Journal Dienstag, 24. Dezember 2019 – Nasser Heilig Abend und Blockflötenexkurs

Mittwoch, 25. Dezember 2019 um 11:12

Heilig Abend fiel auch dieses Jahr auf den 24. Dezember und begann mit einem sonnigen Morgen. Ich wiederum begann mit Brotbacken: Schwarzwälder Kruste. Während der wenigen Handgriffe bloggte ich und las Internet.

Schlimme Zustände im Hause Kaltmamsell: Von den fünf Lampen über Arbeitsfläche und Herd funktioniert derzeit genau eine. Doch weil wir beide derzeit zu faul für Ursachenforschung und Reparatur sind, holte ich kurzerhand eine alte Klemmleuchte aus dem Keller – die sogar noch eine passende Glühbirne enthielt.

Als das Brot gebacken war (ich war nicht recht zufrieden, da es im Ofen in die Breite gegangen war statt nach oben), startete ich meine Sportrunde mit Crosstrainer, Dehnen und Kräftigung; gestern ließ mich die beleidigte Rippe auch ein paar klassische Bauchmuskelübungen machen.

Bis Mittag hatte der Himmel zugezogen, es begann kräftig zu regnen. Mittagsfrühstück war der Rest Kürbiscurry sowie Granatapfel und Orange.

Zeitunglesen, immer ein Auge auf das ausgesprochen feindselige Wetter: Zum Spaziergang „Wir suchen das Christkind“ (kein 24.12. ohne) wollte ich gegen vier aufbrechen, da ich wusste, dass dann wieder Blechbläser im Alten Südfriedhof Weihnachtslieder spielen würden.

Erstes Weihnachtsgeschenk: Schlag 16 Uhr hörte der Regen auf, der Himmel wurde blau. Ich checkte den Regenradar: Das war tatsächlich das Ende des Regengebiets, auf Stunden kein weiteres in Sicht. Wir zogen also mit lediglich einem kleinen Talisman-Schirm los.

Blauer Himmel überm Nußbaumpark (er heißt nicht nach der Botanik so, sondern nach dem Mediziner Johann Nepomuk von Nußbaum, der im nahegelegenen Alten Südfriedhof begraben liegt).

In genau diesem Friedhof wurde bereits Weihnachtsmusik gespielt; wer konnte, sang mit.

Wir fanden sogar die entsprungene Ros‘ (mittlerweile kein seltener Anblick mehr im Dezember).

Zurück über den Gärtnerplatz und die Synagoge.

Als wir an St. Matthäus vorbei kamen, standen die Türen offen, doch es war gerade kein Gottesdienst. Ich nutzte die Gelegenheit und ging zum ersten Mal in 20 Jahren Nachbarschaft hinein (bislang kannte ich das Innere ja nur aus der Tagesschau, wenn dort aus Gottesdiensten mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, berichtet wurde). Erster Eindruck nicht ganz so geschlossen und harmonisch wie von außen, vielleicht ergibt sich doch mal eine Gelegenheit für ausführliche Besichtigung.

Ich kann weiterhin nicht schnell gehen, deshalb waren wir nach anderthalb Stunden Spaziergang ein wenig angefröstelt und machten daheim erst mal heißen Tee.

Den ganzen Tag und Abend ging’s in unserem Vielparteien-Mietshaus rund: Anscheinend waren wir dieses Jahr nicht nur nicht die einzigen, die Heilig Abend nicht zur Familie fuhren – den Geräuschen nach fanden dieses Jahr die Familienfeiern hier statt.

Weihnachtlich geschmücktes Wohnzimmer!

Wir begannen den Heiligen Abend mit Eggnoggs.

Zu den Eggnoggs hatte Herr Kaltmamsell Käse-Gougères gebacken. Als zweiten Gang gab es von ihm vorbereitete Rillettes de Tours (Schweinernes), dazu die Schwarzwälder Kruste vom Vormittag.

Nächster Gang war Artischocke mit Knoblauch-Joghurtmajo. Nachtisch: Bônet, der italienische Schokoladenflan, der zu meiner Überraschung nicht die erwartete Flan-Konsistenz hatte, sondern deutlich fester war.

§

Dass mein Twitter das beste von der Welt ist, merken Sie ja schon an den monatlichen Lieblingstweets. Hier ein paar weitere Beispiele außer der Reihe, die keine Einzeltweets sind.

1.

