Journal Donnerstag, 7. Januar 2021 – Mehr Schneebilder

Freitag, 8. Januar 2021 um 6:43

Früh aufgestanden, um nochmal die Folge 4 Yoga durchzuspielen, machte wieder Freude.

Arbeitsweg im Schnee.

In der Arbeit zunächst ein wenig Hektik wegen wiederangelaufenem Betrieb, legte sich aber im Lauf des Tags. Zum Mittagessen ein Rest Aloo Gobi, rote Paprika, Gurke, Granatapfel, nachmittags eine Scheibe Brot.

Immer wieder warf ich einem Blick auf den Fortlauf der Ereignisse in den USA (Trump-Fanatiker, die das Kapitol gestürmt hatten, ohne großen Widerstand der Sicherheitskräfte), ich bin gespannt, ob sie bleibende Auswirkungen haben (neben der Sperrung von einigen Trump-Kanälen auf Social Media).

Draußen schönes Winterwetter: Es war kalt genug, dass der Schnee liegenblieb, hin und wieder beschienen von trüber Sonne.

Ich merke, wie stark ich mich festhalte an meiner gewohnten Lebensroutine, wurzelnd in dem Bewusstsein, dass es halt nie besser werden wird und ich mich deshalb an netten Kleinigkeiten aufbauen muss. Die derzeit mangels Ausgeh- und Unterhaltungsmöglichkeiten auf Sonnenlicht und Aussicht auf ein wohlschmeckendes Abendessen schrumpfen.

Auf dem Heimweg ein kurzer Abstecher in den neuen Rewe. Herr Kaltmamsell servierte zum Abendessen die Beute aus einem Einkauf im neuen Asia-Supermarkt am Stachus: Aus der Gefriere DimSum, gefüllt mit Spinat oder mustard greens.

Abends traf sich meine Leserunde, auch diesmal wieder über Videotelefonie. Wir sprachen über Éric Vuillard, Nicola Denis (Übers.), Die Tagesordnung, das diesmal sogar alle gelesen hatten. Vuillard erzählt in dem schmalen Büchlein (Farce? Satire?) fünf Jahre aus dem Anfang des Drittes Reichs aus der Perspektive der Hinterzimmer, montiert aus historischen Fakten: Industrielle, die sich gefügig machen, Schuschnigg trottelig auf dem Obersalzberg, Ribbentrop als enervierend geschwätziger deutscher Botschafter in London, der Anschluss Österreichs, dessen Pomp durch nicht funktionierende Panzer gebremst wird, die per Bahn transportiert werden müssen. Daraus entsteht eine augenrollende Komik – die mich allerdings ratlos ob ihres Zwecks zurückließ. Dass große Geschichte aus kleinen, lächerlichen Menschlichkeiten besteht, ist ein roter Faden aller Ereignisse. Das Besondere der größten zivilisatorischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts sind sie nicht.

Gemeinsames Träumen von einer Leserunden-Zukunft mit gegenseitigem Bekochen und einem Ausflug in die Sommerfrische.

die Kaltmamsell

6 Kommentare zu „Journal Donnerstag, 7. Januar 2021 – Mehr Schneebilder“

  1. Alexandra meint:

    Der fehlende Widerstand der Sicherheitskräfte im Capitol bewirkt, dass es keine hochdramatischen „Gewalt und Gegengewalt“-Bilder gibt, die die Trump- Anhänger nur zur eigenen Heroisierung hernehmen würden. Denke ich.

    Und am Ende die nationalsozialistische Schreckensherrschaft auszulachen ist vielleicht nicht das schlechteste Gegengift?

  2. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Oh ja, mal wieder mit Menschen zusammen was tuen … hier wäre es, an jedem ersten Dienstag im Monat, `Kreatives Schreiben`. Wir machen das auch online, das kann aber ein persönliches Treffen leider nicht toppen.
    Ich schmachte die Winterbilder an.

  3. dyke meint:

    Gestern in meiner hiesigen Leserunde gleiches: Träume von Essen gehen, Kochen, Theater und Kultur, Gemeinsames, die Nacht durchtanzen …

  4. lihabiboun meint:

    Wenn wir 2021 alles umsetzen, was wir uns wünschen, sind unser aller Kalender wirklich gestopft voll …. mir kamen neulich beim Anblick eines Schwimmbads in einem Film fast die Tränen ….
    Ach ja: Und DANKE für den Asia-Laden am Stachus-Tipp!!!!!

  5. Susanne meint:

    Ich möchte eigentlich nur ganz banal fragen, wo am Stachus sich der neue Asia-Supermarkt befindet und wie er heißt.

  6. die Kaltmamsell meint:

    Das ist die frühere Lebensmittalabteilung des Kaufhof im Untergeschoß, Susanne.

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