Journal Freitag, 10. Juli 2020 – Hitze weggewittert

Samstag, 11. Juli 2020 um 9:17

Das war eine lange Woche.

Beim morgendlichen Yoga, eine entspannende Folge, spontaner Tränenausbruch, als ich mich nicht mal zur Schlussentspannung auf den Rücken legen konnte, ohne dass die rechte Hüfte schmerzend aufbrüllte.

In Sommerkleidchen und Sandalen in die Arbeit geradelt, sonnenbeschienen. Von draußen kam es heiß herein, ich schloss die Fenster und ließ mein Büro durch die offene Tür kühlen. Zäher Wochenabschluss, zumindest ohne Schrecken. Mittags Rote-Bete-Nudeln vom Vortag, Kefir mit Mango und Maracuja.

Früher Feierabend. Draußen war es heiß und stürmisch, eine eigenartige Kombination, bei der der Wind nicht kühlte. Ich radelte für Einkäufe zum Viktualienmarkt, die ohnehin Radverkehr-feindliche Schwanthalerstraße ist derzeit durch Baustellen für Radlerinnen das Gegenstück zu Motocross – Sehnsucht nach einem Ganzkörper-Schutzanzug. (Seit ich weiß, dass die Straße bis in die frühen 1930er feudale Vorgärten hatte, denke ich bei jedem Befahren daran.)

Auf dem schwül-heißen Viktualienmarkt kaufte ich im Wild- und Geflügelladen ein: Wildschweinbratwürste als Ergänzung des Abendessens, Rehsalami. Ich suchte nach österreichischen Marillen und fand sie, wenn auch nicht sehr schöne, nahm auch Pfirsiche mit. Nach Basilikum ohne Topf musste ich fragen, an den Ständen sah ich nur Töpfe; der Bund wurde mir aus der Kühlung geholt. Der Markt war deutlich leerer als sonst um die Jahreszeit und bei diesem Wetter: Es sind immer noch kaum Touristen in der Stadt.

Zuhause hatte ich mit Herrn Kaltmamsell Essen auf dem Balkon verabredet, statt mich mit ihm im Biergarten zu treffen: Wir wollten die neue Bank ausgiebig testen. Doch der Himmel wurde immer dunkler, der angekündigte Wetterumschwung kam schon jetzt.

Wir hielten an der hochsommerlichen Essensplanung fest, dann halt drinnen. Da sich die eben erworbenen Pfirsiche als überreif bis matschig heraustellten, gab es sie als Aperitif mit Prosecco aufgegossen. Zu Essen hatte Herr Kaltmamsell Okroschka gemacht, die kalte russische Kefirsuppe mit Gemüse und Kräutern (Wurst lassen wir seit dem ersten Versuch als überflüssig weg).

Sehr köstlich und den immer noch hohen Temperaturen angemessen. Als zweiten Gang gab es die Wildschweinbratwurst, die für unseren Geschmack grober und lockerer hätte sein dürfen.

Abendunterhaltung war aus der ZDF-Mediathek der Fernsehfilm Endlich Witwer mit Joachim Król: Überraschend gut gemacht (auch wenn das Fest, das die Set-Designer und Kostümmenschen gefeiert haben müssen, ein wenig stark im Vordergrund stand, jetzt ist mal wieder gut mit 70er-instagram-Filter).

§

Winziges Glücklichmach-Filmchen mit Insekt.

§

Kunst mit Mund-Nase-Maske.

die Kaltmamsell

3 Kommentare zu „Journal Freitag, 10. Juli 2020 – Hitze weggewittert“

  1. Alexandra meint:

    Danke für DEN Filmtipp und für das glücklich machende Insekt!

  2. Norman meint:

    Opinion | I’ve Seen a Future Without Cars, and It’s Amazing – The New York Times

    (*Augenrollsmiley* für Suppen im Glasteller)

  3. Berit meint:

    Die Suppe sieht köstlich aus!

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