Dies ist der Beginn eines ganz wundervollen Threads über Lebensumstände auf dem Land („guys“) versus in der Stadt („places“).

via @DonnerBella

2.
Hier zeigt eine Twitterin, warum man mit Geschlechterstereotypen sehr vorsichtig sein sollte:

Lesenswert auch die vielen Beispiele in den Replys (inklusive den vereinzelten „aber einem männlichen Feuerwehrmann vertraut man einfach mehr, kannste nix machen“).

3.
Wenn Sie dem preisgekrönten und renommierten Pianisten @igorpianist folgen, bekommen sie derzeit schlimme Dinge auf der Melodica vorgetrötet.
Sie könnten mit dieser Kostprobe von Igor Levit anfangen.

Ich erinnere mich an eine Kindheitsfreundin, die im selben Wohlblock wohnte und Melodica spielte, wodurch ich dieses Instrument kennenlernte. Ich verstand nie, was es sollte: Klang noch schlimmer als die Blockflöte, die ich selbst lernte, und hatte nicht mal coole Stücke oder erwachsene Virtuosinnen, auf die man hinarbeiten konnte.

Apropos und weil sich über Blockflöte immer lustig macht wird: Es gibt großartige Blockflötenmusik, da mag sie sich noch so gut für Häme und Schimpf eignen.

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https://youtu.be/fZ5G66XfIPw

Ja die ist ja schon groß? Dann bitteschön hier ein Siebenjähriger:

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https://youtu.be/ZOJtaH8g93w

Und als Dreingabe die Carmen-Overtüre mit allen Blockflötenarten, die es gibt:

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Fröhliche Weihnachten!

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Dienstag, 24. Dezember 2019 – Nasser Heilig Abend und Blockflötenexkurs“

  1. die Kaltmamsell meint:

    Ach komm, was soll der Geiz: Hier noch eine Runde Blockflöte zum Mitklatschen, von der ersten Flöterin oben, Lucie Horsch, als sie noch klein war.
    https://youtu.be/kDRwBNP9uU4

  2. Nina meint:

    Frohe Weihnachten, liebe Frau Kaltmamsell! Das sieht nach einem sehr gemütlichen und köstlichen Heiligabend aus.

  3. Daniela meint:

    Vielen Dank für das letzte Flötenstück im Kommentar, wunderschön finde ich das Video!
    Liebe Kaltmamsell, herzlichen Dank auch fürs tägliche Teilhaben-Lassen an Ihrem Leben, ich lese sehr gerne hier mit. Herzliche Grüße und erholsame Ferientage wünsche ich!
    Daniela

  4. Berit meint:

    Na wenn wir schon beim Flöten sind, dann werfe ich noch Lizzo in die Runde!

    https://youtu.be/Nc5Oy1BdFZI

  5. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Schöne Feiertage!
    Und danke für ihre täglichen Notizen an denen wir teilhaben dürfen.

  6. Frau Schmitt meint:

    Diese Verblüffung, als mir klar wurde, dass in dem Lied eine Rose gemeint ist, kein weggelaufenes Pferd! Der Rest der mysteriösen Strophe ergab plötzlich Sinn! Dennoch – weiterhin habe ich beim Singen dieses Liedes ein hübsches Pferdchen vor Augen. Da können Sie noch so schöne Blüten posten.

    Frohe Weihnachten!

  7. Frau Klugscheisser meint:

    Blockflöte, selber auf Vivaldiniveau gespielt und dennoch wird sie für mich nie ihren fiepsigen Charakter los, wie die quengelnde kleine Schwester, die beim Spielen auf der Straße nervt.

  8. Sabine meint:

    Ich empfehle die Leserbriefseite der aktuelle Wochenendausgabe der SZ. Da hat jemand unvorsichtigerweise ein Streiflicht über Blockflöten geschrieben, worauf dann die empörten Leserbriefe mit vielen Empfehlungen nur so hereinprasselten. Ich stelle mir vor, dass die Leserbriefredaktion große Freude bei der Auswahl der zu veröffentlichenden Beispiele hatten.

  9. Curima meint:

    Ich habe als Kind auch Melodika gelernt, in meiner Musikschule war das aber die Vorbereitung auf andere Instrumente und nach einigen Monaten wechselte man dann auf Klavier, Akkordeon oder was anderes mit Tasten. Und ja, das Ding klingt wirklich scheußlich.

    Avery Alder, die mit dem Guy-Tweet, wollen Sie vielleicht mal Herrn Kaltmamsell ans Herz legen – hauptberuflich schreibt sie nämlich wunderbare Rollenspiele.

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