Journal Mittwoch, 22. Januar 2020 – Freier Tag durchgetaktet, ärztliche Bestürzung

Donnerstag, 23. Januar 2020 um 6:29

Urlaubstag, den ich genommen hatte, um alle Vorhaben unterzubringen.

Nach guter Nacht war der erste Termin ein MRT meiner schmerzensreichen Hüfte. Dieses Radiologiezentrum besuchte ich in den vergangenen vier Jahren zum mindestens vierten Mal – ich war versucht, mich nach Streifenkarten zu erkundigen. Für meine Hüfte war es allerdings eine Premiere – die, so erwies sich, um einiges früher hätte stattfinden müssen: Der alte Radiologe machte ein so bestürztes Gesicht, als er mir die deutliche Arthrose des Gelenkkopfs und die resultierende deutliche Entzündung des Gelenks zeigte, und ich dauerte ihn offensichtlich so sehr, dass ich fast in Tränen ausgebrochen wäre. Was nun zu tun sei, meinte er, müsse aber der Orthopäde sagen.

Im Bus zurück nach Hause verspürte ich Erleichterung: Tatsächlich hatte ich befürchtet, wieder hilflos ohne greifbare Diagnose dazustehen.

Nächster Programmpunkt: Vorbereitung des Mitbringessens für eine abendliche Geburtstagseinladung, nämlich Buschbohnen und Mangetouts mit Haselnüssen und Orange. Die Schüssel, in der ich den Salat mitbrachte, sollte gleich das Geburtstagsgeschenk sein.

Zum mittäglichen Frühstück gab es eine große Portion Porridge mit Joghurt und Quitten in Sirup.

Den Nachmittag verbrachte ich in Hadern bei der Wahlhilfeschulung. Diesmal ging es um die Modalitäten der Kommunahlwahl am 15. März mit Stimmauszählung auch am 16. März (wofür der Arbeitgeber freistellen muss; ich habe mir lieber einen Tag Urlaub genommen, das geht meinen Arbeitgeber nichts an) und der sehr wahrscheinlichen OB-Stichwahl am 29. März. In München sind das drei Wahlen: Oberbürgermeister oder -bürgermeisterin, Stadtrat (80 Sitze = 80 Stimmen), Bezirksausschuss. Das ist nicht nur fürs Wahlvolk recht komplex (kein Wunder, dass die Stadt eine Teilnahme an dieser Schulung für Wahlhelfende zur Pflicht macht, wir müssen ja Auskunft geben können), sondern wird auch richtig viel Arbeit. Ich bin auch diesmal wieder Schriftführerin und habe zusätzlich den Wahlkoffer mit Laptop zur Übertragung der Ergebnisse zu bedienen, fühle mich jetzt aber gewappnet. Die anderen neun Wahlhelfenden im Raum waren alle aufmerksam und schnell von Begriff, alle Zwischenfragen halfen dem Verständnis.

Die Schulung selbst und die Unterlagen waren noch besser strukturiert als die letzten Male, das Wahlamt München macht hier einen wirklich guten Job. Für den Termin war ich weit, weit gefahren: Er fand im Nebenzimmer einer Wirtschaft statt, für mich Innenstadtpflanze fühlte sich die Gegend um den U-Bahn-Halt Haderner Stern schon gar nicht mehr nach München an.

Nicht immer nur die hübschen U-Bahnhöfe fotografieren.

Mit ein paar Minuten Verspätung kam ich direkt von dort zu meinem Friseurtermin. Diesmal hatte ich mir als Wunsch ausgedacht, das Ganze gröber durchzufransen, dafür nicht ganz so kurz, aber wieder Fülle weg. Genau das bekam ich, inklusive Hinweis, dass es für die Sichtbarkeit der Fransen Stylingprodukt braucht.

Von dort aus wieder direkt zur Geburtstagsfeier, die in derselben Gegend der Stadt stattfand. Das Gemüse hatte Herr Kaltmamsell von daheim mitgenommen, er war ebenfalls Gast. Dann doch sehr erledigt nicht lange geblieben.

die Kaltmamsell

19 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 22. Januar 2020 – Freier Tag durchgetaktet, ärztliche Bestürzung“

  1. Sammelmappe meint:

    Die Erleichterung endlich auf die Spur einer Diagnose zu stoßen ist bis hier her zu spüren.

  2. iv meint:

    Gratulation zur Diagnose, muss man wohl sagen. Es macht ratlos, dass das wirklich so lange gedauert hat.

  3. Trulla meint:

    Endlich Klarheit, schließlich ist nichts schlimmer als Ungewissheit.
    Aber was mich bestürzt: müssen so lange schlimme Schmerzen ertragen werden, bis endlich eine Untersuchungsmethode angewendet wird, die eine Diagnose stellt, aufgrund derer man s i n n v o l l weiter machen kann.
    Im Nachhinein erscheint mir deshalb die Reha-Maßnahme äußerst fragwürdig.

  4. adelhaid meint:

    herzlichen glückwunsch zur diagnose. und jetzt wird es erst richtig spannend!

    der salat ist toll und die schale darunter auch wirklich sehr hübsch!!!

