Journal Mittwoch, 1. Juli 2020 – Arbeit bis zum abrupten Hitze-Ende

Donnerstag, 2. Juli 2020 um 6:05

Nach zerstückelter Nacht kurz vor Weckerklingeln wach geworden. Draußen zeterten die Amseln.

Yoga bei offener Balkontür, durch Verwechslung schweißtreibender als erwartet.

Beim Packen für die Arbeit bemerkt ich, dass ich meinen Büroschlüssel im Büro vergessen hatte – oder verloren. Die Yoga-Ruhe war umgehend weg, die zehn Minuten frühere Ankunft hatte ich eigentlich dringend für Anderes als Schlüssenrecherche benötigt.

Zum Glück war der Schlüssel nicht verloren, ich fand ihn in einem Nachbarbüro, in dem ich Montagabend noch zu tun gehabt hatte.

Es wurde eine sehr emsige erste Arbeitsstunde, damit ich die darauf folgenden drei frei hatte für eine Besprechung. Diese war dann sehr Kräfte-zehrend, was aber daran gelegen haben mag, dass mir schwindlig war – kann das Unterzucker gewesen sein? Bei mir? Nach der Mittagspause (Butterbrot, ein kleiner Apfel) war der Schwindel auf jeden Fall weg.

Seit dem Morgen hatte ich mich darauf gefreut, auf dem Heimweg mit dem Rad eine Extrarunde zu drehen, vielleicht sogar mit Anhalten und Spazieren. Doch dann verdunkelte sich der Himmel gegen Feierabend bedrohlich, es blitzte sogar. Ich brach überstürzt auf, machte nur einen kleinen Einkaufsabstecher, fuhr sonst auf direktem Weg heim.

Die Luft war schwülheiß, daheim sperrte ich sie gründlich aus der Wohnung.

Als Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell einen Nachbau des Acetaia-signature dish: Ravioli gefüllt mit Ziegenfrischkäse.

Es hatte leich abgekühlt, ich setzte mich auf den Balkon und begann ein neues Buch: Zoë Beck, Paradise City.

Der Wolkenbruch kam erst kurz vor acht, brachte dann aber gleich einen abrupten Temperatursturz mit. Wir aßen mit Erdbeeren zum Dessert dagegen an. Ich stellte meinen Blogpost über Wodins Sie kam aus Mariupol fertig – und fragte mich, warum alle anderen Rezensionen, die ich fand, das Buch so gründlich anders gelesen hatten (es hat sogar den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen!). Kannten wirklich so wenige die Details der Verschleppung und Zwangsarbeit der damals „Ostarbeiter“ genannte Menschen?

die Kaltmamsell

2 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 1. Juli 2020 – Arbeit bis zum abrupten Hitze-Ende“

  1. Hauptschulblues meint:

    Verschleppung und Zwangsarbeit der „OstarbeiterInnen“ sind hinreichend bekannt, wenn auch bei weitem nicht historisch und gesellschaftlich aufgearbeitet.
    Natascha Wodins Buch hat einen völlig anderen Ansatz, nämlich einen individualistischen. Vielleicht trifft deswegen Deine Kritik an diesem Buch nicht richtig.

  2. berit meint:

    Nunja, hinreichend bekannt würde ich nicht sagen. Zu meiner Schulzeit (Abi 2003) wurde es kaum bis gar nicht im Geschichtsunterricht behandelt, ähnlich wie deutscher Sklavenhandel in Afrika, oder allgemein deutsche Kolonialisierung.

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