände im Sinne von „in moralischer Hinsicht unannehmbar, schlecht und daher tadelnswert“, also mit einem Wort: verwerflich. Das klingt für mich mehr nach einem geilen Eisbecher.

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