Journal Samstag, 23. Mai 2020 – Ausflug in den Westpark

Sonntag, 24. Mai 2020 um 8:12

Es waren Regen und Temperatursturz angekündigt, deshalb überraschte mich, dass es beim Morgenschnuppern auf dem Balkon bacherlwarm war. Ich nutzte das für den ersten Balkonkaffee der Saison.

Der erste Regen kam anderthalb Stunden später. Doch es blieb schwülwarm.

Gestern ein Tag ohne ausführlichen Sport, ich erledigte lediglich meine Basisübungen. Kleine Einkaufsrunde in die Drogerie und zum Obststandl. Zum Frühstück gab es Salatreste vom Vorabend und eine aufgetaute Zitronenschnecke von der Vorwoche.

Für meine Urlaubswoche hatte ich einen weiteren Ausflug vor, diesen mit Herrn Kaltmamsell. Eigentlich hatte ich an den Ammersee fahren wollen und dort mit dem Dampfer nach Dießen übersetzen, doch der Corona-bedingte Stillstand der Schiffe endet erst in einer Woche. Also peilte ich eine unbekannte Gegend Münchens an: den Westpark. Dort hatte man mir von einem japanischen Garten vorgeschwärmt, außerdem las ich von einem Rosengarten, Aussichtshügeln, Biergärten, Seen mit Cafés – der Ursprung des Parks liegt in der Bundesgartenschau Internationale Gartenbauausstellung 1983. Sollte das Wetter jetzt doch umschlagen, hatten wir einen Schirm dabei.

Wir starteten mittags im Westteil des Parks, der mit einer großen und breiten Fußgängerbrücke über den Autobahnzubringer Garmischer Straße mit dem Ostteil verbunden ist. Der Rosengarten war derzeit weniger beeindruckend als die Gärten mit Iris und Lilien, gepflegte Steingärten, Staudenlabyrinthe.

Wir spazierten auf Hügel und sahen hinunter, sahen in den Teichen und Seen viele Wasservögel-Küken (Gänse-, Enten-, Blesshuhn-, letztere haben ja rote Köpfchen!). Biergarten und Wirtshaus lagen wunderbar und sahen einladend aus, waren aber geschlossen. Auch am Brotzeitplatz mit Aussicht auf den Westsee war wenig los, er wurde nur von einer Familie (auf dem Tisch Tupper und kindersicheres Plastikgeschirr) und einer sehr fröhlichen, türkisch-sprechenden Rentnergruppe (auf dem Tisch Berge von Tomaten und Gurken) genutzt.

Der japanischen Garten war wirklich sehr schön, auch in das chinesische Ensemble (auf Schildern erklärt) lugten wir durch die kunstvoll durchbrochenen Mauern.

Sitzgelegenheiten zum Pausieren meiner kaputten Hüfte gab es reichlich, es war sehr warm geworden. Im Ostteil des Parks, deutlich belebter als der Westteil, hielten wir uns dann nicht mehr lang auf: Zum einen war ich vom Hinken körperlich erschöpft, zum anderen zog der Himmel bedrohlich zu.

Das Café am See hebe ich mir für den nächsten Besuch auf. Vielleicht für eine Verabredung nach Feierabend, ich arbeite ja in Fußweite.

Zurück nahmen wir den Bus 62. Kaum saßen wir drin, brach das Gewitter los. Den Schirm konnten wir gut für die 200 Meter von Bushaltestelle bis Haustür brauchen.

Als Snack gab es Flachpfirsiche und Kekse, ich las die Wochenend-SZ und Internet, freute mich über den reichlichen Regen draußen.

Während Herr Kaltmamsell abends das Nachtmahl zubereitete (Bulgursalat mit Petersilie, Knoblauch, Tomaten, Zwiebeln, Restkarotten – das meiste aus Ernteanteil, außerdem den riesigen Ernteanteil-PakChoy aus der Pfanne mit Hanfsamen), machte ich uns Erdbeer-Daiquirys.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Samstag, 23. Mai 2020 – Ausflug in den Westpark“

  1. Ulla meint:

    Wie schön, Sie waren in meinem Viertel. Ob Frühling, Sommer, Herbst und Winter der Westpark ist eine Oase der Erholung. Wir walken, fahren Rad oder spazieren hier zu jeder Jahreszeit und genießen es, so ein herrliches Gelände mitten in der Stadt zu haben. Nur an Sommer Wochenenden ist er besser zu meiden, wenn die Griller unterwegs sind und Rauchschwaden durch das Gelände ziehen :-(.

  2. Alexandra meint:

    Wenn Blessrallenküken rote Köpfe haben, sind sie noch sehr, sehr frisch.

    Das verliert sich innert Tagen.

    Aber ihre Füße sind auch dann schon riesig … hier gerade auch.

  3. Elfe meint:

    Im Westpark war ich zu Studienzeiten sehr oft im Open-Air-Kino „Sonne, Mond und Sterne“, sogar bei strömenden Regen, das war toll.

  4. Sanddorndiva meint:

    Oh, ich muss da leider einwerfen, dass es die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) war, nicht die Bundesgartenschau. Ich war damals zweimal dort zu Besuch.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Oh, danke für die Korrektur, Sanddorndiva!

  6. Sigrid meint:

    Vielen Dankfür diese Erinnerungen. Ich habe 10 Jahre in fußläufiger Entfernung des Westparkes gewohnt und ihn wie Ulli sehr geliebt.
    Im Biergarten oberhalb des Rosengartens haben wir oft gesessen und Brotzeit gemacht. Der Ausblick vom großen Hügel bei Föhn bis zu den Alpen war ein Traum. Jedesmal wenn ich wieder länger in München bin, muss ein Besuch im Westpark sein. Wobei mir der Westteil immer besser gefiel, als der Ostteil.

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