Journal Pfingstmontag, 1. Juni 2020 – Naturkosmetik und sonniges Draußen

Dienstag, 2. Juni 2020 um 6:00

Wunderbar und bis sieben geschlafen.

Sport gestern wieder Crosstrainer, wenn schon mal durch Feiertag genug Zeit für eine ausführliche Runde ist.

Danach Naturkosmetik: Meine Hautpflege ist ja einfach, weil ich zum einen zur offensichtlich absoluten Minderheit der Bevölkerung mit normaler, unproblematischer Haut gehöre, zum anderen nicht an die Versprechen der Kosmetikunternehmen glaube. (Wirklich etwas für lang junge und schöne Haut hätte ich tun können, indem ich mich konsequent von Sonnenlicht ferngehalten und nie geraucht hätte. Auch ein anderer Genpool hätte geholfen.) Doch hin und wieder ein Gesichtspeeling hätte ich schon gerne, sagen wir: einmal im Monat, wirklich einfach nur zum Abtragen der fühlbar schuppigen Schicht. Der Massagehandschuh, mit dem ich hin und wieder meinen Körper abrubble, hatte sich als zu derb erwiesen. Auf Kosmetikprodukte hatte ich keine Lust, unter anderem, weil die ja doch immer in Plastik kamen. Also recherchierte ich, welche Körndeln die Rubbelfunktion im Gesicht übernehmen konnten. Kristalle wie Zucker, Salz oder Sand haben zu scharfe Kanten, gemahlene Mandeln oder Haselnüsse wiederum sind zu weich. Und so stieß ich auf den Tipp, aufgebrühtes Kaffeepulver zu verwenden, mit Olivenöl vermischt.

Gestern machte ich das zum dritten Mal (oben ein Bild vom zweiten Einsatz vor gut zwei Wochen). Olivenöl hatte beim ersten Mal einen unangenehmen Film hinterlassen, also rührte ich das Kaffeepulver mit ein wenig Duschgel an. Funktionierte wunderbar, Resultat war wieder superweiche Gesichtshaut – und eine enorme Sauerei, ich empfehle Einsatz in der Dusche.

Das Wetter hatte sich nach meiner sonntäglichen Nörgelei ins Zeug gelegt, neben Sonne (und ein wenig Wind) gab es Wärme. Nach dem Frühstück (Karottensalat, Quark mit Joghurt und Obst) radelte ich in Bermudas, T-Shirt und Sandalen an die nördliche Isar, stellte das Rad am Föringer Wehr ab und spazierte ein Stück meiner einstigen Lieblings-Laufstrecke.

Sonne im Gesicht, Wind in den Haaren, Blätterrauschen im Ohr.
Es war sehr viel los, die Menschen radelten (davon eine Frau mit anmontiertem Surfboard, peak München), elektrorollerten, rasten, spazierten, picknickten, sonnten sich, badeten, doch ich konnte mich gut damit abfinden. Ich hatte sehr auf die erste Schwalbensichtung der Saison gehofft – was sich erst am Schluss erfüllte, als ich zurück am Föringer Wehr welche sah. Davor hatte ich aber schon einen Kormoran fliegen sehen, einen auf dem Isarkanal landen und dann darin fischen, Enten, Krähen, Meisen, Blesshühner, Tauben. Die Isar stand erschreckend niedrig, der Regen der vergangenen Wochen war sichtlich viel zu wenig gewesen.

Gemütliches Heimradeln, die Radwege so stark genutzt, dass nur Kolonnenfahren möglich war (mal wieder Visionen davon, den Platz am Isarufer, der bislang dem Autoverkehr gehört, dem Fahrradverkehr zu widmen).

Daheim setzte ich mich auf den Balkon, aß Nusskuchen, sah den Vögeln (die Kohlmeisen, die den Knödel anflogen, schienen schier einen Herzinfarkt bei meinem Anblick zu bekommen – HEH WER MEINT IHR HÄNGT EUCH DEN KNÖDEL ÜBERHAUPT HIN?!) und Eichhörnchen zu. Die Jungmeise hat jetzt war zwar gelernt, selbst am Knödel fressen, hat dafür aber den Bettelruf noch nicht abgeschaltet.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell den nächsten Gang des glücklichen Gockels: Buttered Chicken aus dem Brustfleisch. Der Rest des Tiers war zu Brühe gekocht worden.

Schmeckte ausgezeichnet.

Dass ich die SITUATION und mein verkacktes Hüftgelenk so durchweg gleichmütig wegstecke, lässt mich befürchten, dass sich im unzugänglichen Hintergrund meiner Seele mords was zusammenbraut. Gestern öffnete sich kurz ein kleines Fenster zu echter Angst, nämlich davor, dass die OP nicht hilft und ich hernach immer noch nicht gehen, schmerzfrei aufstehen und hinsetzen oder Sport treiben kann, weil dann doch das krumme Kreuz samt blöder Nerven oder das Knie zicken. Dass die 15 Jahre mit seligem Laufen, Langhanteln, Gymnastikmorgen, Wanderurlauben nur eine Episode war, um mir zu beweisen, wie viel Spaß mir das macht.
Zumindest gestern endlich anhand von YouTube-Filmchen Krückengehen gelernt und ein wenig geübt.

die Kaltmamsell

10 Kommentare zu „Journal Pfingstmontag, 1. Juni 2020 – Naturkosmetik und sonniges Draußen“

  1. Gwendolyn Kucharsky meint:

    Oh, vielen herzlichen Dank für den guten Rat, das Kaffeepulver für Peeling einfach mit Duschgel zu vermischen! Ich hatte das nämlich einmal mit Olivenöl gemacht und und war begeistert von der Wirkung, habe es allerdings eingedenk der Mahnung, niemals Fette in den Abfluss zu geben, nie wiederholt. Schön, dass es auch mit Duschgel funktioniert!

