Journal Freitag, 23. Oktober 2020 – Flashbacks an Schulzeit

Samstag, 24. Oktober 2020 um 7:42

Eher gute Nacht, ich nehme sie, wie sie kommen.

Die Münchner Nach-Reha-Einrichtung hatte um die Verordnung gebeten, ich hatte sie beim Gegenzeichnen in meinem Zimmer fotografiert und schickte die Bilder.

Der Reha-Tag startete mit einem Vortrag „Ergother. Gr. ADL.“ (letzteres Activities of Daily Living) mit Alltagstipps nach Hüft-OP: Ganz ausgezeichnet und kompetent – nur dass ich diese Infos gleich am Anfang meiner Reha hätte brauchen können. Waschen, eincremen, anziehen habe ich halt irgendwie hingekriegt mit der zentralen Auflage, das Becken nicht mehr als 90 Grad zu beugen, dabei gibt es dafür Hilfe. Die Referentin wusste um die oftmals terminliche Schieflage, bat um Beschwerde auf dem Feedbackbogen.

Auf Fußstatik ein paar Tage zuvor folgte Fußdynamik als Gruppengymnastik, ich nahm mir Regelmäßigkeit vor.

Zeit für einen Krückenausflug bei mildem, schönen Wetter in die Umgebung.

Wasserbüffel. Auch wenn hier Tegernsee ist.

Unterwegs erreichte mich der Anruf der Nach-Reha-Einrichtung, ich vereinbarte gleich mal den ersten Termin für Untersuchung und Einführung Anfang November.

Zum Mittagessen gab es Gnocchi mit Tomatensoße, davor Salätchen, danach Erdbeerquark.

Physio-Termin, es gab einiges Schmerzhaftes um die Hüfte wegzudrücken. Bewegungsschiene im Anschluss.

Letzter Termin des Tages war Wassergymnastik. Der Trainer ließ uns zu den Gehübungen Dinge mit den Armen und Styroporscheibchen machen – zum ersten Mal fror ich nicht im Wasser.

Die Physio- und Sportabteilung hat sehr viele Angestellte, bislang wurde noch jede Gruppeneinheit von einer/einem anderen geleitet. Das bedeutet, dass ich täglich mehrfach Flashbacks an meine Schulzeit habe, denn zu Beginn wird die Anwesehnheit der Teilnehmenden durch Vorlesen der Namen geprüft. An der Stelle mit *Zögern, Zögern*, *Tief Luftholen* oder „Oh Gott, wie spricht man das denn aus?!“ sage ich, wie halt zu Schulzeiten: „Das bin ich. Gutiérrez.“ Übrigens als einzige, die Behandelten sind nicht entfernt so divers wie die Angestellten. Ich wünsche mir weiterhin einen Fußballspieler meines Namens in der Männermannschaft von Bayern München, bitte. Dann hätte das für zumindest die nächsten zehn Jahre ein Ende. (Der Name ist wirklich nicht kompliziert. Wenn ich mich in der Arbeit am Telefon damit melde, sprechen mich 70 Prozent der Anrufenden im Lauf des Gesprächs problemlos damit an.)

Diesmal hatte ich zur Überbrückung einen Snack auf dem Zimmer: Müsliriegel und Apfel vom Frühstück.

Zum Abendessen gab es Matjes mit Kartoffeln, vorher Suppe, dazu Vollkornbrot. Wieder wurde ich angenehm satt.

§

Nachruf der Süddeutschen auf ihre Feuilleton-Sekretärin:
„Zum Tod von Judith Silberer“.

die Kaltmamsell

20 Kommentare zu „Journal Freitag, 23. Oktober 2020 – Flashbacks an Schulzeit“

  1. Chris Kurbjuhn meint:

    Ich maile den Herrn Salihamidžić umgehend an, dass er Kontakt zum PSV Eindhoven aufnimmt: https://www.transfermarkt.de/erick-gutierrez/profil/spieler/298796 Vielleicht lässt sich ja im Transferfenster in der Winterpause schon was machen.

  2. Nina meint:

    Scho vui schee da drunt am Tegernsee

  3. die Kaltmamsell meint:

    Das wäre ganz zauberhaft, Chris Kurbjuhn, vergelt’s Gott!

  4. Joël meint:

    Sehr schöne Bilder. Vor allem das letzte ist schon sehr Bob Ross.

  5. die Kaltmamsell meint:

    Herbstlaub ist ein einziges Mit-Käse-überbacken für Fotos, Joël.

  6. Lempel meint:

    Spricht man Ihren Namen so aus wie den des früheren UN-Generalsekretärs? Ich habe ihn in Gedanken immer so gelesen.

  7. die Kaltmamsell meint:

    Der derzeitige UN-Generalsekretär heißt António Guterres – meinen Sie den, Lempel? Nein, den spricht man anders aus, meinen muss man nur Buchstabe für Buchstabe wie geschrieben lesen.

  8. Markus Geist meint:

    Ich muss Dich desillusionieren: das mit dem berühmten Sportler nützt nichts. Wer kann den Namen von Werner Perathoner richtig schreiben, ausser Südtiroler?

  9. caterina meint:

    Schön, dass die Süddeutsche Sekretärinnen (oder wenigsten eine) so schätzt…

  10. mhs meint:

    Du lieber Himmel, wenn die schon Gutiérrez nicht aussprechen können, was machen die dann erst bei Krzepinski oder Wawrzieniok? Reines Ruhrgebiet, nix Ausland oder so (und wenn dann ca 120 Jahre her). Oder jetzt die neuen arabischen Namen?Also ein bisschen Bemühen sollte schon möglich sein, oder.

