Journal Sonntag, 5. Juli 2020 – WmdedgT? Geschwommen!

Montag, 6. Juli 2020 um 5:52

Rechtzeitig daran gedacht, dass ja der fünfte war und damit der Tag für Frau Brüllens Frage: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Was ich neben dem Ausgebuchtsein des Schyrenbads noch auf der Bäderseite der Münchner Stadtwerke entdeckt hatte: Die Hallenbäder sind seit 1. Juli wieder offen, und man kommt ohne Reservierung rein. Plan war also die erste Schwimmrunde seit 4. März im Olympiabad.

Ich schlief wieder gut aus, wachte auf zur Ankündigung eines sonnigen Tags – allerdings war er auch gestern zu morgenkühl für Kaffee auf dem Balkon.

Gegen zehn machte ich mich nach Katzenwäsche fertig zum Schwimmen. Ich dachte gründlich nach, was ich dazu alles einpacken musste – und musste erst mal den Sportrucksack abwischen, der in den Monaten ohne Draußensport deutlich mehr eingestaubt war als ich.

Das Radeln zum Olympiabad war bereits ein großes Vergnügen, das rechte Bein machte sehr gut mit. Im Bad selbst waren Einbahnwege angelegt, die Bahnen im Becken doppelt breit abgetrennt, um Platz für Überholen auf Distanz zu schaffen. Mein Kalkül ging auf: Es waren sehr wenige Menschen da. Und es stellte sich heraus: Schwimmen ist wie Schwimmen, das verlernt man nicht. Ich zog meine Bahnen bald in gemütlichem Rhythmus, beschränkte mich auf 2.500 Meter. Allerdings zwickte die Hüfte durchaus, und die linke Schulter schmerzte (Letzteres führe ich auf Ganzkörper-Ausweichbewegungen plus Vorbelastung zurück).

Als ich um halb eins aus dem Olympiabad kam, war es überraschend heiß geworden.

Auf dem Heimweg besorgte ich Semmeln und sah nach der Baustelle Hauptbahnhof: Immer noch kommt man nur zu Fuß vorbei, ich schob mein Fahrrad.

Zum Frühstück (Käsesemmel, Pflaumenmussemmel, Käsekuchen) folgte ich der Empfehlung von Kommentatorin Frauke und sah die aktuelle BR-Doku über Ellen Ammann an – wirklich sehr empfehlenswert.

Diesmal war ich müde genug für eine kleine Siesta (nach einer Dosis Novalgin, da die Hüfte mich mit Ruheschmerz ärgerte).

Kleine Bügelrunde, damit’s nicht wieder so lange dauert.

Eiskaffee auf dem Balkon, es war dort angenehm warm.

Internet gelesen, Zeitung auslesen. Dann zog es mich doch raus, ich wollte nach der Theresienwiese sehen. Sonst wurde sie ja immer genau jetzt, Anfang Juli, für den Oktoberfestaufbau dicht gemacht.

Die Linden dufteten noch, unter ihnen lagen Haufen abgefallener Blüten.

Ganz zauberhaft: An einer Stelle trainierten etwa zehn Paare Formationstanz (irgendwas Lateinamerikanisches), nicht weit entfernt davon wurde Cricket gespielt. Und ich genoss die Sonne auf meiner Haut, dazu den Wind, der Hitze verhinderte.

Zudem war die Hüfte so freundlich mitzumachen.

Zurück daheim steuerte ich zum Abendessen die Spätzle bei, Herr Kaltmamsell hatte eine Rehkeule zubereitet (Sie erinnern sich? Wild gibt’s derzeit sehr viel, weil es eh geschossen werden muss, die sonstigen Hauptabnehmer Restaurants aber lang geschlossen waren und jetzt nur teilweise geöffnet sind).

Als Abendunterhaltung ließen wir Tatort laufen. Draußen wurde es lange nicht dunkel, langsam etwas kühler, ich sah den Mauerseglern am langsam von blau zu grau wechselnden Himmel zu.

Braten und Spätzle als Brotzeit für Montag vertuppert, Wohnung Putzmann-fertig geräumt. So lange aus dem Fenster geguckt, bis ich eine Fledermaus sah – derzeit flattern mindestens drei übern Hinterhof.

Im Bett noch Nancy Mitford, The Blessing gelesen.

Das war ein schöner Tag.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Sonntag, 5. Juli 2020 – WmdedgT? Geschwommen!“

  1. Annette meint:

    Es freut mich, dass Sie einen schönen Tag hatten! Herzliche Grüße

  2. Joël meint:

    Gell? Schwimmen verlernt sich nicht und ist immer toll.
    Und ich beneide sie ein ganz kleines bisschen dass sie ein Schwimmbad in München haben bei dem man nicht vorab reservieren muss. Hier in Luxemburg ist alle nur auf Anfrage.

  3. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Die Bavaria hat einen Heiligenschein! Wenn das kein Zeichen ist!?

  4. Sabine meint:

    Danke für den Ellen-Ammann-Link! Ich schau es mir grad an und freu mich. „Marianischer Mädchenschutzverein“ hört sich ja erst mal gruslig an, aber was war eine professionelle, bestens vernetzte und sozial orientierte Truppe. Ich ziehe den Hut vor Menschen wie Ammann, die so einen unglaublichen Tatendrang haben und sich dabei so sehr für Schwächere einsetzen. Es ist skandalös, dass sie nicht viel mehr zum Inventar bayerischer Heldengestalten gehört. Nur keine Statue, bitte

  5. die Kaltmamsell meint:

    Och, Sabine, eine Büste in der Ruhmeshalle fände ich nicht verkehrt. (Dann wären’s dort FÜNF Frauen!)

  6. creezy meint:

    Bin großer Fan Deiner Balkonfotos.

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