Journal Mittwoch, 6. Januar 2021 – Schneewanderung an Dreikönig

Donnerstag, 7. Januar 2021 um 6:25

Ausgeschlafen (Hl.-Dreikönig ist Feiertag in Bayern), zu Schneefall aufgewacht. Was sehr gut zum Tagesplan eines gemeinsamen Spaziergangs mit Herrn Kaltmamsell passte, er hatte sich frei genommen – wir waren seit Monaten nicht mehr gemeinsam draußen gewesen.

Ich bin endlich auch des Gemaules über angeblich unzureichende Pandemiemaßnahmen überdrüssig (des Gewackels in der Pandemiebekämpfung schon länger). Am Dienstag hatten Bund und Länder weitere Maßnahmen beschlossen, und mein Twitter war nahezu randvoll mit Maulen und Lästern, warum das auch diesmal Scheiße sei. Ja, auch mir wäre ein mehrwöchiger echter Lockdown lieber, da dieser das Infektionsgeschehen am wirkungsvollsten bremsen könnte. Doch ich habe über die vergangenen Monate gelernt, dass es politisch andere Prioritäten gibt – und darüber keine Einigkeit. Mir reicht die Wahrnehmung, dass es selbst unter den Eltern meiner Bekanntschaft an Prioritäten alles gibt von „Wenn Schulen und Kitas nicht öffnen, zünde ich alles an“ bis „Mir sind die offiziellen Beschlüsse egal, ich lasse mein Kind nicht in Schule/Kita“, um zu verstehen, dass jede Entscheidung zu Kritik oder Gemaule führen wird.

Also ziehe ich mich zurück auf „alles an dieser Pandemie ist Scheiße“, halte Kontakte sehr reduziert, versuche andere nicht zu gefährden und gräme mich über meine individuellen Beeinträchtigungen (zum Beispiel über die Milchkaffeetasse, die mir gestern beim Abtrocknen entglitt und in viele Stücke zersplitterte – wo ich die doch bisher auf der Auer Dult gekauft habe und nicht weiß, ob es 2021 überhaupt eine geben wird) (jajaja, ich habe eine Online-Quelle gefunden, darum geht’s nicht).

Körperliches: Nachdem ich immer noch Muskelkater im Oberkörper hatte und es in LWS sowie um die Hüfte zwickte, beschloss ich Sportpause (in meinem Wochenplan wäre ausführliche Reha-Kräftigung dran gewesen). Doch dann fiel mir ein, dass ich in aller Ruhe die nächste Yoga-Folge machen könnte, die eine eher kurze war. Gute Idee, so konnte ich nämlich den ersten warrior auskosten – BEIDSEITIG!

Frühstück mit aufgetautem Roggenschrotbrot aus eigener Herstellung und italienischem Käse. Herr Kaltmamsell hatte als Schneewanderung (na ja, Wanderung ist es nach unserer Definition ja erst mit Proviant) eine Strecke im Forstenrieder Park ausgesucht. Wir nahmen eine angenehm leere S-Bahn nach Buchenhain und spazierten los. Es schneite leicht, war nicht zu kalt – perfekte Verhältnisse.

Lustige Wegnamen.

Endpunkt war die U-Bahn-Station Fürstenried West. Waren dann 9,5 Kilometer in ungeräumtem Schnee, zweieinhalb Stunden. Und Herr Kaltmamsell ächzte mehr als ich, der war allerdings in den vorgehenden Wochen nicht so viel Spazieren wie ich.

Abschließend halt kein Einkehren mit Brotzeit, das wird noch eine Weile nicht gehen. Daheim machte ich Teepunsch – und merkte an meinen brennenden Augen, dass ich ein wenig Schneeblindheit erwischt hatte.

Zum Nachtmahl servierte Herr Kaltmamsell Rinderrouladen aus der Gefriere mit Nudeln und Rosenkohl. Gegen die verspannten Muskeln ließ ich mir vor dem Schlafengehen ein Entspannungsbad ein. Zu CNN-Bildern von hunderten fanatischen Trump-Anhängern, die in Washington das Capitol stürmten (die beidem Parlamentskammern sollten gestern den Wahlsieg von Joe Biden bestätigen) ging ich zu Bett.

