Journal Dienstag, 10. Dezember 2019 – Auffassungen von „gemeinsam kochen“

Mittwoch, 11. Dezember 2019 um 6:22

Der Dezember wird wieder lang, selbst wo ich diesmal ein paar Tage früher in Ferien gehe.

Kalter Tag, viel Arbeit, viele Besprechungen, Sorgen. Mittagessen Nudeln mit Kürbis und Salbei vom Vorabend (in der Mikrowelle erwärmt, ich kann Mikrowelle!), die Kerne eines großen Granatapfels.

Beim Heimradeln kehrte ich in den Vollcorner ein, um fürs Abendbrot einzukaufen, nämlich für wärmendes Comfort Food Shakshuka.

Das kochten Herr Kaltmamsell und ich gemeinsam, also er schnippelte, briet und rührte, ich trank den restlichen Weißwein vom Vorabend (die Luft hatte ihm gut getan, schmeckte vielfältiger), machte ein bisschen an der Geschirrspülmaschine herum, die mal wieder einen Reinigungsdurchlauf brauchte. (Herr Kaltmamsell deutete an, dass er das nicht für „gemeinsam kochen“ hielt.)

Ich genoss das Essen sehr. Zur Nachspeise eine abgefahrene Eissorte von Ben & Jerry’s mit rose Schokoladenherzen drin, nett.

Lustiger Austausch mit einer Kalt-Verkäuferin auf instagram: Kein Kontakt von mir, das Konto mit einer Frau im Profilbild hatte mich mit einer Nachricht kontaktiert „Ich würde dich gerne was fragen“ (Smiley, natürlich). Auf mein „Ja bitte?“: „2019 neigt sich ja dem Ende zu und da wollte ich dich fragen, ob du motiviert wärst nochmal Vollgas für deine Gesundheit und körperlichen Ziele zu geben, um voll motiviert ins neue Jahr zu starten?“ (Gefolgt von drei Emoticons.)
Meine Rückfrage: „Sind Sie Spam?“
„Ich bin Micro-Influencerin. Kein Spam.“ (Nur ein Smiley.)
Ich wieder: „Welches Micro influencen Sie denn?“
„Also Micro-Influencer sind ja Menschen wie ich, die über Socialmedia mit einer Kooperationsfirma zusammen arbeiten. Wir sind Ambassador der Company, d.h. wir empfehlen deren Produkte und Konzepte weiter, mit dem wir Menschen helfen, ihre Ziele zu erreichen. Hast du denn ein körperliches Ziel.“ (Zwei Emoticons. Alle Schreibungen genau so.)
Daraufhin fragte ich, ob sie auch Produkte gegen Bandscheibenvorfälle und Hüftschmerzen verkauft. Und merkte an, dass sie mich sehr an die Verkaufsstände in der Fußgängerzone erinnere, die den neuesten Gurkenhobel anpreisen. (Keine Reaktion mehr.)
Werde diese Verkaufsstände ab sofort RL-Micro-Influencer nennen.
(Ob es wohl genug davon gibt, dass Lektorat und Korrektorat für Influencer-Texte ein Geschäftsmodell wäre?)

§

Ich habe der Einrichtung „Best Practice“ früh zu misstrauen gelernt: In einem früheren Leben, in dem ich noch Managerinnen-Fortbildungen absolvierte, entdeckte ich in jeder dieser „Best Practice“-Fallgeschichten unzählige Umstände, die nur für dieses Beispiel galten, nicht übertragbar waren und im Beispiel zum Erfolg geführt hatten.
Deshalb: Diese BVG-Kampagne ist hinreißend – aber sicher kein Vorbild für irgendwen anders.

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https://youtu.be/1Pipy_7nyr0

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Dienstag, 10. Dezember 2019 – Auffassungen von „gemeinsam kochen““

  1. Chris Kurbjuhn meint:

    Auf Influencern lässt sich wohl kein Geschäftsmodell aufbauen. Ich bin ein paar Mal angefragt worden, ob ich auf die ein oder andere Art behilflich sein könnte. Es scheiterte immer an der Bezahlung. Der Influencer scheint nur merkwürdige Währungen wie Likes, Links oder Awareness zu kennen. Der Euro ist als Zahlungsmittel für erbrachte Leistungen in dieser Welt praktisch unbekannt.

  2. lihabiboun meint:

    Sehr verehrte beste Kaltmamsell – dieser BVG spot ist ja absolut überirdisch. Ich sitze hier und lache mir schlapp. Made my day. Wünsche Ihnen, dass es ein guter Tag für Sie wird und schiebe ein bisschen Sonne zu Ihnen rüber!

  3. Sarah meint:

    Der BVG Spot ist grandios! Und ehrlich gesagt, träume ich schon von einer MVV- Variante inkl. meiner Lieblingssequenz: Touristen/Ortsunkundige in der S1/S8, die ratlos auf Stammstreckenpläne starren und sich erst ab Neufahrn/Hallbergmoos verunsichert setzen, in der Hoffnung, dass die Sbahn irgendwann tatsächlich im Innenstadtbereich hält. Dank der neuen Sbahnen und ihren automatisierten Bildschirmen stirbt dieses Schauspiel allerdings aus.
    (Und bevor jemand meckert – ja, ich biete auch ungefragt immer sofort meine Hilfe an. Blödes Gefühl, wenn man sich in einer fremden Stadt in der falschen Sbahn wähnt.)

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