  5. Nina meint:

    Herzlichen Glückwunsch zur Diagnose zu wünschen, kommt mir etwas falsch vor, aber die große Erleichterung ob derselben kann ich sehr gut nachvollziehen. Ihre Odyssee, um diese zu erhalten, entspricht, wie schon mal beschrieben, exakt meiner Erfahrung mit Orthopäden. Hoffentlich lässt sich die Entzündung nun gezielt behandeln und die Schmerzen werden endlich besser!

    Aber der U-Bahnhof ist doch super!

  6. lihabiboun meint:

    Das ist ja echt der Hammer, dass das so lage gedauert hat. Mein Gott, Sie Arme, was müssen das für Schmerzen gewesen sein. Jetzt kriegen Sie eine neue Hüfte und dann springen Sie wieder wie das Rehlein. Ich hab das mehrfach erlebt. Alles Gute!!

  7. PetraS. meint:

    Ich schließe mich @iv und @trulla an. Unfassbar! Und ich bedanke mich für die Offenheit und für das lehrreich Beispiel dran zu bleiben bei der Ursachenforschung. Herr Kaltmamsell hatte somit auch den besten Rat. Schonung!

  8. Croco meint:

    Uff!

  9. Susann meint:

    Liebe Kaltmamsell, ich bin so froh, dass zumindest jetzt mal Klarheit zu herrschen scheint, wo die Schmerzen herkamen. Ich habe, mitlesend, mit Ihnen mitgelitten, und war von Woche zu Woche entsetzter, wie wenig die Ärzteschaft diagnostisch vorwärtskam. Aber jetzt endlich! Endlich!
    Hoffentlich zeichnen sich jetzt auch bald gute, gangbare Wege zur Schmerzfreiheit ab.

  10. Anna meint:

    Liebe Kaltmamsell,
    lange schon fiebere ich hier mir und habe mich nicht getraut meinen Kommentar dazulassen. Leider bin ich einen ähnlichen Weg wie Sie gegangen und es hat Jahre bis zur Diagnose gedauert. Jetzt muss ich mich entscheiden ob neue Hüfte oder nicht.
    Ach ja, und hier noch ein Link für Ihre „Sammlung“ https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-ernaehrungsdocs/Hueftarthrose-Schmerzfrei-durch-Sport-und-Low-Carb,ernaehrungsdocs554.html. Den habe ich von einer Freundin bekommen und wusste nicht, ob ich lachen oder schreien soll.
    Drücke für Sie die Daumen,
    herzlichst Anna

  11. Ulla meint:

    Falls es eine neue Hüfte wird, seien Sie guter Dinge. Meine Mutter hat mit Anfang 80 eine OP überstanden (Großhadern) und war danach wieder gut unterwegs, ohne Schmerzen.

  12. Sabine meint:

    Ich bin hin- und hergerissen zwischen freudiger Anteilnahme über eine Diagnose und zornig-betrübter Anteilnahme über die fiese Arthrose, an die offensichtlich jetzt erst gedacht wurde und die sogar dem Radiologen Schmerzen verursacht hat. Wie Ulla sagt, künstliche Hüften sind ein Segen, aber halt vielleicht lieber nicht so früh. Ich wünsche guten ärztlichen Rat, rasches Handeln und gute Besserung.

  13. Frau Klugscheisser meint:

    Die liebe Kaltmamsell weiß bestimmt um künstliche Hüften Bescheid, weil in der Verwandtschaft ebenfalls Hüften ersetzt wurden.
    Mich hat es und stören immer noch diese vielen „keine große Sache“ Kundgebungen, wenn es sich um Hüftgelenksoperationen handelt. Dabei wird nämlich vergessen, dass es ausser der Standardop (TEP) auch noch andere, kompliziertere Methoden gibt und nicht jede OP gleich verläuft. Keine Ratschläge sind besser als Ratschläge. Wenn die Kaltmamsell welche braucht, wird sie’s verlauten lassen.

    Danke für die wunderschöne Schüssel und den ganz vorzüglichen Salat!

  14. Die M. meint:

    Ich wünsche Ihnen das Beste für den Weg nach einer endgültigen Diagnose, Frau K. Und mir wünsche ich ganz unverschämt das Rezept für diesen Salat; er sieht ganz einfach wunderbar aus und besteht aus meinen liebsten Gemüsesorten. Kann ich Sie irgendwie bestechen?
    Herzliche Grüße,
    die M.

  15. Die M. meint:

    Ich korrigiere und danke — Link soeben angeklickt… die M.

  16. Ulrike meint:

    Ach, ach ach, aber immerhin eine Diagnose!

  17. Martina meint:

    Gibts dazu jetzt eine neue Liste für medizinische Tipps oder wird die vorhandene weitergeführt?

  18. Joël meint:

    Herzlichen Glückwunsch zur Diagnose!
    Ich weiß, das klingt sehr bescheuert.
    Aber zumindest hat das „Drecksding“ jetzt mal eine Namen.

  19. TravellingStar meint:

    Mein Wunsch für 2020: mit Frau Kaltmamsell eine neue Hüfte bekommen und zusammen in Reha. Meine besten Wünsche, Leidensgenossin. #metoo


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