Journal Donnerstag, 9. Juli 2020 – Beifang aus dem Büro

Freitag, 10. Juli 2020 um 6:17

Ich schlief wieder unterbrochen, aber das belastete mich nicht. (Auch wenn ich wirklich, wirklich nichts gegen mal wieder eine Nacht tief und durchschlafen hätte, idealerweise auch noch aus-.)

Von draußen kam herrlichste frische Sommermorgenluft herein.
Standard-Kraftübungen, Crosstrainertraining.

In der Arbeit stürzte ich mich sofort in diese, ich hatte sehr viel zu tun. Dennoch zwang ich mich zu einer echten Mittagspause (rote Paprika und Ernteanteilgurke mit einem Stück Käse) mit Zeitungslektüre.

Am frühen Nachmittag von Ferne vielminütiges, vielstimmiges und sehr irre machendes LKW-Hupen. Die Oktoberfest-Schausteller protestierten gegen die Absage des Oktoberfests. Für Forderungen nach finanzieller Rettung habe ich sehr großes Verständnis, Forderungen nach Großveranstaltungen oder schlichtes „Ich will wieder Party machen!“ übersteigen meine Verständniskapazitäten bei Weitem. Glauben die Menschen ernsthaft, die Bilder aus Brasilien und den USA seien nicht echt?

Nachmittagssnack Eiweißriegel (zweite Hälfte, die erste gab’s gegen Unterzucker vormittags – seit wann habe ich bitteschön regelmäßig Unterzucker? Und so gerne ich esse: Ich werde sehr grantig, wenn ich ohne Appetit essen muss.)

Nach Feierabend war es draußen sonnig und sehr warm, aber noch nicht unangenehm heiß. Dennoch ließen wir die Fenster der Wohnung lieber noch geschlossen, die Kühle fühlte sich noch angenehmer an. Zum Nachtmahl verarbeitete Herr Kaltmamsell die jungen Rote Bete aus frisch geholtem Ernteanteil (kein Salat, den hat vor einer Woche der Hagel zu Matsch zerschossen) mit Ernteanteil-Knoblauch und Manouri zu einem Nudelgericht in Rosa.

Abendunterhaltung: Früher Rückzug ins Bett zum Lesen.

§

Beruflich musste ich in den vergangenen beiden Tagen viel Wissenschaftsjournalismus unterschiedlichster Qualität lesen. Zum einen resultierte das in der Befürchtung, dass der Begriff „Künstliche Intelligenz“ gerade den Weg von „Digitalisierung“ geht: Er bezeichnet oft schlicht „irgendwas mit Computern“. (Und der kleine Algorithmus sitzt vergessen in einer Ecke und weint.) Zum anderen las ich auch richtig Spannendes. Zwei Lektüren gebe ich als Tipps weiter:

1) Heftig aber sehr aufschlussreich: Theresa Locker und Max Hoppenstedt haben im März 2019 für Vice die Ergebnisse ihrer monatelangen Recherche aufgeschrieben:
„Jagd auf ‚Elysium‘: Das Ende der größten deutschen Kinderporno-Plattform“.
Eine Rekonstruktion der Ermittlungen, die zur Razzia führten, vom Auffliegen der Vorläufer-Plattform bis zur Urteilsverkündung im Elysium-Prozess. Der Fokus liegt zwar auf der Internet-Technik dahinter, doch Locker und Hoppenstedt schließen auch die menschlichen Aspekte ein.

2) Ähnlich aufwändig war die Recherche zu diesem Vice-Artikel vom November 2019:
„Die Applausfabrik: So funktioniert die Industrie hinter gekauften Likes und Followern“.

Diesmal hat sich Theresa Locker mit Sebastian Meineck daran gemacht, der Technik und den Schöpfern hinter dem Handel mit Likes und Followern auf die Spur zu kommen, von denen ich bis dahin nur durch die Selbstoffenbarung von kommerziellen Influencerinnen gelesen hatte. Superspannend!

§

Niedliches kleines britisches Mädchen beim Musizieren.

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 9. Juli 2020 – Beifang aus dem Büro“

  1. Sabine Kerschbaumer meint:

    Zumal es einen „Ersatz“ gibt, der den Corona-Richtlinien entspricht. Auch wir haben vor, in den Sommerferien regelmäßig reinzufahren, abhängig davon, was geboten wird. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Konzept viel schöner wird als das bierselige Oktoberfest. Aber OK, das mag Geschmackssache sein.

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen.

  2. Sabine Kerschbaumer meint:

    Achso, vielleicht sollte ich einen Link setzen, falls es den oder die eine oder andere Leser/in interessiert:

    https://www.muenchen.de/freizeit/aktuell/2020/sommer-in-der-stadt-das-ist-geplant.html

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