§

Dennoch Erheitungerung gefällig?
„Suppe ist rund.“ Erörtern Sie.

die Kaltmamsell

9 Kommentare zu „Journal Mittwoch, 6. Januar 2021 – Schneewanderung an Dreikönig“

  1. Ilka meint:

    Klingt fein, um den Feiertag bin ich immer etwas neidisch.
    Bei uns ist Wanderung auch erst ab Einkehr/Proviant, ist aber alles nicht so dolle im Moment. Selbst mit Thermoskanne und Wanderlebkuchen findet man kaum ein Plätzchen zum Sitzen. Hoffen wir auf Besserung.
    LG Ilka

  2. Mareike meint:

    Meine Mutter hat mir beigebracht, dass nur die runden Tupper-Dosen dicht genug für flüssiges schließen. Daher kommt bei mir Suppe (zum Transport in die Arbeit z. B.) nur in die runden Dosen. Zufall..? ;)

  3. Frau Irgendwas ist immer meint:

    Freue mich an den Winterbildern … und bin neidisch auf den Feiertag!
    Das Runde muss in das Eckige! *nein, gemeint ist nicht die Suppe*

  4. Nina meint:

    So schöner Schnee! Danke für die Winterbilder.

  5. berit meint:

    Zum Thema Essen und Corona kann ich noch einen Dank an Sie hinterlassen :) Ich hatte die Tage durch Ihre Rezeptesammlung gestöbert und bin auf das Chocolate Cookie Rezept von David Lebovitz gestoßen, dass ich prompt nachgebacken habe um den letzten Zartbitter-Schokolaus zu verwenden. Göttlich! Gött-lich!!!

    Nachahmung dringend empfohlen.

  6. Roland B. meint:

    Ich glaube, daß die grünen Schilder an Bäumen keine Wegnamen sind sondern Forstdistrikte (oder wie immer man das genau nennt).

    Als kinderloser Single ohne berufliche Kontakte kann ich die Auswirkungen der Einschränkungen nur schwer beurteilen (jedenfalls die nicht-epidemologischen), aber vieles an den politischen Entscheidungen scheint nicht sinnvoll von der Auswirkung her – zuviel Rücksicht auf manche Branchen, aber auch die übliche Alles-über-einen-Strang-Scheren der Bürokratie. Etwa daß stärkere Einschränkungen an die Landkreisgrenzen gebunden sind. Irgendwie verständlich, weil da die Daten am bequemsten zu erfassen sind, aber jeder weiß doch, daß weder das Virus noch Pendler sich an diese Grenzen halten. Selbst die drohende 15-km-Beschränkung, egal wie die genau berechnet wird, erlaubt ja Fahrten über die Kreis-und-damit-Berechnungsgrenzen hinaus, Berufspendeln sowieso.
    Andererseits werden Singles im Homeoffice genauso behandelt wie Großfamilien, bei denen alle in kontaktfreudigen Berufen arbeiten oder bald wieder zur Schule gehen, obwohl da das Risiko der Verbreitung zigmal höher ist.
    Ich weiß, das hätte viel mehr (Vorbereitungs-)zeit gebraucht, wir kennen das ja von BER, und natürlich Flexibilität bei Formulierung und Umsetzung. Aber so bleibt das ein Herumdoktoren und gleichzeitig eine grundlose Ungleichbehandlung.

  7. Michael meint:

    darf man eventuell die die Online-Quelle für gute Milchkaffee-Tassen erfahren ?

  8. die Kaltmamsell meint:

    Einfach der erste Google-Treffer, Michael:
    https://frieslandversand.de/marken/walkuere/classic/weiss/

  9. philine meint:

    Leute, die ein festes Gehalt beziehen, Homeoffice machen dürfen/können, auch wenn hier persönliche Einschränkungen stattfinden, sollten m.E. ein bisschen mehr an die Soloselbständigen denken, die wirklich Solo-Solo Selbständige sind, keinen Partner haben, der die Miete, die Krankenversicherung, Strom und Miete bezahlt, sondern, die alles bezahlen müssen. Ladenmiete und Wohnungsmiete zzgl. sämtlicher Nebenkosten, Krankenkasse etc. Da laufen mal schnell mehr als 2.000 Euro pro Monat zusammen und das während des Lockdowns. Die Wenigsten haben Rücklagen um das finanzieren zu können. Und wenn dann die Boutique, das Restaurant, die Buchhandlung etc. geschlossen ist, dann entstehen schnell mal Tagesumsätze von knapp 200 Euro und wenn das so weiter geht….????? Mal abgesehen von den Künstlern, Musikern etc. Man verspricht zwar seit Mitte Dezember Hilfen, aber die Anträge sind ja noch nicht mal bereit gestellt. Und wann das Geld fliesst ist auch unsicher. Alles auf wackeligem Boden. Dies nur zu Ihrer Bemerkung ein mehrwöchiger Lockdown wäre auch Ihnen lieber. Immerhin ist ab Montag click&collect in Bayern unter strenger Maskenpflicht etc. wieder erlaubt. Hier gilt dann Rechtssicherheit.

Beifall spenden: (Unterlassen Sie bitte Gesundheitstipps. Ich werde sonst sehr böse.)

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