Journal Donnerstag, 6. August 2020 – Urlaub in Frankfurt: Markt Konstablerwache, Städelmuseum, Taunuswanderung

Freitag, 7. August 2020 um 9:17

Wieder eine Nacht hinter mich gebracht, zu einem Hochsommertag erwacht.

Donnerstag ist Markt an der Konstablerwache, den wollte ich gerne sehen. Für den Morgenkaffee setzten wir uns auf dem Weg vor ein Kettencafé in den Schatten, ebenfalls auf dem Weg sah Herr Kaltmamsell in einem Schaufenster Ersatz für seine beim Waschen zu klein gewordene, sommerlich leichte Schiebermütze und ging sie kaufen.

Der Markt war tatsächlich schön und sehenswert, die Stände der heimischen Obst- und Gemüse barsten schier vor der derzeitigen Ernte. Dazwischen interessante Metzger-, Honig-, Bäcker- und Blumenstände, im Zentrum die Wein- und Saftanbieter. Wir holten uns zum Frühstück eine Worscht, hinterher gab es Apfelwein gespritzt – auch den unter Corona-Umständen mit Absperrungen und Kontaktdatenzettel.

Wir sahen uns in der neuen Altstadt und der alten Altstadt um. Vorm Römer mussten wir einem Fotografierszenario ausweichen, das schwer nach instagram-Influencerei aussah. Spontan probierte ich das auch mal aus.

Durch Fachwerkhäuser mäanderten wir zum Main und Richtung Städelmuseum, dort kamen wir in der Mittagshitze an. Innen war es angenehm kühl, zwischen den wenigen Besuchern konnten wir uns entspannt bewegen.

Nach einem kurzen Rundgang durch die Etage mit Alten Meistern konzentrierten wir uns auf die Ausstellung „En passant“: Impressionismus in der Skulptur. (Ich empfehle den Einführungsfilm auf der verlinkten Seite.)

Die zentrale Figur, Edgar Degas‘ Tänzerin begeisterte mich besonders: Dieser Blick mit gerecktem Kinn unter halb geschlossenen Lidern, die ganze lässige und doch tief energiegeladene Körperhaltung – ich sah die Urform des Tank Girl. Zur Entstehungszeit war die Figur ein Skandel, man sah in dieser Figur eine Prostituierte – weil offensichtlich nur eine solche Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung zeigen würde.

Für einen Snack spazierten wir hinüber in den Garten des Liebieghauses. Das Stück Kuchen und das Glas Apfelschorle (aus besonders aromatischem Apfelsaft) nahmen wir allerdings sehr gehetzt zu uns, weil uns ein Dutzend Wespen störten und jeden Bissen, jeden Schluck gefährlich machten.

Kurzes Ausruhen im Hotelzimmer, dann brachen wir zu einer Verabredung auf: Eine Bloggerin der ersten Stunde machte eigens für uns früher Feierabend in der Bank (when in Frankfurt…), um uns in den Taunus zu einer kleinen Wanderung zu fahren. Für mich Münchnerin klingt Taunus etwa so exotisch wie Vesuv, tatsächlich war es eine Fahrt in eine wunderschöne hügelige Gegend in nicht zu heißer Abendsonne.

Auf dem Rundweg in der Sonne sahen wir Falken, Bussarde, Feldlerchen, Schwalben, beunruhigend trockenen Wald, begleitet von anregenden Gesprächen. Ich genoss es sehr, die abgeernteten Felder zu sehen, durch spätsommerlich blasse Blumenwiesen zu gehen, überhaupt meine innere Jahreszeitenuhr durch das freie Draußen zu kalibrieren.

Zum Essen fuhr uns die Dame nach Kronberg, wir ließen uns vor dem Gasthaus Zum grünen Wald nieder.

Bitte auf der Tonspur dazudenken: Den Männerchor, der im ersten Stock mit Klavierbegleitung probte.

Die Vorspeisen waren links Pulpo mit Fenchel und Brotsalat, vor mir eine Burrata auf Tomaten mit Pesto und Grissini, alles hervorragend. Ich trank dazu ein Glas St.Laurent Rosé Borell Diehl, Pfalz.

Hauptgang von links: Linguine mit geschmortem Weißkohl und Tomatenpesto, Coque au vin, Wiener Schnitzel, wir waren sehr zufrieden.

Auf der nächtlichen Fahrt zurück tauchte plötzlich wie eine Theaterkulisse die Lichter-Skyline von Frankfurt auf – die ist schon etwas sehr Besonderes.

die Kaltmamsell

7 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 6. August 2020 – Urlaub in Frankfurt: Markt Konstablerwache, Städelmuseum, Taunuswanderung“

  1. rumwidibumm meint:

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  2. Mo meint:

    Wunderbar, hier euren Wege durch mein altes Frankfurt zu folgen. Ihr macht wirklich das Beste draus!

  3. lihabiboun meint:

    Es ist schon sehr bemerkenswert, dass früher Selbstbewusstsein und Keckheit als schlecht galten, nur Demut und Zurückhaltung waren einer „Dame würdig“ …. OMG, wir sind doch Gott sei Dank ein wenig weiter …..Viel Vergnügen noch!

  4. Frankfurter Radlerin meint:

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  5. marthe meint:

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  6. Hiwwelbubber meint:

    … Sie machen Urlaub quasi in meiner Heimat und finden diese exotisch? Herrlich, sage ich dazu!

    Bitte kommen Sie dann aber auch das nächste Mal auch weiter nach Mainz (mache gerne den Guide…) und fühlen sich ein bisschen wie zwischen Rom (Theaterruinen und ein Dom nach Alt-St. Peter) und Wien/Prag (barocke Adelspalais).
    Und machen einen Ausflug nach Rheinhessen, das oft wie ein Stück ländliches Frankeich erscheint…

  7. Michael meint:

    Wenn ihr im Taunus wart, dann als Nächstes zum Vogelsberg (Region, kein Hügel) und unbedingt zum Keltenfürst in die Wetterau, abends in eine der kleinen Fachwerkstädte rundherum. Viel Vergnügen!

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