Journal Sonntag, 19. Juli 2020 – Quilts im Augsburger Textilmuseum

Montag, 20. Juli 2020 um 5:49

Gestern besuchten wir die Schwiegers in Augsburg, meine Eltern kamen auch.

Ich hatte mir den Wecker gestellt, um vorher genug Zeit für Bloggen, Gymnastik und Crosstrainer zu haben. Das klappte, und als wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten, war es auch warm genug für kurze Ärmel geworden.

Am Bahnhof Augsburg Haustetter Straße holte uns Herr Schwieger ab und fuhr mit uns zu einem italienischen Lokal mit viel Außenfläche, wo bald Frau Schwieger und meine Eltern zu uns stießen. Wir bekamen gutes Essen (gemischte Antipasti für alle, ich aß Calamari vom Grill mit Tomaten und Kapern), freuten uns an der lange vermissten Begegnung (immer noch ohne Anfassen), glichen Informationen über weitere Verwandtschaft ab, außerdem Hüftbeschwerden.

Die Frauen fuhren weiter zum Augsburger Textilmuseum: Frau Schwieger hatte angeregt, dass wir uns die Sonderausstellung „Amish Quilts meet Modern Art“ ansehen.

Im Obergeschoß des Textilmuseums (hatte ich vor neun Jahren schon mal besucht) gab es zwar keine Führung durchs die Sonderausstellung, aber ein sehr freundlicher Angestellter, „Kunstvermittler“, erzählte uns Einführendes: Die Sammlung eines Münchner Paars von Amish Quilts aus den Jahren 1890 bis 1950 wurde nach Themen zeitgenössischen Kunstwerken gegenüber gestellt. Herr Kunstvermittler erklärte uns die Bedeutung des Quiltens für die Amish und weiteren kulturellen Hintergrund zu ihnen, ging mit uns auch beispielhaft zu zwei als Gegensätze platzierten Kunstwerken.

Wir freuten uns an den sehr unterschiedlichen Quilts, ließen uns von den zeitgenössischen Kunstwerken verstören.

Eine weitere Kunstvermittlerin hatte ein Stück neuen Quilt dabei, an dem sie uns die Herstellung erläuterte. Mir war sie nicht neu, Ella aka Riengelmiez hat einmal detailliert erklärt, wie sie die Quilts herstellt, die man bei ihr bestellen kann.

Die Stücke in der Ausstellung faszinierten mich sehr, zum ersten Mal sah ich ein Exemplar, das aus sehr großen Stoffstücken gearbeitet war und dessen figürliches Muster durch die Nähte entstand.

Die ständige Ausstellung besuchten wir bei dieser Gelegenheit auch noch kurz.

Wir beschlossen aber, nochmal für einen ausführlichen Besuch wiederzukommen, wenn es Vorührungen der alten Webstühle und Stoffdrucker gibt. Kurzer Abstecher in den Museumsshop, in dem ich vor Ort gewebte Grubentücher kaufte.

Der Tag war zu einem richtig hochsommerlichen geworden. Bei Schwiegers (die Herren hatten Formel 1 geguckt, Herr Kaltmamsell hatte von komplettem Desinteresse umgeschwenkt und meinem sowie seinem Vatern Löcher in den Bauch gefragt, weiß jetzt unter anderem alles über die Rolle von Reifen) gab es noch den ersten Zwetschgendatschi der Saison – köstlich, obwohl es eigentlich noch viel zu früh im Jahr ist für gute Zwetschgen – und Blaubeer-Rahm-Kuchen, ebenfalls großartig.

Die Heimfahrt geriet etwas anstrengend, da die Regionalbahn voll war. Um mit Abstand zu anderen Passagieren reisen zu können, setzten wir uns in verschiedene Waggons. Doch die Mund-Nasen-Schutz-Disziplin war gut.

Daheim setzte ich mich auf den Balkon und las, bis Herr Kaltmamsell zum Nachtmahl Nudeln mit Karottengrünpesto servierte. Abendunterhaltung war ein wiederholter Weimar-Tatort – ich mag Nora Tschirner arg gern.

die Kaltmamsell

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