  2. Chris Kurbjuhn meint:

    Machen Sie sich bitte keine schlechten Gedanken. Mein Schwiegervater hat eine Hüft-OP jahrelang vor sich hergeschoben, „weil das ja vielleicht doch nichts bringt“. Und sich, als er nach ein paar Tagen wieder schmerzfrei gehen konnte, prompt schwarz geärgert, dass er sich nicht hat früher operieren lassen. Von den Hüft-OPs in meinem erweiterten Bekanntenkreis hat sich keine als wirkungslos erwiesen. Dies ist rein anekdotisch und NICHT als Gesundheitstipp zu verstehen.

  3. Ruth P meint:

    Ich schlage mich gerade mit einer schmerzhaften Stenose rum. Und als der spinal surgeon, den wir letzte Woche besuchten, meinte, dass ich auch nach der OP Schmerzen haben werde, aber anders, ungefähr wie nach meiner Hüftoperation (ausgelöst durch einen Fall) vor 17 Jahren, habe ich laut gelacht. In den 17 Jahren habe ich viel unternommen, und in den letzten 10 Jahren davon jedes Wochenende große und schöne Wanderungen unternommen. Und freue mich auf weitere nach der Operation. Auch nur so als Anektode, keinesfalls als Ratschlag.

  4. julisonne meint:

    Liebe Frau Kaltmamsell

    Das Kaffeepeeling schaut aufregend aus. Ich habe neulich von einer Freundin diesen Peelingschwamm geschenkt bekommen und finde den sehr gut :)

    https://www.meindm.at/pflege/shop/Gesichtspflege/Kosmetikt%C3%BCcher,-Wattepads-%26–st%C3%A4bchen/ebelin/ebelin-Konjak-Gesichtspeeling-Schwamm-mit-Wallnussschale/263361/2_10046369.action

    Liebe Grüße, schönen Tag.

  5. Thea meint:

    Endlich. Danke für den Tipp mit dem Kaffeepulver. Seit Tagen gräme ich mich über meine plötzlich schuppige Gesichtshaut. Bin auf mein Testergebnis sehr gespannt.
    Zur Hüfte „nur“ weiterhin alles Gute.

  6. Nina meint:

    Unproblematische Gesichtshaut, Sie Glückliche! Ich komme mit mechanischen Peelings überhaupt nicht zurecht. Meine Haut reagiert auf wirklich alle entweder mit Gereiztheiten oder Pickelchen. Nachdem ich mich dann vor 1 Jahr intensiv mit reizarmer Kosmetik beschäftigt habe, benutze ich nur noch chemische Peelings (BHA, AHA, Mandelsäure etc.). Und siehe da, es funktioniert, zusammen mit genereller Umstellung auf reizarme Produkte, wunderbar und meine Haut war noch nie so gut. Täglicher Sonnenschutz ist natürlich ohnehin ein Muss, auch (gerade!) im Winter. Wirklich wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse bezüglich des positiven „Schöner Altern“-Effekts auf die Haut gibt es, neben Sonnenschutz, übrigens nur für Vitamin C/Antioxidantien und Retinol. Bei letzterem ist nach einem Jahr regelmäßiger Verwendung bei mir tatsächlich ein sichtbarer Effekt in der Faltentiefe und Straffheit der Haut zu sehen (nicht nur für mich subjektiv).

  7. Sandra meint:

    Ja, ich traue mich auch nicht, zu berichten, aber ja…meine Schwiegermutter hat sich die zweite Hüfte gerade rechtzeitig kurz vor Corona im Februar zum 70. machen lassen, nachdem sie alles andere durchhatte und von der ersten OP schon so begeistert war. Wandervereinmitglied seit Jahrzehnten. Wir gehen davon aus, dass sie beim nächsten Deutschen Wandertag wieder dabei ist. Vor ein paar Jahren ist sie noch tagelang gewandert während dieser Veranstaltung und war so traurig, als nichts mehr ging. Sie ist sehr froh, die OP gemacht zu haben, obwohl sie es auch erst anders versucht hat. Vor Schmerzmitteln hatte sie halt immer Respekt, aber von Faszientraining bis Veganer Ernährung war alles dabei. Es geht nicht bei jedem so toll aus, das ist klar, aber wenn ich immer von Ihrem Leiden lese, denke ich daran, wie toll es vielleicht wieder wird und dass Sie womöglich gar nicht ahnen, wie gut Sie nach der OP hoffentlich wieder unterwegs sein werden. Ich wünsche Ihnen jedenfalls sehr. Sie sind so gern in Bewegung, was mich immer Überwindung kostet (nie würde ich einer Sportstunde nachjammern), dass Sie wieder gut auf die Beine kommen sollten.

  8. Brigitte meint:

    Toitoitoi…. (auf das Display spucken wäre ….strange. ..und ausserdem nicht Corona-kompartibel)

  9. Ulrike meint:

    Für diese Zwecke habe ich immer die Kaffee(satz)seife des örtlichen Seifendealers am Start. Macht auch streichelzarte duftneutrale Hände nach Gartenarbeit

  10. Alexandra meint:

    Danke für die durchweg schönen Bilder.


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