  11. Jongleurin meint:

    Was wäre denn die angenehmste Variante für Sie, wenn das Gegenüber unsicher beim Aussprechen Ihres Nachnamens ist? Ein kommentarloses Ausprobieren oder eher ausprobieren und dann nachfragen, ob so richtig? Oder ganz anders?

  12. Franz Maier meint:

    „Wer kann den Namen von Werner Perathoner richtig schreiben, ausser Südtiroler?“ @Markus Geist: Ich, weil ich in der Perathonerstr. wohne, die übrigens nach Julius Perathoner, einem Bozener Bürgermeister benannt ist. Sachen gibt´s in München…

  13. Trulla meint:

    Probleme kann man haben… Was, bitte, soll denn schlimm daran sein, wenn ein Name falsch ausgesprochen wird? Und schließlich ist es doch in diesem Fall ein selbst gewähltes Schicksal und sollte sicher – trotz simpler Alternative bei Heirat – die Tatsache ehren, dass Frau Kaltmamsell einen „besonderen, anderen“ Hintergrund hat. Der ein interessantes, wiederkehrendes Thema in allen Facetten ist. Richtig aufregend wäre gewesen, wenn die Mutter der Kaltmamsell mit ihrer polnischen Herkunft sich bei Eheschließung für einen Doppelnamen entschieden hätte. Na, das hätte für Unterhaltung gesorgt.

    Ich finde, es ist eine als höflich zu bewertende Geste, sich nach der richtigen Aussprache zu erkundigen.

  14. Defne meint:

    Den Anspruch hätte ich nie gehabt dass in einer Reha oder sonstwo im deutschsprachigem Bereich alle ausländischen Namen richtig ausgesprochen werden. Ich hätte nur den Anspruch als Trägerin eines ausländischen Namens nicht schlechter behandelt zu werden.
    Als ich in der Türkei gewohnt habe war ich diejenige mit dem ausländischen Namen, der nie richtig ausgesprochen wurde. Das hat mich nicht im geringsten gestört.
    Kritisch bin ich nur bei Nachrichtensprechern und Nachrichtensprecherinnen wenn sie Namen lang bekannter Persönlichkeiten verkehrt aussprechen. Beispiele sind da z.B. Erdogan oder Cem Özdemir, nach so langer Zeit finde ich es beschämend dass noch so viele Fehler in diesem Beruf gemacht werden. Auch in Talkshows sollte es den Teilnehmern wichtig sein die Personen über die man redet richtig auszusprechen.
    Was bezüglich Sprache schon nett wäre wenn Mitarbeiter in deutschen Läden auch Deutsch könnten zumindest in dem Fachgebiet in dem sie arbeiten. Neulich habe ich in einem Supermarkt was gefragt und eine englische Antwort erhalten.

  15. die Kaltmamsell meint:

    Trulla, sind Sie sicher, dass Sie hier nicht weit übers Ziel hinaus schießen und alle möglichen falschen Annahmen treffen? Ich bin ziemlich sicher, dass Sie nicht mal wissen, wie meine Mutter nach der Eheschließung hieß. Ich fürchte, das Problem liegt ganz auf Ihrer Seite.

  16. die Kaltmamsell meint:

    Sehen Sie, Defne, so verschieden sind Menschen: Ich bin genervt, dass mein unkomplizierter und sehr häufiger Name seit 47 Jahren ein Problem in Deutschland ist, dafür komme ich mit englischsprachigem Personal gut zurecht.

  17. Defne meint:

    Das hat mich doch sehr interessiert mit der Häufigkeit der Nachnamen. Folgendes habe ich gefunden:
    https://forebears.io/surnames/guti%C3%A9rrez
    Ihr Name kommt in Deutschland zu 0,0001% vor, in Spanien zu 0,008%
    Kein Wunder dass ich den Namen noch nie gehört habe.

    Zum Vergleich mein Name in Deutschland 0,015%, in Österreich 0,029%
    Es ist ein mehr in Süddeutschland gebräuchlicher Name. Mein Name begegnet mir in meinem Umkreis sehr selten.

    Mit englischsprachigem Personal komme ich zurecht, viele in meinem Umkreis und meinem Alter jedoch nicht.

  18. Trulla meint:

    Frau Kaltmamsell, wo sollen denn die falschen Annahmen versteckt sein? Ich habe weder hinsichtlich Ihrer Frau Mutter noch Ihrer eigenen Namenswahl etwas angenommen oder gar behauptet!

    Die von mir erwähnte, rein fiktionale Vorstellung (Betonung auf fiktional) eines schwierigen Doppelnamens mit evtl. polnisch/spanischer Aussprache war als Spaß gedacht, dass es für Sie u.U. noch ärger hätte kommen können.
    Na gut, wir haben sicher unterschiedlichen Humor.

  19. Herr Kaltmamsell meint:

    @Defne: Ich würde es bei dieser Seite mal ohne Akzent versuchen.

  20. fxf meint:

    Das mit dem Fußballer hilft auch nix. Javi Martínez wird auch nach 7 Jahren bei Bayern von 50% aller Kommentatoren falsch betont, von Mártinez zu Martinéz. Vom „Schawi“ ganz zu schweigen.

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